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Sektorrisiken
Umweltschutz, Ressourceneinsatz & Fasern
Über das Sektorrisiko

Jede Stufe der Textil-Lieferkette hat Auswirkungen auf die Umwelt. Aufgrund der großen Bandbreite der Verfahren sowie der Ausgangs- und Endprodukte, können sich die Auswirkungen nach Art und der Umfang stark unterscheiden. Die größten Risiken bestehen bei der Gewinnung und Verarbeitung der Rohmaterialien.

Schon bei der Herstellung der Fasern gilt es, umweltfreundliche und nachhaltige Verfahren anzuwenden. Zum Beispiel bei Baumwolle, die den größten Anteil an Naturfasern ausmacht. Baumwollbauern und -bäuerinnen können auf verschiedene Art und Weise dazu beitragen, Böden und Gewässer zu schonen und die Biodiversität zu erhalten. Sie können beispielsweise den Einsatz synthetischer Pestizide reduzieren oder ganz auf sie verzichten. Wenn sie moderne Anbaumethoden wählen oder auf den Anbau von Bio-Baumwolle umstellen, reduzieren sich die negativen Umweltauswirkungen deutlich. Zudem können Bauern und Bäuerinnen so höhere Preise erzielen und von langfristigen Handelsbeziehungen profitieren, sodass sich weitere Investitionen in eine nachhaltige Baumwollproduktion lohnen. Bei Chemiefasern könnte der Anteil an Rezyklaten oder biobasierten Fasern gesteigert werden.

Neben den negativen Umweltauswirkungen ist auch der Ressourcen- und Flächenverbrauch im Textilsektor sehr hoch. Daher bekommt das Konzept der Kreislaufwirtschaft eine immer größere Bedeutung. Es geht dabei darum, den Wert von Textilien möglichst lange zu erhalten und „Abfall“ als wertvollen Rohstoff zu betrachten. Abfälle und Ressourcenverbrauch sollen auf ein Mindestmaß beschränkt und die eingesetzten Ressourcen wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Recyclingfähige Fasern und die Wiederverwendung von Textilien – etwa durch Second-hand und neue Geschäftsmodelle wie Sharing- und Renting-Plattformen – sind dabei nur zwei von vielen Lösungsansätzen. Eine zirkuläre Textilwirtschaft respektiert die planetaren Grenzen und schützt die natürlichen Ressourcen nachhaltig.

Das Sektorrisiko Umweltschutz hängt eng mit dem Sektorrisiko Chemikalieneinsatz und Abwasser  zusammen, denn insbesondere in textilen Nassprozessen kommen viele Chemikalien zum Einsatz, die mitunter gefährlich für Mensch und Umwelt sein können. Jedoch fehlt in den Produktionsbetrieben oft das Problembewusstsein. Das führt dazu, dass Chemikalien auf unsichere Art und Weise gelagert und verwendet werden, Arbeiter*innen nicht ausreichend geschützt sind und verunreinigtes Wasser nicht fachgerecht aufbereitet wird.

Wie bearbeitet das Textilbündnis das Sektorrisiko?

Das Textilbündnis ist angetreten, die Arbeits- und Umweltbedingungen in den Wertschöpfungsketten der Textil- und Bekleidungsbranche nachweislich zu verbessern. Um die Umwelt zu schützen und Ressourcen zu schonen, setzt das Textilbündnis an mehreren Stellen an und widmet sich unter anderem Fasern, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. Chemikalieneinsatz und Abwasser sind ein eigenes Sektorrisiko.

Nachhaltige Naturfasern

Alle Mitglieder des Textilbündnisses haben das gemeinsame Ziel, bis 2025 den Anteil nachhaltiger Baumwolle auf 70 Prozent zu steigern; Bio-Baumwolle soll davon mindestens 20 Prozent ausmachen. Im Review-Prozess machen die Bündnisunternehmen Angaben zu den von ihnen eingesetzten Fasern und deren Nachhaltigkeit. Den entsprechenden Nachweis können sie etwa über Standards und Siegel erbringen.

Zwar macht Schurwolle nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den gesamten Fasermengen aus, doch nimmt sie bei den Naturfasern mengenmäßig den zweiten Platz hinter Baumwolle ein. Bei der Gewinnung von Schurwolle kommt es vor allem auf das Tierwohl an. Auch das ist ein eigenes Sektorrisiko. Mehr Informationen finden Sie hier.

Expert*innen-Gruppe Kreislaufwirtschaft

2020 startete die Expert*innen-Gruppe (EG) Kreislaufwirtschaft, an der sich knapp 40 Bündnismitglieder beteiligen. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit nachhaltigem Design und seinen Auswirkungen auf die Recyclingfähigkeit der textilen Produkte. Darüber hinaus widmet sich die EG der Langlebigkeit und Kreislauffähigkeit von Textilien sowie der Frage der Sortenreinheit und des Einsatzes von Rezyklat-Fasern. Dabei kommen Best Practices und Leitfäden zum Einsatz und werden durch die Zusammenarbeit mit Expert*innen im Bereich des Recyclings implementiert.

„Wie kann man ein zukunftsträchtiges und inklusives Sammlung- & Sortierungssystem schaffen?“ Auch diese Frage diskutieren die Mitglieder der EG Kreislaufwirtschaft und erarbeiten entsprechende Lösungsansätze. Und nicht zuletzt beschäftigt sich die EG mit alternativen Geschäftsmodellen und nachhaltigen Verpackung aus recyclingfähigen Materialien. Die EG erarbeitete unter anderem ein erstes Glossar zu Kreislaufwirtschaft .

Kooperationen

Einige der strategischen Kooperationen des Textilbündnisses mit anderen Organisationen fokussieren auf Umweltschutz, die Förderung nachhaltiger Fasern und Chemikalieneinsatz, zum Beispiel die Kooperationen mit SAICM, Textile Exchange, Organic Cotton Accelerator und ZDHC.

Weiterführende Informationen

Adelphi / GIZ: Circular Economy in the Textile Sector (2019).

Bündnis für nachhaltige Textilien: Glossar Kreislaufwirtschaft (2021).

Textile Exchange: Organic Cotton Market Report 2021 (2021).

Publikationen des Textilbündnisses und hilfreiche Links zum Thema Baumwolle
Hilfreiche Links zum Thema Schurwolle

International Wool Textile Organisation: IWTO Specifications for Wool Sheep Welfare (2020).

Textile Exchange: Responsible Wool Standard.