Kunstlederproduktion: Substitution von schädlichen Chemikalien

Praxis - Projekte unserer Mitglieder

Kunstlederproduktion: Substitution von schädlichen Chemikalien

Überblick

Handlungsfeld

Projektpartner

 

 

 




Region

Projektlaufzeit

Umwelt- und Chemikalienmanagement,
Produkt- und Rohstoffinnovation

ZDHC (federführend für die Unternehmen Esprit, H&M, Inditex, M&S, Tesco, Li Ning)
Chemiehersteller
Kunstlederproduzenten
Lokale Behörden
Chinesischer Verband der Kunstlederproduzenten
Forschungseinrichtungen

China

Seit 2017

Hintergrund

Noch immer wird in der Kunstlederherstellung die gesundheitsschädliche Substanz Dimethylformamid (DMF) als Lösungsmittel eingesetzt. Vor allem in China ist der Einsatz von DMF von Bedeutung, da dort etwa 75 Prozent der weltweiten Kunstlederproduktion stattfinden. Lange Zeit gab es keine großflächig verfügbare Alternative, die Qualität und Aussehen des Endprodukts nicht beeinträchtigt hätte.

Ziel der ZDHC-Stiftung ist es, gefährliche Chemikalien aus der Wertschöpfungskette von Textilien, Leder und Schuhen zu verbannen. Diese Zielsetzung kann nur mit allen Lieferkettenpartnern erreicht werden. Deshalb hat ZDHC alle, die an der Kunstlederproduktion beteiligt sind, an einen Tisch geholt. Markenunternehmen und Einzelhersteller, Hersteller von Kunstlederprodukten und -materialien, Chemiefirmen, lokale Behörden, Forschungseinrichtungen sowie Verbände arbeiten nun gemeinsam daran, den DMF-Einsatz in China zu reduzieren. Mit sichtbaren Erfolgen: Gemeinsam wurden technische Herausforderungen in der DFM-Substitution gelöst. Rund ein Viertel der Kunstlederproduktion in China hat die Stiftung mit ihrem Vorhaben bereits erreicht. Ziel ist es nun, das Programm auf weitere Hersteller auszuweiten und die Verfügbarkeit von DMF-freien Alternativen zu erhöhen.

DMF - eine Gefahr für die Gesundheit

Kunstleder besteht in der Regel aus einem Gewebe mit einer Polyurethanbeschichtung. In der Herstellung dieses Materials kommt immer noch großflächig das gesundheitsschädliche Lösungsmittel Dimethylformamid (DMF) zur Anwendung.

Vor allem in China ist der Einsatz signifikant, da dort etwa 75 Prozent der weltweiten Kunstlederproduktion stattfinden. Vor diesem Hintergrund hat die chinesische Regierung das Ziel verabschiedet, den Gebrauch des Lösungsmittels zwischen 2016 und 2020 um 25 Prozent zu reduzieren.

Gemeinsam für eine DMF-freie Produktion

Die ZDHC-Stiftung hat sich dieses Problems angenommen. ZDHC steht für „Zero Discharge of Hazardous Chemicals“. Mit einem eigenen Programm arbeitet die Stiftung seit 2011 daran, umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien aus der Wertschöpfungskette von Textilien, Leder und Schuhen zu eliminieren. Mehr als 110 Mitglieder, darunter Unterzeichnermarken, Wertschöpfungs- und Kooperationspartner, haben sich der Vereinigung bisher angeschlossen. Die Stiftung möchte dazu beitragen, den DMF-Einsatz in der Kunstlederproduktion zu reduzieren und dem Markt DMF-freie Alternativen und Innovationen zugänglich zu machen. Dafür hat sie Mitgliedsunternehmen mit Herstellern von Kunstlederendprodukten und -materialien, Chemiefirmen, lokalen Behörden, Forschungseinrichtungen und Verbänden zusammengebracht.

In sogenannten Industrieworkshops erarbeiteten die Partner unterschiedliche Alternativen für DMF und verbesserten diese technisch sowie funktionell. Dabei standen auch die Qualität des Endprodukts und die Kosten eines DMF-Ersatzes im Fokus, denn die Lösungen müssen skalierbar sein. Außerdem sorgt die Zusammenarbeit dafür, dass die Alternativlösungen schneller auf den Markt kommen und so die steigende Nachfrage nach den gesundheitsfreundlicheren Produkten besser bedient werden kann. Nach der ersten Projektphase werden die Aktivitäten nun auf weitere Hersteller ausgeweitet.

