VAUDE Sport GmbH & Co. KG

Statements Bio-Baumwolle

VAUDE Sport GmbH & Co. KG

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„VAUDE versucht bei der Auswahl seiner Materialien den bestmöglichen ökologischen Weg zu gehen. Wenn man bedenkt, dass der Anteil aller weltweit verwendeten Insektizide für die Baumwollproduktion bei 25% und bei Pestiziden bei 16% liegt, ist es offensichtlich, dass wir eine Lösung dafür brauchen. Zudem liegt der weltweite Anteil von GMO-Baumwollsaat bei 80%.

Von daher ist die Verwendung von Biobaumwolle die einzig mögliche Konsequenz.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Unser Ziel liegt bei der 100%igen Verwendung von Biobaumwolle. Wir verwenden derzeit lediglich in 2 Ausnahmefällen teilweise konventionelle Baumwolle, da wir deutlich höhere Produktionsmengen erzielen müssten, um eine Umstellung zu Biobaumwolle bei den Lieferanten ermöglichen zu können. Wir arbeiten daran.“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Wir verwenden Biobaumwolle, die nach GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert ist. Nur so können wir aufgrund der strengen Auflagen sicherstellen, dass keine chemischen Düngemittel, Pestizide verwendet werden und ein geringerer Wasserverbrauch als bei herkömmlichen Anbau-Methoden ermöglicht wird. Zudem kommt noch die soziale Komponente, welcher durch GOTS überwacht wird. Gentechnik ist ebenfalls tabu.“

René Bethmann, Innovationsmanager – Materialien und Fertigungstechnologien, VAUDE Sport GmbH & Co. KG.

Triaz Group / Waschbär

Statements Bio-Baumwolle

Triaz Group / Waschbär

„Waschbär war einer der ersten Anbieter von Naturtextilien in den 90er-Jahren. Als Öko-Pionier hatten wir stets ein klares Ziel vor Augen: Die komplette Umstellung auf Bio-Baumwolle. Diese Umstellung hat einige Zeit in Anspruch genommen. Wir mussten dafür nicht nur viel Pionierarbeit leisten, sondern auch erst einmal die Lieferanten finden, mit denen das überhaupt möglich war. 2015 war es dann endlich soweit: Wir konnten auch die letzten Artikel umstellen.
Seitdem lassen wir für unsere reinen Baumwolltextilien ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau verarbeiten. Das betrifft sowohl unsere gesamte Naturmode als auch alle unsere Heimtextilien. Bio-Baumwolle ist heute fest in der Qualitätsstrategie von Waschbär verankert. Unsere Lieferanten sind nicht nur verpflichtet, ausschließlich kontrolliert biologische Baumwolle einzusetzen, sondern müssen zum Nachweis auch bereit sein, ihre Quellen offenzulegen.
Da wir im Vergleich zu den großen Marken des konventionellen Marktes relativ kleine Mengen an Bio-Baumwolle benötigen, konnten wir die Umstellung ohne eigenes Anbau-Projekt bewerkstelligen. Trotzdem können auch wir nicht außer Acht lassen, dass nach wie vor nur sehr geringe Mengen an Bio-Baumwolle zur Verfügung stehen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Die Konzentration auf Bio-Baumwolle kann eine eingeschränkte Einkaufsflexibilität nach sich ziehen. Eine Nachproduktion ist, da sie schon bei der ersten Stufe — der Rohfaserbeschaffung — ansetzt, oftmals nicht ohne weiteres möglich. So kann es unter Umständen auch zu Lieferengpässen kommen.
Eine unserer zentralen Erfahrungen bei der Bio-Umstellung war, dass man keine Scheu haben muss, erst mal nur mit Teilen der Kollektion zu beginnen. Der Rest der Kollektion erfährt dadurch keine Abwertung. Ganz im Gegenteil — der Verbraucher honoriert jeden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, solange man für die notwendige Transparenz sorgt!“

Barbara Engel, Leitung Nachhaltigkeit, Triaz Group / Waschbär.

