Für Fairness und Umweltschutz in der Textilproduktion – Die Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien setzen ab 2017 konkrete soziale und ökologische Verbesserungen um

For Fairness and Environmental Protection – commencing in 2017, the Members of the Partnership for Sustainable Textiles are Implementing Concrete Social and Ecological Improvements | © GIZ

(28.07.2017, Berlin) Auf dem Weg zu besseren Arbeitsbedingungen, mehr Umweltschutz und fairen Löhnen sind die Mitglieder des Textilbündnisses einen entscheidenden Schritt vorangekommen: 129 Mitglieder haben konkrete Maßnahmenpläne für 2017 eingereicht, darunter 87 Mitglieder aus der deutschen Textilwirtschaft. Damit bekennen sich 50 Prozent des deutschen Textileinzelhandels nachweisbar zu besseren Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Externe Experten überprüfen die Fortschritte jährlich.

Für das Jahr 2017 haben sich Bündnismitglieder mehr als 1.500 Maßnahmen vorgenommen, die im Rahmen der vom Bündnis vorgegebenen Ziele zu konkreten Verbesserungen führen werden. Sie beziehen sich auf Themen wie existenzsichernde Löhne, die Bekämpfung von Kinderarbeit, die Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien oder auch die nachhaltige Wassernutzung im Baumwollanbau.

„129 verbindliche Maßnahmenpläne für mehr Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit – damit geht das Bündnis für nachhaltige Textilien einen ganz neuen Weg,“ hieß es gestern aus dem Steuerungskreis des Bündnisses.

„Alle Mitglieder, die sich an diesem Erfolg beteiligt haben, wissen wie herausfordernd die vergangenen Wochen und Monate intensiver Arbeit waren. Das vorliegende Ergebnis zeigt: das Textilbündnis bewirkt ganz konkrete Verbesserungen in der Textil-Lieferkette,“ hebt der Moderator des Steuerungskreises, Dr. Bernhard Felmberg vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hervor.

Das Bündnis folgt dem Prinzip der prozesshaften Verbindlichkeit: Der Beitritt zum Textilbündnis ist freiwillig – die Einreichung von Maßnahmenplänen verbindlich. Gut 40 Mitglieder haben das Bündnis deshalb seit Ende 2016 verlassen oder wurden ausgeschlossen, weil sie keinen Maßnahmenplan eingereicht haben.

Aktuell hat das Bündnis 148 Mitglieder: hierzu zählen auch beratende Mitglieder, die als solche keine Maßnahmenpläne erstellen müssen sowie Neumitglieder, die der Umsetzungspflicht erst im kommenden Jahr unterliegen. Die individuellen Maßnahmen orientieren sich an Schlüsselfragen in den Bereichen „Chemikalien- und Umweltmanagement“, „Sozialstandards und existenzsichernde Löhne“ sowie „Nachhaltige Naturfasern“, die im vergangenen Jahr von den verschiedenen Akteursgruppen gemeinsam erarbeitet wurden. Die Formulierung und Umsetzung von Maßnahmen in allen drei Bereichen ist für die Mitglieder verbindlich.

Über 80 Prozent der Mitglieder haben diese Anforderungen auf Anhieb erfüllt. Rund 20 Prozent der abgegebenen Maßnahmenpläne erfüllen dies nicht vollumfänglich – zum Beispiel, weil spezielle Geschäftsmodelle innerhalb der bestehenden Systematik noch nicht vollständig abgebildet werden können. Es handelt sich aber auch um Maßnahmenpläne solcher Mitglieder, die in einigen Bereichen der Nachhaltigkeit bereits sehr fortschrittlich sind, sodass die Anforderung, ambitionierte Ziele zu formulieren, nicht erfüllt werden konnte. Für den Leiter des Bündnissekretariates, Dr. Jürgen Janssen, zeigt dies erwartungsgemäße Überarbeitungsbedarfe: „Die von den unterschiedlichen Akteursgruppen gemeinsam erarbeiteten Anforderungen wurden 2017 zum ersten Mal auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Das Textilbündnis ist daher ein lernendes System. Im Auftrag des Steuerungskreises haben die Facharbeitsgruppen im Bündnis daher bereits mit der Weiterentwicklung der Anforderungen begonnen.“

Der Fortschritt bei der Umsetzung der Ziele wird jährlich von externen Experten überprüft. „Damit erzeugen die Mitglieder des Textilbündnisses einen Schneeballeffekt: Jedes Jahr werden die Ziele ambitionierter und jedes Jahr setzen die Mitglieder über die gesamte Breite der Lieferkette eine Vielzahl von Verbesserungen um“, erläutert Jürgen Janssen den Prozess.

Ab 2018 ist die Veröffentlichung der Maßnahmenpläne Pflicht. In diesem Jahr haben sich bereits über 30 Mitglieder einer freiwilligen Veröffentlichung zugestimmt. Die Veröffentlichungen stehen ab der kommenden Woche auf der neu gestalteten Webseite des Bündnisses unter: www.textilbuendnis.com zur Verfügung.

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Bündnis für nachhaltige Textilien
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Das Bündnis für nachhaltige Textilien:

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs Partnerschaft aus Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der Bundesregierung. Die Akteure haben sich 2014 zusammengeschlossen, um gemeinsam Verbesserungen entlang der gesamten Textil- Lieferkette durchzusetzen. Hierzu haben sie ambitionierte soziale und ökologische Ziele vereinbart. Mit Hilfe von individuellen Maßnahmen der Mitglieder und gemeinsamen Bündnisinitiativen in den Produktionsländern verfolgen die Akteure diese Ziele in der Praxis