Umsetzung und Internationalisierung: Entscheidungen des Steuerungskreises

Interview with Dr. Jürgen Janssen: What is better now than it was 3 years ago? | gemeinfrei

Saatgutvermehrung für nachhaltigen Baumwollanbau – Zentralasien

Die Verfügbarkeit von Baumwollsaatgut und die Gefahr von Verunreinigung sind große Herausforderungen des nachhaltigen Baumwollanbaus. Nicht-genetisch verändertes (GMO-freies) Saatgut für Bio- und Faitrade-zertifizierte Landwirte ist knapp und oftmals deutlich teurer. Zudem muss gekauftes Saatgut regelmäßig getestet werden, um zu überprüfen, dass es nicht verunreinigt wurde. Eine individuelle Saatgutproduktion durch die Landwirte ist aufgrund des Verunreinigungsrisikos ebenfalls erschwert. Daher entwickelte die AG Naturfasern mit der AG Umsetzung und Internationalisierung die Bündnisinitiative “Empowering small holding farmers and improving quality and supply of non-genetically modified cotton from Central Asia“, die der Steuerungskreis als vierte Bündnisinitiative verabschiedete.

Ziel ist es, aufbauend auf dem vorhandenen Fachwissen und den Strukturen in Bauernkooperativen, Kapazitäten aufzubauen, um GMO-freies Baumwollsaatgut zu multiplizieren. Kleinbauern sollen gestärkt und nachhaltige Lieferbeziehungen aufgebaut werden. Weitere Maßnahmen umfassen den Aufbau und das Training einer „Saatgut Task Force“ und von Kompetenzzentren, Finanzierung von technischem Equipment und GMO-Test sowie Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zur Vermeidung von Saatgutverunreinigung. Die Initiative fokussiert sich zunächst auf Zentralasien, zudem ist es angedacht, die Initiative auf ein weiteres Land auszuweiten.

 

Stand der anderen Bündnisinitiativen

Kick-Off-Workshop 2017 in Tamil Nadu, Indien

Verbesserung Sozialstandards in Spinnereien – Indien: Am 19. September 2017 wurde die Initiative durch einen Workshop in Coimbatore mit Vertreter/-innen der Staatsregierung, der Zivilgesellschaft und lokaler Unternehmen angestoßen. Die Delegation des Textilbündnisses mit Vertreter/-innen des BMZ, von Tchibo, Hugo Boss, Fairtrade, FEMNET und aus dem Bündnissekretariat konnten u.a. mit hochrangigen Regierungsrepräsentanten in Chennai sprechen.

 

Umwelt- und Chemikalienmanagement in Bangladesch und China: Bislang wurden Trainingsmaterialien zusammengestellt, in die entsprechenden Sprachen übersetzt und im ersten Pilottraining in Myanmar in Zusammenarbeit mit der sequa gGmbH im August getestet. Im September fanden ein erstes Stakeholder Treffen in Bangladesch, ein Gespräch mit der Chemieindustrie bei Tchibo in Hamburg und ein Kolloquium zum wissenschaftlichen Austausch an der Stuttgarter Universität statt.

Wassermanagement Lieferkette Baumwolle – Pakistan: Gemeinsam mit den Partnern wurde der Arbeitsplan in Lahore fertiggestellt. Aktuell finden die Vertragsverhandlungen statt. Es werden dringend noch weitere Unternehmen gesucht, die die Initiative unterstützen.

Bei den drei Bündnisinitiativen werden gerade die Umsetzungsvereinbarungen zwischen den Beteiligten abgestimmt. Damit wird die gemeinsame Konzeptentwicklung abgeschlossen und für alle Beteiligten wird klar festgehalten, welchen Beitrag sie finanziell oder in-kind zu leisten haben. Das Textilbündnis ist darauf angewiesen, dass sich genügend Mitglieder an dieser Stelle freiwillig einbringen.

 

Internationalisierung des Textilbündnisses

Zur besseren Verankerung der Bündnisziele in der Lieferkette, Stärkung der Bekanntheit des Textilbündnisses in den Produktionsländern und Unterstützung der Umsetzung der Bündnisinitiativen verabschiedete der Steuerungskreis eine Vorlage zur Einbindung nationaler Akteure in den Produktionsländern. Die aktiv an den Bündnisinitiativen beteiligten nationalen Akteure in den Produktionsländern werden künftig als „Textilpartner“ bezeichnet. Zur internationalen Vernetzung des Textilbündnisses im Bereich Chemikalienmanagement beschloss der Steuerungskreis den Beitritt des Textilbündnisses zum „Chemicals in Products Programme“ (CiP) des „Strategic Approach to International Chemicals Management“ (SAICM). SAICM ist eine akteur- und sektor-übergreifende, freiwillige Strategie unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Sie zielt darauf ab, bis 2020 negative Wirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und Umwelt zu mindern.

 

 

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