Tchibo GmbH

Statements Bio-Baumwolle

Tchibo GmbH

„Als Hamburger Familienunternehmen ist die Tchibo GmbH den Kaufmannstugenden Fairness und Ehrlichkeit verpflichtet. Auf dieser Basis sind wir seit 2006 auf dem Weg zu einer 100% nachhaltigen Geschäftstätigkeit. Ein Schwerpunkt unseres Nachhaltigkeitsengagements liegt auf den Textilien aus Baumwolle. So werden beim Anbau von Bio-Baumwolle Biodiversität, Böden und Farmer durch den Verzicht auf künstliche Pflanzenschutz- und Düngemittel geschont. Der aktuelle Anteil an Bio-Baumwolle von gut 75% macht uns zum drittgrößten Abnehmer von Bio-Baumwolle weltweit. Dass dies wirklich einen Unterschied macht, zeigt sich in vielen Bereichen. So konnten alleine 2017 nach Berechnungen von Textile Exchange im Baumwoll-Sortiment bis zu 19 Milliarden Liter Wasser eingespart werden.
Wir setzen dabei auf unterschiedliche Standards, wie GOTS oder den Organic Content Standard, um möglichst viele Nachhaltigkeitskriterien abdecken zu können. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Standards und Zertifizierungen ihre Grenzen haben und durch Projekte ergänzt werden müssen, die darüber hinausgehen. Das Potential, Veränderungen zu bewirken, können einzelne Unternehmen nur gemeinsam mit anderen Marktakteuren voll ausschöpfen. Dazu kooperieren wir sowohl mit unseren langjährigen Geschäftspartnern in den Lieferketten als auch mit internationalen Organisationen wie Textile Exchange oder dem Organic Cotton Accelerator, um den Anbau von Bio-Baumwolle weltweit weiter voranzubringen.“

Nanda Bergstein, Director Corporate Responsibility, Tchibo GmbH.

Remei AG

Statements Bio-Baumwolle

Remei AG

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„Bei uns hat sich der entscheidende Impuls ausschliesslich auf Biobaumwolle zu setzen, schon 1995 aus der Anfrage eines großen Retail-Kunden ergeben, dem wir aus unserer Lieferkette Biobaumwollverfügbarkeiten für eine umfangreiche Kollektion garantieren konnten.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Remei produziert bereits seit 2008 ausschließlich mit Biobaumwolle. Es war damals eine unternehmerische Entscheidung, basierend auf dem unternehmerischen Willen, das Geschäft mit konventioneller Baumwolle zu beenden, und ausschließlich auf bioRe® Sustainable Cotton zu setzen.“

Was änderte sich in der Beschaffungs- und Marketingabteilung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen?

„Mit dem Wechsel von einem preisgetriebenen und intransparenten Baumwollmarkt in einen nachhaltig und qualitätsgetriebenen Nischenmarkt für Biobaumwollkleidung veränderte sich unsere Kundenstruktur maßgebend. Nunmehr handelten wir mit Komplizen in der Sache Nachhaltigkeit, für welche, wie für uns, neben einem vernünftigen Preis, der zuverlässige Ursprung des Rohstoffes und die transparente Lieferkette der Textilien ausschlaggebend ist.
Unseren Kunden setzen auf bioRe® Sustainable Textiles-Produkte und bieten damit auch ihren Kunden, den Endkonsumenten, eine Chance für einen «Style Upgrade».“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Der Schlüssel zur Nachverfolgbarkeit liegt im systematischen Aufbau einer nachhaltigen Lieferkette mit Partnern, die die gleichen Werte teilen. Die komplette Rückverfolgbarkeit unserer Produkte ist das Resultat und die logische Konsequenz unseres kontrollierten Input- und Supply Chain-Management-Prozesses, sowie der Vorfinanzierungen der Biobaumwolle und Halbfabrikate durch Remei AG.“

Welche Tools oder Wege nutzen Sie, um die richtigen Mengen und Qualitäten an Biobaumwolle zu erhalten? Welche Empfehlungen können Sie diesbezüglich abgeben?

