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Jahresbericht 2023

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Aktuelles
22.04.2024

Jahresbericht 2023

Rückblick auf ein Jahr mit neuen Anforderungen und der Umsetzung der Neuausrichtung des Textilbündnisses

Bei der Mitgliederversammlung am 17. und 18. April stellte die Leiterin des Bündnissekretariats Linda Schraml den Mitgliedern den Jahresbericht 2023 vor. Er zeigt, dass das Textilbündnis auch 2023 trotz der hohen Anforderungen, die Neuausrichtung des Bündnisses in die Tat umsetzen konnte:

  • Neun neue Mitglieder sind dem Textilbündnis beigetreten.
  • Zehn von aktuell elf Bündnisinitiativen wurden entwickelt.
  • Der Steuerungskreis wurde neugewählt.
  • Die Bündnisinitiative „Living Wage Lab“ geht nun in die zweite Phase, um u.a. die Wahrnehmung der Rechte von Arbeitnehmenden in Zulieferbetrieben in Bangladesch, Indien und Pakistan zu stärken.
  • Die Bündnisinitiative (BI) „Advancing Worker-led Agreements on Gender Justice“ etwa unterstützt das Dindigul-Agreement, indem das Abkommen auf weitere Zulieferer in der indischen Region Tamil Nadu ausgeweitet wird
  • Mit insgesamt 25.500 teilnehmenden Arbeiter*innen an Schulungen zu fabrikinternen Beschwerdemechanismen wurde das Projekt „Stärkung fabrikinterner Beschwerdemechanismen in Pakistan“ erfolgreich abgeschlossen

Im Grußwort betont Entwicklungsministerin Svenja Schulze, dass es Vertrauen und starke Partnerschaften braucht, um die Krisen und Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen: Als Bündnis für nachhaltige Textilien gehen Sie hier mit gutem Beispiel voran. Dabei ist es ein wichtiger Schritt, dass Sie mit der Neuausrichtung des Bündnisses nun noch stärker auf das gemeinsame Handeln der Bündnismitglieder setzen. Damit setzen Sie auch das um, was das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz fordert. Denn das Herzstück des Gesetzes ist nicht die Berichterstattung. Es geht vielmehr darum, gezielt gegen Missstände entlang der Lieferkette vorzugehen. Zusammen mit anderen Mitgliedern erreichen Sie dabei im gemeinsamen Engagement mehr als alleine – und bewirken so messbare soziale und ökologische Verbesserungen in der Textillieferkette.“

Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Copyright: BPA/Steffen Kugler

Darüber hinaus gibt es in Kapitel 4 Updates zu den vier Fokusthemen und den Bündnisinitiativen, an denen die Bündnismitglieder gemeinsam arbeiten:

  • Existenzsichernde Löhne und Einkaufspraktiken
  • Kreislaufwirtschaft und Klima
  • Geschlechtergerechtigkeit
  • Beschwerdemechanismen und Abhilfe

2023 haben erstmals alle Bündnisunternehmen mindestens ihre Tier 1 Lieferantendaten an das Bündnissekretariat ermittelt. Wie genau das funktioniert hat und welche Daten dabei besonders wissenswert sind, können Sie im Kapitel 5 nachlesen.

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10. Mitgliederversammlung

Aktuelles
19.04.2024

10. Mitgliederversammlung

Die Neuausrichtung geht in die Umsetzung!

Zur 10. Mitgliederversammlung des Bündnisses für nachhaltige Textilien kamen rund 125 Teilnehmende nach Berlin. In Vorträgen, Workshops und Arbeitsgruppen diskutierten sie angeregt und legten weitere wichtige Weichen zur Umsetzung der strategischen Neuausrichtung. Ein Höhepunkt war der Austausch mit Vertreter*innen von Rechteinhaber*innen aus Bangladesch.

Die Leiterin des Textilbündnisses Linda Schraml eröffnete die Versammlung mit einem Blick auf die Bedeutung der strategischen Neuausrichtung:

Die Welt hat sich seit der Gründung des Textilbündnis vor knapp zehn Jahren weitergedreht. Auch im regulativen Umfeld brachte dies Veränderungen mit sich. Um diesen Rechnung zu tragen, haben wir Ende 2022 eine strategische Neuausrichtung beschlossen und 2023 mit der Umsetzung begonnen. Es wurden neue Anforderungen an die Bündnismitglieder gestellt, z.B. zur erweiterten Transparenz in der Lieferkette. Die Umsetzung der Fokusthemen entlang der Lieferkette gewinnt immer mehr an Bedeutung. Besonders stolz sind wir dabei auf die zehn von aktuell elf Bündnisinitiativen, die im Jahr 2023 entwickelt wurden und an denen sich die Mitglieder zu den verschiedensten Themen aktiv beteiligen.

In einer Q&A-Session mit dem neuen Steuerungskreis – vertreten durch Claudia Kersten, Berndt Hinzmann, Anna Ruechardt, sowie Anja Hanslik, Luise Scheuber und Moritz Blanke und in den anschließenden Austauschrunden ginge es u.a. um die Key Performance Indikatoren, die Gesetzgebungen und ein Stimmungsbild innerhalb der Akteursgruppen.

