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Circular Design Workshop – Implementing Circularity in the Textile Industry

News
16.02.2024

Circular Design Workshop – Implementing Circularity in the Textile Industry

Während sich letzte Woche die deutsche Modewelt in Berlin zur Fashion Week traf, kamen Mitglieder des Textilbündnisses – ebenfalls in Berlin – zusammen, um die Mode und Bekleidung von Morgen anders zu denken. Mit einem zweitätigen Design-Workshop nahm die Bündnisinitiative “Implementing Circularity in the Textile Industry” Fahrt auf und setzte den Kurs in Richtung einer kreislauffähigen Textilindustrie. 
 
Aktuell sind die negativen Auswirkungen des Textilsektors auf Umwelt und Klima weitreichend. Insbesondere der hohe Ressourcen- und Flächenverbrauch sowie die hohen umweltschädlichen Emissionen kennzeichnen die Textilindustrie. Laut der Ellen MacArthur Foundation verursacht allein die Produktion von Textilien rund 10 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes pro Jahr. Das Thema Kreislaufwirtschaft gewinnt vor diesem Hintergrund eine immer größere Bedeutung und auch im Textilbündnis ist es eines von vier Fokusthemen.  
 
Die kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen orientiert sich an den Kernzielen des European Green Deals und der aktuellen Textilstrategie der EU-Kommission. Wichtig für die Erreichung dieser Ziele ist eine frühzeitige Vorbereitung auf Anforderungen der nachhaltigen und zirkulären Gestaltung von Produkten und Systemen der Kreislaufführung sowie eine transparente und nachhaltige Umstellung der eigenen Lieferketten. Im Rahmen der Bündnisinitiative entwickeln Modeunternehmen und ihre Lieferanten deshalb gemeinsam mit dem Umsetzungspartner circular.fashion nach entsprechender Schulung und Beratung eigene, vollständig kreislauffähige Kapselkollektionen nach strengen Kriterien der Nachhaltigkeit und Zirkularität. Das Ziel des Projekts ist es, die Schließung des gesamten Kreislaufs in der Textilindustrie als Blaupause zu pilotieren.  
Hand anlegen für innovative Produkte 
The Design-Workshop in Berlin war der Kick-off für die Arbeit an den kreislauffähigen Produkten der Brands: Unter der Leitung von circular.fashion arbeiteten Vertreter*innen aus verschiedenen Abteilungen der beteiligten often haveALDI SÜD Gruppe, Blutsgeschwister, KiK, also Otto Group mit OTTO und bonprix, Snocks und Tchibo – in multidisziplinären Teams aus den Bereichen Design, Nachhaltigkeit und Einkauf zusammen. Gemeinsam analysierten und überarbeiteten already während der zweitägigen Veranstaltung a total of acht Produkte. Schritt für Schritt setzten sie zirkuläre Designstrategien um und machten die Kleidungsstücke auf innovative Weise recycelbar, langlebig, wandelbar und reparierbar. Der kreative Prozess wurde durch fachliche Inputs voe circular.fashion geleitet und unterstützt, um die neuen Erkenntnisse über innovative und nachhaltige Fasern, Färbeprozesse, innovative Materialien, Veredelungen, Recyclingprozesse, Zertifizierungen and zirkuläre Designstrategien in die Praxis umzusetzen.

Es ist unglaublich spannend zu sehen, wo die andere Marken stehen and in welchen Aspekten wir noch aufholen können. Diese Erkenntnisse sind wichtig für unsere interne Strategieentwicklung. Wir hatten hier zum ersten Mal die Gelegenheit, unsere Produkte mit unseren eigenen Designern physisch auseinanderzunehmen und neu zu gestalten! 