Innovative Lösungen für eine unbedenkliche Kunstlederherstellung

Das vorläufige Ergebnis des Projekts: Die Beteiligten haben insgesamt 15 verschiedene, gesundheitlich und ökologisch unbedenkliche Lösungen für verschiedene technische Fragestellungen erarbeitet – zum Beispiel für die Knitterfaltenproblematik in der Stiefelproduktion. So ist der Anteil von wasserbasiertem Polyurethan im Vergleich zu 2015 um 120 Prozent gestiegen.

Dies hat zu einer deutlichen Erhöhung von DMF-freien Produkten auf dem Markt geführt. Seit Anfang 2018 arbeitet ZDHC auch mit sogenannten Produktionsclustern in der Kunstlederproduktion zusammen, um die DMF-Substitute zu verbreiten. Bisher sind rund 25 Prozent der Kunstlederproduzenten in China in das Projekt involviert.

Anwendung und Test eines Lösungsmittels. © Stichting ZDHC Foundation.
Industrieworkshop mit Vorstellung von DMF-freien Produktlösungen. © Stichting ZDHC Foundation.

Gut für die Gesundheit, gut für die Unternehmen

Die DMF-Substitute sind nicht nur ein Fortschritt im Gesundheitsschutz. Sie bieten den Kunstlederproduzenten auch noch weitere Vorteile. So haben sie die Chance, sich früh an DMF-Regulierungen der chinesischen Regierung und die damit verbundenen Änderungen in der Herstellung anzupassen. Optimieren die Unternehmen dann gemeinsam die technischen Qualitätsanforderungen, sparen sie zudem Kosten und Zeit. Die entwickelten Lösungen sind außerdem schnell verfügbar und lassen sich effektiv skalieren. Ein weiterer Mehrwert des Projektes: Die Mitgliedsunternehmen arbeiten eng mit den Partnern in der Lieferkette zusammen und gewinnen auf diese Weise zusätzliche Einblicke in die Produktionsbedingungen vor Ort.

Mit einem größeren Anteil an DMF-freien und umweltfreundlicheren Produkten im Portfolio können die Unternehmen zudem die steigende Nachfrage nach umweltverträglich hergestellter Kleidung bedienen. Dies bietet auch die Möglichkeit, die eigene Innovationskraft unter Beweis zu stellen, und hat positive Auswirkungen auf die Reputation.

Erfahrungen und Empfehlungen

  • Die Entwicklung von Substituten für DMF ist mit vielfältigen technischen Herausforderungen verbunden. Deshalb ist es wichtig, Expertisen zu bündeln.
  • Erforderlich dafür ist eine enge Zusammenarbeit von Herstellern und Unternehmen ebenso wie von Unternehmen untereinander.
  • Es gilt, die gesamte Lieferkette an diesem Prozess zu beteiligen – von den Harz- und Polyurethanherstellern bis hin zum Endkunden.

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Bündnis für nachhaltige Textilien

c/o Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
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Telefon: +49 228 4460-3560

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Sauber arbeiten: Umwelt- und Sozialstandards auch bei Unterlieferanten

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Sauber arbeiten: Umwelt- und Sozialstandards auch bei Unterlieferanten

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Projektpartner



Region


Projektlaufzeit

Umwelt- und Chemikalienmanagement,
Sozialstandards und existenzsichernde Löhne

VAUDE
DEG
Externe Berater

China
Vietnam
Taiwan

2015 bis 2017

Hintergrund

Umweltbelastungen und prekäre Arbeitsverhältnisse in der Textilproduktion stellen in Entwicklungs- und Schwellenländern nach wie vor eine Herausforderung dar. Zwar nehmen Handel und Hersteller Einfluss auf ihre direkten Lieferanten – in den vorgelagerten Fertigungsstufen gestaltet sich dies jedoch schwieriger, da hier keine direkten Geschäftsbeziehungen bestehen. Gerade dort finden aber viele ressourcenintensive und durch den Einsatz von Chemikalien umweltbelastende Prozesse statt.

Mit dem Ziel, auch die unteren Ebenen der Lieferkette zu erreichen, ging VAUDE eine Entwicklungspartnerschaft mit der DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH – ein. Im Rahmen des Vorhabens wurden Tier-2-Lieferanten in Vietnam, China und Taiwan in Trainings für die Bedeutung nachhaltiger Produktions- und Geschäftspraktiken sensibilisiert. Zudem erhielten sie Schulungen in der eigenverantwortlichen Umsetzung von Maßnahmen im betrieblichen Umweltmanagement sowie zu Sozialstandards. Der Fokus lag dabei auf der Zusammenarbeit mit ihren eigenen Unterlieferanten.