Gemeinsam mehr vor Ort erreichen

Dr. Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), stellte in ihrem Beitrag das Textilbündnis als Vorreiter gegenüber anderen Branchen und als Wegbereiter von gesetzlichen Richtlinien heraus:

In der Vergangenheit wurde die Textilindustrie oft als Sorgenkind betrachtet. Doch heute ist sie in vielen Fällen ein Vorbild für andere Branchen. Sie haben schon vor dem Gesetz gezeigt, wie Compliance und unternehmerische Sorgfaltspflicht in der Praxis funktioniert. Sie haben schon vor Jahren umgesetzt, was das deutsche Lieferkettengesetz jetzt fordert. Wahrscheinlich werden wir bald auch ein europäisches Lieferkettengesetz haben. Das ist ein großer Erfolg.

In diesem Kontext betonte Kofler die Notwendigkeit des EU-Lieferkettengesetzes und die Bedeutung des Multi-Stakeholder-Charakters des Bündnisses:

Als größter Binnenmarkt der Welt braucht die EU einheitliche Regeln, um Menschenrechtsverletzungen aus den Lieferketten zu verbannen. […] Das EU-Lieferkettengesetz bietet Unternehmen dahingehend eine wichtige Unterstützung bei der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen. Zum Beispiel durch die Förderung gemeinsamer Risikoanalysen und Abhilfemaßnahmen der Partnerschaftsmitglieder. Die europäische Richtlinie wird daher die Rolle von Multi-Stakeholder-Partnerschaften weiter stärken. Denn nur wenn wir auf echte Partnerschaften aufbauen, die auf Respekt und Gegenseitigkeit beruhen, werden wir eine nachhaltige und sozial gerechte Textilindustrie erreichen.

Die Staatssekretärin unterstrich, wie wichtig es sei, in den Produktionsländern lokale Strukturen aufzubauen und Rechteinhaber*innen noch stärker und noch systematischer in die Bündnisarbeit einzubeziehen.

Grußwort Dr. Bärbel Kofler, BMZ

Mit Rechteinhaber*innen reden, nicht über sie

Den Appell von Kofler aufgreifend, verfolgten die Mitglieder gebannt den Austausch mit den beiden Rechteinhaber*innen Tithi Afrin, Programmkoordinatorin in der National Garment Workers Federation (NGWF) und Shahinur Rahman, Berater für FEMNET, GoodWeave International und Mondiaal FNV.

Als Programmkoordinatorin einer Arbeitnehmerrechtsorganisation in Bangladesch betonte Tithi Afrin, wie wichtig bessere Arbeitsbedingungen, die Zahlung existenzsichernder Löhne und Vereinigungsfreiheit seien. In diesem Kontext stellte sie das EIS (Employment Injury Scheme)-Programm in Bangladesch vor. Dieses bildet ein finanzielles Auffangnetz für Textilarbeiter*innen in Bangladesch im Fall einer Arbeitsverletzung. Für das EIS erhofft sich Afrin, dass dieses langfristig Bestand haben wird und künftig für alle Textilarbeiter*innen zugänglich sein wird.

Rahman versuchte wiederum für die erheblichen Unterschiede in den Machtverhältnissen zwischen den Textilarbeiter*innen und ihren Betrieben, aber auch zwischen den Zulieferbetrieben und den Brands zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang appellierte er an die Brands, ihre Position zu nutzen um sich gegenüber und innerhalb von Industrieverbänden stärker für Rechteinhaber*innen einzusetzen.

Beide hoben die Notwendigkeit von legitimen und echten Gewerkschaften und den direkten Kontakt zu Repräsentant*innen dieser hervor. Afrin und Rahman appellierten an die Mitglieder, dass die Brands proaktiv auf Arbeiter*innenvertretungen zugehen und ihre Legitimität überprüfen müssen, um ein authentisches Bild der Arbeitssituation und der Interessen und Wünsche der Textilarbeiter*innen aus den Produktionsstätten bekommen zu können. 

Der Nachmittag des zweiten Tages stand entsprechend ganz im Lichte der vertieften, gemeinsamen Arbeit zu den vier Fokusthemen, dem EIS Bangladesch, dem Empowerment von Rechteinhaber*innen, Faser-zu-Faser-Recycling und vielen anderen Themen, die in verschiedenen Round Tables und Workshops aufgegriffen wurden.

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Die Rechte von Geflüchteten im Textilsektor stärken

Besuch in einer Textilfabrik
Aktuelles
04.04.2024

Die Rechte von Geflüchteten im Textilsektor stärken

Die Mitglieder der Bündnisinitiative (BI) „Access to Remedy for  (Refugee) Workers“ konnten sich bei einer Reise in die Türkei im März 2024 selbst von der Arbeit überzeugen, die der Projektpartner MUDEM vor Ort leistet. Gemeinsam setzen sie sich in dem Projekt dafür ein, den Zugang zu effektiven Beschwerdemechanismen sowie wirksame Abhilfe und Wiedergutmachung für (geflüchtete) Arbeiter*innen zu fördern, um die Arbeitsbedingungen in der türkischen Textilindustrie nachhaltig zu verbessern.   

Neben der Möglichkeit, das Projekt und dessen Implementierung vor Ort noch besser kennenzulernen, war es Ziel der Reise, noch stärkere Sichtbarkeit für das Thema Zugang zu Abhilfe zu schaffen und die langfristige Perspektive der Kooperation gemeinsam zu beleuchten. Dazu absolvierte die Reisegruppe, die aus Vertreter*innen der teilnehmenden Brands Adidas, Puma, Primark, Jefferys, C&A und NKD, MUDEM, dem BMZ, der GIZ Türkei sowie dem Bündnissekretariat bestand, in drei Tagen ein Programm, das den Multi-Stakeholder-Charakter des Bündnisses für nachhaltige Textilien widerspiegelte und sowohl politische und wirtschaftliche als auch zivilgesellschaftliche Akteure mit einband.  