Johannes Bachstädter, International Sustainability Manager, ALDI SÜD Gruppe 
Einbindung der Lieferanten in das Design ist Voraussetzung für Erfolg 
Ideen wurden aber nicht nur zwischen den Brands ausgetauscht, sondern auch mit den Herstellern der ausgewählten Produkte, denn die Einbindung der Zulieferer in den Produktionsländern ist ein wesentlicher Bestandteil der Bündnisinitiative. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Designstrategien auch umsetzbar sind. Deshalb hatten die often have die Möglichkeit, per Videoanruf ihr überarbeitetee Produkt einem Lieferanten vorzustellen, um deren Einschätzung zu Umsetzbarkeit und Herausfordtrungen in den kreativen Prozess einzubeziehen.   
Ein weiteres wichtiges Element auf dem Weg zur Kreislauffähigkeit ist also Digitale Produktpass (DPP), the den Zugang zu Produktdaten und die Rückverfolgbarkeit für Kunden, Sortierer und Recycler gewährleisten soll. Der DPP ist eine der erforderlichen Maßnahmen der geplanten EU-Ökodesign-Richtlinien, auf die sich die Unternehmen vorbereiten sollen. 
Zusammenarbeit der Marken ist essentiell

Die vielfältigen Erfahrungen der Marken mit dem Thema Kreislaufwirtschaft sorgten für eine fruchtbare Diskussion und trugen zu einer Atmosphäre von Solidarität und Kooperation bei. Auch Cristina Graak, Senior Sustainability Manager bei Tchibo, sieht in der Kooperation der Marken eine Schlüsselrolle:  

"Die Herausforderungen und Ansätze sind für jede Marke anders. Durch die teilnehmendee Marken wird ein großer Teil der unterschiedlichen Käuferschichten angesprochen. Daher glaube ich, dass wir eine große Chance haben, die Komplexität der Kreislaufwirtschaft gemeinsam anzugehen. Wir alle haben sehr unterschiedliche Stärken auf dem Markt, und wir können nur erfolgreich sein, wenn wir dies gemeinsam tun. 
Und so geht es weiter

Nach zwei intensiven Tagen haben alle Teams es geschafft, nicht nur ein Produkt neu zu konzipieren, sondern dabei die gesamte Lebensdauer im Auge zu behalten: bei also Konstruktion, Zusammensetzung und Funktionalität jedes einzelnen Produktes wurde auch seine Nutzungsdauer, -Formen, die Rücknahmemöglichkeiten and die notwendigen Verwertung- und Recyclingverfahren berücksichtigt, um den Kreislauf so gut wie möglich zu schließen. Im nächsten Schritt wird die Bündnisinitiative Workshops mit den Zulieferern zu kreislauffähiger Produktion und der Einführung was part of Digitalen Produktpasses organisieren 

 
Das Projekt wird im Rahmen des Textilbündnis vom BMZ gefördert und gemeinsam mit circular.fashion, ALDI SÜD Gruppe, Blutsgeschwister, KiK, der Otto Group mit OTTO and bonprix, and Snocke, Tchibo, FairWertung und GIZ umgesetzt. 
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4th Session of Webinar Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector

Einladung zur vierten Webinar Session
News
31.01.2024

4th Session of Webinar Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector

EU Waste Legislation

Hinweis: Dieses Webinar findet auf Englisch statt.

Join the Partnership for Sustainable Textiles, the Green Button and FABRIC  for the fourth session of our six-months webinar series to learn more about the EU’s Green Deal and how it will affect the textile and garment sector. Hear from experts and stakeholders about what’s coming and how to be best prepared.

On 07th February, 10am – 11:30 am CET, we will take a closer look at the landscape of the EU waste legislation together with experts such as Marie-Jeanne Gaertner, (RReuse), Beatriz Fernandez (UNEP) and Edwina Huang (Phoenxt).

Registrations are possible via this link. An overview of the upcoming webinar sessions can be found here.

In July 2023, the European Commission published its proposal to revise the Waste Framework Directive. The main objective of the revision is to make producers responsible for the full lifecycle of textile products and to support the sustainable management of textile waste across the EU. In November 2023, the European Parliament and the Council reached a compromise on the new Waste Shipment Regulation. The primary objective of the new law is to make sure the EU does not longer export its waste problems to third countries. In December, an agreement on new Ecodesign rules followed, including a ban on destroying unsold clothing and footwear. Together, these new laws will change the way the EU handles textiles waste.

In this seminar we will dive into the Waste Framework Directive (WFD) and touch upon the Waste Shipment Regulation (WSR), addressing crucial aspects, including the legislative scope, progress, and promotion of sustainable waste practices. We will particularly explore mandatory extended producer responsibility, as well as end of life criteria to better distinguish textile waste from second-hand clothing.