„Wir sind vom Kunden zum Partner unserer Zulieferer geworden“

Interview mit Bettina Roth, Leitung Qualitäts- und Chemikalienmanagement/CSR bei VAUDE

Weitere Informationen

PDF: Vom Nähgarn bis zur Jacke, Hrsg.: VAUDE Sport GmbH & Co. KG

PDF: Environmental Stewardship Programm für Lieferanten, Hrsg.: VAUDE Sport GmbH & Co. KG

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Bündnis für nachhaltige Textilien

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Kinder- und Zwangsarbeit in Südindiens Textilindustrie ein Ende setzen

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Kinder- und Zwangsarbeit in Südindiens Textilindustrie ein Ende setzen

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Region

Projektlaufzeit

Sozialstandards und existenzsichernde Löhne

terre des hommes
BMZ
CARE-T (NGO zur Stärkung von Frauen und Mädchen in Indien)
C&A
C&A-Foundation

Indien

2016 bis 2019

Hintergrund

„Sumangali“ bedeutet auf Tamil „glückliche Braut“. Unter diesem Deckmantel arbeiten in Südindien nach Schätzungen 260.000 Mädchen in einer ganz bestimmten Form der Zwangsarbeit, mindestens 160.000 davon in der Textilindustrie: Um die landesüblichen Mitgiften bezahlen zu können, schicken viele Eltern ihre Töchter unter dem Druck von Menschenhändlern in Spinnereien zum Arbeiten. Arbeitgeber versprechen einen Bonus nach drei bis fünf Jahren Arbeit, der allerdings nicht einmal dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht. Die Mädchen müssen 12- bis 16-Stunden-Schichten leisten und dürfen ihre beengten Unterkünfte nicht verlassen. Viele Mädchen sind Misshandlungen und sexuellen Missbräuchen durch die Aufseher*innen ausgesetzt. Manche der Mädchen sehen Selbstmord als einzigen Ausweg.

Mithilfe des BMZ und der C&A Foundation bekämpft terre des hommes das Sumangali-System, hilft den Opfern und befähigt sie zu einem selbstbestimmten Leben: Der indische Projektpartner CARE-T befreit Mädchen aus illegalen Arbeitsverträgen und betreut sie psychosozial und medizinisch. Mädchen werden in Schulen oder Ausbildungskurse integriert und können Rechtshilfe in Anspruch nehmen. Um das Sumangali-System zu beenden und Kinder- und Arbeitsrechte durchzusetzen, erarbeiten die Partner einen Verhaltenskodex für Spinnereien und führen Dialoge mit Arbeitgeberverbänden, Behörden und Politiker*innen.

„Die ersten Mädchen sind im Beruf – es entstehen neue Rollenvorbilder“

Interview mit Barbara Küppers, Public Affairs bei terre des hommes

Video: Geschichte einer ehemaligen Sumangali-Arbeiterin

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Wolle aus der Region für nachhaltige Stoffe

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Wolle aus der Region für nachhaltige Stoffe

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Projektpartner


Region

Projektlaufzeit

Nachhaltige Fasern

Lebenskleidung
elbwolle

Deutschland

Dauerhaft

Hintergrund

Wolle ist eine tolle natürliche Funktionsfaser. Sie ist wasser- und schmutzabweisend, trocknet schnell, knittert kaum, ist selbstreinigend und nimmt fast keinen Geruch an. Doch in Deutschland werden Schafe heute statt als Lieferant dieses Rohstoffes aus ganz anderen Gründen gehalten: zum Erhalt regionaler Schafrassen und als natürliche und günstige Deichpfleger.

Denn in den vergangenen Jahren fand Wolle von deutschen Schafen kaum Abnehmer. Zu groß ist die Konkurrenz aus Australien und Neuseeland. Ein Trend, dem die Initiative elbwolle entgegentritt, indem sie der heimischen Schafwolle wieder einen Wert gibt. Sie zahlt den Schäfer*innen aus der Arche-Region Flusslandschaft Elbe südöstlich von Hamburg einen Preis von zwei Euro pro Kilo Wolle.

Die Firma Lebenskleidung, die ausschließlich Wolle von Tieren aus ökologischer Haltung nutzt, erkannte die nachhaltige Bedeutung einer regionalen Wertschöpfungskette. Das Unternehmen schätzt besonders die kurze und transparente Wertschöpfungskette, die einfache Kontrolle einer verantwortlichen Tierhaltung und die Förderung ländlicher Regionen. Aus diesen Gründen ging Lebenskleidung eine Kooperation mit elbwolle ein und verarbeitet nun Stoffe, die aus der biozertifizierten Lammwolle der Initiative gefertigt wurden.

