COVID-19 Update
Auswirkungen auf die Textil-Lieferkette
Informationen zu einzelnen Produktionsländern

In diesem Abschnitt geben wir Ihnen einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in den Hauptbeschaffungsländern unserer Mitglieder.

Über die Echtzeit-Karte der Johns Hopkins Universität finden Sie eine Übersicht zu den aktuellen Zahlen der Corona-Infizierten pro Land.

Die Fair Wear Foundation bietet eine Übersicht verschiedener Nothilfefonds freier Träger für einzelne Länder.

Äthiopien
Aktuelle Situation

Lockdown: Am 8. April wurde ein Ausnahmezustand für 5 Monate ausgerufen. Größere Veranstaltungen sind künftig verboten sowie Schulen und Restaurants geschlossen.

Produktion: Etwa die Hälfte der Unternehmen im Hawassa Industrial Park, in dem bis zu 35.000 Menschen beschäftigt sind, stellte mittlerweile die Produktion ein. (Link)

Historie

16. April: Laut einer Umfrage der ILO mit 20 äthiopischen Textilunternehmen, sank die Auslastungsrate im ersten Quartal um 30 Prozent im Vergleich zu 2019. Knapp die Hälfte der Firmen berichteten über stornierte oder reduzierte Aufträge ihrer Kunden. Ein Fünftel der Fabriken hat auf Kurzarbeit umgestellt und Firmen befürchten, dass sie im zweiten Quartal Mitarbeiter*innen entlassen zu müssen. Während alle lokalen Unternehmen einen Einnahmerückgang erwarten, prognostizieren nur 55% der FDI-Firmen einen Rückgang der Gesamteinnahmen. (Link)

Bangladesch
Aktuelle Situation

Lockdown: Landesweiter Lockdown bis zum 30. Mai. (Link)

Produktion: Am 4. Mai verkündeten die zuständigen Behörden, dass nach und nach weitere Fabriken geöffnet werden. (Link) Bekleidungsfabriken sollen jedoch geschlossen werden, sobald eine bedeutende Anzahl von Arbeiter*innen mit COVID-19 infiziert ist. (Link) Mehrere Audit-Teams der BGMEA prüfen die Gesundheits- und Sicherheitssysteme der Fabriken durch unangemeldete Fabrikbesuche. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigte Ende März ein Hilfspaket in Höhe von 590 Millionen USD (etwa 544 Millionen Euro) für die exportorientierte Industrie zur Bezahlung von Beschäftigten an. Am 15. April kündigte der Premierminister die Bereitstellung von 7,6 Mrd. Tk. (etwa 83 Millionen Euro) für Menschen, die infolge der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben, an. Das Finanzministerium wird außerdem Zinszahlungen für bis zu 500 Milliarden Tk. (etwa 5,4 Milliarden Euro) an Betriebsmittelkrediten subventionieren. (Link) Unternehmen, die ihre Beschäftigten derzeit nicht bezahlen, erhalten laut Arbeitsministerium kein Geld aus dem angekündigten Rettungspaket. (Link)

Weitere Entwicklungen: Verschiedene zivil-gesellschaftliche Akteure haben Spendenfonds zur Unterstützung von Arbeiter*innen eingerichtet (Link). Darunter befindet sich auch der Nothilfefonds für Textilarbeiter*innen in Indien und Bangladesch des Textilbündnismitglieds FEMNET e.V.

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Historie

28. Mai BGMEA schließt sich mit dem Technologieunternehmen Inspectorio zusammen, um Mitgliedsfabriken bei der Einhaltung der COVID-19 Richtlinien zu unterstützen und so ein Wiederaufleben des Virus zu vermeiden. Diese sind nun angehalten, über die kostenlos verfügbare Online-Plattform Rise ein entsprechendes Assessment durchzuführen. (Link)

23. Mai BGMEA berichtet, dass insgesamt 48 Fabrikbesitzer die Löhne für den Monat April und den Eid-Bonus nicht gezahlt haben. Gewerkschaftsführer behaupten, dass die Zahl der Fabriken, die für April keine Löhne zahlten, höher ist als vom Verband gemeldet. (Link)

16. Mai Fabrikbesitzer sind von der Regierung angewiesen, ihren Beschäftigten unverzüglich 50% ihres Grdungehaltes als Eid-Bonus auszuzahlen. Die restliche Hälfte soll innerhalb der nächsten Monate erfolgen. (Link)

13. Mai  Inzwischen sollen mehr als 1.750 Fabriken wieder geöffnet haben. Die Zahl der mit COVID-19 infizierten Arbeiter*innen sowie die schnelle Öffnung der Fabriken wird derzeit kontrovers diskutiert. Gesundheitsminister Zahid Maleque warnte davor, dass Fabriken möglicherweise erneut geschlossen werden müssten, würden die Infektionen weiter signifikant ansteigen. (Link)

11. Mai Das IHRB (Institute for Human Rights and Business) und das Subir and Malini Chowdhury Center for Bangladesh Studies diskutieren die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die globalen Textillieferketten und ihre Beschäftigten in Bangladesch. (Link)

10. Mai Mehrere tausend Arbeiter*innen von zwei Bekleidungsfabriken demonstrierten den zweiten Tag in Folge. Sie fordern den vollen Lohn für April und die Wiedereröffnung der Fabriken. (Link)