„Die Remei gibt den Unternehmen bioRe® Indien und bioRe® Tansania eine Abnahmegarantie, die diese damit wiederum den Biobaumwoll-Bauern geben können. In dieser Rolle tragen wir auch die Risiken und Pflichten mit, die der nachhaltige Biobaumwollanbau mit sich bringt. Dies erfolgt zum Beispiel durch den Aufbau langfristiger, vertrauensvoller Partnerschaften und den damit verbundenen Sicherheiten für die Biobaumwollbauern durch Abnahmegarantien, sowie Prämienzahlungen zusätzlich zum Marktpreis. Es beinhaltet eine große Verantwortungsübernahme. Um dieser gerecht werden zu können, setzt Remei auf langfristige und starke Partnerschaften mit B2B Kunden im Retail.“

Marion Röttges, Co-CEO Apparel and Communication, Remei AG.

KiK Textilien und Nonfood GmbH

Statements Bio-Baumwolle

KiK Textilien- und Nonfood GmbH

„Die Nachhaltigkeitsarbeit der KiK Textilien und Nonfood GmbH hat zum Ziel, die Produktion der angebotenen Sortimente unter umweltbezogenen, sozialen und ökonomischen Aspekten zu optimieren und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten spürbar zu verbessern.
Das Thema Bio-Baumwolle hilft uns, diese Ziele an diversen Stellen der Wertschöpfungskette umzusetzen. Aus Kundenbefragungen wissen wir, dass insbesondere im Baby- und Kleinkindbereich auf Kleidung mit Bio-Baumwolle wert gelegt wird. Aus diesem Grund erhöhen wir den Anteil an Naturfasern in Bio-Qualität vor allem in diesem Segment. Durch Verwendung von Bio-Baumwolle, verringern sich die Schadstoff- und Umweltbelastungen im Anbauprozess erheblich.
Dies sind viele gute Gründe, sich für den Einsatz von Bio-Baumwolle stark zu machen. Für uns heißt das für das Jahr 2018: Eine Erhöhung von 150.000 Stück auf 2 Millionen Teile. Für 2019 ist die Verdopplung geplant. Um diese Steigerungen transparent und messbar zu machen, hat KiK in die Entwicklung einer Softwarelösung investiert.
Um unsere Steigerungsziele zu erreichen, arbeiten wir eng mit unseren Bestandslieferanten zusammen. Sie sind für uns der wichtigste Ansprechpartner, um unsere Anforderungen in den vorgelagerten Stufen der Lieferkette durchzusetzen. Nur wenn unsere Partner sich mit uns gemeinsam weiterentwickeln und in der Lage sind, entsprechend zertifizierte Baumwolle in der gewünschten und notwendigen Menge und Qualität einzukaufen, können wir unseren Kunden diese ökologischen Vorteile zum vergleichbar günstigsten Preis anbieten und damit der Nachhaltigkeit im Massenmarkt zum Durchsatz verhelfen.
Um unseren Anspruch von 100 % Bioqualität des Baumwollanteils für den Kunden sicherzustellen, führen wir eine aufwendige Dokumentenprüfung durch. Unser Lieferant muss ein Zertifikat nach OCS (Organic Content Standard), GOTS (Global Organic Textile Standard) oder IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) vorweisen und Originalrechnungen für die Rohware vorlegen. Vorteil der Zertifikate: In allen Fällen wird eine Warenflusskontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette gefordert und damit die lückenlose Nachvollziehbarkeit des Bio-Naturfasereinsatzes gesichert.
Waren, die diese Kriterien erfüllen, erhalten ein KiK-eigenes Siegel. Dieses wird für den Kunden gut sichtbar direkt am Produkt angebracht: 100% Organic Cotton!“

Lydia Kölker, Bereichsleitung Qualitätsmanagement, KiK Textilien und Nonfood GmbH.

Esprit Europe Services GmbH

Statements Bio-Baumwolle

Esprit Europe Services GmbH

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Bio-Baumwolle zu kaufen?