Eine deutsche Wertschöpfungskette zu fairen Preisen

"Die Kunden fahren auf die Story ab"

Interview mit Enrico Rima, Geschäftsführer von Lebenskleidung

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Den Bangladesh Accord on Fire and Building Safety auf andere Länder übertragen: das Beispiel Pakistan

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Den Bangladesh Accord on Fire and Building Safety auf andere Länder übertragen: das Beispiel Pakistan

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Projektpartner



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Projektlaufzeit

Gebäudesicherheit

KiK
40 Textilfabriken in Pakistan
Externe Experten

Pakistan

Anfang 2017 bis Ende 2020

Hintergrund

Die Sicherheit von Fabrikgebäuden ist in Pakistan oft unzureichend. Erdbeben und bauliche Mängel führen im schlimmsten Fall zu Einstürzen, eine unsichere Elektrik zu Bränden. Diese Ausgangssituation erinnert an Bangladesch: Dort wurde nach dem verheerenden Fabrikeinsturz des Rana-Plaza-Gebäudes im Jahr 2013 der „Bangladesh Accord on Fire and Building Safety“ ins Leben gerufen, um bei Gebäudesicherheit und Brandschutz substanzielle Fortschritte zu erzielen. Auch KiK sammelte als Unterzeichner dieses Abkommens dort wertvolle Erfahrungen. Auf diesen Erfahrungen möchte das Unternehmen aufbauen, um auch in Pakistan Verbesserungen bei Gebäudesicherheit und Brandschutz zu erwirken.

Um die Standards des Bangladesh Accord on Fire and Building Safety auf Pakistan zu übertragen, hat das Unternehmen 2017 das KiK „Building Safety Program“ aufgesetzt. Alle rund 40 pakistanischen Zulieferer müssen daran teilnehmen. Expert*innen wie Statiker*innen und Ingenieur*innen inspizieren ihre Fabriken. Die festgestellten Mängel sind dann innerhalb fester Fristen zu beheben. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird anschließend durch Audits überprüft. Wie die Arbeit in Bangladesch gezeigt hat, reicht dies allein jedoch nicht aus: Um einen systemischen Wandel anzustoßen, ist es notwendig, eng mit den Verantwortlichen vor Ort zusammenzuarbeiten.

Durch Wissenstransfer zum Ziel

Aus diesem Grund sieht das Programm vor, unter anderem die Mitglieder der Arbeitskomitees bei den Lieferanten in Fragen der Arbeits- und Gebäudesicherheit zu schulen. Außerdem sollen die Arbeiter*innen zukünftig über einen Beschwerdemechanismus Missstände an eine unabhängige Instanz melden können.

Weitere Projektphasen sind geplant. Durch eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Branche und den Aufsichtsbehörden vor Ort soll das Programm über die reine Gebäude- und Arbeitssicherheit hinausgehen und zukünftig systematisch weitere Sozial- und Umweltthemen aufarbeiten. Dazu sucht KiK derzeit weitere Projektpartner in Pakistan.

Das Maßnahmenprogramm auf einen Blick

Erfahrungen und Empfehlungen

  • Gemeinsamer Branchenansatz, um Synergien für die wichtigsten Beschaffungsmärkte zu nutzen.

  • Zusammenarbeit mit lokalen Aufsichtsbehörden für eine bessere Überwachung.

  • Stabile Lieferantenbeziehungen, um Vorbehalten und Investitionszurückhaltung zu begegnen.

  • Ingenieure mit Know-how in der Gebäudesicherheit vor Ort etablieren.

Weitere Informationen

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Berufsbekleidung: mehr Transparenz in der Lieferkette

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Berufsbekleidung: mehr Transparenz in der Lieferkette

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Projektlaufzeit

Lieferkettentransparenz

GREIFF
Hersteller in der Lieferkette

Produktionsstandorte in der Lieferkette in:
Bosnien
Deutschland
Marokko
Mazedonien
Moldawien
Pakistan
Rumänien
Ukraine
Vietnam
Ungarn
Türkei