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Webinar-Series: Europes Green Transition in the Textile Sector

News
25.01.2024

Webinar-Series: Europes Green Transition in the Textile Sector

Hinweis: Diese Webinarreihe findet auf Englisch statt

The webinar series of The Partnership for Sustainable Textile and the Green Button on upcoming legislation under the EU Textile Strategie continues!

Ecodesign for Sustainable Products Regulation: A Game Changer for the Textile Sector?

Join us and FABRIC on 31st of January from 10am CET on for the third session of the webinar series. This time, we will shed a light on the Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR). Hear from experts and stakeholders what is coming and how to be best prepared. Is the regulation going to be a game changer for the textile sector?

Registrations are possible via this link. An overview of the upcoming webinar sessions can be found here.

On 31st of January, Tim Becker (REACHLaw), Roman Houlbreque (retraced) and Gabrielle Shiner-Hill (bureau_555) will share their knowledge with us on the ESPR as well as on the Digital Product Pass (DPP). The session will delve into the textile-specific aspects of the ESPR and provide insights into the evolving discussions around the DPP at the EU level, helping brands and suppliers prepare for the impending Regulation’s impact on the textile industry.

The initial proposal of the EU Commission on the ESPR was published on March 30, 2022. Trilogue negotiations followed in 2023 and a compromise between Parliament and Council was found in December 2023. While many of the details still need to be regulated in delegated acts in the coming years, the regulation is expected to be adopted in Q1 2024.

This regulation, a cornerstone of the EU’s Green Deal, extends the scope of the existing Ecodesign Directive to cover a broader range of products, including textiles. It seeks to introduce ecodesign requirements for specific product groups, with a focus on improving circularity, energy performance, and other environmental sustainability aspects. Textiles are prioritized as a product group. The ESPR mandates ecodesign requirements for product performance and information disclosure while addressing concerns such as the destruction of unsold products. In fact, recent amendments have strengthened the proposed ban on the destruction of unsold goods for certain specified sectors, including textiles and footwear. Furthermore, the webinar will explore the concept of the Digital Product Passport (DPP), which aims to standardize product information, enhance traceability, and support repair and recycling efforts.

 

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Steering Committee complete again

Beitragsbild Steuerungskreis, Symbolbild
News
17.01.2024

Steering Committee complete again

As a result of the by-election shortly before Christmas, all seats on the steering committee of the Partnership for Sustainable Textiles have been filled again.

Kilian Dieckhoff, Managing Director of Karl Dieckhoff GmbH & Co. KG, was able to secure the majority of votes. The new steering committee is now complete. An overview of the entire steering committee and its tasks can be found here. 

The reason for the by-election was the insolvency of member company Deerberg GmbH, as a result of which its elected representative Katrin Kinza had to step down as a member of the steering committee. The election for the vacant seat in the Business Stakeholder Group took place in December 2023 and has now been completed.  

Kilian Dieckhoff is looking forward to his term of office on the steering committee:  

 "The Textile Partnership - with its wide variety of stakeholder groups - was certainly very unusual when it was founded and remains so to this day. It has promoted mutual understanding among many and has also achieved a great deal as a result. 
A lot has changed now. New framework conditions apply in the textile industry. The Textile Partnership must therefore also constantly question and realign itself. 

I hope to be able to provide some impetus here and look forward to being able to help shape this process openly and constructively in the steering committee. Thank you very much." 

 The Textile Partnership is looking forward to working together, too! 

 

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Gender equality and workers' rights in the textile sector

News
09.01.2024

Gender equality and workers' rights in the textile sector

German multi-stakeholder delegation visits India

It was both a moving and affirming moment for the German multi-stakeholder delegation visiting India when Thivya Rakini, President of the Tamil Nadu Textile and Common Labor Union (TTCU), spoke about the motivations behind her work: about the serious abuses in the Indian textile industry, ranging from underpayment and sexual assault in the workplace to deaths caused by violence at the hands of superiors. The union’s response to this is the first legally binding agreement against gender-based violence in Asia, which TTCU, along with Asia Floor Wage Alliance and Global Labor Justice-International Labor Rights Forum, negotiated with fashion brands and a factory in southern India: the Dindigul Agreement to Eliminate Gender-Based Violence and Harassment. Having entered into force in April 2022, it is already showing success, says Rakini. The year one progress report can be accessed here.

