Bündnis für nachhaltige Textilien
COVID-19 Update

Die COVID-19-Krise hat weitreichende Konsequenzen für die globale Textil- und Bekleidungsindustrie und stellt die Unternehmen der Branche und ihre Mitarbeiter*innen vor immense Herausforderungen.

Auf dieser Seite informieren wir über die Auswirkungen der Krise in den Produktionsländern, über mögliche Maßnahmen, wie Unternehmen diese Auswirkungen abmildern können und über konkrete gemeinschaftliche Initiativen und Beteiligungsmöglichkeiten. Ferner sammeln wir hier fortlaufend relevante Informationen zu aktuellen Entwicklungen und verlinken weitere Quellen.

Wie wirkt sich der Ausbruch von COVID-19 auf die textile Lieferkette aus?

In der ersten Phase des COVID-19-Ausbruchs war vor allem China betroffen. Vielerorts wurde die Produktion temporär eingestellt. Da China ein wichtiger Produzent von Rohstoffen für die Textilproduktion ist, hat dies in anderen Ländern zu Materialknappheit geführt, zum Beispiel in Myanmar und Kambodscha. Infolgedessen mussten auch dort bereits einige Betriebe die Produktion herunterfahren oder ganz einstellen.

In der jetzigen zweiten Phase führen die Geschäftsschließungen in den Ländern des Konsums – wie hier in Deutschland – dazu, dass zahlreiche Modeunternehmen und Einzelhändler in ihrer Existenz bedroht sind. Die Ware, die bereits in den Läden vorrätig ist, kann nicht verkauft werden. Gleichzeitig müssen laufende Kosten bezahlt werden, was bei ausbleibenden Einnahmen finanzielle Engpässe hervorruft.

Um Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken, haben einige Marken- und Handelsunternehmen laufende Aufträge für Neuware bereits storniert und/oder halten neue Aufträge zurück. Dies wiederum bringt Textilfabriken in existenzielle Schwierigkeiten. Bereits produzierte Ware wird nicht abgenommen und das Material für neue Aufträge bleibt liegen. Letztlich hat dies auch Auswirkungen auf Betriebe in der tieferen Lieferkette, wie Spinnereien und Färbereien.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Coronavirus auch in den Produktionsländen ausbreitet. Somit müssen auch in dortigen Produktionsstätten Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko einer Ansteckung für Arbeiter*innen zu senken. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Indien, verordnete die Regierung bereits, die Produktion für einen gewissen Zeitraum einzustellen. Da in den meisten Produktionsländern staatliche Sicherheitsnetze fehlen, bricht mit dem Lohnausfall und dem Ausbleiben von Entschädigungszahlungen für viele Arbeiter*innen die Lebensgrundlage weg.

Welche Risiken und negative Auswirkungen birgt der COVID-19-Ausbruch für die Arbeiter*innen in den Textilfabriken?

Lohn- und Sozialleistungen: es drohen Lohnausfälle und Entlassungen

  • Wenn Fabriken aufgrund von stornierten oder ausbleibenden Aufträgen Bankrott gehen erhalten Arbeiter*innen keinen Lohn und keine Abfindungszahlungen.
  • Arbeiter*innen drohen Arbeitsplatzverlust oder Lohnausfälle, wenn sie selbst erkranken, die Produktion aufgrund ausbleibender Aufträge eingestellt oder heruntergefahren wird oder Fabriken durch staatliche Verordnungen geschlossen werden müssen.
  • Selbst wenn Fabriken gesetzlich gefordert sind, die Arbeiter*innen in dieser Zeit weiter zu bezahlen, ist dies in der Praxis nicht immer der Fall.
  • In vielen Produktionsländern fehlen soziale Sicherungsnetze, die diesen Lohnausfall kompensieren können. All das hat in der Vergangenheit bereits mehrfach zu sozialen Unruhen geführt.
  • In vielen Ländern ist es gängige Praxis, Stücklohn zu zahlen. Dabei erhalten Arbeiter*innen anders als bei der Bezahlung nach Arbeitsstunden einen festen Betrag pro produziertem Kleidungsstück. Können sie nicht arbeiten, erhalten sie daher auch keinen Lohn.
  • Leiharbeiter*innen sind von dieser Situation besonders bedroht – sie sind häufig die ersten, die entlassen werden.