„Herkömmliche Baumwollanbaumethoden erfordern oft große Mengen an Pestiziden, Herbiziden und Düngemitteln. Diese können negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Bio-Baumwolle hingegen wird ohne Pestizide oder synthetische Düngemittel und nach strengen Standards angebaut. Deshalb erweitern wir unser Sortiment an Bio-Baumwolle in unseren Kollektionen stetig.“

Welche Bio-Baumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Wir möchten bis Juli 2021 ausschließlich nachhaltig produzierte Baumwolle beziehen. Als nachhaltig produzierte Baumwolle bezeichnen wir Better Cotton, Bio-Baumwolle und recycelte Baumwolle. Ein wesentlicher Anteil unserer Baumwolle soll bis 2021 aus Bio-Anbau oder aus recycelten Altkleidern und Produktionsabfall kommen.“

Was änderte sich im Einkauf und Produktentwicklung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen? Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Je früher der Einsatz von Bio-Baumwolle in der Produktenwicklung berücksichtigt wird, desto besser. So können Lieferanten Kapazitäten einplanen und haben genügend Zeit, Biobaumwolle zu beschaffen.
Esprit-Produkte, die 20% oder mehr Bio-Baumwolle im Oberstoff enthalten, werden mit einem entsprechenden „Organic“-Infotag versehen. Deshalb legen wir großen Wert auf die Einhaltung der sogenannten „Chain of Custody“ (Beweismittelkette). Sie stellt sicher, dass alle Betriebe in unserer Lieferkette mit dem Organic Content Standard (OCS) oder Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert sind. Hier haben wir zu Beginn die Erfahrung gemacht, dass zwar viele unserer nominierten Stofflieferanten eine Zertifizierung vorweisen konnten, die Konfektionäre jedoch nicht. Bei der Auswahl mussten wir strategisch vorgehen und haben uns für Lieferanten entschieden, bei denen wir größere Mengen produzieren lassen können, sodass die Zertifizierungskosten und der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis stehen.
Zudem hat es im Austausch mit unseren Lieferanten geholfen, dass wir seit 2017 selbst mit dem Organic Content Standard zertifiziert sind und somit glaubwürdig unsere Strategie untermauern konnten.
Um die Chain of Custody auf Produktebene einzuhalten, müssen unsere Konfektionäre unserem Einkauf zu jedem Produkt ein Transaktionszertifikat nachweisen. Das Transaktionszertifikat wird von einer externen, unabhängigen Zertifizierungsstelle ausgestellt und garantiert die Menge der Bio-Baumwolle im Produkt. Ein Transaktionszertifikat kann nur ausgestellt werden, wenn alle Stakeholder in der Lieferkette eines Kleidungsstückes mit Bio-Baumwolle ein Transaktionszertifikat an ihren jeweiligen Kunden ausgestellt haben. Die Einholung und Kontrolle der Transaktionszertifikate ist im Gegensatz zu Better Cotton ein höherer Aufwand, schafft aber auch die Möglichkeit, Bio-Baumwolle direkt am Produkt ausweisen zu können.“

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Schritte zum Einsatz von Biobaumwolle?

„Der erste Schritt ist, sich mit den Standards vertraut zu machen, die genauen Vorgaben und Unterschiede zu kennen. Diese Infos sind öffentlich auf den Webseiten der Standards zugänglich.
Im nächsten Schritt gilt es gemeinsam mit dem Design und Einkauf zu überlegen, welche Produkte aus Bio-Baumwolle hergestellt werden sollen. Produkte mit einer längeren Lieferzeit oder „NOOS“ (Never Out of Stock)-Artikel bieten sich hier besonders an. Die Wahl des Lieferanten ist eng an das Produkt gekoppelt, idealerweise hat der Konfektionär bereits eine Zertifizierung mit einem Bio-Baumwollstandard.
Sollte noch keiner der Konfektionäre zertifiziert sein, gilt es in Schritt drei, dem Lieferanten die Infos über die jeweiligen Standards gut verständlich zur Verfügung zu stellen und bei der Auswahl einer externen Zertifizierungsstelle zu helfen. Auch diese sind auf den Webseiten der Standards veröffentlicht. Ein enger Austausch mit dem Lieferanten während der Zertifizierungsphase ist wichtig, um Hilfestellung und Unterstützung zu leisten.
Zu den oben genannten Schritten ist es zudem wichtig, die Kollegen in der Beschaffung, im Design und der Produktentwicklung ausreichend über Bio-Baumwolle, Standards und Prozesse zu informieren, sodass die an die Lieferanten übermittelten Informationen konsistent sind. Bei Esprit führen wir deshalb regelmäßig Trainings zu nachhaltigeren Materialien durch.“