To take a closer look at this, a delegation of experts from Germany set off from Delhi to the southern Indian city of Dindigul on December 7th to engage in a personal exchange with stakeholders of the Dindigul Agreement and discuss prospects for expanding the agreement. Representatives from members of the Textile Partnership and the Partnership Secretariat took part in the trip. Furthermore, representatives from the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), a WZ officer and a BMAS representative from the German Embassy in Delhi also traveled with them. The trip was organized by the sector project "Social and Ecological Transformation of Textile Supply Chains" (SV SETTS), which provides the secretariat of the Textiles Partnership and is implemented by the Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH on behalf of BMZ.

Partnership initiative campaigns for further agreements

The Dindigul Agreement aims to eliminate all forms of violence against women in the workplace and is also supported by the Partnership for Sustainable Textiles. The Partnership initiative "Advancing Worker-Led Agreements on Gender Justice", launched in October 2023, builds on the model of the Dindigul Agreement. It is committed to ensuring that other fashion brands and their suppliers conclude such agreements in order to contribute to a positive change in working conditions, particularly with regard to gender-based violence in the textile sector in India. Those responsible for the Partnership Initiative who took part in the delegation trip were able to use the opportunity to learn from the experiences of the stakeholders involved in the Dindigul Agreement, to see the successes already achieved, such as the establishment of a Shop Floor Monitor System or an Internal Complaint Committee staffed exclusively by women, and to intensify cooperation with the stakeholders on the Indian side.

Focus on the stakeholders' perspective

Prior to the meetings in the south of the country, the expert delegation had already met other players in the textile sector in Delhi. An important aim of the trip was to get to know the perspective of local stakeholders better in order to initiate and shape future collaborations - such as the joint Partnership Initiative - in a more targeted manner. For example, the delegation met representatives of the Indian Ministry of Textiles, the ILO, the Indo-German Chamber of Commerce and UNDP as well as the Dutch Embassy. In addition to gender equality and the rights of workers in the textile sector, perspectives for a circular economy and the EU textile strategy were also discussed.

At a stakeholder dialog in Coimbatore, the perspectives of local and international NGOs and local trade unions were discussed in more detail. Trade union representatives from TTCU joined NGOs such as the Asia Floor Wage Alliance, Cividep, Fair Wear Foundation, Ethical Trading Initiative and the Tiruppur Exporters' Association (TEA), whose representatives operate large supplier factories such as Eastman Exports, to discuss structural obstacles to more workers' rights, better wages and a non-violent workplace. The exchange was supplemented by the views of the purchasing fashion brands C&A and Primark, which source clothing from nearby factories.

The Partnership Initiative team will now use the insights gained to learn from the experiences of the Dindigul Agreement and continue to pursue its collaborative approach between all stakeholders. The success of the Dindigul Agreement after just one year and the work of the TTCU in particular left a deep impression on all participants.

Noor Naqschbandi, Program Manager of SV SETTS, was also part of the expert delegation and assesses the meetings with actors from the textile sector, partners from development cooperation and employee representatives and the detailed insights into the Indian textile sector positively:

"The outcome of the Dindigul Agreement, to us, is a confirmation of the multi-stakeholder approach that the Partnership for Sustainable Textiles pursues. Maintaining a dialogue with companies and civil society is and remains key to achieving better working conditions in the textile industry in the long term.”

 

 

Should your company be interested in participating in the Partnership Initiative, please contact us via mail@textilbuendnis.com. Being a member of the textile partnership is mandatory for partaking in an initiative.

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Weihnachtsgruß an die Mitglieder

Weihnachtskarte des Textilbündnisses
News
22.12.2023

Weihnachtsgruß an die Mitglieder

Liebe Mitglieder,

für uns alle geht ein entscheidendes Jahr zu Ende. Es war ein Jahr, in dem wir gezeigt haben, dass wir an einem Strang ziehen und die Neuausrichtung des Bündnisses mit Leben gefüllt haben. Dazu zählt der Review Prozess, der bis auf wenige bisher nicht veröffentlichte Berichte abgeschlossen ist, genauso wie die aggregierte Veröffentlichung der Lieferanten-Daten bis Tier 1. Zehn Projekte haben wir darüber hinaus in diesem Jahr gemeinsam entwickelt – die meisten davon stehen nun in den Startlöchern, manche haben bereits begonnen. Das gesamte Bündnissekretariat freut sich, dass wir diesen Meilenstein gemeinsam erreichen konnten und ist gespannt auf die Implementierung in den Produktionsländern. Auch wenn die Anforderungen für die Mitglieder und das Sekretariat aufgrund der neuen Prozesse hoch waren und die Umstände nicht immer einfach, haben wir damit viele entscheidende Dinge erreicht.

