Review-Prozess
1.000 kleine Schritte. Von Jahr zu Jahr besser werden.
Verantwortung für die Lieferkette
Beim Review-Prozess bekennen sich die Mitglieder zu ihrer individuellen Verantwortung für die Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten.

Alle Mitglieder des Textilbündnisses haben sich mit ihrem Beitritt zum Bündnis dazu verpflichtet, am Review-Prozess teilzunehmen. Das bedeutet, dass sie jährlich einen Maßnahmenplan, die sogenannte Roadmap, einreichen, umsetzen und über den Fortschritt Rechenschaft ablegen. So trägt jedes Mitglied dazu bei, dass sich die sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in der Textilproduktion von Jahr zu Jahr verbessern. Der Review-Prozess steht für die individuelle Verpflichtung der Mitglieder, Verantwortung für die Nachhaltigkeit in ihrer Lieferkette zu übernehmen.

Alle Mitglieder starten damit, dass sie in der Baseline-Erhebung ihren individuellen Ausgangspunkt festlegen. Die dabei gestellten Fragen orientieren sich am Prozess der unternehmerischen Sorgfaltspflicht (due diligence). Ausgehend von der Baseline-Analyse werden Ziele für das kommende Jahr gesetzt, in jährlichen Maßnahmenplänen (Roadmaps) festgehalten und über Fortschritte zu vergangenen Maßnahmen berichtet. 

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Ablauf des Review-Prozesses.

In der Roadmap befassen sich Unternehmen mit den wesentlichen Aspekten der unternehmerischen Sorgfaltspflicht in ihren Managementprozessen und verfolgen Ziele zu den sozialen und ökologischen Anforderungen des Bündnisses. So müssen sie unter anderem beantworten, wie sie den Einsatz giftiger Chemikalien verringern und zur Zahlung existenzsichernder Löhne für Beschäftige in Produktionsländern beitragen. Verbände, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften berichten hingegen zu Ihren Beiträgen zur Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit und weiteren Unterstützungsmaßnahmen. Im Fortschrittsbericht werfen die Mitglieder einen Blick zurück auf Ihre gesetzten Maßnahmen und berichten zum Grad der Zielerreichung. Alle Roadmaps und Fortschrittsberichte werden von einer externen Prüforganisation auf ihre Plausibilität geprüft und anschließend hier veröffentlicht.

Verbindliche Ziele für alle Bündnismitglieder

Seit 2018 verfolgen alle Mitglieder verbindliche Ziele, die sich inhaltlich an internationalen Rahmenwerken wie den UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrecht, der OECD Due Diligence Guidance for responsible supply chain in the garment and footwear sector und den ILO Kernarbeitsnormen.

Neben diesen individuellen Zielen haben sich die Bündnismitglieder gemeinsam zum Ziel gesetzt, mindestens 35 Prozent nachhaltige Baumwolle bis 2020 zu beschaffen. Dabei müssen 10 Prozent der Gesamtmenge Bio-Baumwolle sein. Bis 2025 soll der Anteil nachhaltiger Baumwolle dann auf insgesamt 70 Prozent steigen, der darin enthaltene Anteil an Bio-Baumwolle auf 20 Prozent.

Jedes baumwollbeschaffende Bündnismitglied leistet einen eigenen Beitrag zum gemeinsamen Erfolg, indem es kontinuierlich seinen Anteil an nachhaltiger Baumwolle steigert. Für eine messbare Zielerreichung haben die Bündnismitglieder Mindestanforderungen festgelegt, die einen nachhaltigen Baumwollanbau beschreiben.

Standardsysteme für nachhaltige Baumwolle

Auf dieser Grundlage verständigte sich das Bündnis auf elf Standardsysteme. Mit deren Verwendung gilt das Bündnisziel als erreicht.

Hierzu gehören der Standard der Better Cotton Initiative (BCI), der australische myBMP Standard, Cotton made in Africa, Fairtrade Cotton und CottonConnect. Für die Beschaffung von Biobaumwolle gelten der Global Organic Textile Standard (GOTS), der Standard des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft NATURTEXTIL IVN, der Organic Content Standard (OCS) von Textile Exchange und der BioRe Social & Environmental Standard sowie alle Bio-Standards der IFOAM Family of Standards. Die Standards der IFOAM Family of Standards gelten auch für die Beschaffung nachhaltiger Schurwolle, ebenso wie der Responsible Wool Standard (RWS).