Akteursgruppenübergreifende Zusammenarbeit ist essenziell 

Dies zeigte sich bei einem der Höhepunkte der Reise, einem Roundtable mit zahlreichen lokalen und internationalen NGOs. Das Treffen stand ganz im Zeichen des Austauschs und legte einen besonderen Fokus aus das Thema Abhilfe.  Projektpartner MUDEM, eine türkische NGO, die sich für die Stärkung der Rechte Geflüchteter einsetzt, stellte sein Workers Support Center (WSC) vor und sensibilisierte die Teilnehmenden zur Situation von Geflüchteten in Textillieferketten. Das WSC ist eine digitale Anlaufstelle, die von MUDEM ins Leben gerufen wurde und über die Arbeiter*innen in der Textilproduktion Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz anfordern können. Auch Primark gab beim NGO-Roundtable einen Input, um aus der Perspektive einer Brand aufzuzeigen, wie Abhilfe und Wiedergutmachung aussehen kann und welche Rolle Brands hier einnehmen (können). Beide Vorträge dienten als Grundlage für eine anschließende Gruppenarbeit. Vertreter*innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik haben dabei  diskutiert, wie gute Abhilfe in verschiedenen Kontexten, speziell für vulnerable Gruppen, aussehen kann, welche Rolle hier den verschiedenen Akteursgruppen zugeschrieben wird und welche Schnittstellen noch besser genutzt werden können. Dabei beschäftigten sich die drei Gruppen jeweils mit den Themen, zu denen bei Mudem am häufigsten Beschwerden eingehen: Arbeitserlaubnis, Löhne und Missbrauch am Arbeitsplatz. Die Ergebnisse der Gruppendiskussionen wiesentrotz der unterschiedlichen Themenbereiche, Überschneidungen auf: Die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteursgruppen ist essenziell und sollte im Sinne der Rechteinhabenden weiter intensiviert werden. Denn nur der gemeinsame Einsatz ermöglicht es,  die Situation für alle Arbeiter*innen, vor allem für vulnerable Gruppen, in der Textilproduktion in der Türkei weiter zu verbessern.  

Auf dem Programm standen außerdem spannende und anregende Treffen mit weiteren relevanten Institutionen, wie dem Deutschen Generalkonsulat in Istanbul.  Der stellvertretende Generalkonsul Martin Graf nahm die Projektgruppe dort in Empfang und berichtete unter anderem von den Aktivitäten des Konsulats an der Schnittstelle zwischen Menschenrechten und Wirtschaft. Daran schloss sich ein tiefergehender Austausch zwischen den Brands, dem Bündnis und Martin Graf an, der verschiedene Themen rund um unternehmerische Sorgfaltspflichten, künftige Lieferkettengesetzgebungen und Einbindung verschiedener Akteure wie NGOs oder Gewerkschaften anschnitt. Die Projektgruppe freute sich über das große Interesse seitens des Konsulats an dem Thema. Daneben stand ein Besuch bei der türkischen Wirtschaftsvereinigung Türkonfed an, die aktuell den Responsible Business Helpdesk (RBH) für die Türkei einrichtet. Ziel des RBH ist die Sensibilisierung und Beratung von produzierenden Unternehmen über Standards und Anforderungen im Bereich Sorgfaltspflichten.  

Das Workers Support Center in der Praxis 

Im Sinne der engen Zusammenarbeit mit den Zulieferbetrieben der teilnehmenden Unternehmen besuchte die Gruppe am zweiten Tag der Reise Zulieferer von Primark, Puma und NKD. Dies ermöglichte einen intensiven Austausch mit dem jeweiligen Management der Fabriken sowie einen Einblick in die Produktionsbedingungen vor Ort. Bei den besuchten Zulieferbetrieben Detay Textil und Türkmenler Socks ist das Workers Support Center bereits  etabliert und als Zugang zu Abhilfe für Arbeiter*innen integriert. Die Mitglieder der Bündnisinitiative hatten zu Beginn der Projektlaufzeit ihre Supplier nominiert und konnten sich nun in der Praxis anschauen, wie der Beschwerdekanal des Workers Support Centers von Mudem in den Fabriken verankert ist.  

Den Abschluss und einen weiteren Höhepunkt der Reise stellte ein Workshop zur langfristigen Finanzierung des Projekts dar. Neben den Mitgliedern der Bündnisinitiative hatte MUDEM weitere Unternehmen dazu eingeladen, darunter Lindex, Mango, H&M, Varner, Marks & Spencer und Inditex. Ziel des Treffens war der Ausblick auf eine langfristige eigenfinanzierte Perspektive des Projekts: Das Textilbündnis unterstützt das Workers Support Center seit 2021 und bis Ende 2024 mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Doch um langfristig Stabilität und Weitblick des Projekts zu erreichen, ist eine nachhaltige Lösung notwendig, die unabhängig von an Projektlaufzeiten gebundene Finanzierungen ist. Das langfristige Ziel von derlei Pilotierungsprojekten ist es demnach, diese in lokale und eigenfinanzierte Strukturen zu überführen. Die Brands haben daher bereits im Workshop großes Interesse daran bekundet, das Projekt nach Ende der Projektlaufzeit selbstständig weiter zu finanzieren. Das Bündnissekretariat unterstützt diese Entwicklung ausdrücklich.  

Am Ende der dreitägigen Reise zeigten sich die Teilnehmenden der Reise zufrieden. Thomas Ahlers, Vertreter des Unternehmens Primark, ist auch bezüglich der Fortführung des Worker Support Centers optimistisch:   

“Die Unterstützung von geeigneten, unabhängigen und branchenweiten Beschwerdemechanismen ist fester Bestandteil unseres “access to remedy”-Ansatzes. Wir arbeiten bereits seit mehreren Jahren mit Mudem und dem Worker Support Center zusammen. Die Reise nach Istanbul und die Treffen mit der Gruppe, aber auch darüber hinaus mit weiteren Brands und NGOs, waren sehr offen und transparent. Ich bin der Meinung, dass die richtigen Weichen für die Fortführung des Worker Support Centers gestellt sind.”  

Das Bündnissekretariat bedankt sich ausdrücklich bei allen mitgereisten Akteuren für die wertvollen Inputs und das große Engagement sowie bei den verschiedenen Gastgebern für gute Gespräche, anregende Einblicke, bereichernde Diskussionen sowie leckeren Cay, Kaffee und Baklava.  

 

 Zur Bündnisinitiative:  

In der Türkei sind besonders viele Geflüchtete, vor allem aus Syrien, in der textilen Lieferkette beschäftigt, teilweise auch informell. Diese stellen eine besonders vulnerable Gruppe dar, die teilweise von Mehrfachdiskriminierung (bspw. Status und Geschlecht) betroffen ist. Viele Betroffene sind der türkischen Sprache nicht mächtig und kennen ihre Rechte kaum bis gar nicht. Neben einem Bewusstsein für ihre Rechte benötigen diese Menschen einen niedrigschwelligen Kommunikationskanal, um auf Missstände am Arbeitsplatz aufmerksam machen zu können.​  

Hier setzt die BI an: Bei Fabrikbesuchen in der türkischen Textilindustrie werden Geflüchtete, aber auch Menschen aus der Aufnahmegesellschaft, für ihre Rechte sensibilisiert und die Nutzung von Beschwerdemechanismen gefördert. Die Besuche führt die türkische Partnerorganisation MUDEM durch, die das „Worker Support Center“ ins Leben gerufen hat. Das WSC ist eine digitale Anlaufstelle und ein Beschwerdemechanismus, über den Arbeitnehmer*innen Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz anfordern können. Bei den Schulungen erhalten die Beschäftigten Informationen zum WSC, zu Arbeitsrecht, Arbeitnehmerrechten, Pflichten von Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen sowie zu weiteren Beschwerdemechanismen. 

Die Bündnisinitiative findet statt im Rahmen des Bündnis für nachhaltige Textilien, gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und gemeinsam umgesetzt von Primark, C&A, NKD, Jefferys, IVY OAK, KiK, textilekonzepte, Adidas, Ceres, Puma und der GIZ.    

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It’s a wrap: Webinarreihe zur EU-Textilstrategie geht erfolgreich zu Ende

Aktuelles
03.04.2024

It’s a wrap: Webinarreihe zur EU-Textilstrategie geht erfolgreich zu Ende

Was im September 2023 als gemeinsame Webinarreihe des Bündnis für nachhaltige Textilien, des Grünen Knopfs und GIZ FABRIC begann, ist nun abgeschlossen – und das Organisationsteam mit dem Ergebnis der Reihe sehr zufrieden. Die sechs Webinar-Sitzungen nahmen die Teilnehmer mit auf eine Reise durch die komplexe Landschaft der kommenden EU-Gesetzgebung im Rahmen der EU-Textilstrategie. Wichtige Vorschriften, die sich auf Unternehmen im Textilsektor auswirken werden, wurden im Detail vorgestellt. Die große Teilnehmerzahl in allen sechs Sessions bewies die Relevanz des Themas.

Bei allen sechs Terminen berichteten verschiedene Expert*innen aus ihren jeweiligen Fachgebieten und informierten darüber, wie sich Unternehmen auf die kommenden Richtlinien vorbereiten können.

Auf diese Weise bot die Webinarreihe den Teilnehmern vielerlei Einblicke:

– eine Einführung in die breitere politische Landschaft der EU und in den Zusammenhang zwischen anstehenden Rechtsvorschriften und internationalen Verpflichtungen

– einen tiefen Einblick in spezifische Gesetzesinitiativen, die den Textil- und Bekleidungssektor in den kommenden Jahren verändern werden

– ein besseres Verständnis dafür, wie sich diese Initiativen voraussichtlich auf Unternehmen und globale Lieferketten auswirken werden

Zusammenarbeit ist essentiell bei der Vorbereitung auf das, was kommt

Im Einzelnen wurden folgende Verordnungen vorgestellt: die EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive), die EU-Richtlinie zur Unternehmens-Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive), die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR), die Abfallrahmenrichtlinie sowie die Erweiterte Herstellerverantwortung, das Verbot von in Zwangsarbeit hergestellten Produkten und die Green Claims Richtlinie.

Auch wenn zum Zeitpunkt der Präsentation noch keine der Richtlinien final verabschiedet war, machten die Expert*innen deutlich, dass es viele Schritte gibt, die Unternehmen bereits unternehmen können und sollten, um sich auf die kommenden Verordnungen vorzubereiten. Darüber hinaus betonten alle Gastsprecher*innen die Zusammenarbeit als Schlüsselstrategie bei der Vorbereitung auf das, was kommen wird. Kein Unternehmen sollte im Alleingang handeln, sondern sich mit anderen zusammenschließen – auch mit seinen Zulieferern.