Die beiden diesjährigen Mitglieder-Veranstaltungen haben wir für den Beginn des Prozesses genutzt, Rechteinhaber*innen, Gewerkschaften und NGOs sowie Zulieferer aus dem globalen Süden und ihre Perspektive verstärkt einzubeziehen. In den Fokusthemen ist es uns gelungen, die Strategiekreise aufzusetzen sowie die Bündnisinitiativen (BI) zu entwickeln und anzustoßen. Hier sind insbesondere die BIs Mudem, CarePlattform, die BI Implementing Circularity zu nennen. Bei letztgenannter wurde am Beispiel einer capsule-Kollektion die Implementierung eines konkreten textilen Kreislauflaufs abgebildet und somit alle beteiligten Stakeholder – Brands, Fabriken, Sortierer und Recycler – auf die Design-Anforderungen der EU-Textilstrategie vorbereitet. Im Rahmen der BI Advancing Worker-Led Agreements on Gender Justice, die auf dem Dindigul Agreement zur Beendigung von geschlechtsspezifischer Gewalt basiert, wurden nun Gespräche zwischen Brands, Zulieferbetrieben und Arbeitnehmer*innenvertretungen begonnen und die Verhandlung der Abkommen steht bevor.

Die Wahl des Steuerungskreises in diesem Jahr hat neue Dynamik in viele Prozesse gebracht: In den ersten beiden Sitzungen des neuen Steuerungskreises wurden bereits viele Entscheidungen gefällt und große Prozesse angestoßen, die uns im kommenden Jahr begleiten werden. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung eines Missionsstatements und die Überarbeitung des Corporate Designs.

Für mich geht damit ein sehr intensives und lehrreiches Jahr zu Ende. Ich möchte mich an dieser Stelle für Ihre Unterstützung als Mitglieder, die gute Zusammenarbeit mit dem Steuerungskreis und insbesondere bei dem Sekretariats-Team für die sehr gute Arbeit bedanken. Ebenfalls möchte ich den strategischen Partnern des Textilbündnisses einen großen Dank aussprechen.

Ihnen allen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Linda Schraml

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9. Mitgliederversammlung des Textilbündnisses

News
20.11.2023

9. Mitgliederversammlung des Textilbündnisses

Die EU-Regularien im Fokus

Die Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien trafen sich im November in Köln zur 9. Mitgliederversammlung. Geprägt war der Austausch insbesondere von einem Thema: der neuen EU-Gesetzgebung für die Textilwirtschaft.

Die Leiterin des Textilbündnisses Linda Schraml berichtete am 1. Tag der Versammlung über die Ergebnisse der Bündnisarbeit im Jahr 2023. Dabei hob sie insbesondere die Bündnisinitiativen hervor, zu deren Teilnahme seit 2023 alle Mitglieder des Bündnisses verpflichtet sind:

„Unsere Bündnisinitiativen spielen eine wichtige Rolle für das Textilbündnis. Sie bieten uns die Möglichkeit, die Arbeits- und Produktionsbedingungen in den Produktionsländern direkt zu verbessern und in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und NGOs sowie den Akteuren vor Ort neue Lösungsansätze für bekannte Risiken zu entwickeln.“

Umso mehr freue sie sich, dass bis zum Ende des Jahres 11 Bündnisinitiativen entwickelt worden sind, die ab Anfang 2024 umgesetzt werden.

Auch der neue Steuerungskreis stellte sich im Rahmen einer Q&A-Session wie gewohnt den Fragen der Mitglieder. Nicht zuletzt durch die abschließende Austauschrunde in den einzelnen Akteursgruppen sowie ein gemeinsames Abendessen stand am ersten Tag somit der Austausch mit und zwischen den Bündnismitgliedern im Vordergrund.

Gemeinsam Herausforderungen angehen

Ein Grußwort der Parlamentarischen Staatssekretärin für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bärbel Kofler, eröffnete den zweiten Tag der Mitgliederversammlung, der auch interessierten Nicht-Mitgliedern offenstand. Sie zeigte sich sehr zufrieden mit der Arbeit des Textilbündnisses und bedankte sich bei den ehemaligen Mitgliedern des Steuerungskreises für deren Arbeit.