Gesundheit und Sicherheit: die Gefahr der Ansteckung ist hoch

  • Die Gefahr der Ansteckung in den Produktionsstätten ist hoch: Arbeitsplätze haben häufig nur einen geringen Abstand zueinander, beim Schichtwechsel treffen viele Arbeiter*innen gleichzeitig aufeinander und es gibt oft keine sanitären Ausstattungen, um sich die Hände zu waschen. Gerade bei Akkordarbeit nach Stückzahl besteht das Risiko, dass Arbeiter*innen sich nicht die Zeit zum Hände waschen nehmen, selbst wenn Waschbecken oder sanitäre Anlagen vorhanden sind.
  • Häufig mangelt es den Arbeiter*innen an zuverlässigen Informationen – sie wissen nicht, was die Ausbreitung des Virus bedeutet.
  • Es ist anzunehmen, dass viele mit COVID-19 infizierte Arbeiter*innen mit wenig bis keinen Symptomen weiter zur Arbeit gehen werden – insbesondere, wenn sie keine eigene Krankenversicherung haben oder der Staat nicht für Tests aufkommt. Dies fördert die Ausbreitung des Virus.
  • Arbeiter*innen haben häufig keine Krankenversicherung. Im Krankheitsfall können sie sich keine Behandlung leisten.
  • In einigen Ländern wird der öffentliche Transport ausgesetzt. Das führt dazu, dass viele Arbeitsmigrant*innen aus ländlichen Regionen an Bahnhöfen oder Busstationen stranden, ohne Einkommen und ohne Bleibe. Das ist insbesondere für Frauen sehr gefährlich.
  • Teilweise bleibt es den Fabriken selbst überlassen, zu entscheiden, ob sie temporär schließen (so zum Beispiel in Bangladesch). Trotz des hohen Gesundheitsrisikos sehen sich viele Arbeiter*innen gezwungen, weiter zur Arbeit zu gehen, um ihr Einkommen zu sichern.

Arbeitszeit: Produktionsausfälle werden durch exzessive Überstunden kompensiert

  • In Fabriken, in denen es Produktionsausfälle gab, werden diese möglicherweise durch exzessive Überstunden wieder ausgeglichen, sobald Aufträge wieder platziert werden.
  • Gleiches gilt für Produktionsstätten, in denen Krankheitsausfälle durch andere Arbeiter*innen kompensiert werden müssen. Oder in Ländern, die sich bereits von einem größeren Ausbruch wieder erholen, wie zum Beispiel in China.
Wie können Unternehmen in dieser Situation ihrer Verantwortung für die Lieferkette gerecht werden?

Der COVID-19-Ausbruch nimmt ein Ausmaß an, das den Handlungsspielraum und Einfluss einzelner Unternehmen übersteigt. Zudem sind viele Modeunternehmen und Einzelhändler selbst in ihrer Existenz bedroht. Um in dieser Situation überhaupt wirksame Maßnahmen in Produktionsländern planen und umsetzen zu können, ist eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Regierungen, Wirtschaft und weiteren Organisationen wichtig. Das Textilbündnis arbeitet mit seinen Mitgliedern und anderen Initiativen daran, gemeinsame Maßnahmen in und für Produktionsländer zu organisieren.

Aber auch jedes einzelne Unternehmen ist im Rahmen seiner Möglichkeiten gefordert, die Geschäftspartner in den Lieferketten zu unterstützen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Zulieferern zu stärken. Dies ist neben der unternehmerischen Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte auch aus wirtschaftlichen Gründen notwendig: Marken und Handel sind auf funktionsfähige Lieferketten und ihre Lieferanten angewiesen, wenn die Aufträge nach den Geschäftsschließungen wieder hochgefahren werden sollen.

Unternehmen sollten daher auch eigenständig aktiv werden, um negative Auswirkungen auf Produktionsstätten und Textilarbeiter*innen zu vermeiden oder zu mindern. Wir empfehlen unseren Mitgliedern, u.a. folgende Maßnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten umzusetzen:

  • Bleiben Sie auf dem Laufenden. Informieren Sie sich über neue Entwicklungen und Veränderungen in Ihren Beschaffungsländern.
  • Gehen Sie in den Dialog mit Ihren Zulieferern, um zu erfahren:
    • Werden rechtliche Auflagen eingehalten? Welche Maßnahmen werden getroffen, um das Gesundheitsrisiko in den Produktionsstätten zu minimieren?
    • Werden die lokalen/nationalen Vorschriften eingehalten, die gelten, wenn Arbeiter*innen krank oder in Quarantäne sind?
    • Wo liegen derzeit die größten Herausforderungen? Wo gibt es Unterstützungsbedarf?
  • Verantwortungsvolle und faire Einkaufspraktiken zählen in dieser Situation mehr denn je. Grundsätzlich sollte gelten: Bereits bestellte Ware wird bezahlt, ebenso Ware, die derzeit produziert wird oder für die bereits Material eingekauft wurde. Wenn es keine Möglichkeit gibt, Ware zu liefern/anzunehmen, sollten die Lagerkosten übernommen werden. Vereinbarte Zahlungsziele sollten eingehalten werden. Treten Sie in den Dialog mit Ihren Zulieferern, um gemeinsam Alternativen und weitere Möglichkeiten zu prüfen.
  • Wenn sich Stornierungen und Auftragsänderungen nicht vermeiden lassen: Bedenken Sie, welche Konsequenzen dies für den Bestand des Produktionsunternehmens und für Arbeiter*innen hat. Gleiches gilt für die Beendigung von Geschäftsbeziehungen. Führt dies dazu, dass Arbeiter*innen keine Löhne für ihre geleistete Arbeit erhalten? Prüfen Sie, wie Sie Ihre Zulieferer nach Möglichkeit unterstützen können, auch finanziell.
  • Prüfen Sie, wo Flexibilität mit Blick auf Fertigungs- und Vorlaufzeiten bestehen, um Produktionsausfälle zu kompensieren. Planen Sie vorausschauend Verzögerungen in Produktion und Lieferung ein.
  • Treten Sie in den Dialog mit anderen Unternehmen und Initiativen. Arbeiten Sie an gemeinsamen Lösungen oder beteiligen Sie sich an solchen (siehe dazu auch nächsten Abschnitt).
  • Es besteht die Möglichkeit, dass weitere Risiken eng verbunden mit den Folgen des COVID-19-Ausbruchs auftreten, zum Beispiel exzessive Überstunden, Diskriminierung von infizierten Arbeiter*innen, etc. Bleiben Sie auch hierzu eng im Austausch mit Ihren Zulieferern. Dies gilt insbesondere auch, da derzeit die Möglichkeiten des Monitorings eingeschränkt sind, da zum Beispiel Audits nicht stattfinden.

Quellen und weitere Hinweise:

Fair Wear Foundation – Covid-19: What do we expect from members?
https://www.fairwear.org/covid-19-dossier/covid-19-guidance/covid-19-what-do-we-expect-from-members/

Ethical Trading Initiative – ETI during the Coronavirus outbreak:
https://www.ethicaltrade.org/blog/eti-during-coronavirus-outbreak

Fair Labor Association – Protecting Workers’ Rights in China During the Coronavirus Outbreak:
https://www.fairlabor.org/report/protecting-workers-rights-china-during-coronavirus-outbreak

Wie unterstützt das Textilbündnis seine Mitglieder in dieser Situation?

Das Textilbündnis bietet seinen Mitgliedern Unterstützung in Form von regelmäßigen Updates und Austauschrunden, um aktuelle Entwicklungen gemeinsam zu bewerten und Synergien zu identifizieren. Das Sekretariat steht in engem Kontakt mit anderen Initiativen, um Informationen zusammenzutragen und gemeinsame Maßnahmen voranzutreiben, die dazu beitragen, die negativen Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs abzufedern.

Dieser Internetauftritt wird regelmäßig aktualisiert. Sollten Sie Fragen oder Hinweise haben, wenden Sie sich gerne an lara.hutt@giz.de.

Aktuelle Informationen und Medienbeiträge
02. April Die Initiative Better Buying veröffentlicht Leitlinien für verbesserte Einkaufspraktiken, die auf den Ergebnissen einer umfassenden Lieferanten-Umfrage beruhen. (Link)
 
02. April Der UN Global Compact zeigt auf seiner Homepage Maßnahmen auf, wie Unternehmen die 10 Prinzipien des Global Compact derzeit umsetzen können, um Arbeiter*innen während der COVID-19-Pandemie zu unterstützen. (Link)
 
01. April Die zivilgesellschaftlichen Akteure im Textilbündnis veröffentlichen eine Pressemitteilung „Wirtschaftliche Auswirkungen der COVID-19-Krise treffen Beschäftigte in Produktionsländern fatal“, in der sie das Bündnis auffordern, sich gemeinschaftlich für Arbeiter*innen in der textilen Lieferkette einzusetzen. (Link)
 
31. März Das Netzwerk HomeNet South Asias veröffentlicht in einen Bericht zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf Heimarbeiter*innen kurz- und langfristige Forderungen an die Regierung Südasiens, da Heimarbeiter*innen im bisherigen finanziellen Unterstützungsprogramm keine Berücksichtigung finden. (Link)
 
30. März Die Organisation „Business for Social Responsibility“ (BSR) veröffentlicht das Rapid Human Rights Due Diligence Tool, dass bei der Erfüllung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten in zeitlich kritischen Situationen unterstützt. (Link

28. März Die Fair Wear Foundation veröffentlicht einen Leitfaden für Unternehmen, der die Risiken des COVID-19 Ausbruchs für Arbeiter*innen sowie mögliche Milderungsmaßnahmen aufzeigt. (Link)

28. März Laut Regierung dürfen Fabriken, die Schutzausrüstungen gegen Coronaviren herstellen oder an internationalen Aufträgen arbeiten, offen bleiben. Fabriken müssen jedoch angemessene Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten. (Link)
 
27. März Das Center for Global Workers‘ Rights veröffentlicht einen Kurzbericht „The impact of COVID-19 on workers and businesses at the bottom of global garment industries“ basierend auf Antworten einer Online-Umfrage mit Arbeitgebern in Bangladesch. (Link)
 
25. März Die International Apparel Federation (IAF) ruft die Bekleidungsindustrie und ihre Stakeholder zu Solidarität in der Lieferkette auf. Gemeinsam müsse nach Möglichkeiten gesucht werden, um Einkommenslücken für Arbeitnehmer*innen und die Nachfragelücke für Unternehmen zu schließen. (Link)
 
23. März Die Asia Floor Wage Alliance veröffentlicht ein „Statement on Garment Workers‘ Demands in the face of the COVID-19 Crisis“, in dem Entwicklungen in der gesamten Region aufgezeigt und Forderungen an Marken, Einzelhändler und Regierungen zum Schutz der Beschäftigten aufgeführt werden. (Link)
Live-Blogs und weitere Quellen
Clean Clothes Campaign

Die Clean Clothes Campaign (CCC) sammelt auf ihrem Live-Blog täglich neue Informationen zu den Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs auf die Rechte und Situation von Textilarbeiter*innen.

Textilwirtschaft

Über ihren News-Ticker berichtet das Fachmagazin kontinuierlich über neue Entwicklungen in der Corona-Krise.

Just-Style

Das Online-Nachrichtenportal für die Bekleidungs- und Textilindustrie informiert täglich über aktuelle Entwicklungen zu den Auswirkungen auf die globale Textilindustrie. 

Business & Human Rights Resource Centre

Das BHRRC sammelt unter dem Thread „COVID-19 Ausbruch: Auswirkungen auf Wirtschaft und Menschenrechte“ aktuelle Informationen über die Auswirkungen des Ausbruchs auf die Rechte von Arbeitnehmer*innen sowie Maßnahmen, die von Regierungen und Unternehmen getroffen werden.

IndustriAll Global Union

IndustriALL veröffentlicht auf seiner Homepage aktuelle Informationen über Reaktionen von Gewerkschaften aus der ganzen Welt. 

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation veröffentlicht auf ihrer Homepage Informationen und Hilfestellung zu den Auswirkungen des COVID-19 Ausbruchs auf den Bekleidungssektor. Dort finden Sie auch detaillierte Informationen für verschiedene Produktionsländer.

Fair Labor Association

Die Fair Labor Association informiert auf ihrer Webseite kontinuierlich über länderspezifische Entwicklungen.

Informationen zu einzelnen Produktionsländern

In diesem Abschnitt geben wir Ihnen einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in den Hauptbeschaffungsländern unserer Mitglieder.

Über die Echtzeit-Karte der Johns Hopkins Universität finden Sie eine Übersicht zu den aktuellen Zahlen der Corona-Infizierten pro Land.

Bangladesch
Status Quo:
 
  • Derzeit herrscht in Bangladesch ein landesweiter Lockdown. Dieser wurde um fünf Tage verlängert und gilt nun bis zum 11. April. 
  • Die Regierung kündigte keine Maßnahmen im Zusammenhang mit Fabrikschließungen an. BGMEA empfiehlt allen Mitgliedern, nur noch solche Fabriken offen zu lassen, die Schutzausrüstung herstellen oder laufende internationale Aufträge haben. Entsprechend angemessene Schutzmaßnahmen sollen in diesen Fällen ergriffen werden.
  • Fabriken in Bangladesch sehen sich derzeit mit einer hohen Anzahl an Auftragsstornierungen konfrontiert. Laut BGMEA wurden Aufträge in Höhe von mehr als 2 Milliarden US-Dollar storniert.
  • Die Regierung in Bangladesch hat angekündigt, die exportorientierte Industrie mit einem Hilfspaket in Höhe von 500Mio.  Euro zu unterstützen. 

Timeline:

  • 02. März Laut einer Studie des Penn State Center for Global Workers‘ Rights und des Workers Rights Consortiums wurden bereits mehr als eine Million Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie aufgrund von Auftragsstornierungen entlassen oder beurlaubt. (Link)
  • 02. März Femnet richtet gemeinsam mit SAVE einen Corona-Nothilfefonds ein und ruft zur Spende auf. Der Fonds soll Arbeiter*innen der Textilindustrie in Indien und Bangladesch, die von ausbleibenden Löhnen betroffen sind, unterstützen. (Link)
  • 01. April Über ihre Gewerkschaften setzen sich Zehntausende von Bekleidungsarbeiter*innen in Bangladesch erfolgreich ein, um sicherzustellen, dass sie bei Betriebsschließungen bezahlt werden und über angemessene Schutzausrüstung verfügen, wenn sie sich zur Arbeit melden müssen. (Link)
  • 31. März Aufgrund der steigenden Coronafälle im Land verlängert die Regierung den Lockdown um weitere fünf Tage bis zum 11. April. (Link)
  • 30. März Mehrere Fabriken in Bangladesch produzieren momentan einfache, nicht WHO-konforme Masken, die an die Bevölkerung verteilt werden. BGMEA steht derzeit u. a. im Austausch mit ILO und WHO, um auch medizinische Masken herzustellen und zu exportieren, die den Standards der WHO entsprechen. Die Um- und Fertigstellung der Produktion sowie die entsprechende Schulung der Arbeiter*innen wird jedoch ca. sechs Monate brauchen. (Link)
  • 27. März Die Regierung kündigte in seiner Ansprache am 25. März keine Maßnahmen im Zusammenhang mit Fabrikschließungen an. BGMEA empfiehlt allen Mitgliedern nur noch Fabriken offen zu lassen, die Schutzausrüstung herstellen, oder laufende internationale Aufträge haben. Entsprechend angemessene Schutzmaßnahmen sollten in diesen Fällen ergriffen werden. (Link)
  • 27. März Der Accord on Fire and Building Safety setzt angesichts der Angst vor einer Verbreitung des Coronavirus alle Inspektionen in den Fabriken und Bildungsaktivitäten im Land aus. (Link)
  • 26. März Die Regierung in Bangladesch kündigt an, die exportorientierte Industrie mit einem Hilfspaket in Höhe von 500 Mio. Euro zu unterstützen. So sollen unter anderem Lohnfortzahlungen gewährleistet und Steuererleichterungen für die Industrie umgesetzt werden. (Link)
  • 25. März Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller reagiert auf einen Brief von BGMEA Präsidentin Dr. Rubana Huq. Das Entwicklungsministerium prüfe derzeit verschiedene Maßnahmen. (Link)
  • 24. März Bangladesch verhängt eine landesweite Sperre, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Der gesamte öffentliche Verkehr wird vom 26. März bis zum 4. April ausgesetzt. (Link)
  • 23. März Die BGMEA Präsidentin Dr. Rubana Huq richtet sich in einer Videobotschaft an einkaufende Unternehmen mit dem Appell, sich weiter an die Abmachungen zu halten und fertige Ware unter den vereinbarten Rahmenbedingungen abzunehmen. Ansonsten seien Fabriken aufgrund der Stornierungen gezwungen, Arbeiter*innen zu entlassen. (Link)
  • 23. März Nach Angaben der Bangladesh Garment and Exporters Association (BGMEA) wurden mittlerweile Aufträge in Höhe von 2,04 Milliarden US-Dollar storniert, was sich in etwa auf 738 Fabriken und 1,42 Millionen Arbeiter*innen auswirkt. (Link)
  • 20. März Mehr und mehr Modeunternehmen ziehen aufgrund von Geschäftsschließungen und der damit sinkenden Nachfrage Produktionsaufträge zurück. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)
China
Status Quo:
  • Die Fabriken in China waren seit dem Neujahrsfest Ende Januar im Zuge der landesweiten Ausgangssperre geschlossen. Infolgedessen kam es zu Lieferengpässen – insbesondere bei Stoffen. 
  • Seit einigen Wochen nehmen Fabriken in China allmählich ihre wieder Arbeit auf.
  • Doch nun sieht sich die Textil- und Bekleidungsindustrie in China mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Nachfrage nach Textilien und Bekleidung weltweit zurückgeht.
Timeline:

  • 01. April: Chinas Exporte gehen aufgrund der weltweiten Ausbreitung der Covid-19-Pandemie weiterhin zurück. Arbeitnehmer*innen kehren nach dem landesweiten Lockdown an ihren Arbeitsplatz zurück. Fabriken beklagen jedoch fehlende Aufträge. (Link)
  • 25. März In der südchinesischen Provinz Guangdong, einem wichtigen Bekleidungs- und Textilhub, geben über 60% der exportorientierten Unternehmen an, dass ihre Auslandsaufträge zurückgegangen seien. In der sich immer noch erholenden inländischen Lieferkette haben Unternehmen nun Probleme mit Lagerhaltung, knappen Cashflows und Personalabbau. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
Indien
Status Quo: 
 
  • Seit dem 24. März herrscht in Indien ein 21-tägiger, landesweiter Lockdown.
  • Textilfabriken in Regionen wie Karnataka und Tamil Nadu wurden bis Mitte April geschlossen.
  • Wanderabeiter*innen stranden aufgrund der Einstellung des öffentlichen Verkehrs an (Bus-)Bahnhöfen.
  • Viele Arbeiter*innen sind weiterhin auf Fabrikgeländen untergebracht. Die Unterbringung auf engem Raum erhöht die Ansteckungsgefahr.
Timeline:
 
  • 02. April Femnet richtet gemeinsam mit SAVE einen Corona-Nothilfefonds ein und ruft zur Spende auf. Der Fonds soll Arbeiter*innen der Textilindustrie in Indien und Bangladesch, die von ausbleibenden Löhnen betroffen sind, unterstützen. (Link)
  • 02. April Die ICRA erwartet eine anhaltende Auswirkung auf den Sektor, wobei die Erholung über mehrere Monate hinweg allmählich erfolgen dürfte. (Link)
  • 01. April Laut der Thomson Reuters Foundation sind viele Arbeiter*innen in engen Unterkünften auf Fabrikgeländen gestrandet. Social distancing wird somit zu einer großen Herausforderung. Die Southern India Mills‘ Association (SIMA) bittet die Regierung Fabriken teilweise wieder zu eröffnen, um Schichtarbeit und folglich mehr Platz ermöglichen zu können. (Link)
  • 31. März Umfrage der Clothing Manufacturers Association of India (CMAI): Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich in der heimischen Bekleidungsindustrie eine erhebliche Krise anbahnt. Nur ein umfassendes Unterstützungspaket der Regierung könne den potenziellen Zusammenbruch der Branche auffangen. (Link)
  • 27. März Medienberichten zufolge trifft die Abriegelung des Landes derzeit insbesondere Wanderarbeiter*innen, die auf Grund der Einstellung des öffentlichen Verkehrs derzeit stranden, darunter auch viele in der Textilindustrie beschäftigte. (Link)
  • 25. März In einer Video-Botschaft fordert die indische Textilministerin Smriti Irani Modeunternehmen dazu auf, keine Aufträge zu stornieren und sich stattdessen in dieser schwierigen Zeit solidarisch zu zeigen. Lieferpläne könnten überarbeitet und Zahlungspläne verlängert werden, so die Ministerin. (Link)
  • 24. März Premierminister Narendra Modi ordnet eine 21-tägige, vollständige Ausgangssperre für die 1,3 Milliarden Menschen in Indien an. (Link)
  • 23. März Die Region Tirupur leidet besonders stark unter den Lieferausfällen: Mehr als 10.000 Produktionseinheiten in Tirupur kämpfen derzeit damit, ihre Arbeiterschaft weiter zu unterhalten. (Link)
  • 23. März Das Arbeitsministerium warnt Arbeitgeber*innen davor Arbeiter*innen zu entlassen und fordert, wenn dies doch geschehe, volle Entschädigungen zu zahlen. (Link)
  • 23. März Laut AEPC ist der Bekleidungssektor aufgrund des COVID-19 Ausbruchs am schlimmsten betroffen. Es wird geschätzt, dass für etwa 75% der indischen Bekleidungsexporte Auftragsstornierungen und -verschiebungen drohen. Zudem wird erwartet, dass dieser Zustand mind. zwei Monate anhält und sich auf Lieferungen im Wert von mind. 1 Milliarde Dollar auswirkt. (Link)
  • 22. März Der Apparel Export Promotion Council (AEPC) appelliert an Premierminister Narendra Modi für ein sofortiges Konjunkturpaket für den Bekleidungssektor. Die indische Bekleidungsindustrie hat derzeit mit Liquiditätsknappheit, steigenden Lagerbeständen und Lieferausfällen zu kämpfen. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)
Indonesien
Status Quo:
 
  • Zum jetzigen Zeitpunkt ist kein landesweiter Lockdown geplant.
  • Indonesien kündigt ein zweites Konjunkturpaket an: 8,1 Milliarden US-Dollar werden zur Verfügung gestellt, um die Wirtschaft zu fördern.
  • Indonesische Textilunternehmen beginnen mit der Produktion von medizinischen Masken und Schutzanzügen.
Timeline:
 
  • 29. März: Indonesische Textilunternehmen stellen ihre Produktion auf die Herstellung von Masken und Schutzanzügen für medizinisches Personal um. (Link)
  • 26. März: Die Jakarta-Regierung hat der Zentralregierung weiche und harte Lockdown-Szenarien vorgeschlagen. Die Zentralregierung zögert jedoch mit einer Abriegelung, da sich die Umsetzung bei 17.000 Inseln schwierig gestaltet und die sozioökonomischen Kosten erheblich sind. (Link)
  • 13. März Indonesien kündigt ein zweites Konjunkturpakete an: 8,1 Milliarden US-Dollar werden zur Verfügung gestellt, um die Wirtschaft durch Steueranreize und Subventionen für Arbeitnehmer, Unternehmen und Familien zu stimulieren. Das Paket dient unter anderem dazu kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe zu schützen. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
Kambodscha
Status Quo:
 
  • Bisher gibt es keine Informationen über einen landesweiten Lockdown.
  • Aufgrund von ausstehenden Zahlungen der Einkäufer konnten einige Fabriken ihren Arbeitnehmer*innen keinen Lohn zahlen. Infolgedessen kam es zu ersten Protesten in Phnom Penh.
  • Viele Fabriken sahen sich aufgrund von Engpässen bei den Rohstofflieferungen aus China gezwungen, die Produktion in den letzten Monaten einzustellen – daraufhin wurden Tausende Arbeiter*innen entlassen.

Timeline:

