Bündnis für nachhaltige Textilien
Know-how
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Baumwolle

Materialeigenschaften

hautfreundlich, atmungsaktiv, hohe Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme, reißfest.

Anwendung

Baumwolle wird zum größten Teil zur Herstellung von Bekleidungsstoffen, Hygiene- und Wohnartikeln verwendet. Faserwachse und Baumwollsamen können zu Speiseöl, Seife, Schmiermittel und der kurzfaserige Samenflaum zu Papier weiterverarbeitet werden.

Herstellung

Zum Anbau der Baumwollpflanze eignen sich frostarme und niederschlagsreiche tropische und subtropische Gebiete, in denen die Naturfaser innerhalb von sechs Monaten in Form von flauschigen Früchten heranreift. Mit industriellen Erntemaschinen oder mit der Hand gepflückt, werden die Faserbausche geerntet und anschließend maschinell entkörnt. Das auf diese Weise gewonnene Fasermaterial wird in Spinnereien zu Garnen versponnen, aus denen in nachfolgenden Arbeitsschritten Stoffe für Bekleidung und andere Baumwollprodukte hergestellt werden.

Herausforderungen

Konventionelle Anbaumethoden verursachen Bodenerosion und -versalzung. Die Bodenqualität kann sich verschlechtern, im schlimmsten Fall werden die Böden unfruchtbar. Die Kultivierung von genmanipuliertem Saatgut und der damit häufig einhergehende Einsatz von giftigen Pestiziden und Düngemitteln gefährden die Gesundheit von Arbeiter*innen, die entlang der Produktionskette mit den Substanzen in Kontakt kommen. Zusätzlich gelangen in einigen Produktionsländern pestizidbelastete Baumwollanteile, wie beispielsweise Pflanzenöle aus den Baumwollsamen, in die Nahrung. Zwangs- und Kinderarbeit sowie fehlende Arbeits- und Gesundheitsstandards stellen ebenfalls eine Herausforderung für die faire und nachhaltige Herstellung von Baumwolle dar.

Beitrag des Bündnisses

Die Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien haben sich zum Ziel gesetzt bis 2020 mindestens 35 Prozent nachhaltige Baumwolle zu beschaffen, wobei 10 Prozent davon aus biologischem Anbau oder Umstellung auf biologischen Anbau stammen sollen. Bis 2025 soll dieser Anteil verdoppelt werden, das heißt auf 70 Prozent nachhaltige Baumwolle, davon 20 Prozent Bio-Baumwolle oder Baumwolle in Umstellung.

Des Weiteren werden Schulungsunterlagen und lieferkettenbezogene Risikoanalysen erarbeitet, um eine verbesserte Baumwollproduktion zu erzielen.

Hier finden Sie Publikationen des Bündnisses und hilfreiche Links zum Thema Baumwolle:

How to go Organic: Einkaufsleitfaden für Bio-Baumwolle für Unternehmen

CottonUP Guide: Leitfaden für die Beschaffung von nachhaltiger Baumwolle

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