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Sektorrisiken
Korruption
Über das Sektorrisiko

Bestechung und Korruption sind laut OECD oft Einstiegsstraftaten für viele andere Formen von Verstößen, unter anderem Kinder- und Zwangsarbeit, Diskriminierung, Nichteinhaltung von Arbeitsschutz- und Umweltstandards. Sie gehören zu den von der OECD definierten Sektorrisiken für die Textil- und Bekleidungsindustrie. Zu Korruptionsdelikten zählen etwa Bestechung und Bestechlichkeit sowie Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme. Nicht selten geht Korruption mit der Verletzung von Menschenrechten und der Umgehung von Umweltstandards durch beauftragte Lieferanten einher.

Die OECD empfiehlt Unternehmen, ein Verfahren zur Beurteilung von Korruptionsrisiken durchzuführen, noch bevor sie eine Geschäftsbeziehung mit Zulieferern oder Produzenten eingehen. Das gilt insbesondere, wenn diese in Ländern mit hohem Korruptionsrisiko operieren. Unternehmen sollten klare Regeln und Verfahren etablieren, wie sie Zulieferer sorgfältig prüfen und auswählen.

Wie bearbeitet das Textilbündnis das Sektorrisiko?

Das Bündnis für nachhaltige Textilien fordert von seinen Mitgliedern ein Bekenntnis zu Null Toleranz gegenüber allen Formen von Korruption einschließlich Erpressung und Bestechung in der eigenen Organisation und in der Lieferkette. Jedes Mitglied muss dies im Review-Prozess anhand einer Grundsatzerklärung nachweisen, zum Beispiel in Form einer Policy oder eines Code of Conduct. Zu Maßnahmen, um Korruption zu verhindern, zählen Risikoanalysen, vertragliche Vereinbarungen mit Zulieferern und Agenten, Lieferantenqualifizierungsmaßnahmen, Schulungen zu Antikorruption und Integrität, transparente Audits und Berichterstattung oder ein anonymes Meldesystem mit Whistleblower-Schutz.

Der Leitfaden „Korruptionsprävention in der Lieferkette – wie Unternehmen mit Herausforderungen umgehen können“ hilft Unternehmen, Maßnahmen zur Prävention von Korruption in der Lieferkette erfolgreich umzusetzen. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Allianz für Integrität und dem Deutschen Global Compact Netzwerk herausgegeben. Den Leitfaden gibt es mittlerweile in fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Bahasa, Portugiesisch und Spanisch.