Kristina Seidler-Lynders, Environmental Sustainability Manager, Esprit Europe Services GmbH.

Dibella b.v.

Statements Bio-Baumwolle

Dibella b.v.

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„Der konventionelle Baumwollanbau mit gentechnisch verändertem Saatgut, unprofessioneller künstlicher Bewässerung und übermäßigem Pestizid- und Kunstdüngereinsatz verursacht heute oftmals große Schäden an Mensch und Umwelt und ist gleichzeitig doch unverzichtbare Lebensgrundlage von Millionen von Familien. Der Einsatz von Bio-Baumwolle ist ein Ansatz diese Schäden zu minimieren.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Bis 2020 streben wir 20% Bio-Baumwollanteil gemessen an der Gesamtbeschaffung an. Wir hoffen allerdings, dass unsere Kunden noch mehr des Bio- Sortiments kaufen werden. Der Preisdruck am Markt ist halt das größte Hindernis des Bio-Baumwoll-Wachstums.“

Was änderte sich in der Beschaffungs- und Marketingabteilung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen?

„Kurz gesagt: Alles!“

Ergaben sich durch den Einkauf von Biobaumwolle neue Handelspartnerschaften?

„Ja. Sowohl von Kunden als auch Lieferanten wird die Marke Dibella heute ganz anders wahrgenommen. Wir sind kein „einfacher“ Textillieferant mehr, sondern ein gefragter Partner und Berater der vorangeht und nicht hinterherläuft. Das öffnet uns viele Türen die vorher verschlossen waren. Neben Bio-Baumwolle setzt sich Dibella auch für weitere Lösungsansätze wie z.B. Fairtrade, Made In Green, CmiA, recyceltes Polyester oder Tencel ein. Das macht in diesem Umfang sicherlich kein anderer Anbieter in unserem Objekttextilmarkt.“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Unsere Kooperation mit Chetna Organic Indien. Dibella kauft heute die Bio-Baumwolle quasi direkt vom Feld und finanziert sogar das Bio-Saatgut den Bauern vor.“

Welche Tools oder Wege nutzen Sie, um die richtigen Mengen und Qualitäten an Biobaumwolle zu erhalten? Welche Empfehlungen können Sie diesbezüglich abgeben?

„Gute Partner vor Ort im Baumwollanbaugebiet und in der Weiterverarbeitung und eine vorrausschauende langfristige Planung beim Baumwollsourcing.“

Simon Bartholomes, Leitung Einkauf, Dibella b.v.

Brands Fashion GmbH

Statements Bio-Baumwolle

Brands Fashion GmbH

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„Der Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle sind besonders wasserintensiv. Auch wenn die Zahlen von Statistik zu Statistik schwanken, besteht kein Zweifel, dass diese für die Bekleidungsbranche so wichtige Faser während des Produktionsprozesses Unmengen von Wasser benötigt. Ein Grund für uns, den Einsatz von Biobaumwolle zu fördern und in unseren Kollektionen zu erhöhen. Denn beim Anbau von Biobaumwolle wird nach Möglichkeit natürlich, also mit Regenwasser, bewässert. Außerdem wird auf Pestizide und chemische Dünger verzichtet, die nicht nur eine Belastung des Bodens und Grundwassers, sondern auch ein Gesundheitsrisiko für die Farmer darstellen.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Angesichts des eindeutigen Mehrwerts für Mensch und Umwelt ist das Ziel klar: Wir wollen möglichst viel Fairtrade-zertifizierte Baumwolle aus biologischem Anbau verwenden. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, den Anteil der eingesetzten Menge an Biobaumwolle insgesamt auf 80% zu steigern. Um dies zu erreichen, arbeiten wir derzeit besonders daran, den Einsatz von Biobaumwolle bei der Berufsbekleidung zu steigern.“

Was änderte sich in der Beschaffungs- und Marketingabteilung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen?