04. Mai Bekleidungsarbeiter*innen, die im vergangenen Monat wegen des landesweiten Lockdown nicht arbeiten konnten, erhalten 60% ihres Lohns für den Monat April und 65 % für Mai. Arbeiter*innen, die im April gearbeitet haben, erhalten 100% ihres Lohnes. (Link)

03. Mai Viele Fabriken verstoßen in ihrem Betrieb gegen die Gesundheitsrichtlinien. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Beschäftigten nimmt langsam zu. (Link)

08. April Laut BGMEA wurden 953 Millionen Stück Konfektionsbekleidung im Wert von 3,05 Milliarden US-Dollar storniert. Tausende Arbeiter*innen haben ihren Arbeitsplatz verloren und erhalten keine Löhne. Am 06. April kam es zu Protesten. (Link)

02. April Laut einer Studie des Penn State Center for Global Workers‘ Rights und des Workers Rights Consortium wurden aufgrund der Auftragsstornierungen bereits mehr als eine Million Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie entlassen oder beurlaubt. (Link)

01. April Gewerkschaften verhandeln wichtige Lohn- und Sicherheitsmaßnahmen für 10.000 Textilarbeiter*innen. (Link)

30. März Mehrere Fabriken in Bangladesch produzieren einfache, nicht WHO-konforme Masken für die Verteilung innerhalb der Bevölkerung. Die Planung un der Export von medizinischen Masken ist ebenfalls geplant. Die Um- und Fertigstellung der Produktion sowie die entsprechende Schulung der Arbeiter*innen könnten jedoch ca. sechs Monate benötigen. (Link)

27. März Der Accord on Fire and Building Safety setzt angesichts der möglichen Verbreitung des Coronavirus alle Inspektionen in Fabriken und Bildungsaktivitäten aus. (Link)

25. März Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller reagiert auf einen Brief von BGMEA Präsidentin Dr. Rubana Huq. Das Entwicklungsministerium prüfe derzeit verschiedene Maßnahmen. (Link)

23. März Die BGMEA Präsidentin Dr. Rubana Huq richtet sich in einer Videobotschaft an einkaufende Unternehmen mit dem Appell, sich weiter an die Abmachungen zu halten und fertige Ware unter den vereinbarten Rahmenbedingungen abzunehmen. Ansonsten seien Fabriken aufgrund der Stornierungen gezwungen, Arbeiter*innen zu entlassen. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Better Work: Kurze Übersicht zur Situation und den politischen Entscheidungen bezüglich Fabriken (Link)

Bulgarien
Aktuelle Situation

Lockdown: Bulgarien hat mit der Lockerung der Einschränkungen begonnen. Der nationale Notstand, der seit dem 13. März galt, wird nun am 13. Mai aufgehoben. (Link)

Produktion: Die Produktion wird in weiten Teilen und unter Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen fortgeführt. 

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung stellt 4,5 Milliarden BGN (etwa 2,4 Milliarden Euro) zur Unterstützung von Unternehmen bereit. Darunter fällt beispielsweise die Deckung von 60% des Lohns von Beschäftigten in den betroffenen Sektoren, die andernfalls entlassen worden wären, einschließlich der von den Arbeitgebern fälligen Sozialversicherungsbeiträge sowie der Aufschub von Zahlungen der Unternehmenssteuer bis zum 30. Juni. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

China
Aktuelle Situation

Lockdown: Der wochenlange Lockdown ist seit dem 8. April offiziell beendet. Es werden jedoch weiterhin Vorsichtsmaßnahmen getroffen. In einigen Nordöstlichen Provinzen herrscht seit dem 19. Mai ein erneuter Lockdown aufgrund neuer Infektionen. (Link)

Produktion: Seit einigen Wochen nehmen Fabriken in China ihre Arbeit allmählich wieder auf.

Regierungsmaßnahmen: Die chinesische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen beschlossen. Zum einen können Mieten, Steuern und Sozialabgaben gesenkt oder gestundet werden. Zum anderen können Unternehmen Kredite zu ermäßigten Zinssätzen beantragen. (Link)

Historie

06. April Nach Angaben des Nationalen Statistikbüros sank die Bekleidungsherstellung im Januar und Februar um 36,61 Prozent auf 2,51 Milliarden Teile gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres. Zudem schrumpfte der Inlandsverkauf von Bekleidung in diesem Zeitraum um 33,2 Prozent auf 110,3 Mrd. Renminbi (15,55 Mrd. USD). (Link)

01. April Chinas Exporte gehen aufgrund der weltweiten Ausbreitung der COVID-19-Pandemie weiterhin zurück. Arbeitnehmer*innen kehren nach dem landesweiten Lockdown an ihren Arbeitsplatz zurück. Fabriken beklagen jedoch fehlende Aufträge. (Link)

25. März In der südchinesischen Provinz Guangdong, einem wichtigen Bekleidungs- und Textilhub, geben über 60% der exportorientierten Unternehmen an, dass ihre Auslandsaufträge zurückgegangen seien. In der sich immer noch erholenden inländischen Lieferkette haben Unternehmen nun Probleme mit Lagerhaltung, knappen Cashflows und Personalabbau. (Link)