Seit 2015

Hintergrund

Immer mehr Unternehmen achten bei der Berufsbekleidung, mit der sie ihre Mitarbeiter*innen ausstatten, nicht nur auf qualitative und funktionale Aspekte. Zunehmend legen sie auch Wert auf eine nachhaltige Produktion. Wo und unter welchen Bedingungen die Textilien hergestellt wurden, lässt sich meistens jedoch nur schwierig nachvollziehen. Das mittelständische, inhabergeführte Unternehmen GREIFF Mode, ein führender Anbieter von Berufsbekleidung, möchte seinen Kund*innen diese Transparenz ermöglichen. Dazu hat es 2015 den sogenannten „myGREIFF-Code“ entwickelt. Der Code ist auf den Etiketten aller dauerhaft verfügbaren Artikel zu finden. Geben Kund*innen den Code am Rechner oder per App ein, können sie den Herstellungsprozess des Produktes bis zum Ursprung der Fasern zurückverfolgen. Hierfür wurde eine eigene umfangreiche Datenbank entwickelt, die mithilfe einer Softwarelösung in das bestehende Warenwirtschaftssystem integriert wurde. Von der Transparenz profitiert nicht nur die Kundschaft – auch GREIFF selbst hat einen lückenlosen Überblick über die gesamte Lieferkette erhalten.

Wachsender Informationsbedarf in komplexen Lieferketten

Berufsbekleidung muss hohe Ansprüche erfüllen: Sie soll besonders praktisch, komfortabel und strapazierfähig sein. Immer mehr Unternehmen legen zudem Wert darauf, ihre Mitarbeiter*innen mit Berufsbekleidung auszustatten, die nachhaltig produziert wurde. Doch oft ist es schwierig nachzuvollziehen, wer die Textilien hergestellt hat – und unter welchen Bedingungen. Das mittelständische, inhabergeführte Unternehmen GREIFF Mode zählt zu den führenden Herstellern von Berufsbekleidung. Von seinen Lieferanten erwartet das Unternehmen nicht nur hohe Qualität, sondern auch, dass sie faire, sichere und wertschätzende Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter*innen garantieren und mit Energie und Rohstoffen sorgsam umgehen. Auch die Kund*innen von GREIFF sollen nachvollziehen können, welche Anforderungen die Produzenten in den verschiedenen Fertigungsstufen erfüllen.

Umfassende Informationen auf einen Klick

2015 hat GREIFF den sogenannten „myGREIFF-Code“ entwickelt. Der Code ist auf den Etiketten aller dauerhaft verfügbaren Artikel zu finden. Geben Kund*innen den Code am Rechner oder per App ein, können sie den Herstellungsprozess des Produktes nachverfolgen: von der Faser bis zum Fertigteil. Dabei sehen die Kund*innen, aus welchem Land die Rohware kommt und wo sie weiterverarbeitet wurde. Teilweise können sie auch einsehen, über welche Zertifikate der Konfektionsbetrieb verfügt. Hierfür wurde eine eigene umfangreiche Datenbank entwickelt, die mithilfe einer Softwarelösung in das bestehende Warenwirtschaftssystem integriert wurde. Beim Aufbau der Datenbank wurden alle Produktionsstufen erfasst. Damit sie aktuell bleiben, werden die Informationen regelmäßig bei den Lieferanten abgefragt und jede Änderung beim Lieferanten selbst oder in den Vorstufen der Lieferkette erfasst. GREIFF arbeitet kontinuierlich an einer Verbesserung der Datenbank. Zukünftig sollen den Kund*innen bei Abfrage des myGREIFF-Codes noch weitere Informationen zur Verfügung stehen – unter anderem zu durchgeführten Audits oder Schulungen in den Konfektionsbetrieben.

myGREIFF-Code auf dem Etikett eines Kleidungsstücks. ©GREIFF Mode GmbH & Co. KG.

Mehr Transparenz für Kund*innen und Unternehmen

Die Anforderungen von Unternehmen an die Berufsbekleidung ihrer Beschäftigten steigen – und damit auch Anfragen zu den einzelnen Produktionsschritten. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen in Deutschland und anderen EU-Ländern ist eine nachhaltige Herstellung ein immer wichtigeres Kriterium. Mit dem myGREIFF-Code kann das Unternehmen entsprechende Kundenanfragen beantworten und das steigende Informationsbedürfnis erfüllen. Der Code stößt bei den Kund*innen daher auf durchweg positive Resonanz. Darüber hinaus hat GREIFF selbst dank der Datenbank erstmals einen vollständigen und lückenlosen Überblick über die gesamte Lieferkette und alle Vorstufen erhalten. Mögliche Nachhaltigkeitsrisiken bei Lieferanten können so schneller erkannt und adressiert werden.

GREIFF-App, über die sich der myGREIFF-Code eingegeben lässt. ©GREIFF Mode GmbH & Co. KG.