„Durch kontinuierliche Überzeugungsarbeit und ein neues Marketingkonzept möchten wir mehr und mehr unserer Kunden dafür begeistern, GOTS- und/oder Fairtrade-zertifizierte Artikel von uns zu beziehen.
Wir konnten bereits zahlreiche Kunden und Lieferanten vom Einsatz von Fairtrade-oder GOTS-zertifizierter Baumwolle für ihre Arbeits-oder Merchandisebekleidung überzeugen. Das Vertriebsteam klärt über die Notwendigkeit von biologischen Fasern im Hinblick auf schwindende Ressourcen und zunehmende Umweltbelastung in der Textilindustrie auf und motiviert zum Umdenken.“

Ergaben sich durch den Einkauf von Biobaumwolle neue Handelspartnerschaften?

„Wir haben neue Partnerschaften zu Lieferanten aufgebaut, mit welchen wir nun viel enger als zuvor arbeiten. Außerdem stellt die Produktion aus Biobaumwolle einen Wettbewerbsvorteil dar, der uns oftmals dazu verhilft, neue Kunden zu gewinnen. So stieg der Anteil unserer Kunden, die von uns GOTS-Artikel beziehen, von 6% in 2015 auf 27% in 2017. Im selben Jahr wurde bereits ein Drittel unseres gesamten Sortiments aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle hergestellt.“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Wir sehen die Basis der Lieferkettentransparenz im engen Austausch und einem vertrauensvollen Verhältnis mit Lieferanten. Systematische Prüfung und Aktualisierung relevanter Dokumente sowie ihre Abbildung und kontinuierliches Nachhalten in unserem Warenwirtschaftsystem geben uns zudem die notwendige Sicherheit.
Zertifizierungssysteme wie GOTS und Fairtrade helfen uns dabei, weil sie die Warenflüsse zwischen den Lieferanten verfolgen und eine genaue Dokumentation verlangen. Je mehr GOTS-und Fairtrade-zertifizierte Artikel wir also vertreiben, umso höher ist die von uns und von immer mehr Kunden verlangte Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg.
Wir arbeiten bereits an vielen neuen, spannenden Projekten rund um die Förderung von Bio- und Fairtrade-Baumwolle, an der Einführung des neuen Fairtrade-Textilstandards entlang der gesamten Produktion sowie daran, Transparenz über unsere Lieferketten für unsere Kunden erlebbar zu machen.“

Welche Tools oder Wege nutzen Sie, um die richtigen Mengen und Qualitäten an Biobaumwolle zu erhalten? Welche Empfehlungen können Sie diesbezüglich abgeben?

„Langfristige Beziehungen und enger Austausch mit unseren Lieferanten aber auch Besuche Vorort ermöglichen uns eine möglichst langfristige Planung sowie Gewissheit hinsichtlich der Baumwollqualität. Um bei hohem Bedarf neue Lieferanten für Bio- und Fairtrade-Baumwolle zu finden, erkundigen wir uns bei Zertifizierern.“

Anna Johannsen, Sustainability Manager, Brands Fashion GmbH.

ALDI Süd

Statements Bio-Baumwolle

ALDI Süd

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

Mit unserer Baumwoll-Einkaufspolitik stellen wir uns der Verantwortung, die wir als großes Handelsunternehmen in den globalen Lieferketten und für die Ressourcen tragen. Über den Einsatz nachhaltiger Baumwolle haben wir die Möglichkeit in der Produktion des für unsere Textilien wichtigsten Rohstoffes positive Wirkung zu erzielen.