Aufzeichnungen verfügbar

Wenn Sie ein Webinar verpasst haben oder  es sich einfach noch einmal ansehen möchten, finden Sie alle Sitzungen, die gemeinsam mit GIZ FABRIC veranstaltet wurden, auf dem Asian Garment Hub Youtube-Kanal. Alle anderen Sitzungen werden sukzessive auf dem Youtube-Kanal des Grünen Knopfs hinzugefügt.

Das Organisationsteam möchte sich bei allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge und das enorme Interesse des Publikums an den einzelnen Veranstaltungen bedanken!

 

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Neue BI will Beschwerdemechanismen im Textilsektor stärken

Aktuelles
28.03.2024

Neue BI will Beschwerdemechanismen im Textilsektor stärken

Das Bündnis für nachhaltige Textilien  hat zusammen mit seinen Mitgliedern Bierbaum-Proenen, CARE Deutschland, Deltex, deuter, ORTOVOX und Sympatex eine Bündnisinitiative zur Verbesserung des Zugangs zu Beschwerdemechanismen in China und Vietnam, einschließlich der tieferen Lieferkette, gestartet. 

Die Förderung des Zugangs zu Beschwerdemechanismen und Rechtsmitteln ist ein elementarer Bestandteil der unternehmerischen Sorgfaltspflicht und als solcher auch im deutschen Lieferkettengesetz verankert. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit und zur Bekämpfung von Diskriminierung. Um dies zu erreichen, hat das Textilbündnis Beschwerdemechanismen und Zugang zu Abhilfe zu einem von vier Schwerpunktthemen erklärt und fördert alle Arten von Beschwerdemechanismen, je nach spezifischem Kontext.  In diesem Zusammenhang startete nun die Partnerschaftsinitiative „Digital Complaint Mechanisms and Capacity Building“. Sie wird mit ausgewählten Textil- und Bekleidungslieferanten in Ostchina und Vietnam durchgeführt. Die Hauptziele des Projekts sind die Verbesserung des Verständnisses von Arbeitnehmenden und Management in Bezug auf internationale und nationale Arbeitsnormen sowie die Ermittlung und Minderung von Risiken durch wirksame (digitale) Beschwerdemechanismen.

 

Schulungen für Arbeitnehmer in China und Vietnam

Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Start der Aktivitäten in China und Vietnam. Im Rahmen der Initiative werden bei den Zulieferern (digitale) Schulungen für Arbeitnehmende und Managementteams zu wichtigen Themen wie Arbeitsschutz, Löhne und Arbeitszeiten, effektive Kommunikation zwischen Belegschaft und Management und Beschwerdesysteme durchgeführt.

Als Teil der Projektkomponente in China können die Zulieferer zukünftig über eine vom Projektpartner Quizrr bereitgestellte Plattform die Abschlussquoten der Schulungen und den Wissensfortschritt überwachen. Das schwedische EdTech-Unternehmen nutzt digitale Schulungslösungen, um Mitarbeitende in globalen Lieferketten zu Themen wie Arbeitsrechte oder Sicherheit am Arbeitsplatz zu schulen.

In Vietnam wird das Schulungsprogramm in Zusammenarbeit mit der lokalen Non-Profit-Organisation Center for Development and Integration (CDI) bei Produktionspartnern aus der tieferen Lieferkette (Tier 2) umgesetzt. CDI ist spezialisiert auf die Förderung von Arbeitsrechten in der Textilindustrie mit besonderem Augenmerk auf gefährdete Gruppen. Die Schulungen finden in Form von Vor-Ort-Schulungen statt, die individuell auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Fabriken zugeschnitten sind.

„Die Stärkung der Arbeitnehmer und die Gewährleistung des Zugangs zu Beschwerdemechanismen ist ein Grundpfeiler unseres Versprechens, Fairness und Verantwortlichkeit in unserer Lieferkette zu fördern. Unser Engagement besteht darin, eine Arbeitsplatzkultur zu schaffen, in der jede Stimme zählt und Bedenken sicher und zuverlässig behandelt werden, egal ob sie direkt oder anonym geäußert werden. Mit diesem Projekt wollen wir diese Verpflichtung auf unsere indirekten Produktionspartner ausweiten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Risiken in unserer tieferen Lieferkette zu mindern und die Grundlagen der Partnerschaften mit unseren Produktionspartnern zu stärken, indem wir die Zusammenarbeit und das Vertrauen verbessern.

Durch die Zusammenarbeit mit ORTOVOX, CARE, atlat GmbH und CDI als lokalem Partner wollen wir robuste Strukturen für nachhaltige Lösungen aufbauen. Wir sind stolz darauf, diese Partner an unserer Seite zu haben, die uns mit ihrer Expertise und ihrem Netzwerk unterstützen und immer wieder neue und wertvolle Impulse setzen.“ Natalie Birke, deuter Sport GmbH

Digitale Feedbackmöglichkeiten einräumen

Eine weitere Aktivität im Rahmen des Projekts ist die Einrichtung eines umfassenden digitalen Feedback-Mechanismus für Arbeitnehmende bei den Zulieferern unter der Leitung des Projektpartners Ulula in China, einem Unternehmen für Menschenrechtstechnologie und -analyse, und des Projektpartners atlat GmbH in Vietnam, der niedrigschwellige Beschwerdekanäle für Arbeitnehmende sowie eine Plattform für Abhilfe und Berichterstattung bietet. Diese Mechanismen ergänzen das bestehende Beschwerdesystem in den Fabriken und fördern das Vertrauen, das Engagement und die Zufriedenheit der Arbeiter*innen, während gleichzeitig die Beziehungen am Arbeitsplatz gestärkt und die Risiken der sozialen Verantwortung minimiert werden.