Weitere Informationen:

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Indien
Aktuelle Situation

Lockdown: Seit dem 24. März herrscht in Indien ein landesweiter Lockdown, der bis zum 31. Mai verlängert wurde – jedoch mit erheblichen Lockerungen der Maßnahmen. (Link) Die Regierung hat Indien in rote Zonen mit „signifikantem Risiko einer Ausbreitung der Infektion“, grüne Zonen mit keinen bestätigten Fällen in den letzten 21 Tagen und dazwischen liegende orangefarbene Zonen unterteilt. (Link)

Produktion: Seit dem 4. Mai werden in Teilen Indiens Bekleidungsfabriken zunächst für zwei Wochen wieder eröffnet. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigte ein 23 Milliarden USD schweres Hilfspaket an, das in den nächsten drei Monaten rund 800 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen soll. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass viele Wanderarbeiter*innen keinen Zugang dazu haben werden, da sie sich derzeit nicht in ihren registrierten Wohnorten befinden. (Link) Das Arbeitsministerium arbeitet zudem an einem Vorschlag zur Bereitstellung von Mindestmaßnahmen der sozialen Sicherung für Arbeiter*innen des unorganisierten Sektors (bspw. Vertragsarbeiter*innen). (Link) Am 14. Mai wurde die Verteilung kostenloser Lebensmittel für Migrant*innen angekündigt. Finanzministerin Nirmala Sitharaman sagte, Getreidelieferungen im Wert von 463 Millionen Dollar würden 80 Millionen Migrant*innen zugute kommen. (Link)

Weitere Entwicklungen: Verschiedene zivil-gesellschaftliche Akteure haben Spendenfonds zur Unterstützung von Arbeiter*innen eingerichtet (Link). Darunter befindet sich auch der Nothilfefonds für Textilarbeiter*innen in Indien und Bangladesch des Textilbündnismitglieds FEMNET e.V.

Historie

22. Mai Gewerkschaften und Beschäftigte demonstrieren in einem landesweiten friedlichen Protest gegen die möglichen neuen Arbeitsgesetze sowie die derzeitige Lage von Wanderarbeiter*innen. (Link)

06. Mai Mehrere Landesregierungen haben Anordnungen erlassen, die eine Erhöhung der Arbeitszeit von 8 auf 12 Stunden pro Tag erlauben. So solle die Produktion angekurbelt und die Sicherheit der Arbeiter*innen gewährleistet werden. Eine Erhöhung der Arbeitsstunden unter gleichen Lohnbedingungen würde die Last jedoch unverhältnismäßig stark auf Arbeitnehmer*innen abwälzen. (Link)

29. April Millionen von Wanderarbeiter*innen kämpfen um Zugang zu Soforthilfe. Eine Zählung von Anrufen bei Helplines, Apps und Nachrichten in sozialen Medien soll zur Stärkung ihrer Rechte beitragen. (Link)

22. April Das von COVID-19 betroffene Bekleidungscluster Tirupur sieht eine Chance in der Produktion von PSA. „Wir sind gegenüber China sehr wettbewerbsfähig, da wir die Kapazität und Fähigkeit haben, PSA-Kits zu einem Drittel der Kosten herzustellen.“ Sagt Raja M. Shanmugham, Präsident der Tirupur Exporters‘ Association (TEA) (Link)

17. April Eine erste Umfrage für den indischen Bekleidungssektor wurde von Rajesh Bheda Consulting (RBC) durchgeführt. Bei 56% der Befragten kam es zu verspäteten Zahlungen. In 19% der Fälle weigerten sich die Kunden für ihre Bestellungen zu bezahlen. (Link)

07. April In Anbetracht fehlender Beschäftigungsnachweise könnten einige Heimarbeiter*innen keine staatliche Unterstützung erhalten. (Link)

07. April Das Ministry of Textiles legt neue Normen für die Produktion von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) fest, die einen eindeutigen Zertifizierungscode namens UCC-Covid19 verlangen. (Link

07. April Der Apparel Export Promotion Council (AEPC) hat mit einer Untersuchung über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Bekleidungsindustrie des Landes begonnen. (Link)

03. April Die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, bringt ihre Besorgnis über die Notlage von Millionen von Wanderarbeiter*innen in Indien zum Ausdruck und fordert Solidarität und Einheit. (Link)

01. April Laut der Thomson Reuters Foundation sind viele Arbeiter*innen in engen Unterkünften auf Fabrikgeländen gestrandet. Social distancing wird somit zu einer großen Herausforderung. Die Southern India Mills‘ Association (SIMA) bittet die Regierung Fabriken teilweise wieder zu eröffnen, um Schichtarbeit und folglich mehr Platz ermöglichen zu können. (Link)

31. März Umfrage der Clothing Manufacturers Association of India (CMAI): Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich in der heimischen Bekleidungsindustrie eine erhebliche Krise anbahnt. Nur ein umfassendes Unterstützungspaket der Regierung könne den potenziellen Zusammenbruch der Branche auffangen. (Link)

25. März In einer Video-Botschaft fordert die indische Textilministerin Smriti Irani Modeunternehmen dazu auf, keine Aufträge zu stornieren und sich stattdessen in dieser schwierigen Zeit solidarisch zu zeigen. Lieferpläne könnten überarbeitet und Zahlungspläne verlängert werden, so die Ministerin. (Link)

