WAS WIR TUN

Individuelle Verantwortung

Das Bündnis für nachhaltige Textilien folgt dem Prinzip der prozesshaften Verbindlichkeit: Alle Mitglieder verpflichten sich im Rahmen des Review-Prozesses zu konkreten Zielen, verfolgen diese nachweisbar und gestalten sie schrittweise anspruchsvoller. Die individuellen Ziele der Mitglieder orientieren sich an Schlüsselfragen und Indikatoren, die gemeinsam in Facharbeitsgruppen definiert wurden.

Das Ergebnis dieses Prozesses ist der individuelle jährliche Maßnahmenplan jedes einzelnen Mitglieds. Die Maßnahmenpläne wurden 2017 zum ersten Mal eingereicht und zeigen fortan jährlich den individuellen Fortschritt an.

Im Rahmen der Erarbeitung eines Maßnahmenplans befassen sich die Mitglieder mit ausgewählten Fragen zu ihren Einkaufs- und Geschäftspraktiken und ihrem Lieferkettenmanagement, aber beispielsweise auch zur internen und externen Kommunikation zu Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen. So muss beispielsweise beantwortet werden, wie das jeweilige Mitglied dazu beiträgt, den Einsatz von giftigen Chemikalien zu verringern, oder darauf hinwirkt, dass faire Löhne in Fabriken gezahlt werden oder Landwirte bei der Umstellung auf nachhaltige Anbaumethoden unterstützt.

Alle Mitglieder starten damit, dass sie in der Baseline-Erhebung ihren individuellen Ausgangspunkt festlegen. Im Anschluss werden Ziele für das kommende Jahr gesteckt, in jährlichen Maßnahmenplänen festgehalten und über Fortschritt berichtet.

Berichterstattung und Transparenz

Für ihre Angaben steht den Mitgliedern die bündniseigene Software Textile Partnership Performance Tool (TexPerT) zur Verfügung.

Um eine glaubwürdige Erfolgsmessung gewährleisten zu können, werden Baseline, Maßnahmenplan und Fortschrittsbericht von externen Experten auf ihre Plausibilität geprüft.

2017 wurden die ersten Maßnahmenpläne eingereicht. Die erste Runde war für alle Mitglieder auch eine Art „Testlauf“ und die Veröffentlichung noch auf freiwilliger Basis. Trotzdem veröffentlichten 42 Mitglieder ihren Maßnahmenplan.

Ab dem Jahr 2018 müssen alle Mitglieder ihre individuellen Maßnahmenpläne verpflichtend veröffentlichen. Analog dazu können die Mitglieder 2018 ihren ersten Fortschrittsbericht freiwillig veröffentlichen und sind ab 2019 dazu verpflichtet.

Zeit- und Mengenziele für alle Bündnismitglieder

Seit 2018 gibt es für alle Mitglieder eine bestimmte Anzahl einheitlicher, konkreter und verbindlicher sogenannter „Zeit- und Mengenziele“. Zusammen mit empfohlenen Zielen stellen sie die Anforderungen für den Review-Prozess 2018 – 2020 dar.

Im Sinne der kontinuierlichen Zielverfolgung wurden spezifische Ziele für die Jahre 2018, 2019 und 2020 festgelegt und diese individuell auf die Akteursgruppen im Bündnis zugeschnitten. Sie orientieren sich inhaltlich u.a. an internationalen Rahmenwerken, wie den UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, der ILO und der OECD.

Hier finden Sie eine Übersicht der im Steuerungskreis beschlossenen Zeit- und Mengenziele.

Neben den individuellen Zielen haben sich die Bündnismitglieder gemeinsam zum Ziel gesetzt, mindestens 35 % nachhaltige Baumwolle bis 2020 zu beschaffen. Dabei müssen 10 % der Gesamtmenge Bio-Baumwolle sein. Bis 2025 soll der Anteil nachhaltiger Baumwolle dann auf insgesamt 70% steigen, der darin enthaltene Anteil an Bio-Baumwolle auf 20%.

Jedes baumwollbeschaffende Bündnismitglied leistet einen eigenen Beitrag zum gemeinsamen Erfolg, indem es kontinuierlich seinen Anteil an nachhaltiger Baumwolle steigert. Für eine messbare Zielerreichung haben die Bündnismitglieder Mindestanforderungen festgelegt, die einen nachhaltigen Baumwollanbau beschreiben. Auf dieser Grundlage verständigte sich das Bündnis auf 11 Standardsysteme, deren Verwendung als Beitrag zum Bündnisziel angesehen wird.

Hierzu gehören der Standard der Better Cotton Initiative (BCI), der australische myBMP Standard, Cotton made in Africa, Fairtrade Cotton und CottonConnect. Für die Beschaffung von Biobaumwolle gelten der Global Organic Textile Standard (GOTS), der Standard des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft NATURTEXTIL IVN, der Organic Content Standard (OCS) von Textile Exchange und der BioRe Social & Environmental Standard sowie alle Bio-Standards der IFOAM Family of Standards. Die Standards der IFOAM Family of Standards gelten auch für die Beschaffung nachhaltiger Schurwolle, ebenso wie der Responsible Wool Standard (RWS).

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Leitfaden – Vermeidung von gefährlichen Chemikalien

Herausgeber: Bündnis für nachhaltige Textilien, März 2018
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Factsheet zum Textilbündnis

Herausgeber: Bündnis für nachhaltige Textilien, September 2017
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Korruptionsprävention in der Lieferkette

Herausgeber: Allianz für Integrität, Bündnis für nachhaltige Textilien, Deutsches Global Compact Netzwerk, Dezember 2017
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