Bündnis für nachhaltige Textilien
SDG 5

SDG 5 - Geschlechtergerechtigkeit

Fast jede fünfte Frau, darunter auch Minderjährige, war in den letzten zwölf Monaten physischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt. In 49 Ländern gibt es keine Gesetze, die sie vor dieser Gewalt schützen. Und wo Gesetze gelten, fehlt es oft an ihrer Durchsetzung. Frauen und Mädchen sind häufig fremdbestimmt: Beispielsweise werden 750 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. In 18 Ländern können Ehemänner ihre Frauen legal daran hindern, eine offizielle Arbeitsstelle anzutreten. Zudem übernehmen Frauen oft Arbeit, die gar nicht oder schlecht bezahlt ist – nicht selten sind sie Gefahren am Arbeitsplatz ausgesetzt.

In der Textilindustrie arbeiten rund 75 Millionen Menschen weltweit – der Großteil davon ist weiblich. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wie sie das Bündnis für nachhaltige Textilien anstrebt, kommt deshalb auch der Geschlechtergleichstellung zugute. Marken, Handel, Hersteller und die Bundesregierung verpflichten deshalb alle Produzenten und Geschäftspartner, die sozialen Bündnisziele einzuhalten. Die Bündnisinitiative Tamil Nadu hat beispielsweise zum Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie im südindischen Tamil Nadu systemisch zu verbessern und insbesondere die Situation von Frauen und Mädchen in Spinnereien sozialverträglicher zu gestalten. Ein Schulungsprogramm soll die geplante Einrichtung von Beschwerdestellen in 300 Fabriken begleiten und Arbeiter*innen wie Management über Arbeitsrechte und Beschwerdemechanismen informieren.

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