Aus der Praxis – Projekte unserer Mitglieder

Kinder- und Zwangsarbeit in Südindiens Textilindustrie ein Ende setzen

„Sumangali“ bedeutet auf Tamil „glückliche Braut“. Unter diesem Deckmantel arbeiten in Südindien nach Schätzungen 260.000 Mädchen in einer ganz bestimmten Form der Zwangsarbeit, mindestens 160.000 davon in der Textilindustrie: Um die landesüblichen Mitgiften bezahlen zu können, schicken viele Eltern ihre Töchter unter dem Druck von Menschenhändlern in Spinnereien zum Arbeiten. Arbeitgeber versprechen einen Bonus nach drei bis fünf Jahren Arbeit, der allerdings nicht einmal dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht. Die Mädchen müssen 12- bis 16-Stunden-Schichten leisten und dürfen ihre beengten Unterkünfte nicht verlassen. Viele Mädchen sind Misshandlungen und sexuellen Missbräuchen durch die Aufseher*innen ausgesetzt. Manche der Mädchen sehen Selbstmord als einzigen Ausweg.

Mithilfe des BMZ und der C&A Foundation bekämpft terre des hommes das Sumangali-System, hilft den Opfern und befähigt sie zu einem selbstbestimmten Leben: Der indische Projektpartner CARE-T befreit Mädchen aus illegalen Arbeitsverträgen und betreut sie psychosozial und medizinisch. Mädchen werden in Schulen oder Ausbildungskurse integriert und können Rechtshilfe in Anspruch nehmen. Um das Sumangali-System zu beenden und Kinder- und Arbeitsrechte durchzusetzen, erarbeiten die Partner einen Verhaltenskodex für Spinnereien und führen Dialoge mit Arbeitgeberverbänden, Behörden und Politiker*innen.

„Die ersten Mädchen sind im Beruf – es entstehen neue Rollenvorbilder“

Interview mit Barbara Küppers, Public Affairs bei terre des hommes

  1. „Sumangali“ ist eine Form moderner Sklaverei, die in Indien gemeinhin bekannt ist. Wieso fallen ihr immer noch so viele Mädchen zum Opfer?
    Zur Antwort 1
  2. Was ist die größte Herausforderung bei der Bekämpfung von „Sumangali“?
    Zur Antwort 2
  3. Ein Schwerpunkt Ihres Projektes ist, die Betroffenen aus ihrer Opferrolle zu befreien und zu einem selbstbestimmten Leben zu befähigen – wie geschieht dies konkret?
    Zur Antwort 3
  4. Sie kooperieren in dem Projekt unter anderem mit C&A – was ist die genaue Rolle des Unternehmens?
    Zur Antwort 4
  5. Warum ist es aus Ihrer Sicht auch im Interesse von Unternehmen, sich am Kampf gegen „Sumangali“ zu beteiligen?
    Zur Antwort 5
  6. Was wären Ihre Empfehlungen an andere Mitglieder des Textilbündnisses, die ein ähnliches Vorhaben umsetzen oder unterstützen wollen?
    Zur Antwort 6

Video: Geschichte einer ehemaligen Sumangali-Arbeiterin

Überblick

HandlungsfeldSozialstandards und existenzsichernde Löhne
Projektpartnerterre des hommes
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
CARE-T, NGO für die Stärkung von Frauen und Mädchen in Indien
C&A
C&A-Foundation
RegionIndien
Projektlaufzeit2016 bis 2019