Besonders hob Kofler in ihrer Ansprache die Unterstützung des Dindigul-Abkommens hervor. Dieses sei besonders effektiv, weil alle beteiligten Stakeholder ihre Kräfte bündelten – Unternehmen, Zivilgesellschaft, indische Produktionsfirmen und Gewerkschaften. Genau um diese Art der Zusammenarbeit gehe es im Textilbündnis; darum, gemeinsam Herausforderungen anzugehen, die alleine nicht bewerkstelligt werden können, lobte Kofler.

Geplante EU-Gesetzgebung ist zentral für Bündnismitglieder

Auf großes Interesse stießen auch die verschiedenen Redebeiträge zur EU-Gesetzgebung. Gabriella Waibel reiste als Vertreterin der EU-Kommission eigens aus Brüssel an und ermöglichte den 113 Gästen der Versammlung einen Einblick in den Stand verschiedener EU-Gesetzesinitiativen für eine nachhaltige und kreislauffähige Textilwirtschaft. Im Anschluss daran wurden in weiteren Inputs auch die Perspektiven der Marken, Lieferanten und der Rechteinhaber*innen dargestellt. Letzteres unterstreicht die besondere Relevanz des Themas für das Textilbündnis, das auch beim Arbeitstreffen im April bereits auf der Agenda stand.

Der Nachmittag des zweiten Tages stand ganz im Lichte der gemeinsamen Arbeit an zentralen Fragestellungen, die in verschiedenen Workshops aufgegriffen wurden. Auch waren die neuen EU-Regularien und ihre Implikationen für die Textilindustrie zentrales Thema. Einzelne Workshop-Sessions befassten sich beispielsweise mit den neuen Biodiversitätskriterien für Standards und Einkauf, dem Umgang mit Post-consumer-Abfällen oder Nachhaltigkeitskriterien im Baumwollanbau.

Hinweis

Die aktuelle Webinarreihe zur EU-Gesetzgebung, die das Textilbündnis aktuell mit dem Grünen Knopf anbietet, ergänzt die Beiträge auf der Mitgliederversammlung optimal. Weitere Informationen dazu sowie die Möglichkeit, sich zu registrieren, finden Sie hier: https://gruener-knopf.de/en/eu-webinar-series 

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Veröffentlichung der Review-Berichte 2023

News
17.11.2023

Veröffentlichung der Review-Berichte

Review-Prozess 2023

The Review Process ermöglicht es Unternehmen, sich im Detail mit Risiken innerhalb ihres Liefernetzwerks und den damit einhergehenden Sorgfaltspflichten auseinanderzusetzen. Ziel ist es, die schwerwiegendsten Risiken zu identifizieren und ihnen effektiv vorzubeugen. Am 15.11. wurden die ersten Berichte für 2023 auf der Website veröffentlicht.   

29 von 70 Unternehmen haben in diesem Jahr am Review-Prozess teilgenommen. Die ersten Unternehmen konnten den Prozess bereits abschließen – ihre Berichte sind seit dem 15. November  online. Die übrigen Berichte werden derzeit finalisiert und sukzessive veröffentlicht. 

Erstmals erkennt das Textilbündnis zwei alternative Berichterstattungen im Rahmen des Basiselements 1 an. So kommen in diesem Jahr 13 Unternehmen ihrer Berichtspflicht anhand des Berichts an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und 21 Unternehmen anhand der Berichterstattung gemäß den Anforderungen des Grünen Knopfs 2.0 nach. 

Unternehmen, die 2021 am Review-Prozess teilgenommen haben und in diesem Jahr über ein alternatives Berichtsformat berichten, erstatten 2023 letztmalig zu ihren Fortschritten, d.h. ihren Zielen und Maßnahmen der Roadmap 2021 Bericht. 

Die Mitglieder der weiteren Akteursgruppen – NGOs, Verbände, Standardorganisationen, Gewerkschaften, die Bundesregierung sowie beratende Mitglieder – nahmen ebenfalls am Review-Prozess teil und beantworteten Leitfragen. Auch diese sind seit dem 15. November auf der Homepage des Textilbündnisses zu finden. 