23. März Die Region Tirupur leidet besonders stark unter den Lieferausfällen: Mehr als 10.000 Produktionseinheiten in Tirupur kämpfen derzeit damit, ihre Arbeiterschaft weiter zu unterhalten. (Link)

23. März Laut AEPC ist der Bekleidungssektor aufgrund des COVID-19 Ausbruchs am schlimmsten betroffen. Es wird geschätzt, dass etwa 75% der indischen Bekleidungsexporte Auftragsstornierungen und -verschiebungen drohen. Zudem wird erwartet, dass dieser Zustand mind. zwei Monate anhält und sich auf Lieferungen im Wert von mind. 1 Milliarde USD auswirkt. (Link)

22. März Der Apparel Export Promotion Council (AEPC) appelliert an Premierminister Narendra Modi für ein sofortiges Konjunkturpaket für den Bekleidungssektor. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Indonesien
Aktuelle Situation

Lockdown: Kein landesweiter Lockdown; stattdessen hohe soziale Restriktionen insbesondere in Jakarta bis zum 22. Mai. Andere Regionen folgen. (Link)

Produktion: Produktion derzeit ausgesetzt oder stark reduziert. Viele Arbeiter*innen wurden nach Hause geschickt. (Link) Indonesische Textilunternehmen stellen auf die Produktion von medizinischen Masken und Schutzanzügen um. (Link)

Regierungsmaßnahmen: 8,1 Milliarden USD wurden zur Verfügung gestellt, um die Wirtschaft in Form von steuerlichen Anreizen zu fördern. Ein weiteres Konjunkturpaket von 1,4 Milliarden USD soll u.a. Steueraussetzungen und Lockerung von Kreditauszahlungen ermöglichen. (Link)

Historie

09. Mai: Eine indonesische Handelsgruppe warnt davor, dass mehr als 70 Prozent der Bekleidungsfabriken des Landes in den kommenden Monaten – aufgrund von fehlenden Aufträgen und fehlender finanzieller Unterstützung – gezwungen sein könnten, dauerhaft zu schließen. (Link)

22. April Nach Angaben des indonesischen Wirtschaftsministers haben 28 Textilunternehmen ihre Produktion auf die Herstellung von PPE-Masken umgestellt. Er fügte jedoch hinzu, dass vor allem große Unternehmen Schutzausrüstung produzieren und KMUs Probleme hätten, ihre Produktion umzustellen. Demnach seien 1,5 Mio. Textilarbeiter*innen beurlaubt worden – die meisten davon aus KMUs. (Link)

13. April: Landesweit haben ca. 2,8 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz in Folge der Coronakrise verloren. In Folge stieg die Nachfrage nach dem indonesischen Vorbeschäftigungsprogramm, einer Art Arbeitslos*innenunterstützung. (Link)

07. April: Der Industrieminister Agus Gumiwang Kartasmita verkündet, dass 35 Unternehmen ihre Kapazitäten zur Herstellung der für die Bekämpfung von COVID-19 erforderlichen medizinischen Ausrüstung ausbauen. Bis Anfang Mai sollen etwa 18,4 Millionen Artikel produziert werden, die unter Umständen auch ins Ausland exportiert werden sollen. (Link)

29. März: Indonesische Textilunternehmen stellen ihre Produktion auf die Herstellung von Masken und Schutzanzügen für medizinisches Personal um. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Kambodscha
Aktuelle Situation

Lockdown: Es herrscht kein landesweiter Lockdown; in Phnom Penh wurden Schulen geschlossen und social distancing Maßnahmen verordnet.

Produktion: Laut GMAC haben bereits 180 Fabriken ihren Betrieb eingestellt, weitere 60 Fabriken würden in Kürze folgen (Stand 5. Mai). Davon seien in etwa 200.000 Beschäftigte betroffen. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Entlassene Mitarbeiter*innen der Textilindustrie erhalten für zwei Monate 70 USD monatlich – 40 USD von der Regierung und 30 USD vom Arbeitgeber. Dies entspricht etwa einem Drittel des Mindestlohns. (Link) Das Arbeitsministerium hat zudem am 8. Mai mit Soft-Skills Trainings für 400 entlassene Arbeiter*innen  im Distrikt Mean Chey begonnen. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Historie

25. Mai:  Laut Medienberichten sollen in den kommenden Wochen 60.000 Arbeiter*innen im Textil- und Tourismussektor, die aufgrund von COVID-19 suspendiert wurden, eine monatliche finanzielle Entlastung von 40 $ vom Staat erhalten. (Link)

25. Mai: Die Cambodia Labour Confederation hält ein Treffen mit Vertreter*innen von 60 lokalen Gewerkschaften ab, um über die Notlage der Arbeiter*innen zu sprechen, die durch die Folgen von COVID-19 ihre Arbeit verloren haben. (Link)

18. Mai: Die Regierung hat einem Antrag des Bekleidungshersteller-Verbandes GMAC zugestimmt, wonach Bekleidungsfabriken alle Arten von Gesichtsmasken, medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung herstellen dürfen. Hintergrund ist die hohe Nachfrage nach derartigen Artikeln sowie der voraussichtliche Rückgang der Bekleidungsexporte im zweiten Quartal. (Link)