Durch den myGREIFF-Code können wir unseren Kunden offen gegenübertreten. Die Herkunft und Entstehung unserer Produkte können jederzeit online nachvollzogen werden.“

Nicole Wagner, Corporate Responsibility bei GREIFF

Erfahrungen und Empfehlungen

  • Wer Transparenz gegenüber seinen Kund*innen schaffen will, muss zunächst einmal für Transparenz im Geschäftsverhältnis mit den eigenen Lieferanten sorgen. Diese Transparenz braucht Vertrauen auf beiden Seiten – und lässt sich daher besonders gut umsetzen, wenn Unternehmen über langjährige und dauerhafte Geschäftsbeziehungen mit ihren Zulieferern verfügen. Als traditionsreiches, inhabergeführtes Unternehmen legt GREIFF darauf seit jeher großen Wert. Dies kam dem Unternehmen bei der Einführung des Transparenzcodes zugute.
  • Bei der Entwicklung einer eigenen Datenbank ist zudem wichtig, deren Integration in das Warenwirtschaftssystem sicherzustellen. Andernfalls ist der Aufwand für die Pflege der Daten zu hoch. Auch die spätere kontinuierliche Datenpflege muss bereits bei Entwicklung der Datenbank mitgedacht werden.

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Nachhaltige Baumwolle direkt vom Feld

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Nachhaltige Baumwolle direkt vom Feld

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Sozialstandards und existenzsichernde Löhne

Dibella
20 Unternehmen aus den USA und Asien
Chetna Organic Farmers Association

Indien

Ende 2016 bis Anfang 2020

Hintergrund

Eine nachhaltige Textillieferkette beginnt mit einer ökologisch und sozial verantwortungsvollen Produktion der Rohstoffe. Doch für Unternehmen ist es oft nicht leicht, die Bedingungen im Ursprungsland der Rohstoffe zu kontrollieren – denn sie durchlaufen viele Verarbeitungsstufen, bevor ein fertiges Kleidungsstück im Laden liegt. Das Textilunternehmen Dibella hat sich deshalb 2015 mit anderen Marken des Textilsektors zur „Chetna Coalition“ zusammengeschlossen: Gemeinsam beziehen sie in Indien nachhaltig produzierte Baumwolle direkt bei den Mitgliedern der Erzeugerkooperative „Chetna Organic Farmers Association“ (COFA). COFA unterstützt die darin vereinigten Baumwollerzeuger*innen dabei, Baumwolle nachhaltig anzubauen und die Fairtrade- und GOTS-Anforderungen zu erfüllen. Dibella und die anderen Unternehmen der Chetna Coalition garantieren, ihre Baumwolle langfristig für einen Mindestpreis abzunehmen. So leisten sie einen Beitrag dazu, die Lebenssituation vor Ort zu verbessern.

Je tiefer die Lieferkette, desto schwieriger die Überprüfung

Eine nachhaltige Textillieferkette erfüllt bereits bei der Erzeugung der Rohstoffe ökologische und soziale Anforderungen. Dazu gehört, dass die Produzent*innen einen angemessenen Preis für ihre Ware erhalten und von ihrer Arbeit leben können. Insbesondere bei Baumwolle ist das oft nicht der Fall: Aufgrund des schwankenden Marktpreises sind die Risiken im Baumwollanbau sehr hoch. Oftmals lassen sich keine Preise erzielen, die ein existenzsicherndes Einkommen ermöglichen. Für Marken- und Handelsunternehmen ist es eine besondere Herausforderung, Informationen darüber zu erhalten, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe erzeugt wurden – denn der Rohstoff durchläuft viele Verarbeitungsstufen, bevor das fertige Kleidungsstück im Laden liegt. Doch für Unternehmen, die Verantwortung für die gesamte textile Lieferkette übernehmen wollen, ist die Transparenz wichtig. Nur so können sie der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Textilien, zum Beispiel bei Geschäftskund*innen aus der Hotel- oder Gastronomiebranche, nachkommen.

