Aus der Praxis – Projekte unserer Mitglieder

Den Bangladesh Accord on Fire and Building Safety auf andere Länder übertragen: Das Beispiel Pakistan 

Die Sicherheit von Fabrikgebäuden ist in Pakistan oft unzureichend. Erdbeben und bauliche Mängel führen im schlimmsten Fall zu Einstürzen, eine unsichere Elektrik zu Bränden. Diese Ausgangssituation erinnert an Bangladesch: Dort wurde nach dem verheerenden Fabrikeinsturz des Rana-Plaza-Gebäudes im Jahr 2013 der „Bangladesh Accord on Fire and Building Safety“ ins Leben gerufen, um bei Gebäudesicherheit und Brandschutz substanzielle Fortschritte zu erzielen. Auch KiK sammelte als Unterzeichner dieses Abkommens dort wertvolle Erfahrungen. Auf diesen Erfahrungen möchte das Unternehmen aufbauen, um auch in Pakistan Verbesserungen bei Gebäudesicherheit und Brandschutz zu erwirken. 

Um die Standards des Bangladesh Accord on Fire and Building Safety auf Pakistan zu übertragen, hat das Unternehmen 2017 das KiK „Building Safety Program“ aufgesetzt. Alle rund 40 pakistanischen Zulieferer müssen daran teilnehmen. Expert*innen wie Statiker*innen und Ingenieur*innen inspizieren ihre Fabriken. Die festgestellten Mängel sind dann innerhalb fester Fristen zu beheben. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird anschließend durch Audits überprüft. Wie die Arbeit in Bangladesch gezeigt hat, reicht dies allein jedoch nicht aus: Um einen systemischen Wandel anzustoßen, ist es notwendig, eng mit den Verantwortlichen vor Ort zusammenzuarbeiten.

Durch Wissenstransfer zum Ziel

Aus diesem Grund sieht das Programm vor, unter anderem die Mitglieder der Arbeitskomitees bei den Lieferanten in Fragen der Arbeits- und Gebäudesicherheit zu schulen. Außerdem sollen die Arbeiter*innen zukünftig über einen Beschwerdemechanismus Missstände an eine unabhängige Instanz melden können.

Weitere Projektphasen sind geplant. Durch eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Branche und den Aufsichtsbehörden vor Ort soll das Programm über die reine Gebäude- und Arbeitssicherheit hinausgehen und zukünftig systematisch weitere Sozial- und Umweltthemen aufarbeiten. Dazu sucht KiK derzeit weitere Projektpartner in Pakistan.

Das Maßnahmenprogramm auf einen Blick

Erfahrungen und Empfehlungen

1. Gemeinsamer Branchenansatz, um Synergien für die wichtigsten Beschaffungsmärkte zu nutzen.

2. Zusammenarbeit mit lokalen Aufsichtsbehörden für eine bessere Überwachung.

3. Stabile Lieferantenbeziehungen, um Vorbehalten und Investitionszurückhaltung zu begegnen.

4. Ingenieure mit Know-how in der Gebäudesicherheit vor Ort etablieren.

Initiative zur Verbesserung der Gebäudesicherheit in Pakistan

Überblick

HandlungsfeldGebäudesicherheit
ProjektpartnerKiK
40 Textilfabriken in Pakistan
Externe Experten
RegionPakistan
ProjektlaufzeitAnfang 2017 bis Ende 2020

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