21. April: Laut Arbeitsministerium befinden sich derzeit etwa 30.000 Arbeiter*innen der Bekleidungsindustrie in provisorischen Quarantäneeinrichtungen – 15 000 Arbeiter*innen wurden alleine in Phnom Penh unter Quarantäne gestellt (Link)

19. April Das Arbeitsministerium gab bekannt, dass Beschäftigte, die ohne triftigen Grund unerlaubt während des Khmer-Neujahrs in ihre Heimatprovinzen zurückkehrten, für die auferlegte 14-tägige Quarantäne keinen Lohn erhalten würden. (Link)

15. April GMAC schätzt, dass etwa 60 Prozent seiner Fabriken von Auftragsstornierungen in Folge der COVID-19-Pandemie betroffen sind.  Von diesen Folgen sind etwa eine halbe Million Arbeitnehmer*innen und ihre Familien betroffen. (Link)

25. März Fast 1.000 Textilarbeiter*innen protestieren vor einer Fabrik in Phnom Penh nachdem sie keine Lohnzahlungen mehr erhalten haben, was nach Angaben des Fabrikmanagement auf sinkende Zahlungen von Einkäufern zurückzuführen sei. (Link)

25. März Der Verband der Bekleidungshersteller in Kambodscha (GMAC) ruft alle Stakeholder zur Zusammenarbeit auf, um der kritischen Situation, die durch COVID-19 verursacht wurde, zu begegnen, (Link)

20. März Die kambodschanische Regierung hat einen Plan angekündigt nach dem Textilarbeiter*innen im Falle von Fabrikschließungen 60% des Mindestlohns erhalten sollen. Dafür sollen zu 40% die Fabrikbesitzer und zu 20% die Regierung aufkommen. (Link)

25. Februar Die Regierung kündigt Steuerbefreiungen für Fabriken an, die von dem COVID-19 Ausbruch und der EBA-Aussetzung stark betroffen sind. (Link) Zudem müssen Arbeiter*innen in der verarbeitenden Industrie sechs Monate lang keine Einkommenssteuer zahlen. (Link)

Weitere Informationen

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Better Work: Kurze Übersicht zur Situation und den politischen Entscheidungen bezüglich Fabriken (Link)

Myanmar
Aktuelle Situation

Lockdown: Schulen und Büros sind weitestgehend geschlossen und große Versammlungen sowie internationale Flüge bis zum 31. Mai untersagt. Seit dem 19. Mai können Restaurants in allen Regionen den Betrieb wieder aufnehmen, sofern in deren Gegend keine COVID-19 Fälle vorliegen.  In mehreren Regionen, u.a. Yangon, Mandalay and Nay Pyi Taw hat die Regierung das Tragen von Gesichtsmasken angeordnet.  Es herrscht jedoch kein landesweiter Lockdown (Ausnahme: Region Mandalay). (Link, Link)

Produktion: Seit Anfang Mai können Fabriken wieder ihre Arbeit aufnehmen, wenn  sie Inspektionen zur Einhaltung der COVID-19-Bestimmungen der Regierung bestanden haben. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung hat einen COVID-19 Fonds in Höhe von 70 Millionen USD eingerichtet, um u.a. die Textilindustrie zu unterstützen. Es wurde außerdem eine Verlängerung der Einkommens- und Gewerbesteuerzahlungsfrist sowie eine Befreiung von der 2-prozentigen Einkommenssteuervorauszahlung auf Exporte bis zum Ende des Finanzjahres beschlossen. (Link)

Weitere Entwicklungen: Die EU wird einen Nothilfefonds in Höhe von 5 Millionen Euro bereitstellen, um Arbeiter*innen im Bekleidungssektor Myanmars zu unterstützen. Dieser ist Teil eines größeren Beitrags (25 Millionen USD) des Livelihoods and Food Security Fund (LIFT), der EU, der USA sowie Australien.

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Historie

20. Mai: Laut Myanmar Times hat das National Committee for the Minimum Wage die Diskussionen über einen neuen Mindestlohn aufgrund des von der Regierung verhängten Versammlungsverbots verschoben. (Link)

29.April: Laut Arbeitsministerium wurden in den letzten Wochen mehr als 60 000 Arbeiter*innen in 175 Fabriken in Myanmar entlassen. (Link)

21. April: Die Regierung und die Gewerkschaft der Bekleidungsarbeiter*innen Myanmars (FGWM) kündigen rechtliche Schritte gegen Fabrikbesitzer*innen an, die ihre Fabriken vor den angeordneten COVID-19 Inspektionen wieder geöffnet haben. Hintergrund ist eine Anordnung der Regierung nach der sich alle Fabriken vom 20.-30. April einer Inspektion unterziehen müssen. Nach Angaben des FGWM haben bislang etwa 80 Fabriken wiedereröffnet – einige von ihnen illegal. (Link)

11. April: Die Myanmar Investment Commission (MIC) kündigt schnellere Genehmigungen für Investitionen in arbeitsintensive Projekte an, u.a. für Unternehmen, die an der Herstellung von medizinischer Ausrüstung (z.B. Gesichtsmasken) beteiligt sind. (Link)