Mitgliedsunternehmen, die erst nach dem Start der Berichterstattungsphase ins Textilbündnis eingetreten sind, müssen in diesem Jahr noch keinen Review-Bericht einreichen.  

Risikobetrachtung ist Grundlage der Berichterstattung 

Der Review Process ist Teil des Basiselements 1 und bietet Unternehmen im Textilbündnis einen Rahmen für die Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten sowie ein entsprechendes Berichtsformat. 

Grundlage dafür ist eine Risikobetrachtung, die der Sorgfaltspflichtenlogik folgt und dabei die tatsächlichen und möglichen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf Geschäftspartner, Arbeitnehmer*innen, weitere Stakeholder und nicht zuletzt auf Umwelt und Klima in den Mittelpunkt stellt. 

In den vergangenen Monaten haben die Unternehmen dazu ihre Risiken analysiert und priorisiert und anschließend Ziele und Maßnahmen festgelegt, mit denen sie diesen sogenannten Sector Risks etwa bei Löhnen und Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen, Treibhausgas-Emissionen und beim Chemikalieneinsatz begegnen möchten. 

Auswertungsgespräche ermöglichen detaillierte Betrachtung der Berichte  

Wie bereits 2021, bewertete auch in diesem Jahr ein Tandem aus Bündnissekretariat und unabhängigen Expert*innen die Risikoanalysen sowie die Ziel- und Maßnahmenpläne der Unternehmen. Neben den individuellen Fortschritten seit dem letzten Review-Prozess prüfte das Tandem auch, ob sich die neuen Ziele sinnvoll und nachvollziehbar aus der Risikoanalyse ableiten und ob die Ziele ausreichend ambitioniert sind. Die Bewertung fand im Rahmen von eintägigen Auswertungs- und Beratungsgesprächen statt. Im Anschluss daran bestand für die Unternehmen die Möglichkeit, ihre Risikoanalyse sowie die Ziele und Maßnahmen entsprechend dem Feedback zu überarbeiten. 

About the Reports 

Die online Review-Berichte bestehen aus den folgenden Elementen: 

  • The company profile enthält  allgemeine Unternehmensangaben, Informationen zur Wertschöpfungskette und zum Lieferketten-Management, dem Beschaffungsmodell und zu Fasern.
  • Aus dem Progress Report geht hervor, ob ein Unternehmen seine im letzten Review-Durchgang gesteckten Ziele erreicht hat.
  • In der Roadmap geben die Unternehmen an, welche der 11 Sektorrisiken sie in ihren Liefernetzwerken identifiziert haben und welche Ziele und Maßnahmen sie daraus ableiten. Sie gehen zudem darauf ein, wie sie die Risikoanalyse erstellt haben.
  • Im letzten Berichtsteil stellen die Unternehmen dar, welche complaints mechanisms es in ihrer Lieferkette gibt und wie sie den Zugang zu diesen fördern.
What is next? 

Einige Unternehmen finalisieren derzeit ihre Berichte unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Auswertungsgespräch. Diese Berichte werden in den kommenden Wochen sukzessive veröffentlicht.  

Für Unternehmen, die in diesem Jahr über ein alternatives Format (BAFA-Bericht oder Grüner-Knopf-2.0-Zertifizierung) berichten haben, werden die Berichte ebenfalls sukzessive, sobald öffentlich verfügbar, in den Mitgliederprofilen verlinkt. 

 

Further information and tools: 

Übersicht aller Berichte: https://www.textilbuendnis.com/berichte/ 

Mitglieder-Übersicht: https://www.textilbuendnis.com/uebersicht/ 

Der Review-Prozess: https://www.textilbuendnis.com/der-review-prozess/ 

 

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Steuerungskreis beschließt Ausweitung der Datenerhebung zur Lieferkettentransparenz

News
06.11.2023

Steuerungskreis beschließt Ausweitung der Datenerhebung zur Lieferkettentransparenz

Im Rahmen seiner jährlichen Klausur hat der neu gewählte Steuerungskreis des Textilbündnisses unter anderem einen Beschluss zu Basiselement 2 gefasst.

Dieser zeigt, dass der Steuerungskreis weiterhin konsequent auf die zunehmenden Transparenzanforderungen an die Mitglieder des Bündnisses reagiert.

Basiselement 2 umfasst die Transparenz über die Lieferkette, also die Veröffentlichung von Lieferkettendaten im Rahmen einer aggregierten Bündnisliste auf dem Open Supply Hub.
Denn eine Voraussetzung für die Verantwortungsübernahme in der eigenen Lieferkette ist, dass verlässliche Daten zu den Produktionsstandorten vorliegen. Die Offenlegung dieser Daten ermöglicht eine vereinfachte Zusammenarbeit zwischen Mitgliedsunternehmen.

Daher übermittelt jedes Mitgliedsunternehmen dem Bündnissekretariat jährlich eine Liste seiner Lieferanten (mindestens Tier 1) über Open Supply Hub (OS Hub). Für diesen Prozess greifen die Regeln zur bislang freiwilligen Veröffentlichung von Lieferantendaten in einer aggregierten Liste. Durch die aggregierte Lieferantenliste legen die Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen zu den Produktionsstätten nicht direkt offen. In der Liste wird ersichtlich, dass es Bündnisunternehmen gibt, die in der jeweiligen Fabrik produzieren lassen.

Gemäß dem neu getroffenen Beschluss wird die Datenerhebung im Basiselement 2 ab 2025 vertieft: Bündnisunternehmen sind dann verpflichtet, die Daten ihrer Tier 1 sowie ihrer Tier 2 Lieferanten an das Bündnissekretariat zu übermitteln. Das Bündnis veröffentlicht diese anschließend aggregiert im Open Supply Hub. Weitere Lieferkettenstufen können freiwillig übermittelt werden.

Auf Grundlage der Lieferkettendaten entwickelt das Bündnis Ideen für Projekte weiter und baut bedarfsorientierte Unterstützungsangebote für Mitgliedsunternehmen aus. Zudem nutzt das Bündnis die Daten für die bündniseigene „Incident List“. Auf dieser werden wöchentlich gemeldete Missstände oder Vorfälle in der textilen Lieferkette aufgeführt, die im Zusammenhang mit den Geschäftstätigkeiten der Bündnisunternehmen stehen könnten. Anhand der Liste gleicht das Bündnissekretariat regelmäßig die von Vorfällen betroffenen Produktionsstätten mit der internen Lieferantenliste ab. Besteht eine Geschäftsbeziehung eines Mitgliedunternehmens zu der Produktionsstätte, wird das entsprechende Mitglied informiert.

Das Textilbündnis unterstreicht mit der Erweiterung der Datenerhebung seinen Einsatz für mehr Lieferkettentransparenz und stärkt gleichzeitig die Weiterentwicklung bedarfsorientierter Projekte.

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Position on Minimum Wage Negotiations in Bangladesh

News
05.10.2023

Position on Minimum Wage Negotiations in Bangladesh

Living Wages & a Right to Freedom of Association and Collective Bargaining Worldwide

Currently, the minimum wage in Bangladesh is being renegotiated. The minimum wage was last increased in 2018. According to local labour law, this is done at least every five years by a six-member Minimum Wage Board, which decides on the minimum wage in all sectors. Trade unions have repeatedly called for an increase in the minimum wage, also against the backdrop of the current high inflation.

The Bangladesh Garment & Industrial Workers Federation (BGIWF) has now sent a letter to the Textiles Partnership asking for support. The Akato Garment Workers Federation, Bangladesh Independent Garment Workers Union Federation, Bangladesh Revolutionary Garment Workers Federation, National Garment Workers Federation are also signatories to the letter.

The Partnership for Sustainable Textiles supports fair pay for workers in the textile industry and emphasises the important role of trade unions, freedom of association and the right to collective bargaining in this context. The Steering Committee of the Textiles Partnership, on behalf of the membership, has stated the following: 

"Together with trade unions, companies and civil society, we advocate for fair and formal working conditions and living wages worldwide. Living wages enable a life in dignity, a declared goal of all actors in the textile supply chain. Trade unions play an important role worldwide for fairly paid and secure jobs. The rights to freedom of association and collective bargaining are among the most fundamental rights. It is important that union members are free to carry out their activities without restriction, interference or fear of retaliation."

 Within the Partnership for Sustainable Textiles, Living Wages are considered one of our four focus topics. The Partnership and its members strive for the payment of living wages throughout the supply chain according to recognised benchmarks based on internationally recognised reference frameworks.  

You may find the letter here.