Konkretes Engagement im Ursprung der Baumwolle

Das Textilunternehmen Dibella, das viele Geschäftskunden versorgt, hat sich 2015 mit anderen Marken des Textilsektors in der „Chetna Coalition“ zusammengeschlossen: Gemeinsam beziehen sie in Indien nachhaltig produzierte Baumwolle direkt von den Mitgliedern der Erzeugerkooperative „Chetna Organic Farmers Association“ (COFA) – und zwar langfristig und zu garantierten Mindestpreisen. Dies ermöglicht den Erzeuger*innen, ihren Lebensstandard zu verbessern. Die Chetna-Organic-Baumwolle erfüllt nachweislich die Fairtrade- und GOTS-Anforderungen. Die Textilunternehmen der Chetna Coalition engagieren sich außerdem für die nachhaltige Entwicklung des Baumwollanbaus und der Anbauregionen vor Ort. So finanzieren sie unter anderem Schulungen zu ökologischem Baumwollanbau, aber auch zu wirtschaftlichen Fragestellungen wie Management, Marktentwicklung und Businessplanung. Auf diese Weise werden die Erzeuger*innen dabei unterstützt, wirtschaftlich erfolgreichen Biobaumwollanbau zu betreiben und ihre Marktchancen zu verbessern. Darüber hinaus investieren die Mitglieder der Chetna Coalition in Infrastruktur und Bildung, vor allem für Mädchen.

Messbare Verbesserungen

Mehr als 9.000 in der COFA organisierte Erzeuger*innen bauen inzwischen auf einer Gesamtfläche von rund 13.000 Hektar Biobaumwolle an und sind Fairtrade-zertifiziert. Kinder- und Zwangsarbeit ist dabei verboten – die Einhaltung wird laufend kontrolliert. Weitere 6.000 Baumwollerzeuger*innen befinden sich in der Umstellung von konventionellem auf Biobaumwollanbau. Zudem setzen die
Teilnehmer*innen traditionelle Anbaupraktiken ein: Sie verwenden natürlichen Dünger und Biopestizide und nur gentechnikfreies Saatgut. Damit schützen sie die Biodiversität auf den Anbauflächen. In einem 2017 gebauten Trainingscenter, das Dibella zu 70 Prozent finanziert hat, werden pro Jahr rund 5.000 Erzeuger*innen zu nachhaltigem Baumwollanbau geschult. Dank all dieser Maßnahmen konnte der Ernteertrag gesteigert werden: Wurden im Jahr 2007 auf einer Anbaufläche von 4.000 Quadratmetern noch rund 170 bis 220 Kilogramm Baumwolle erwirtschaftet, sind es heute auf gleicher Fläche schon 270 bis 340 Kilogramm.

 

Auch die sozialen Projekte können Erfolge verzeichnen. An einer Mädchenschule im Bundesstaat Telangana hatten viele Schülerinnen ihre Ausbildung abgebrochen, da sie weite Wege zur Schule zurücklegen mussten und Transportmittel fehlten. Um Abhilfe zu schaffen, spendete Dibella gemeinsam mit zwei seiner Kund*innen rund 70 Fahrräder: Allein aufgrund dieser einfachen Maßnahme konnte die Abbruchquote der Schule von etwa 50 Prozent auf unter 5 Prozent gesenkt werden.

Mitarbeiter von Chetna Organic und Dibella-Geschäftsführer Ralf Hellmann auf einem Bio-Baumwollfeld in Indien.
Schülerinnen in einer von Dibella unterstützten Mädchenschule in Indien. ©Dibella GmbH.

„Die Partnerschaft mit Dibella hat Chetna Organic in vielerlei Hinsicht geholfen: von der Erhöhung des Ertrags von Bio- und Fairtrade-Baumwolle über den Verkauf mit einer höheren Prämie bis hin zu Fairtrade- und Sozialprämien von Dibella und seinen Partnerunternehmen. Diese Prämien werden dann in Schulausbildungsprogramme, Infrastrukturentwicklung und andere kommunale Entwicklungsprogramme investiert.“

Arun Ambatipudi, Geschäftsführender Direktor Chetna Organic Farmers Association

Minimieren von Risiken, neue Chancen für's Geschäft

Durch die direkte Abnahme von nachhaltig produzierter Baumwolle kann Dibella ökologische und menschenrechtliche Risiken in seiner Lieferkette minimieren. Darüber hinaus wirkt sich der Bezug von Chetna-Baumwolle auch positiv auf die Unternehmensreputation aus: Dank der direkten Zusammenarbeit mit den Erzeuger*innen vor Ort kann das Unternehmen aus erster Hand über die positiven Auswirkungen in den Anbaugebieten berichten. Dieses glaubwürdige Engagement überzeugt auch Kund*innen des Unternehmens, den Textil-Service und Hoteleigentümer*innen.

Dibella im Gespräch mit Bio-Baumwollerzeuger*innen der Chetna Organic Farmers Association. ©Dibella GmbH.