01. April Die Präsidentin der Industrial Workers Federation of Myanmar schätzt, dass bereits 15.000 Arbeitsplätze in der Textilindustrie verloren gegangen sind, wobei etwa 40 Fabriken schließen mussten. (Link)

30. März Aufgrund von geringen Schutzmöglichkeiten in Fabriken setzen sich etwa 30 Gewerkschaften für die Schließung der Fabriken im April ein; Löhne sollen in dieser Zeit weiterhin gezahlt werden. (Link)

29. März Immer mehr Fabriken stellen den Betrieb in Myanmar ein. Grund dafür sind Auftragsstornierungen von Unternehmen in EU Ländern. (Link)

27. März Tausende Textilarbeiter*innen protestieren gegen drohende Entlassungen. (Link)

25. März Die Regierung kündigt ein 70 Millionen USD Paket zur Unterstützung der Wirtschaft an. Es wird jedoch angenommen, dass nichtsdestotrotz zehntausende Arbeitsplätze in der Bekleidungsindustrie gefährdet sind. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Nordmazedonien
Aktuelle Situation

Lockdown: Seit 18. März gilt in Nordmazedonien der nationale Notstand und eine abwechselnde Ausgangssperre für unterschiedliche Personengruppen. Die allgemeine Ausgangssperre wurde am 8. April noch einmal verlängert. Einkaufzentren, Restaurants, Cafés etc. sind geschlossen. (Link

Produktion: Abgesehen von stornierten Bestellungen sehen sich die Fabriken, die ihre reguläre Produktion fortsetzen, mit einem Mangel an Arbeitskräften konfrontiert, was zu einer verzögerten Auslieferung von Bestellungen führt.

Regierungsmaßnahmen: siehe Fair Wear Foundation 

Historie

25. März Die mazedonische Organisation für Gesundheit und Sicherheit (MOSHA) hat eine Anleitung für Produktionseinrichtungen herausgegeben, wie die Empfehlungen zum Arbeitnehmerschutz eingehalten werden können. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Pakistan
Aktuelle Situation

Lockdown: Pakistan hebt den Lockdown trotz steigender Infektionszahlen ab dem 09. Mai auf. (Link)

Produktion: Teile der Textilindustrie konnten bereits vor Ende des Lockdown die Produktion wieder aufnehmen. Auch in Punjab und Sindh, den beiden am schlimmsten betroffenen Provinzen, wurde nun die Wiedereröffnung der Bekleidungsindustrie genehmigt. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung genehmigt jeweils 3000 Rs (etwa 17 Euro) für sieben Millionen Tagelöhner sowie 200 Milliarden Rs (etwa 1,2 Milliarden Euro) für Exporteure. (Link)

Weitere länderspezifische Informationen finden Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Mitgliederplattform.

Historie

12. Mai Eine große Zahl von Fabrikarbeiter*innen und Tagelöhner*innen verschiedener Industrieeinheiten protestieren gegen die Nichtzahlung von Löhnen und Zwangsentlassungen. (Link)

04. Mai Ersten Schätzungen zufolge wurden Aufträge im Wert von rund 200 Millionen USD storniert, während die Wirtschaftstätigkeit in der Textilindustrie um 15-20 Prozent zurückgegangen ist. (Link)

02. April In der Provinz Punjab haben nach Angaben der Pakistan Workers‘ Federation bis zum 28. März mindestens eine halbe Million Beschäftigte in der Textil- und Bekleidungsindustrie ihren Arbeitsplatz verloren. (Link)

02. April Laut Human Rights Watch wirkt sich der wirtschaftliche Shutdown unverhältnismäßig stark auf Arbeitnehmer*innen aus, insbesondere auf Heimarbeiter*innen. Die Textilindustrie ist aufgrund von Auftragsstornierungen besonders von der Krise betroffen. (Link)

23. März Die Provinzregierung in Sindh kündigt bezahlten Urlaub für alle Beschäftigten während des Lockdown an. Es solle in diesem Zeitraum keine Entlassungen geben. Ca. 1/4 der pakistanischen Textilindustrie ist in Sindh ansässig. (Link)

23. März Die All Pakistan Textile Mills Association (APTMA) fordert die Regierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Textilindustrie vor den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu retten. (Link)

23. März Fabriken im ganzen Land müssen aufgrund von Stornierungen ihre Produktion runterfahren. Die Regierung verlangt von Fabriken, Arbeiter*innen die vollen Löhne für den Monat März auszuzahlen. Unklar ist, ob die Löhne im April gezahlt werden können. (Link)

Weitere Informationen:

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Portugal
Aktuelle Situation

Lockdown: Der „state of emergency“ wurde am 3. Mai von Pre­mier­mi­nis­ter Antó­nio Cos­ta beendet. Es folgt nun eine schrittweise Lockerung der Lockdown Maßnahmen. (Link)

Produktion: Textil- und Bekleidungsfabriken arbeiten derzeit mit reduzierten Kapazitäten und unter strikten Sicherheitsvorkehrungen.  Einige Fabriken haben aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr vorübergehend geschlossen. Beschäftigte erhalten weiterhin ihren Lohn, es ist jedoch unklar, wie lange dies garantiert werden kann. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigt ein 9,2 Milliarden-Euro-Paket an, um Arbeitnehmer*innen zu unterstützen und den von der Epidemie betroffenen Unternehmen Liquidität zu verschaffen. (Link)

