Sektorrisiken
Treibhausgas-Emissionen & Klimaschutz
Das Sektorrisiko Treibhausgas-Emissionen & Klimaschutz

Im Textilsektor verursachen der Anbau und die Gewinnung von Ressourcen, ihre Verarbeitung und der Transport große Mengen an Treibhausgasen. Mit 1,2 Billionen Tonnen CO₂-Ausstoß pro Jahr verursacht die Produktion von Textilien mehr Emissionen als alle internationalen Flüge und der gesamte Schiffsverkehr zusammen.

Was macht das Textilbündnis?

Angesichts dessen schloss sich das Bündnis für nachhaltige Textilien 2018 als Supporting Organisation der Fashion Industry Charter for Climate Action an. Seit 2021 dient die Charta im Textilbündnis Referenzrahmen für die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen. Sie ist Teil der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette schrittweise zu reduzieren. Auf diese Weise soll bis 2050 Klimaneutralität erreichen werden, um den Klimawandel auf maximal 1,5°C zu beschränken. Unternehmen, Lieferanten und weitere Akteure der Textil- und Modeindustrie sollen Maßnahmen umsetzen, um dieses Ziel zu erreichen Sie können sich dabei am Handbuch zum Klimaschutz (Climate Action Playbook) orientieren.

2020 nahm eine Expert*innen-Gruppe zum Klimaschutz die Arbeit auf: Aktuelles-Beitrag

Sorgfaltspflichten im Klimaschutz

Sorgfaltspflichten beziehen sich dabei zwar vorrangig auf Menschenrechte, die bei genauerer Betrachtung jedoch stark von einer gesunden Umwelt und einem stabilen Klima anhängig sind, sodass eine Bearbeitung aller Sektorrisiken, einschließlich Klimaschutz, vom Standpunkt der unternehmerischen Sorgfaltspflicht sinnvoll ist. Die Themenseite und Unterstüzungsangebote zum Sorgfaltspflichtenansatz finden Sie hier.

Gesetzlicher Rahmen, Forschung & Berichte

Das internationale wie nationale Umwelt- und Klimarecht bildet den Rahmen für Ziele und Aktivitäten im Bereich Klimaschutz, basierend auf der wissenschaftlichen Erforschung des Klimawandels. Neben nationalen Gesetzen sind insbesondere die internationalen Konferenzen, Initiativen und Abkommen der UN/UNFCCC maßgebend, siehe Zeitstrahl zur der wichtigsten internationalen Umweltabkommen und Verhandlungen: Timeline – UNFCCC — 25 Years of Effort and Achievement.

 

Dass der Klimawandel eine Herausforderung ist der sich die internationale Gemeinschaft nur gemeinsam stellen kann ist längst erkannt. Nach dem Prinzip der common but differentiated responsibility (gemeinsame aber differenzierte Verantwortung) das bereits in der UNFCCC Convention festgehalten wurde, sollen einzelne Akteure entsprechend Ihres Beitrages zum Klimawandel Maßnahmen ergreifen.

Im Rahmen des … NDCs (National Determined Contribution)

EU verpflichtet

Weiterführende Infos & Tools
Fashion on Climate Report

McKinsey & Company und die Global Fashion Agenda veröffentlichten 2020 den Fashion on Climate Report. Er richtet sich an Brands, Zulieferer, Händler, politische Akteure und Verbraucher*innen. Der Bericht analysiert, wo die Textilindustrie aktuell steht und zeigt verschiedene Entwicklungsszenarien. Er stellt mögliche Maßnahmen vor, wie Akteure im Textilsektor ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren können und informiert über THG-Vermeidungskosten (GHG abatement costs).

Intergovernmental Panel on Climate Change

Der IPCC  ist der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der UN. Er kooperiert mit Fachleuten und erstellt wissenschaftliche Berichte sowie eine Summary for Policymakers. Sie zeigen Handlungsoptionen und Implikationen auf und bieten der Politik eine Orientierung zu Entscheidungen mit Klimabezug.

Den letzten Bericht (Assessment Report (AR) 5) veröffentlichte der IPCC 2014. 2022 erscheint AR 6. Die Reports fokussieren drei Bereiche:

  • WG1 The Physical Science Basis (Naturwissenschaftliche Grundlagen)
  • WG2 Impacts, Adaptation and Vulnerability (Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit)
  • WG3 Mitigation of Climate Change (Minderung des Klimawandels)

Zudem erstellt der IPCC Sonderberichte zu relevanten Themen, z.B. SR1.5 Global Warming of 1.5°C