Vor Ort
Weltweit für Fairness und Umweltschutz.

Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement

Mit einem nachhaltigen und innovativen Chemikalien- und Umweltmanagement in Produktionsstätten im asiatischen Raum werden schädliche Chemikalien in Nassprozessen substituiert. Das verbessert den Arbeitsschutz und schützt die Umwelt.

In der modernen Textilherstellung wird eine Vielzahl von Chemikalien verwendet. Insbesondere im Produktionsschritt der sogenannten Nassveredelung, also beim Bleichen, Färben oder auch Imprägnieren von Kleidung, werden viele, teils für Mensch und Umwelt gefährliche, Chemikalien eingesetzt. In den Produktionsbetrieben fehlt dazu oft das Problembewusstsein. Das führt dazu, dass Chemikalien in einer unsicheren Art und Weise gelagert und verwendet werden, Arbeiter*innen nicht ausreichend geschützt sind und verunreinigtes Wasser nicht fachgerecht Aufbereitet wird. Neben den Risiken für Arbeiter*innen und Umwelt in den Produktionsländern, kann die Verwendung giftiger Chemikalien darüber hinaus auch Gefahren für Textilkonsument*innen mit sich bringen.

Außerdem erschweren die nicht harmonisierten Anforderungen der westlichen Textilhändler das Einhalten empfohlener Richtlinien in der Chemikalienverwendung. Grund dafür ist die Vergabepraxis der Brands an die Produzenten. In der Regel beliefert eine Produktionsfabrik mehr als eine Marke und ist so verschiedenen Anforderungen gegenübergestellt. Diese diversen Anforderungen führen zu Unübersichtlichkeit und Kosten für die Produktionsfabriken.

Die Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für diese Probleme zu schärfen, Produktionsbedingungen und Produktanforderungen zu harmonisieren und sukzessive gefährliche Chemikalien in der Wertschöpfungskette zu ersetzen. Dadurch sollen Menschen und Umwelt, insbesondere in den Produktionsländern im asiatischen Raum, geschützt werden. Des Weiteren wird durch Zusammenarbeit in Dialogformaten ein Austausch zur Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsanforderungen geführt und die Harmonisierung internationaler Standards und ihrer Anforderungen unterstützt.

Das Factsheet der Bündnisinitiative finden Sie hier.

Arbeit der Bündnisinitiative

Um das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien in den Arbeitsprozessen zu schärfen, ist es ein Ziel der Bündnisinitiative den Zugang zu entsprechenden Workshops, Trainings und Schulungsmaterialien zu verbessern. Gemeinsam mit Mitgliedern wurde ein Leitfaden zum Chemikalienmanagement sowie drei Kurzvideos entwickelt, die auf Risiken bei der Chemikaliennutzung aufmerksam machen und aufklären.

Um den eingeschränkten Zugang zu Trainingsoptionen zu verbessern, entwickelte die Bündnisinitiative zwei Trainingsangebote, das Basic- und das Advanced Training zum Chemikalienmanagement für Nassprozesse. Damit sollen in Zuliefererbetrieben vor Ort nachhaltige Verbesserungen erwirkt werden. Die Erfahrung aus den Pilotierungen der Trainings zeigen, dass das Interesse an solchen Trainings hoch ist.

Die Bündnisinitiative beteiligt sich außerdem an globalen Dialogformaten oder Initiativen wie dem Strategic Approach to International Chemicals Management (SAICM) und steht im Austausch mit der Chemieindustrie. Ziel ist es, systematisch das Chemikalienmanagement in internationalen Lieferketten zu verbessern und gemeinsam Innovations- und Substitutionsmöglichkeiten bei der Chemikalienanwendung zu identifizieren.

Detaillierte Informationen sowie eine Vielzahl von Materialien und Tools zum Thema Chemikalien- und Umweltmanagement stehen Ihnen auch online zur Verfügung.

IMG_4526
Pilotierung des Basic Trainings in Lahore, Pakistan.
Pilotierung des Basic Trainings in Guangzhou, China.
Partner der Initiative

Derzeit engagieren sich 19 Mitglieder in der Bündnisinitiative: ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG (für ALDI Nord), ALDI SÜD (vertreten durch die HOFER KG), Amfori, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Brands Fashion GmbH, Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI), Deuter Sport GmbH, EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG, Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, Hej Support, KiK Textilien & Non Food GmbH, Stiftung OEKO-TEX Service GmbH, ORSAY GmbH, Otto GmbH & Co. KG, REWE Group, Takko Holding GmbH, Tchibo GmbH, Umweltbundesamt (UBA), Zero Discharge of Hazardous Chemicals Foundation (ZDHC).

Bündnis für nachhaltige Textilien

c/o Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Friedrich-Ebert-Allee 36
53113 Bonn

mail@textilbuendnis.com
Telefon: +49 228 4460-3560

@2019 Bündnis für nachhaltige Textilien