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

Im Rahmen unserer Baumwoll-Einkaufspolitik und als Bündnisziel hat sich ALDI SÜD Deutschland das Ziel gesetzt, den Anteil nachhaltiger Baumwolle von ca. 18% in 2017 auf 30% in 2018 zu erhöhen. Das Bio-Baumwoll-Ziel von 15 % in 2018 konnte ALDI bereits erfüllen. Mit unserem Bio-Baumwollvolumen wurden wir im 2018 Textile Exchange Preferred Fibre & Materials Benchmark als sechstgrößter Nachfrager weltweit eingestuft. Daher freut uns die positive Entwicklung umso mehr!!

Welche ersten Schritte empfehlen Sie Unternehmen, die Bio-Baumwolle einkaufen wollen?

Die Basis für eine konsequente Umstellung auf nachhaltige Fasern, also auch Bio-Baumwolle, ist die Erfassung der entsprechenden Rohstoffmengen. Es hilft Unternehmen vor allem auch, sich der ökonomischen Entscheidung bewusst zu werden. Darüber hinaus ist es wichtig, gute Partnerschaften mit seiner Lieferkette aufzubauen und zu pflegen, um die Umsetzung gewährleisten zu können

Ergaben sich durch den Einkauf von nachhaltiger Baumwolle neue Partnerschaften?

Ja, tatsächlich. In Zentralasien wird nicht-genmanipuliertes Baumwoll-Saatgut knapp. Daher fördern wir gemeinsam mit Fairtrade und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) lokale Kooperativen durch Trainingsmaßnahmen zur Saatgut-Multiplizierung. Ein Teil der kooperativen baut auch Bio-Baumwolle an. Aber auch die Massenbilanzierungsstandards Cotton made in Africa und BCI sorgen dafür, dass die Textillieferkette näher zusammenrückt und zusammenarbeitet.

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Lieferkette: Erwartungen und Ziele sollten Lieferanten und Partnern eindeutig formuliert werden und durch einen stetigen Austausch an gemeinsamen Ansätzen gearbeitet werden. Als Unternehmen ist man auch besonders auf die Systeme und Hilfestellungen der Standardgeber-Organisationen angewiesen. Wir schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr und haben im Rahmen von Netzwerken wie Textile Exchange auch Möglichkeiten, uns mit anderen Unternehmen und der Community fachlich auszutauschen.

Welche Tools und Wege nutzen Sie um das Thema auch den Kunden näher zu bringen?

Um auch dem Kunden mehr Transparenz unserer Lieferketten anzubieten, haben wir seit 2017 das Programm „TEXTIL-HERKUNFT“. Mittels eines QR-Codes auf dem Produkt können unsere Kunden über unsere Rückverfolgbarkeitsplattform sämtliche Produktionsstufen zertifizierter Artikel bis hin zum Land des Bio-Baumwollanbaus einsehen.

Klaas Gerd Nuttbohm, Manager Corporate Responsibility International, ALDI Süd.

Takko Holding GmbH

Statements Bio-Baumwolle

Takko Holding GmbH

„Unsere Strategie ist auf den Einkauf von nachhaltiger Baumwolle ausgerichtet. Wir sind im Sommer 2018 Mitglied der Better Cotton Initiative geworden, um uns diesbezüglich noch stärker engagieren zu können. Gemeinsam mit der BCI arbeiten wir an der Verbesserung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen in den Baumwoll-Anbau-Betrieben. Die Initiative setzt auf die Schulung der Farmer und Mitarbeiter der Plantagen vor Ort und zeigt ihnen die Techniken des nachhaltigen Baumwollanbaus. So lernen die Farmer durch ökologisch wertvollere Methoden ertragreich zu produzieren. Durch unsere Mitgliedschaft in der BCI verfolgen wir damit einen langfristig und global angelegten Entwicklungsansatz für „bessere“ Anbaumethoden.

Biobaumwolle setzen wir vor allem für Aufträge bei unserer Babykleidung ein. Beim Einkauf achten wir auf GOTS zertifizierte Lieferanten und damit auf ein sicheres Gesamtkonzept von Bio-zertifiziertem Anbau und Nachhaltigkeit in der weiteren Produktionskette.“

Christiane Wilms-Otto, Leitung Qualitätsmanagement, Takko Holding GmbH.