„Wirksame Beschwerdemechanismen sind eine wichtige Voraussetzung, wenn wir die Arbeitsbedingungen in der Textilbranche verbessern wollen. Durch die Einführung eines externen, effektiven Beschwerdemechanismus und die Sensibilisierung der Arbeiter*innen für ihre Rechte wollen wir diskriminierende Strukturen bekämpfen und den Arbeitern die Möglichkeit geben, die Einhaltung von Arbeitsstandards einzufordern“, sagt Verena Ordemann, Sustainability Manager bei Sympatex.

 

Die BI ist Teil der Partnerschaft für nachhaltige Textilien und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. In China wird das Projektkonsortium aus Bierbaum-Proenen, Deltex, Sympatex und der GIZ das Projekt über die Dienstleister Ulula und Quizrr umsetzen. In Vietnam wird das Projektkonsortium aus deuter, ORTOVOX, CARE Deutschland und der GIZ das Projekt über die Dienstleister atlat und die lokale NGO CDI umsetzen.

 

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Webinar-Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector – Green Claims

Aktuelles
27.02.2024

Webinar-Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector – Green Claims

Hinweis: Diese Webinar-Reihe findet auf Englisch statt. 

The webinar series of The Partnership for Sustainable Textile and the Green Button on upcoming legislation under the EU Textile Strategy comes to an end!

Join us on 6th of March from 10am CET on for the last session of the webinar series:

TACKLING GREENWASHING: THE DIRECTIVE TO EMPOWER CONSUMERS FOR THE GREEN TRANSITION AND THE GREEN CLAIMS DIRECTIVE

 We will shed light on the Empowering Consumers for the Green Transition and the Green Claims Directive. Hear from experts and stakeholders what is coming and how to be best prepared.

Registrations are possible via this link. An overview of the webinar series can be found here. If you  are interested in the recordings of the session, please contact info@gruener-knopf.de or mail@textilbuendnis.com.

The Empowering Consumers for a Green Transition Directive aims at equipping consumers with the knowledge of how to contribute to the green transition. Among other things, it targets generic environmental claims such as eco-friendly, green or climate neutral. On 19/09/2023, the European Parliament (EP) and the Council reached a provisional agreement on the directive as part of the trilogue negotiations, which were thus concluded very quickly. The European Parliament plenary approved new EU rules on 17/01/2024.

The question of claims is tackled and operationalized more specifically in the Substantiating Green Claims Directive, which was published in March 2023 by the EU Commission. Currently, there is no comprehensive EU framework to tackle false or misleading environmental claims. The objective is to combat greenwashing, make green claims reliable and verifiable across the EU and thereby help consumers to make better informed and sustainable purchasing decisions.

In addition, the proposed directive addresses the jungle of environmental labelling schemes by putting a stop to new public labelling schemes. Any new private labelling schemes must prove that they are of added value compared to existing labels.

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Training zu Decent Work für indische Bio-Baumwollproduzent*innen geht in Pilotierung

Aktuelles
23.02.2024

Training zu Decent Work für indische Bio-Baumwollproduzent*innen geht in Pilotierung

Im Rahmen der Bündnisinitiative „Bio-Baumwolle in Indien“ wurde im Februar ein wichtiger Meilenstein erreicht: die Umsetzungspartner Organic Cotton Accelerator (OCA) und Traidcraft haben ein Training zum Konzept der Decent Work für Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Farmarbeiter*innen im indischen Bio-Baumwollsektor entwickelt und veröffentlicht. Das Training wird nun pilotiert.  

Das Besondere am Training: Üblicherweise berücksichtigen Standards für biologische Landwirtschaft neben den ökologischen keine sozialen Kriterien. Gerade Kleinbäuerinnen und -bauern arbeiten jedoch oftmals unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen, die nicht den Anforderungen an menschenwürdige Arbeit (decent work) entsprechen. Deshalb setzen die neu entwickelten Materialien genau dort an: in 8 Modulen, die sowohl auf Englisch als auch auf Hindi zur Verfügung stehen, können die vier Kernprinzipien von Decent Work als Workshop vorgestellt werden:  

  • Schaffung von mehr und besseren Beschäftigungsmöglichkeiten 
  • Einhaltung und Absicherung der Arbeitnehmerrechte  
  • Ausbau der sozialen Sicherung 
  • Förderung des Sozialen Dialogs  

Die Inhalte wurden mit Branchenexpert*innen und lokalen Partnern von OCA explizit für den indischen Kontext ausgelegt, um die dortigen Bäuerinnen und Bauern im Baumwollsektor für ihre Rechte zielgerichtet zu sensibilisieren. In ersten Workshops werden derzeit mithilfe der Trainingsmaterialien Multiplikator*innen ausgebildet, welche im Laufe des Jahres selbst Workshops mit weiteren Bäuerinnen und Bauern sowie Farmarbeiter*innen durchführen sollen. Langfristiges Ziel des Trainings ist es, zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmenden im Baumwollsektor in Indien beizutragen. Damit kommt das Training vor dem Hintergrund der aktuellen Gespräche auf EU-Ebene über die neue EU-Lieferketten-Richtlinie zu einem richtigen Zeitpunkt.   

