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Mitglieder

Trans Fair e.V.

Webseite:
www.fairtrade-deutschland.de

Mitglied seit
2014/11

Unternehmenssitz:
Remigiusstraße 21, 50937 Köln

Anzahl Mitarbeiter*innen:
63

Selbstdarstellung

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich dafür ein, den Handel mit fair gehandelten Produkten und Rohstoffen zu fördern und mehr Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu erreichen. www.fairtrade-deutschland.de

TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Fairtrade Organisationen aus 25 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Fairtrade International entwickelt die international gültigen Fairtrade-Standards. www.fairtrade.net

Alle beteiligten Akteure entlang der Lieferkette werden regelmäßig von FLOCERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 17065 (DIN EN 45011). www.flocert.net


 

 

Mitgliedschaften

Fairtrade Certified Cotton, Fairtrade Textilstandard

 

 

Berichte

Review-Prozess 2021

Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Standardorganisationen und Verbände kommen im Review-Prozess einer angepassten Berichtspflicht nach und beantworten diese drei Leitfragen:

Wie hat sich Ihre Organisation im Berichtszeitraum in das Textilbündnis eingebracht (finanziell, personell oder in Form von Wissen)?

Fairtrade Deutschland hat im Rahmen des Textilbündnisses regelmäßig am Informationsaustausch teilgenommen und seine Expertise zu Kernthemen wie Arbeiter*innenrechte, Existenzsichernde Löhne, Zertifizierung und Vermarktung von Fairtrade-Produkten eingebracht.

Im Projekt „Improving quality and supply of non-genetically modified cotton from Central Asia”, das gemeinsam mit anderen Bündnismitgliedern von 2018 bis 2020 umgesetzt wurde, konnten Baumwollbäuerinnen und -bauern in Tadjikistan und Kyrgistan bei der Eigenproduktion von GMO-freiem Saatgut unterstützt werden. Durch den Verkauf von Fairtrade-Baumwolle konnten sie höhere Erträge erzielen.

Als Teil der Bündnisinitiative „Tamil Nadu“ hat Fairtrade mit weiteren Partner*innen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im gleichnamigen indischen Bundesstaat vorangetrieben. Im Fokus standen die Rechte von Mädchen und Frauen in Spinnereien.

Mit dem Pilotprojekt „Investing in Organic and Fairtrade Cotton in India: A Partnership Model“ fördert Fairtrade gemeinsam mit Partnerunternehmen den Umstieg auf Bio-Baumwolle in der indischen Kooperative Chetna.

Darüber hinaus beteiligte sich Fairtrade an Expertengruppen zu existenzsichernden Löhnen und bei der Ausgestaltung der Bündnisinitiative zu Beschwerdemechanismen.

Mit welchen Maßnahmen hat Ihre Organisation im Berichtszeitraum zur Erreichung der Bündnisziele beigetragen?

Der Absatz von Produkten aus Fairtrade-Baumwolle konnte im Berichtszeitraum von 14 Mio auf 15,6 Mio Stück gesteigert werden – trotz eines leichten Rückgangs durch Corona im Jahr 2020. Dadurch, dass mehr Fairtrade-zertifizierte Baumwolle in den Markt gebracht wurde, konnten die Arbeits- und Lebensbedingungen von Kleinbauernfamilien weiter verbessert werden. Die Baumwollbäuerinnen und -bauern haben neben höheren Fairtrade-Absätzen, von Schulungsangeboten vor Ort und von der Fairtrade-Prämie, dem finanziellen Aufschlag für Gemeinschaftsprojekte, profitiert. Auch die Arbeiter*innen in den weiterverarbeitenden Textilbetrieben haben profitiert: Über das Fairtrade-Textilprogramm konnten über 4.000 Arbeiter*innen zu Gesundheits- und Arbeitsschutz, Beschwerdemechanismen und Effizienz geschult werden. Einige Schulungen fanden im Rahmen eines Projektes mit zwei weiteren Bündnismitgliedern statt, deren Ziel eine Zertifizierung ihrer Lieferketten nach dem Fairtrade-Textilstandard ist. 

 

Über die Kampagnen Fairtrade-Towns und Fairtrade-Schools, die allein in Deutschland über 1.400 Städte und Schulen vereint, konnte Fairtrade Hilfestellung und Beratung bei der Beschaffung nachhaltiger Textilien im institutionellen und privaten Bereich anbieten. Bei der Fairtrade Konferenz „Fair begegnen – fair gestalten“ im September 2019 wurden mehr als 1.000 Teilnehmende auch über nachhaltige Textilproduktion und nachhaltige Textilbeschaffung informiert.

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie hat Fairtrade in Zusammenarbeit mit medizinischen Spezialist*innen Informationen zum Schutz vor einer Ansteckung mit Covid-19 und zu notwendigen Hygienemaßnahmen für Textilarbeiter*innen bereitgestellt. Vertreter*innen des Managements und Arbeiter*innen aus 18 indischen Textilfabriken erhielten Informationen und Schulungen.

In Kooperation mit der indischen Textilgewerkschaft INTUC wurden zudem 47 Arbeitervertreter*innen zu den Themenbereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Beschwerdemechanismen und spezifische Herausforderungen mit Arbeitsmigrant*innen geschult.

Welche Maßnahmen zur Erreichung der Bündnisziele nehmen Sie sich im kommenden Berichtszeitraum vor?

Fairtrade Deutschland wird auch weiterhin die Vermarktung von nachhaltiger Fairtrade-Baumwolle im deutschen Markt fördern: Zum einen, indem wir Lizenznehmer*innen bei der Verbraucherkommunikation aktiv unterstützen und zum anderen durch eigene medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört die Kommunikation über klassische Kampagnen wie Fairtrade-Towns, -Schools oder Universities genauso wie die über textilspezifischen Kampagnen wie beispielsweise die Fashion Revolution Week.

Darüber hinaus soll die Anzahl der nach dem Fairtrade-Textilstandard zertifizierten Unternehmen sukzesive steigen. So sollen mehr Produkte in einer gänzlich Fairtrade-zertifizierten Lieferkette angeboten werden. Dazu wird die Trainingstätigkeit in indischen Textilfabriken nach Ende der Corona-Maßnahmen wieder aufgenommen und auf neue Produktionsstätten ausgeweitet.

Als Implementierungspartner in der Bündnisinitiative Beschwerdemechanismen wird Fairtrade das zweite Modul in Pakistan umsetzen. Dieses beinhaltet Interventionen in 20 Textilfabriken. Den Schwerpunkt bildet die Stärkung der Problemlösungskompetenz innerhalb des Unternehmens durch Training, Information und Vernetzung der einzelnen Akteure.

Außerdem beteiligt sich Fairtrade aktiv an der Weiterentwicklung des Grünen Knopfes und wirkt darauf hin, dass dieser weitere Teile der Wertschöpfungskette abdeckt, damit mehr Arbeiter*innen von besseren Arbeitsbedingungen profitieren.