News
06.03.26

Gemeinsam für Umwelt und Klima: Das Textilbündnis zieht Bilanz 

Umweltschutz im Fokus: Bündnisinitiativen, die Emissionen senken und Kreisläufe schließen 

Der Schutz von Umwelt und Klima ist eines der vier zentralen Fokusthemen des Textilbündnisses – und zugleich ein Bereich, in dem gemeinsames Handeln besonders sichtbar Wirkung entfaltet. Als Multi-Stakeholder-Initiative verfolgt das Bündnis und seine Mitglieder das Ziel, Textillieferketten ökologisch nachhaltiger zu gestalten und den Umweltschutz wesentlich zu verbessern: von der Faser über die Produktion bis hin zur Wiederverwertung von Textilien. 

Im Kern geht es darum, eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft im Textilsektor zu unterstützen, schädliche Chemikalien zu reduzieren und so Boden, Wasser, Luft sowie die Gesundheit der Arbeiter*innen und Anwohner*innen von Produktionsstätten zu schützen. Damit adressiert das Bündnis zentrale Sektorrisiken, wie sie auch von der OECD benannt werden – insbesondere Wasserverbrauch, Wasserverschmutzung, Chemikalieneinsatz und Treibhausgasemissionen. 

Orientierung bietet dabei die EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien sowie die Empfehlungen der Fashion Industry Charter for Climate Action der UNFCCC. Die daraus abgeleiteten Anforderungen des Bündnisses sind zudem mit den Vorgaben der ZDHC MRSL für verantwortungsvollen Chemikalieneinsatz sowie den ZDHC Wastewater Guidelines harmonisiert. 

Vor diesem Hintergrund konnten im vergangenen Jahr zwei Bündnisinitiativen erfolgreich abgeschlossen werden, die konkrete Hebel für mehr Umweltschutz in der Praxis gesetzt haben: Supplier Decarbonization und Implementing Circularity in the Textile Industry. 

Kreisläufe schließen: Implementing Circularity in the Textile Industry

Die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist ein zentrales Ziel der EU-Textilstrategie. Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und der Ausschluss besorgniserregender Stoffe stehen im Mittelpunkt. Genau hier setzte die Bündnisinitiative „Implementing Circularity in the Textile Industry“ an. Das übergeordnete Ziel der Initiative war es, die Schließung des Kreislaufs in der Textilindustrie als Blaupause für andere deutsche und europäische Unternehmen zu pilotieren. 

Die Ergebnisse sprechen für sich: 
• 7 beteiligte Brands 
• 12 eingebundene Zulieferer 
• 90 fortgebildete Mitarbeiter*innen 
• 12 geförderte lokale Betriebe 
• Gesamtvolumen: 423.317 Euro (davon 251.628 Euro private Mittel) 

Gemeinsam mit ihren Zulieferern entwickelten die teilnehmenden Brands 25 zirkuläre Designs. Bei Beendigung der Bündnisinitiative wurden bereits 18 dieser Produkte verifiziert auf den Markt gebracht. Damit wurde Kreislauffähigkeit nicht nur konzipiert, sondern konkret umgesetzt. Einige Brands haben darüber hinaus gemeinsam einen Take-Back-Service etabliert, über die Kund*innen Kleidungsstücke zurückgeben können – ein wichtiger Schritt hin zu höheren Recyclingquoten und geschlossenen Materialkreisläufen. 

Gleichzeitig bereitete die Initiative Unternehmen gezielt auf kommende EU-Regularien wie die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) vor. Damit leistet sie nicht nur ökologische, sondern auch strategische Vorarbeit für regulatorische Anforderungen. 

Zirkuläre Produkte der Bündnisinitiative zu Kreislaufwirtschaft

Emissionen senken: Supplier Decarbonization

Neben der Kreislaufwirtschaft ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen ein zentraler Baustein für nachhaltige ökologische Textillieferketten. Die Bündnisinitiative „Supplier Decarbonization“ setzte genau hier an – direkt bei den Zulieferern. 

Ziel war es, Zulieferer darin zu befähigen, eigene Energiebilanzen zu erstellen und konkrete Ziele zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen zu definieren. Durch Workshops und Trainings wurden Kompetenzen aufgebaut und strukturelle Voraussetzungen geschaffen. 

Die Initiative in Zahlen: 
• 10 beteiligte Brands 
• 50 geförderte lokale Zulieferer 
• 100 fortgebildete Mitarbeiter*innen 
• Gesamtvolumen: 375.933 Euro (davon 209.300 Euro private Mittel) 

Die teilnehmenden Zulieferer identifizierten insgesamt 177 Maßnahmen zur Reduktion ihrer CO₂-Emissionen. Die identifizierten Maßnahmen reichten von einfach umzusetzenden Anpassungen im Bereich der Verbesserung von Beleuchtungssystemen oder drehzahlvariablen Antrieben bis hin zur Installation von PV Systemen oder Abwärmerückgewinnungsanlagen.  Daraus ergibt sich ein  Einsparpotenzial von rund 61.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr. Bereits 87 Maßnahmen konnten noch während der Projektlaufzeit umgesetzt werden, die nun rund 28.300 Tonnen CO₂-Äquivalent jährlich vermeiden. Das heißt: Fast jede zweite identifizierte Option zur Emissionsminderung wurde direkt in die Praxis überführt.  

Diese Ergebnisse zeigen: Klimaschutz in globalen Lieferketten wird möglich, wenn Kompetenzen gestärkt, Investitionen angestoßen und Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette geteilt werden. 

Von der Strategie zur messbaren Wirkung

Die beiden abgeschlossenen Bündnisinitiativen des Fokusthemas Umweltschutz verdeutlichen, was gemeinsames Handeln im Textilbündnis bewirken kann: 

» Kreislauffähige Produkte gelangen verifiziert auf den Markt. 

» Unternehmen werden regulatorisch zukunftsfähig aufgestellt. 

» Zulieferer bauen Kompetenzen für Klimaschutz auf. 

» Konkrete CO₂-Einsparpotenziale werden identifiziert und bereits teilweise realisiert. 

Damit trägt das Bündnis aktiv zur Umsetzung der EU-Textilstrategie und der Fashion Industry Charter for Climate Action bei und adressiert zugleich zentrale Umwelt- und Klimarisiken des Sektors. 

Der erfolgreiche Abschluss der Initiativen ist ein Meilenstein, der zeigt, das gemeinsames Engagement messbare Veränderungen entlang globaler Textillieferketten ermöglicht. 

Mehr Informationen zu der Bündnisinitiative:
Implementing Circularity in the Textile Industry

Mehr Informationen zu der Bündnisinitiative:
Supplier Decarbonization

News teilen

Das Textilbündnis ist transformiert

Das bisherige Bündnis für nachhaltige Textilien (BNT) ist nun offiziell das “Dialogue and Impact for Sustainable Textiles“. Das Multi-Stakeholder Netzwerk verbindet engagierte internationale, europäische und lokale Stakeholder noch enger, um eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Textil- und Bekleidungsbranche zu fördern. Im Fokus stehen praxisnaher Austausch, Wissenstransfer, Entwicklung von Initiativen sowie die Einbindung lokaler Akteure.  
 
Die Website wird derzeit an das neue Format angepasst. 
 
Mehr erfahren und direkt einsteigen: