COVID-19 Update
Auswirkungen auf die Textil-Lieferkette
Informationen zu einzelnen Produktionsländern

In diesem Abschnitt geben wir Ihnen einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in den Hauptbeschaffungsländern unserer Mitglieder.

Über die Echtzeit-Karte der Johns Hopkins Universität finden Sie eine Übersicht zu den aktuellen Zahlen der Corona-Infizierten pro Land.

Die Fair Wear Foundation bietet eine Übersicht verschiedener Nothilfefonds freier Träger für einzelne Länder.

Äthiopien
Aktuelle Situation

Lockdown: Am 8. April wurde ein Ausnahmezustand für 5 Monate ausgerufen. Größere Veranstaltungen sind künftig verboten sowie Schulen und Restaurants geschlossen.

Produktion: Etwa die Hälfte der Unternehmen im Hawassa Industrial Park, in dem bis zu 35.000 Menschen beschäftigt sind, stellte mittlerweile die Produktion ein. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und die Regierung haben sich auf ein dreigliedriges Protokoll geeinigt, um Entlassungen während der Krise zu verhindern. (Link) Staatliche Subventionen haben es den Exporteuren der verarbeitenden Industrie ermöglicht, vom kostenlosen Schienenverkehr zu profitieren und die Kosten für die Exportlogistik zu senken. Die neue Strategie der Regierung für Industrieparks sieht zudem die Einrichtung von Produktionszentren zur Herstellung von PSA für inländische und ausländische Märkte vor. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Bangladesch
Aktuelle Situation

Lockdown: Seit dem 31. Mai werden die Lockdown Regelungen wieder gelockert. Die Regierung plant die wirtschaftlichen Aktivitäten langsam wieder aufzunehmen. Handelszentren, Märkte, Büros und auch der öffentliche Nahverkehrs sollen nun wieder geöffnet werden. (Link)

Produktion: Am 4. Mai verkündeten die zuständigen Behörden, dass nach und nach weitere Fabriken geöffnet werden. (Link) Bekleidungsfabriken sollen jedoch geschlossen werden, sobald eine bedeutende Anzahl von Arbeiter*innen mit COVID-19 infiziert ist. (Link) Mehrere Audit-Teams der BGMEA prüfen die Gesundheits- und Sicherheitssysteme der Fabriken durch unangemeldete Fabrikbesuche. (Link) Laut BGMEA sind derzeit fast alle Fabriken nur zu 55 Prozent ausgelastet; über 400 Fabriken mussten aufgrund von neuen Auftragsstornierungen schließen. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigte Ende März ein Hilfspaket in Höhe von 590 Millionen USD (etwa 544 Millionen Euro) für die exportorientierte Industrie zur Bezahlung von Beschäftigten an. Am 15. April kündigte der Premierminister die Bereitstellung von 7,6 Mrd. Tk. (etwa 83 Millionen Euro) für Menschen, die infolge der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben, an. Das Finanzministerium wird außerdem Zinszahlungen für bis zu 500 Milliarden Tk. (etwa 5,4 Milliarden Euro) an Betriebsmittelkrediten subventionieren. (Link) Unternehmen, die ihre Beschäftigten derzeit nicht bezahlen, erhalten laut Arbeitsministerium kein Geld aus dem angekündigten Rettungspaket. (Link) Die COVID-19 Gesundheitsrichtlinie der Regierung empfiehlt, dass Arbeitgeber Mitarbeiter*innen mit Coronavirus-Symptomen bezahlten Kranken- oder Sonderurlaub gewähren sollten. (Link)

Weitere Entwicklungen: Verschiedene zivil-gesellschaftliche Akteure haben Spendenfonds zur Unterstützung von Arbeiter*innen eingerichtet (Link). Darunter befindet sich auch der Nothilfefonds für Textilarbeiter*innen in Indien und Bangladesch des Textilbündnismitglieds FEMNET e.V. Die Europäische Union stellt 93 Millionen Euro bereit, um die schätzungsweise eine Million Bekleidungsarbeiter*innen in Bangladesch zu unterstützen. Der Beitrag ist Teil des „Team Europe“ Hilfspakets in Höhe von 334 Millionen Euro zur Bekämpfung der Pandemie in Bangladesch. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Better Work: Kurze Übersicht zur Situation und den politischen Entscheidungen bezüglich Fabriken (Link)

Bulgarien
Aktuelle Situation

Lockdown: Bulgarien hat mit der Lockerung der Einschränkungen begonnen. Der nationale Notstand, der seit dem 13. März galt, wurde am 13. Mai aufgehoben. (Link)

Produktion: Die Produktion wird in weiten Teilen und unter Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen fortgeführt. 

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung stellt 4,5 Milliarden BGN (etwa 2,4 Milliarden Euro) zur Unterstützung von Unternehmen bereit. Darunter fällt beispielsweise die Deckung von 60% des Lohns von Beschäftigten in den betroffenen Sektoren, die andernfalls entlassen worden wären, einschließlich der von den Arbeitgebern fälligen Sozialversicherungsbeiträge sowie der Aufschub von Zahlungen der Unternehmenssteuer bis zum 30. Juni. (Link)

China
Aktuelle Situation

Lockdown: Der wochenlange Lockdown ist seit dem 8. April offiziell beendet. Es werden jedoch weiterhin Vorsichtsmaßnahmen getroffen. In den Provinzen Jilin, Liaoning und Heilongjiang herrscht seit dem 19. Mai ein erneuter Lockdown aufgrund neuer Infektionen. Wegen eines neuen COVID-19 Ausbruchs in China’s Hauptstadt Peking wurden am 15. Juni erneut Lockdown-Maßnahmen angeordnet.  (Link, Link)

Produktion: Seit einigen Wochen nehmen Fabriken in China ihre Arbeit allmählich wieder auf. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die chinesische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen beschlossen. Zum einen können Mieten, Steuern und Sozialabgaben gesenkt oder gestundet werden. Zum anderen können Unternehmen Kredite zu ermäßigten Zinssätzen beantragen. (Link)

Indien
Aktuelle Situation

Lockdown: Indien hat angekündigt, die nationalen Lockdown Regelungen weiter zu lockern. In der ersten Stufe eines Drei-Phasen-Plans werden ab dem 8. Juni Einkaufszentren, Gebetsstätten, Hotels, Restaurants und andere gastgewerbliche Dienstleistungen geöffnet. Diese Maßnahmen gelten jedoch nicht für ausgewiesene „containment zones“ mit einem höheren Übertragungsrisiko. (Link)

Produktion: Seit der Lockerung des Lockdowns nehmen Fabriken ihre Produktion langsam wieder auf, jedoch mit beschränkter Kapazität. Einige Fabriken stellen derzeit Community-Masken und PSA her, um die Eindämmung des Virus zu unterstützen und sich über Wasser zu halten. (Link) Eine Umfrage des Clothing Manufacturers Association of India (CMAI) hat ergeben, dass Ende Mai nur 22% der Bekleidungsfabriken ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. 40% davon seien derzeit mit der Herstellung von wesentlichen Produkten (wie Masken und PSA) beschäftigt, im Durchschnitt jedoch nur mit 25% ihrer Kapazität. (Link) Nachdem sie während des Lockdown in den Industriestädten Indiens gestrandet waren und unter schlechten Bedingungen nach Hause reisen mussten, weigern sich nun viele Wanderarbeiter*innen, zurückzukehren. Besitzer*innen von Bekleidungsfabriken erklären, dass der Mangel an Arbeitskräften eines der größten Probleme darstelle. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigte ein 23 Milliarden USD schweres Hilfspaket an, das in den nächsten drei Monaten rund 800 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen soll. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass viele Wanderarbeiter*innen keinen Zugang dazu haben werden, da sie sich derzeit nicht in ihren registrierten Wohnorten befinden. (Link) Das Arbeitsministerium arbeitet zudem an einem Vorschlag zur Bereitstellung von Mindestmaßnahmen der sozialen Sicherung für Arbeiter*innen des unorganisierten Sektors (bspw. Vertragsarbeiter*innen). (Link) Am 14. Mai wurde die Verteilung kostenloser Lebensmittel für Migrant*innen angekündigt. Finanzministerin Nirmala Sitharaman sagte, Getreidelieferungen im Wert von 463 Millionen USD würden 80 Millionen Migrant*innen zugute kommen. (Link) Angesichts der Notlage von Wanderarbeiter*innen inmitten der COVID-19 Pandemie setzt sich der Ständige Ausschuss für Arbeit für einen Sozialversicherungsschutz mit gesetzlicher Absicherung ein. (Link)

Weitere Entwicklungen: Verschiedene zivil-gesellschaftliche Akteure haben Spendenfonds zur Unterstützung von Arbeiter*innen eingerichtet (Link). Darunter befindet sich auch der Nothilfefonds für Textilarbeiter*innen in Indien und Bangladesch des Textilbündnismitglieds FEMNET e.V.

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Indonesien
Aktuelle Situation

Lockdown: Die indonesische Regierung stellt sich auf ein „New Normal“ ein. Die Regierung plant eine Rückkehr zur Normalität in fünf Phasen, beginnend mit der Freigabe der Verkehrsdienste am 1. Juni und der Öffnung aller wirtschaftlichen Aktivitäten bis Ende Juli. (Link)

Produktion: Produktion derzeit ausgesetzt oder stark reduziert. Viele Arbeiter*innen wurden nach Hause geschickt. (Link) Indonesische Textilunternehmen stellen auf die Produktion von medizinischen Masken und Schutzanzügen um. (Link)

Regierungsmaßnahmen: 8,1 Milliarden USD wurden zur Verfügung gestellt, um die Wirtschaft in Form von steuerlichen Anreizen zu fördern. Ein weiteres Konjunkturpaket von 1,4 Milliarden USD soll u.a. Steueraussetzungen und Lockerung von Kreditauszahlungen ermöglichen. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Kambodscha
Aktuelle Situation

Lockdown: Es herrscht kein landesweiter Lockdown; in Phnom Penh wurden Schulen geschlossen und social distancing Maßnahmen verordnet.

Produktion: Laut dem kambodschanischen Premierminister haben 256 Textil-und Schuhfabriken ihren Betrieb eingestellt. Davon seien mehr als 130.000 Beschäftige betroffen. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Entlassene Mitarbeiter*innen der Textilindustrie erhielten für die ersten zwei Monate 70 USD monatlich – 40 USD von der Regierung und 30 USD vom Arbeitgeber. Dies entspricht etwa einem Drittel des Mindestlohns. (Link) Die Regierung kündigte außerdem am 25.Mai an, dass Fabriken von dem COVID-19 Ausbruch und der EBA-Aussetzung stark betroffen sind. (Link) Zudem müssen Arbeiter*innen in der verarbeitenden Industrie sechs Monate lang keine Einkommenssteuer zahlen. Das Arbeitsministerium hat zudem am 8. Mai mit Soft-Skills Trainings für 400 entlassene Arbeiter*innen  im Distrikt Mean Chey begonnen. (Link)

Weitere Entwicklungen: Die japanische Regierung wird Kambodscha im Juni 2020 über das United Nations Office for Project Services (UNOPS) mit einer Nothilfe unterstützen, die medizinische Hilfsgüter und technische Unterstützung im Wert von mehr als 6,3 Millionen USD umfasst. (Link) Am 11. Juni veröffentlichte die EU zudem eine Presseerklärung, in der sie erklärte, dass sie Kambodscha mit rund 504 Millionen USD in Form von Zuschüssen und Darlehen im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie unterstützen und bei der Abmilderung der sozioökonomischen Auswirkungen helfen werde. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Weitere Informationen

Better Work: Kurze Übersicht zur Situation und den politischen Entscheidungen bezüglich Fabriken (Link)

Myanmar
Aktuelle Situation

Lockdown: Schulen sind weitestgehend geschlossen, werden jedoch momentan auf die Wiedereröffnung im Juli vorbereitet. Große Versammlungen sowie internationale Flüge sind untersagt. (Link) In mehreren Regionen, u.a. Yangon, Mandalay and Nay Pyi Taw hat die Regierung das Tragen von Gesichtsmasken angeordnet. (Link, Link)

Produktion: Seit Anfang Mai können Fabriken ihre Arbeit wieder aufnehmen, wenn sie die Inspektion zur Einhaltung der COVID-19-Bestimmungen der Regierung bestanden haben. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung hat einen COVID-19 Fonds in Höhe von 70 Millionen USD eingerichtet, um u.a. die Textilindustrie zu unterstützen. Es wurde außerdem eine Verlängerung der Einkommens- und Gewerbesteuerzahlungsfrist sowie eine Befreiung von der 2-prozentigen Einkommenssteuervorauszahlung auf Exporte bis zum Ende des Finanzjahres beschlossen. (Link)

Weitere Entwicklungen: Die EU hat die Einrichtung eines Nothilfefonds in Höhe von 5 Millionen Euro angekündigt, um Arbeiter*innen im Bekleidungssektor Myanmars zu unterstützen. Dieser ist Teil eines größeren Beitrags (25 Millionen USD) des Livelihoods and Food Security Fund (LIFT), der EU, der USA sowie Australien.

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Nordmazedonien
Aktuelle Situation

Lockdown: Nordmazedonien verabschiedete einen Drei-Phasen-Plan zur Lockerung der Coronavirus-Sperre. Die erste Phase umfasst die Wiedereröffnung von Unternehmen und die allmähliche Lockerung der Mobilität im ganzen Land. Die zweite Phase wird die Wiedereröffnung einiger Betriebe unter empfohlenen Maßnahmen und strengen Arbeitsprotokollen im Hinblick auf die Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 ermöglichen. In der dritten Phase wird die Wiedereröffnung aller Arbeitsstätten unter Hygiene- und Social-Distancing-Vorschriften erlaubt. (Link)

Produktion: Abgesehen von stornierten Bestellungen sehen sich die Fabriken, die ihre reguläre Produktion fortsetzen, mit einem Mangel an Arbeitskräften konfrontiert, was zu einer verzögerten Auslieferung von Bestellungen führt.

Pakistan
Aktuelle Situation

Lockdown: Trotz der rapide zunehmenden Coronavirus-Fälle kündigte der pakistanische Premierminister Anfang Juni an, dass keine neue Sperre verhängt würde. (Link)

Produktion: Teile der Textilindustrie konnten bereits vor Ende des Lockdown die Produktion wieder aufnehmen. Auch in Punjab und Sindh, den beiden am schlimmsten betroffenen Provinzen, wurde nun die Wiedereröffnung der Bekleidungsindustrie genehmigt. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung genehmigt jeweils 3000 Rs (etwa 17 Euro) für sieben Millionen Tagelöhner sowie 200 Milliarden Rs (etwa 1,2 Milliarden Euro) für Exporteure. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Portugal
Aktuelle Situation

Lockdown: Der „state of emergency“ wurde am 3. Mai von Pre­mier­mi­nis­ter Antó­nio Cos­ta beendet. Es folgt nun eine schrittweise Lockerung der Lockdown Maßnahmen. (Link)

Produktion: Textil- und Bekleidungsfabriken arbeiten derzeit mit reduzierten Kapazitäten und unter strikten Sicherheitsvorkehrungen.  Einige Fabriken haben aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr vorübergehend geschlossen. Beschäftigte erhalten weiterhin ihren Lohn, es ist jedoch unklar, wie lange dies garantiert werden kann. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigt ein 9,2 Milliarden-Euro-Paket an, um Arbeitnehmer*innen zu unterstützen und den von der Epidemie betroffenen Unternehmen Liquidität zu verschaffen. (Link)

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Rumänien
Aktuelle Situation

Lockdown: Seit 15. Mai wird der Ausnahmezustand, der seit dem 23. März galt, durch den weniger restriktiven Alarmzustand ersetzt. Die Restriktionen werden schrittweise alle zwei Wochen entsprechend der epidemiologischen Entwicklung gelockert. (Link)

Produktion: Fabriken sind weiterhin geöffnet.

Regierungsmaßnahmen: In einem ersten Maßnahmenpaket hat die rumänische Regierung unter anderem beschlossen, dass Arbeitgeber*innen staatliche Unterstützung für die Bezahlung ihrer Arbeitnehmer*innen erhalten. Beschäftigte erhalten eine Entschädigung von 75 Prozent des Grundgehalts.

Tunesien
Aktuelle Situation

Lockdown:  Tunesien hat am 4. Mai mit einer stufenweisen Lockerung der Lockdown-Maßnahmen begonnen. (Link)

Produktion: Die Industrie darf ihre Produktion mit der Hälfte der Mitarbeiter*innen wieder starten, wenn der Transport durch das Unternehmen gewährleistet wird. (Link) 

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 850 Millionen USD an, um die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen. 450 Millionen USD sollen an besonders einkommensschwache Familien gehen, die aufgrund der Krise ihre Jobs verloren haben. Die Regierung plant zudem, die 1,5 Millionen Beschäftigten im privaten Sektor mit einem Beitrag von jeweils 70 USD zu unterstützen, während der restliche Lohn vom Arbeitgeber aufgebracht wird. (Link) Darüber hinaus hat Finanzministerium den Solidaritätsfund 1818 errichtet, in den schon einige Firmen Spenden eingezahlt haben.

Weitere Entwicklungen: Tunesien erhält zudem finanzielle Unterstützung von externen Akteuren. Der International Monetary Fund (IMF) stimmte einem Kredit in Höhe von 745 Millionen Dollar zur Verteilung an nordafrikanische Länder zu; die EU unterstützt Tunesien mit 250 Millionen Euro; Italien mit 50 Millionen Euro. (Link)

Türkei
Aktuelle Situation

Lockdown: Die Türkei hat die meisten öffentlichen Plätze am 01. Juni wieder geöffnet. Restaurants, Cafés, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Strände, Parks, Bibliotheken und Museen sind im ganzen Land wieder geöffnet. (Link)

Produktion: Textil- und Bekleidungsfabriken dürfen weiterhin operieren. Aufgrund der Stornierungen mussten einige Fabriken jedoch vorübergehend schließen. (Link) Die Kapazitätsauslastungsrate der Textilindustrie fiel von 84,9% im Februar auf 47,1% im April. (Quelle: Webinar FLA)

Regierungsmaßnahmen: Präsident Erdogan kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 15,4 Milliarden USD an, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen. Es sieht unter anderem Verzögerungen bei Kreditrückzahlungen sowie Steuersenkungen in verschiedenen Sektoren, darunter auch der Textilsektor, vor. (Link)

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Vietnam
Aktuelle Situation

Lockdown: Vietnam hat mit der Lockerung der strengen social distancing Regeln begonnnen. (Link)

Produktion: Fabriken können den Betrieb fortsetzen, sofern entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung plant eine Reihe von Anreizen, um die Auswirkungen abzuschwächen (Steuervergünstigungen, verzögerten Steuerzahlungen & Landnutzungsgebühren). (Link) Der Ständige Ausschuss der Nationalversammlung verabschiedete darüberhinaus ein Geldtransferpaket in Höhe von 36 Milliarden VND (etwa 1,4 Milliarden Euro), welches in den nächsten drei Monaten u.a. ärmeren Haushalten, Empfänger*innen von Sozialprogrammen sowie Beschäftigten, die vorübergehend nicht mehr arbeiten oder unbezahlten Urlaub genommen haben, zugutekommt. (Link)

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Better Work: Kurze Übersicht zur Situation und den politischen Entscheidungen bezüglich Fabriken (Link)

Weitere Länderinformationen

Weitere Informationen zu den Entwicklungen in den Produktionsländern finden Sie auch bei:

Darüber hinaus organisiert das GIZ-Regionalvorhaben FABRIC derzeit die Webinar-Reihe „Getting through this crisis together“ zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die asiatische Textil- und Bekleidungsindustrie.

In zehn Webinaren von jeweils 60-90 Minuten diskutieren Branchenexpert*innen über Chancen und Herausforderungen auf dem Weg durch die Krise und tauschen Erfahrungen aus. Das Format hat zum Ziel, Interessensvertreter*innen der Industrie zusammenzubringen, darunter asiatische Produzenten und Zulieferer, Produzentenverbände, Markenunternehmen, zivilgesellschaftliche Akteure sowie internationale Organisationen, um die Lage vor Ort zu analysieren und Synergien sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu identifizieren.   

Ansprechpartnerin: Alexandra Behns (GIZ)

1. Session „The Impact of the Crisis on Producers and Workers: Voices from Asia” (29. April, 10 Uhr CET): Dieses Webinar konzentrierte sich auf die allgemeinen Auswirkungen der Pandemie auf die Textil- und Bekleidungsindustrie, insbesondere in Bangladesch, Kambodscha, Myanmar, Pakistan und China. Drei Vertreter*innen teilten ihre Erfahrungen aus Sicht von Arbeitnehmer, Produzenten und regionalen Vereinigungen. Für die Aufzeichnung des Webinars nutzen Sie bitte das Passwort: Webinar1.

2. Session „The Impact of the Crisis: The Brands‘ Perspective“ (12. Mai, 10 Uhr CET): Im zweiten Webinar werden die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie aus Sicht der Markenunternehmen diskutiert. Neben Maren Barthel, Direktorin des Technologieanbieters ELEVATE, referieren unter anderem Mathias Diestelmann, Geschäftsführer des Bündnisunternehmens Brands Fashion sowie Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats. Zur Aufzeichnung des Webinars.

3. Session “How can factories bounce back from COVID-19?“ (02. Juni, 13 Uhr CET): Das dritte Webinar befasst sich mit der Widerstandsfähigkeit der Unternehmen in der Krise. Dr. Raymond Robertson (Direktor, Mosbacher Institute for Trade, Economics, and Public Policy, Texas A&M University), Nicole Chu (Direktorin Corporate Compliance, Sabrina Fashion Industrial Corporation) und Kim van der Weerd (Autorin und ehemals General Manager in einer Textilfabrik) diskutieren mögliche Schritte zur Bewältigung der Krise, einschließlich Partnerschaften, Produktion, Managementsysteme, Finanzierung und Möglichkeiten der Wiedereröffnung von Fabriken. Sehen Sie sich hier die Aufzeichnung des Webinars an.

4. Session “Sustainability: How to stay on course during COVID-19?“ (Dienstag, 16. Juni, 13 Uhr CET): Das vierte FABRIC-Webinar findet in Kooperation mit der Sustainable Apparel Coalition (SAC) statt, die die Ergebnisse einer Befragung der Mitgliedsunternehmen zu COVID-19 vorstellen wird. Anschließend diskutieren Eranthi Premaratne (Director Facilities, SAC), Matthew Guenter (Senior Environmental Sustainability Manager, TAL Apparel Limited) und Vijay N. Suvarna (Sustainability & Compliance, Asiatan/TecTuff) die Auswirkungen auf Fabriken und insbesondere auf die Sicherheit der Arbeiter*innen. Es geht auch darum, wie Fabriken und andere Stakeholder der Industrie sich auch in Krisenzeiten für Nachhaltigkeit engagieren können und was dies für Instrumente wie den Higg-Index des SAC und die Art und Weise seiner Umsetzung in der gesamten Branche bedeutet. Aufzeichnung des Webinars

5. Session “COVID-19 and Beyond: Making Gender Equality a Reality” (Dienstag, 30. Juni, 13 Uhr CET): Das fünfte Webinar befasst sich mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Beschäftigten im Textil- und Bekleidungssektor in Asien aus der Gender-Perspektive.  Nazma Akter (Awaj Foundation), Scott Deitz (Convene Communication Strategies) und Elly Rosita Silaban (KSBSI) werden Erkenntnisse aus Bangladesch und Indonesien austauschen und Strategien erörtern, mit denen sichergestellt werden kann, dass die Geschlechterfrage bei der Erholung von COVID-19 an vorderster Stelle steht. Sie werden auch über die sozialen und wirtschaftlichen Vorteile einer geschlechtergerechten Geschäftstätigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie sprechen. Aufzeichnung des Webinars