Historie

7. April Mehr als 200 Unternehmen des Textil- und Bekleidungssektors zeigen sich bereit, ihre Produktionslinien für die Herstellung von Masken und PSA umzustellen. Das Technologische Zentrum der Textil- und Bekleidungsindustrie (Citeve) entwickelt derzeit technische Handbücher, damit die Ausrüstung mit den geltenden Normen und Vorschriften hergestellt werden kann. Zudem wurden die Laboratorien neu ausgerichtet und ein spezielles Team geschaffen, das sich den COVID-19 Lösungen widmet. (Link)

25. März  Die portugiesische Sportartikel- und Textilindustrie startet eine Initiative, um Krankenhäuser mit benötigter Ausrüstung zu beliefern. Mehrere Bekleidungshersteller aus Nordportugal bieten zudem an, ihre Modeproduktion auf Schutzmasken und -kleidung umzustellen. Eine Herausforderung ist dabei der Kauf geeigneter Stoffe, die normalerweise aus Indien oder China importiert werden. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Rumänien
Aktuelle Situation

Lockdown: Ab 15. Mai wird der Ausnahmezustand, der seit dem 23. März galt, durch den weniger restriktiven Alarmzustand ersetzt. Die Restriktionen werden schrittweise alle zwei Wochen entsprechend der epidemiologischen Entwicklung gelockert. (Link)

Produktion: Fabriken sind weiterhin geöffnet.

Regierungsmaßnahmen: In einem ersten Maßnahmenpaket hat die rumänische Regierung unter anderem beschlossen, dass Arbeitgeber*innen staatliche Unterstützung für die Bezahlung ihrer Arbeitnehmer*innen erhalten. Beschäftigte erhalten eine Entschädigung von 75 Prozent des Grundgehalts.

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Tunesien
Aktuelle Situation

Lockdown:  Tunesien hat am 4. Mai mit einer stufenweisen Lockerung der Lockdown-Maßnahmen begonnen. (Link)

Produktion: Die Industrie darf ihre Produktion mit der Hälfte der Mitarbeiter*innen wieder starten, wenn der Transport durch das Unternehmen gewährleistet wird. (Link) 

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 850 Millionen USD an, um die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen. 450 Millionen USD sollen an besonders einkommensschwache Familien gehen, die aufgrund der Krise ihre Jobs verloren haben. Die Regierung plant zudem, die 1,5 Millionen Beschäftigten im privaten Sektor mit einem Beitrag von jeweils 70 USD zu unterstützen, während der restliche Lohn vom Arbeitgeber aufgebracht wird. (Link) Darüber hinaus hat Finanzministerium den Solidaritätsfund 1818 errichtet, in den schon einige Firmen Spenden eingezahlt haben.

Weitere Entwicklungen: Tunesien erhält zudem finanzielle Unterstützung von externen Akteuren. Der International Monetary Fund (IMF) stimmte einem Kredit in Höhe von 745 Millionen Dollar zur Verteilung an nordafrikanische Länder zu; die EU unterstützt Tunesien mit 250 Millionen Euro; Italien mit 50 Millionen Euro. (Link)

Historie

26. März 150 Menschen isolieren sich einen Monat lang in einer Fabrik, um Schutzkleidung herzustellen. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Türkei
Aktuelle Situation

Lockdown:  Während des Eid al-Fitr Festes wird ab dem 23. April ein viertägiger landesweiter Lockdown verhängt. (Link)

Produktion: Textil- und Bekleidungsfabriken dürfen weiterhin operieren. Aufgrund der Stornierungen mussten einige Fabriken jedoch vorübergehend schließen. (Link)

Regierungsmaßnahmen: Präsident Erdogan kündigte ein Hilfspaket in Höhe von 15,4 Milliarden Dollar an, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu begrenzen. Es sieht unter anderem Verzögerungen bei Kreditrückzahlungen sowie Steuersenkungen in verschiedenen Sektoren, darunter auch der Textilsektor, vor. (Link)

Historie

07. Mai: Berichten zufolge fielen die Bekleidungsexporte im ersten Quartal um 20,1% auf 4,8 Mrd. USD, und die Exporte von Leder und Lederprodukten gingen um 19,2% auf 469,4 Mio. USD zurück. (Link)

05. Mai: Laut des Präsidenten des türkischen Verbandes der Bekleidungshersteller (TGSD) sieht sich die türkische Textilindustrie mit Stornierungen laufender und künftiger Bestellungen, Verlängerungen von Zahlungsfristen sowie Rabattforderungen konfrontiert. Rund 80% der Fabriken hätten ihre Produktion einstellen müssen. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Vietnam
Aktuelle Situation

Lockdown: Vietnam hat mit der Lockerung der strengen social distancing Regeln begonnnen. (Link)

Produktion: Fabriken können den Betrieb fortsetzen, sofern entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Regierungsmaßnahmen: Die Regierung plant eine Reihe von Anreizen, um die Auswirkungen abzuschwächen (Steuervergünstigungen, verzögerten Steuerzahlungen & Landnutzungsgebühren). (Link) Der Ständige Ausschuss der Nationalversammlung verabschiedete darüberhinaus ein Geldtransferpaket in Höhe von 36 Milliarden VND (etwa 1,4 Milliarden Euro), welches in den nächsten drei Monaten u.a. ärmeren Haushalten, Empfänger*innen von Sozialprogrammen sowie Beschäftigten, die vorübergehend nicht mehr arbeiten oder unbezahlten Urlaub genommen haben, zugutekommt. (Link)