  • 02. April Mindestens 91 Bekleidungsfabriken in Kambodscha haben die Arbeit wegen COVID-19 ausgesetzt. 61.500 Arbeiterinnen und Arbeiter seien betroffen, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums am Mittwoch. (Link)
  • 01. April Der Verband der Bekleidungshersteller in Kambodscha (GMAC) gibt an, dass die Fabrikbesitzer nicht in der Lage sein würden, 40 Prozent der ausgesetzten Löhne der Beschäftigten zu zahlen. Mehr als 70 Fabriken haben die Entlassung von Beschäftigten beantragt. (Link)
  • 25. März Fast 1.000 Textilarbeiter*innen protestieren vor einer Fabrik in Phnom Penh nachdem sie keine Lohnzahlungen mehr erhalten haben, was nach Angaben des Fabrikmanagement auf sinkende Zahlungen von Einkäufern zurückzuführen sei. (Link)
  • 25. März Der Verband der Bekleidungshersteller in Kambodscha (GMAC) ruft alle Stakeholder zur Zusammenarbeit auf, um der kritischen Situation, die durch COVID-19 verursacht wurde, zu begegnen, (Link)
  • 24. März Mehr als 50 Fabriken haben laut des Sprechers des Arbeitsministeriums eine Arbeitsniederlegung beantragt, von der fast 30.000 Beschäftigte betroffen wären. (Link)
  • 20. März Die kambodschanische Regierung hat einen Plan angekündigt nach dem Textilarbeiter*innen im Falle von Fabrikschließungen 60% des Mindestlohns erhalten sollen. Dafür sollen zu 40% die Fabrikbesitzer und zu 20% die Regierung aufkommen. (Link)
  • 25. Februar Die Regierung kündigt Steuerbefreiungen für Fabriken an, die von dem COVID-19 Ausbruch und der EBA-Aussetzung stark betroffen sind. (Link) Zudem müssen Arbeiter*innen in der verarbeitenden Industrie sechs Monate lang keine Einkommenssteuer zahlen. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)
Myanmar

Status Quo:

  • In Myanmar herrscht derzeit noch kein landesweiter Lockdown. Bisher wurden Schulschließungen angeordnet und darüber hinaus öffentliche Veranstaltungen, große Versammlungen und religiöse Veranstaltungen bis zum 30. April verboten.
  • Dennoch werden die Folgen der COVID-19-Pandemie aufgrund der Fabrikschließungen und dem damit einhergehenden Personalabbau sichtbar. 
  • Die Regierung hat angekündigt einen COVID-19-Fonds von 70 Mio. USD zu errichten. Dieser soll die Wirtschaft, u.a. die Textilindustrie, unterstützen. Allerdings wird angenommen, dass dieses Paket nicht ausreicht, um zehntausende Arbeitsplätze in der Bekleidungsbranche zu retten.

Timeline:

  • 29. März: Immer mehr Fabriken stellen den Betrieb in Myanmar ein. Grund dafür sind Auftragsstornierungen von Markenunternehmen in EU Ländern. (Link)
  • 27. März Tausende Textilarbeiter*innen protestieren gegen drohende Entlassungen. (Link)
  • 25. März Die Regierung kündigt ein 70 Millionen USD Paket zur Unterstützung der Wirtschaft an. Es wird jedoch angenommen, dass nichtsdestotrotz zehntausende Arbeitsplätze in der Bekleidungsindustrie gefährdet sind. (Link)
  • 24. März Derzeit herrscht in Myanmar noch keine landesweite Sperre. Lediglich verschiedene Gemeinden sowie zurückkehrende Reisende werden unter Quarantäne gestellt. (Link)
  • 17. März Das Ministerium für Planung, Finanzen und Industrie kündigt die Einrichtung eines COVID-19 Fonds an, um die Wirtschaft anzukurbeln. Der Fonds soll die vom Virus am stärksten betroffenen Wirtschaftszweige, darunter auch die Textilindustrie, unterstützen. (Link)
  • 15. März Ausgelöst durch den COVID-19 Ausbruch und folgenden Fabrikschließungen sowie Personalabbau haben seit Jahresbeginn etwa 4.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)
Pakistan
Status Quo:
 
  • Derzeit herrscht in Pakistan ein landesweiter Lockdown. Dieser wurde bereits verlängert und gilt nun bis zum 14. April.
  • Fast alle Textilfabriken haben ihre Produktion stillgelegt.
Timeline:
 
  • 02. April Laut Human Rights Watch wirkt sich der wirtschaftliche Shutdown unverhältnismäßig stark auf Arbeitnehmer*innen aus, insbesondere auf Heimarbeiter*innen und Hausangestellte. Die Textilindustrie ist aufgrund von Auftragsstornierungen besonders von der Corona Krise betroffen. (Link)
  • 01. April Die Regierung beschließt, die derzeitigen Beschränkungen mit Ausnahme des Gütertransports bis zum 14. April fortzusetzen. (Link)
  • 23. März Die Provinzregierung in Sindh kündigte bezahlten Urlaub für alle Beschäftigten während des Lockdown an. Es solle in diesem Zeitraum keine Entlassungen geben. Ca. 1/4 der pakistanischen Textilindustrie ist in Sindh ansässig. (Link
  • 23. März Seit heute gilt im ganzen Land ein zweiwöchiger Lockdown. Fabriken, darunter auch die Textilindustrie, müssen für diese Zeit schließen. (Link)
  • 23. März Die All Pakistan Textile Mills Association (APTMA) fordert die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Textilindustrie vor den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu retten. (Link)
  • 23. März Fabriken im ganzen Land müssen aufgrund von Stornierungen ihre Produktion runterfahren. Die Regierung verlangt von Fabriken, Arbeiter*innen die vollen Löhne für den Monat März auszuzahlen. Unklar ist, ob die Löhne im April gezahlt werden können. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)
Portugal
Status Quo:
 