(C) OCA

Die Bündnisinitiative 

Mit der Bündnisinitiative (BI) „Bio-Baumwolle in Indien“ wollen die Mitglieder des Textilbündnisses zum Aufbau einer fairen, umweltfreundlichen und wirtschaftlich tragfähigen Lieferkette für Bio-Baumwolle beitragen. Die Entwicklung des Trainings zu Decent Work ist nur eine von verschiedenen Maßnahmen in den Bereichen Kapazitätsaufbau, Bewusstseinsbildung, Vernetzung und Beschaffung. Mit diesen will die BI rund 10.800 Baumwollproduzenten bei der Umstellung auf den Bio-Baumwollanbau unterstützen. Indem den Mitgliedern des Textilbündnisses der Zugang zu Bio-Baumwolle und die Umstellung auf Bio-Baumwolle erleichtert wird, trägt die BI auch zur Steigerung des Angebots an Bio-Baumwolle auf dem Weltmarkt bei. Als einer der wichtigsten Produzenten von Biobaumwolle und als das Land mit den größten Umstellungsflächen für Baumwolle hat Indien ein vielversprechendes Potenzial, eine langfristige Rolle in diesem Bereich zu spielen. 

Die BI wurde durch eine strategische Zusammenarbeit zwischen dem Bündnis für nachhaltige Textilien, dem GIZ Globalprogramm Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in landwirtschaftlichen Lieferketten und dem Organic Cotton Accelerator (OCA) ins Leben gerufen und findet im Rahmen des Bündnis für nachhaltige Textilien statt. Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert und gemeinsam von Brands Fashion GmbH, C&A Mode GmbH & Co. KG, Esprit Europe Services GmbH, Fairtrade Deutschland e.V., Formesse GmbH & Co. KG, Global Standard gemeinnützige GmbH (GOTS), H&M Group, s.Oliver Group, Tchibo GmbH, Südwind und der GIZ GmbH umgesetzt.

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5th Session of Webinar-Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector

Aktuelles
19.02.2024

5th Session of Webinar-Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector

Hinweis: Diese Webinarreihe findet auf Englisch statt

Join the Partnership for Sustainable Textiles, the Green Button and FABRIC for the fifth session of our six-months webinar series to learn more about the EU’s Textile Strategy and how it will affect the textile and garment sector. Hear from experts and stakeholders about what’s coming and how to be best prepared.

In the session on 28th February, 10am – 11:30 am CET, we will take a closer look at the current proposal on a future without modern slavery together with our experts Anna Cavazzini (MEP The Greens/EFA), Libby Annat (Due Diligence Design) and Clemence Aron (Mekong Club).

Registrations are possible via this link. An overview of the upcoming webinar sessions can be found here.

In September 2022, the European Commission proposed a “Regulation to prohibit products made using forced labour on the European Union internal market” and underlined the EU’s efforts to ban all products made under such conditions – including child labour – for domestic consumption, export and import. After the European Parliament adopted its negotiating position in November 2023, the Council of the EU followed in January 2024 and paved the way for the interinstitutional negotiations (“Trialogue”) to begin.

In this seminar, we will dive into the proposed regulation and highlight its impact on the textile sector. We will particularly explore how brands can prepare for the regulation and identify strategies and tools to identify, address and mitigate risks associated with forced labour in supply chains.

 

Six-month webinar series

You want to know more about the legislative framework under the EU Green Deal and how it could initiate change and affect your business? Join us for a series of six webinars on upcoming legislation under the EU Green Deal and the EU Textile Strategy!

The webinar series will provide you with:

  • an introduction to the wider EU policy landscape and how upcoming legislations relate to international obligations
  • a deep dive into specific legislative initiatives that will transform the textile and apparel sector in the coming years
  • a better understanding of how these initiatives will likely impact companies and global supply chains.

Please click here for more information on the series and registration.

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Circular Design Workshop – Implementing Circularity in the Textile Industry

Aktuelles
16.02.2024

Circular Design Workshop – Implementing Circularity in the Textile Industry

Während sich letzte Woche die deutsche Modewelt in Berlin zur Fashion Week traf, kamen Mitglieder des Textilbündnisses – ebenfalls in Berlin – zusammen, um die Mode und Bekleidung von Morgen anders zu denken. Mit einem zweitätigen Design-Workshop nahm die Bündnisinitiative “Implementing Circularity in the Textile Industry” Fahrt auf und setzte den Kurs in Richtung einer kreislauffähigen Textilindustrie. 
 
Aktuell sind die negativen Auswirkungen des Textilsektors auf Umwelt und Klima weitreichend. Insbesondere der hohe Ressourcen- und Flächenverbrauch sowie die hohen umweltschädlichen Emissionen kennzeichnen die Textilindustrie. Laut der Ellen MacArthur Foundation verursacht allein die Produktion von Textilien rund 10 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes pro Jahr. Das Thema Kreislaufwirtschaft gewinnt vor diesem Hintergrund eine immer größere Bedeutung und auch im Textilbündnis ist es eines von vier Fokusthemen.  
 