Historie

08. April Premierminister Nguyễn Xuân Phúc gibt eine fünfmonatige Firstverlängerung für die Zahlung von Steuern und Landnutzungsgebühren bekannt. (Link)

08. April Garment 10 Corporation, einse der führenden vietnamesischen Unternehmen in der Bekleidungs- und Textilindustrie, wird für den raschen Übergang von der Bekleidungs- zur Gesichtsmaskenproduktion gelobt. Die Umstellung des Unternehmens könne die Auswirkungen von Auftragsstornierungen teilweise ausgleichen. (Link)

08. April Laut des Ministeriums für Industrie und Handel ist die Aufrechterhaltung industrieller Betriebe derzeit wichtigste Priorität. Für die Textilindustrie empfiehlt es der Regierung, Zahlungsfristen für Körperschaftssteuer und Mehrwertsteuer zu verlängern. (Link)

31. März Laut Vinatex könnte die vietnamesische Bekleidungs- und Textilindustrie einen Verlust von bis zu 500 Millionen US-Dollar verzeichnen. (Link)

28. März CEO der Vietnam National Textile and Garment Group (Vinatex) geht davon aus, dass die gekündigten Verträge zu Einnahmeverlusten für Produzenten führen und in den nächsten zwei Monaten 30-50% der 2,8 Millionen Textilarbeiter*innen entlassen werden müssen. (Link)

24. März Aufgrund der Stornierungen geht die HCM Association of Garment Textile Embroidery and Knitting davon aus, dass etwa 40% der vorhandenen Stoffe aufgegeben oder zu niedrigen Preisen verkauft werden müssen. (Link)

Weitere Informationen

Fair Wear Foundation: Ausführliche Übersicht zu aktueller Situation, Rechtsvorschriften und Reaktionen & Maßnahmen (Link)

Fair Labor Association: Kurzübersicht zu aktuellen Entwicklungen in Beschaffungsländern (Link)

Better Work: Kurze Übersicht zur Situation und den politischen Entscheidungen bezüglich Fabriken (Link)

Weitere Länderinformationen

Weitere Informationen zu den Entwicklungen in den Produktionsländern finden Sie auch bei:

Darüber hinaus organisiert das GIZ-Regionalvorhaben FABRIC derzeit die Webinar-Reihe „Getting through this crisis together“ zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die asiatische Textil- und Bekleidungsindustrie.

In zehn Webinaren von jeweils 60-90 Minuten diskutieren Branchenexpert*innen über Chancen und Herausforderungen auf dem Weg durch die Krise und tauschen Erfahrungen aus. Das Format hat zum Ziel, Interessensvertreter*innen der Industrie zusammenzubringen, darunter asiatische Produzenten und Zulieferer, Produzentenverbände, Markenunternehmen, zivilgesellschaftliche Akteure sowie internationale Organisationen, um die Lage vor Ort zu analysieren und Synergien sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu identifizieren.   

Ansprechpartnerin: Alexandra Behns (GIZ)

1. Session „The Impact of the Crisis on Producers and Workers: Voices from Asia” (29. April, 10 Uhr CET): Dieses Webinar konzentrierte sich auf die allgemeinen Auswirkungen der Pandemie auf die Textil- und Bekleidungsindustrie, insbesondere in Bangladesch, Kambodscha, Myanmar, Pakistan und China. Drei Vertreter*innen teilten ihre Erfahrungen aus Sicht von Arbeitnehmer, Produzenten und regionalen Vereinigungen. Für die Aufzeichnung des Webinars nutzen Sie bitte das Passwort: Webinar1.

2. Session „The Impact of the Crisis: The Brands‘ Perspective“ (12. Mai, 10 Uhr CET): Im zweiten Webinar werden die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie aus Sicht der Markenunternehmen diskutiert. Neben Maren Barthel, Direktorin des Technologieanbieters ELEVATE, referieren unter anderem Mathias Diestelmann, Geschäftsführer des Bündnisunternehmens Brands Fashion sowie Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats. Sie können sich über diesen Link für das Webinar anmelden. Mehr Informationen finden Sie hier

3. Session “How can factories bounce back from COVID-19?“ (02. Juni, 13 Uhr CET): Das dritte Webinar befasst sich mit der Widerstandsfähigkeit der Unternehmen in der Krise. Dr. Raymond Robertson (Direktor, Mosbacher Institute for Trade, Economics, and Public Policy, Texas A&M University), Nicole Chu (Direktorin Corporate Compliance, Sabrina Fashion Industrial Corporation) und Kim van der Weerd (Autorin und ehemals General Manager in einer Textilfabrik) diskutieren mögliche Schritte zur Bewältigung der Krise, einschließlich Partnerschaften, Produktion, Managementsysteme, Finanzierung und Möglichkeiten der Wiedereröffnung von Fabriken. Sie können sich über diesen Link für das Webinar anmelden. Mehr Informationen finden Sie hier