  • Der Ausnahmezustand in Portugal wurde um weitere zwei Wochen bis zum 17. April verlängert.
  • Textil- und Bekleidungsfabriken arbeiten derzeit mit 20% oder 30% ihrer Gesamtkapazität.
  • In Portugal gibt es über 12.000 Textil- und Bekleidungsunternehmen mit 140.000 Beschäftigten. Viele Textilunternehmen stehen vor dem Bankrott, da die Einnahmen aufgrund stornierter Aufträge stark zurückgehen.
Timeline:
 
  • 2. April Die Regierung verlängert den Ausnahmezustand um weitere zwei Wochen bis zum 17. April. Es gelten weiterhin strikte Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit der Bevölkerung. (Link)
  • 25. März  Die portugiesische Sportartikel- und Textilindustrie startet eine Initiative, um Krankenhäuser mit benötigter Ausrüstung zu beliefern. Mehrere Bekleidungshersteller aus Nordportugal bieten zudem an, ihre Modeproduktion auf Schutzmasken und -kleidung umzustellen. Eine Herausforderung ist dabei der Kauf geeigneter Stoffe, die normalerweise aus Indien oder China importiert werden. (Link)
  • 18. März Die Regierung kündigt ein 9,2 Milliarden-Euro-Paket an, um Arbeitnehmer*innen zu unterstützen und den von der Epidemie betroffenen Unternehmen Liquidität zu verschaffen. (Link)
  • 18. März Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat am Mittwoch den Ausnahmezustand zur Bekämpfung der Pandemie ausgerufen. Die neuen Maßnahmen sollen am 19.03.2020 beginnen und bis zum 2. April laufen, um dann erneut bewertet zu werden. (Link)
Weitere Infos:
Weitere Informationen sowie Orientierung zu den Auswirkungen, Reaktionen und Maßnahmen in Portugal finden Sie auf der Homepage der Fair Wear Foundation sowie der Fair Labor Association.
Türkei
Timeline:
 
  • 27. März Um die Wirtschaft zu schützen, herrscht in der Türkei noch kein weitreichender Lockdown. Die Bevölkerung ist aufgefordert, freiwillig zuhause zu bleiben. Präsident Erdogan steht jedoch unter zunehmendem Druck, eine strikte Sperre anzukündigen, da die Fälle in der Türkei zunehmen. (Link)
  • 18. März Präsident Erdogan kündigt ein Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden Türkischen Lira (15,4 Milliarden Dollar) an, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus zu begrenzen. Es sieht unter anderem Verzögerungen bei Kreditrückzahlungen sowie Steuersenkungen in verschiedenen Sektoren, u.a. auch dem Textilsektor, vor. (Link)
 
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)
Vietnam

Status Quo:

  • Seit dem 1. April herrschen in Vietnam strenge „Social Distancing“-Regeln für 15 Tage.
  • Die Regierung erlaubt den Fabriken, ihren Betrieb fortzusetzen, wenn die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Öffentliche Verkehrsdienste werden jedoch eingeschränkt.
  • Produzenten in Vietnam sehen sich mit einer hohen Anzahl an Auftragsstornierungen konfrontiert. Es ist mit Entlassungen von 30-50% der 2,8 Millionen Textilarbeiter*innen zu rechnen.
  • Die Regierung plant Anreize in Höhe von 1,16 Milliarden US-Dollar.

Timeline:

  • 03. April Laut Ministerium für Industrie und Handel sind für viele vietnamesische Industrien nicht mehr Rohstoffimporte aus China, sondern die häufige Stornierung von Aufträgen durch US- und EU-Kunden das Problem. Nach Angaben des Ministeriums besteht die Priorität jetzt darin, die heimische Industrie trotz der Auswirkungen der Krankheit am Laufen zu halten. (Link)
  • 31. März Vietnam verhängt strenge landesweite „Social Distancing“-Regeln für 15 Tage. Fabriken können jedoch mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen ihren Betrieb fortsetzen. (Link)
  • 28. März CEO der Vietnam National Textile and Garment Group (Vinatex) geht davon aus, dass die gekündigten Verträge zu Einnahmeverlusten für Produzenten führen und in den nächsten zwei Monaten 30-50% der 2,8 Millionen Textilarbeiter*innen entlassen werden müssen. (Link)
  • 24. März Aufgrund der Stornierungen geht die HCM Association of Garment Textile Embroidery and Knitting davon aus, dass etwa 40% der vorhandenen Stoffe aufgegeben oder zu niedrigen Preisen verkauft werden müssen. (Link)
  • 20. März Die Regierung bereitet sich darauf vor, Anreize in Höhe von 1,16 Milliarden US Dollar zu schaffen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu senken. Anreize sollen in Form von Steuervergünstigungen, verzögerten Steuerzahlungen und Landnutzungsgebühren auftreten. (Link)
Weitere Infos:
  • Fair Wear Foundation: ausführliche Übersicht zur aktuellen Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)
  • Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

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