Die kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen orientiert sich an den Kernzielen des European Green Deals und der aktuellen Textilstrategie der EU-Kommission. Wichtig für die Erreichung dieser Ziele ist eine frühzeitige Vorbereitung auf Anforderungen der nachhaltigen und zirkulären Gestaltung von Produkten und Systemen der Kreislaufführung sowie eine transparente und nachhaltige Umstellung der eigenen Lieferketten. Im Rahmen der Bündnisinitiative entwickeln Modeunternehmen und ihre Lieferanten deshalb gemeinsam mit dem Umsetzungspartner circular.fashion nach entsprechender Schulung und Beratung eigene, vollständig kreislauffähige Kapselkollektionen nach strengen Kriterien der Nachhaltigkeit und Zirkularität. Das Ziel des Projekts ist es, die Schließung des gesamten Kreislaufs in der Textilindustrie als Blaupause zu pilotieren.  
Hand anlegen für innovative Produkte 
Der Design-Workshop in Berlin war der Kick-off für die Arbeit an den kreislauffähigen Produkten der Brands: Unter der Leitung von circular.fashion arbeiteten Vertreter*innen aus verschiedenen Abteilungen der beteiligten UnternehmenALDI SÜD Gruppe, Blutsgeschwister, KiK, der Otto Group mit OTTO und bonprix, Snocks und Tchibo – in multidisziplinären Teams aus den Bereichen Design, Nachhaltigkeit und Einkauf zusammen. Gemeinsam analysierten und überarbeiteten sie während der zweitägigen Veranstaltung insgesamt acht Produkte. Schritt für Schritt setzten sie zirkuläre Designstrategien um und machten die Kleidungsstücke auf innovative Weise recycelbar, langlebig, wandelbar und reparierbar. Der kreative Prozess wurde durch fachliche Inputs von circular.fashion geleitet und unterstützt, um die neuen Erkenntnisse über innovative und nachhaltige Fasern, Färbeprozesse, innovative Materialien, Veredelungen, Recyclingprozesse, Zertifizierungen und zirkuläre Designstrategien in die Praxis umzusetzen.

Es ist unglaublich spannend zu sehen, wo die andere Marken stehen und in welchen Aspekten wir noch aufholen können. Diese Erkenntnisse sind wichtig für unsere interne Strategieentwicklung. Wir hatten hier zum ersten Mal die Gelegenheit, unsere Produkte mit unseren eigenen Designern physisch auseinanderzunehmen und neu zu gestalten! 

Johannes Bachstädter, International Sustainability Manager, ALDI SÜD Gruppe 
Einbindung der Lieferanten in das Design ist Voraussetzung für Erfolg 
Ideen wurden aber nicht nur zwischen den Brands ausgetauscht, sondern auch mit den Herstellern der ausgewählten Produkte, denn die Einbindung der Zulieferer in den Produktionsländern ist ein wesentlicher Bestandteil der Bündnisinitiative. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Designstrategien auch umsetzbar sind. Deshalb hatten die Unternehmen die Möglichkeit, per Videoanruf ihr überarbeitetes Produkt einem Lieferanten vorzustellen, um deren Einschätzung zu Umsetzbarkeit und Herausforderungen in den kreativen Prozess einzubeziehen.   
Ein weiteres wichtiges Element auf dem Weg zur Kreislauffähigkeit ist der Digitale Produktpass (DPP), der den Zugang zu Produktdaten und die Rückverfolgbarkeit für Kunden, Sortierer und Recycler gewährleisten soll. Der DPP ist eine der erforderlichen Maßnahmen der geplanten EU-Ökodesign-Richtlinien, auf die sich die Unternehmen vorbereiten sollen. 
Zusammenarbeit der Marken ist essentiell

Die vielfältigen Erfahrungen der Marken mit dem Thema Kreislaufwirtschaft sorgten für eine fruchtbare Diskussion und trugen zu einer Atmosphäre von Solidarität und Kooperation bei. Auch Cristina Graak, Senior Sustainability Manager bei Tchibo, sieht in der Kooperation der Marken eine Schlüsselrolle:  

Die Herausforderungen und Ansätze sind für jede Marke anders. Durch die teilnehmenden Marken wird ein großer Teil der unterschiedlichen Käuferschichten angesprochen. Daher glaube ich, dass wir eine große Chance haben, die Komplexität der Kreislaufwirtschaft gemeinsam anzugehen. Wir alle haben sehr unterschiedliche Stärken auf dem Markt, und wir können nur erfolgreich sein, wenn wir dies gemeinsam tun. 
Und so geht es weiter

Nach zwei intensiven Tagen haben alle Teams es geschafft, nicht nur ein Produkt neu zu konzipieren, sondern dabei die gesamte Lebensdauer im Auge zu behalten: bei der Konstruktion, Zusammensetzung und Funktionalität jedes einzelnen Produktes wurde auch seine Nutzungsdauer, -Formen, die Rücknahmemöglichkeiten und die notwendigen Verwertung- und Recyclingverfahren berücksichtigt, um den Kreislauf so gut wie möglich zu schließen. Im nächsten Schritt wird die Bündnisinitiative Workshops mit den Zulieferern zu kreislauffähiger Produktion und der Einführung des Digitalen Produktpasses organisieren 

 
Das Projekt wird im Rahmen des Textilbündnis vom BMZ gefördert und gemeinsam mit circular.fashion, ALDI SÜD Gruppe, Blutsgeschwister, KiK, der Otto Group mit OTTO und bonprix, sowie Snocks, Tchibo, FairWertung und GIZ umgesetzt. 
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4th Session of Webinar Series: Europe’s Green Transition in the Textile Sector

Einladung zur vierten Webinar Session