Erfahrungen und Empfehlungen

  • Ein Projekt wie dieses eignet sich insbesondere für mittelständische Unternehmen: Zwar gibt es in der Chetna Coalition auch größere Abnehmer*innen. Es wird jedoch darauf geachtet, dass sie nicht den Großteil der Ernte abkaufen. Andernfalls könnten die Erzeuger*innen in eine Abhängigkeit geraten. 
  • Eine Herausforderung ist der Austausch zwischen den Mitgliedsunternehmen und dem Erzeugerverband, denn die Kooperative hat kein spezielles Personal für die Kommunikation ihrer Arbeit und der Fortschritte. Der Informationsfluss ist deshalb schleppend und ein Austausch meist nur vor Ort möglich.
  • So dauert es oft lange, bis die Textilunternehmen der Chetna Coalition Nachweise über die konkrete Verwendung ihrer finanziellen Mittel für Bildungs- und Infrastrukturmaßnahmen –wie Abschlussberichte oder Wirkungsmessungen – erhalten.
  • Aus diesem Grund ist zu empfehlen, vor Ort eine*n Koordinator*in einzusetzen. Diese*r sollte als Bindeglied zwischen der Erzeugerkooperative und den Unternehmen fungieren, über aktuelle Entwicklungen in der Kooperative berichten und die Dokumentation kontrollieren.

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Eine Runde Sache – die weltweit erste Jeans, die im Kreislauf bleibt

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Eine Runde Sache – die weltweit erste Jeans, die im Kreislauf bleibt

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Projektpartner

 

 

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Projektlaufzeit

Circular Fashion, nachhaltige Produkte

C&A
Fashion for Good
Cradle to Cradle Products Innovation Institute
Hersteller in Bangladesch

Bangladesch (Herstellung)
Europa, Brasilien (Verkauf)

Seit 2018

Hintergrund

Angesichts eines Wachstums der Weltbevölkerung von 1.5 Milliarden Menschen in den nächsten 11 Jahren steuern wir auf die Überlastung natürlicher Ressourcen zu. Ein Lösungsansatz ist das Prinzip Cradle to Cradle (C2C) (von der Wiege bis zur Wiege): Ziel ist es dabei, möglichst nur Produkte und Materialien zu verwenden, die für Gesundheit und Umwelt unbedenklich sind und die daher dem Produktionszyklus im Sinne einer Kreislaufwirtschaft erneut zugeführt werden können. Dementsprechend werden Überlegungen zu Wiederverwendung und Recycling bereits im Design mitbedacht. Das Cradle to Cradle Products Innovation Institute hat hierfür das Cradle to Cradle (C2C) CertifiedTM Produktprogramm entwickelt, das Textilprodukte und Materialien im Hinblick auf geschlossene Lebenszyklen bewertet und zertifiziert.

2017 produzierte C&A mit Fashion for Good zunächst als weltweit erster Textileinzelhändler T-Shirts mit der Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung. 2018 gelang dasselbe auch mit einem komplexen Produkt: der weltweit ersten Denim-Jeans mit Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung. Zuvor waren neue Lieferanten und Fabriken ausgewählt sowie Materialien und Bestandteile einzeln geprüft, zertifiziert oder weiterentwickelt worden. Seit August 2018 ist die Jeans bei C&A erhältlich.

Kreisverkehr statt Einbahnstraße: Der Cradle-to-Cradle-Ansatz

Bis 2030 wird die Weltbevölkerung neun Milliarden Menschen erreichen. Um die Bedürfnisse einer wachsenden Bevölkerung zu befriedigen, werden die Belastungsgrenzen der Natur weiter strapaziert. Ressourceneffizienz und nachhaltiges Umweltmanagement sind daher wichtige Themen des Textilbündnisses.

Ein Lösungsansatz ist das Prinzip Cradle to Cradle (C2C) – zu Deutsch: von der Wiege bis zur Wiege. Bei diesem Ansatz werden die Wiederverwendung und das Recycling bereits im Design neuer Produkte mitbedacht. So werden bei der Textilproduktion möglichst nur Materialien verwendet, die sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt unbedenklich sind. Dies umfasst den Einsatz von Chemikalien, Wasser und Energie bei der Herstellung, die Materialverwertung und die sozialen Bedingungen bei allen Beteiligten. So entstehen Produkte, die dem Produktionszyklus immer wieder zugeführt werden können, sodass keine Abfälle mehr anfallen und wertvolle Ressourcen erhalten bleiben.

C&A will diesen Ansatz entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette zur Norm machen. Um diesen Anspruch zu verwirklichen, ist C&A eine Partnerschaft mit der Initiative Fashion for Good eingegangen, die von der C&A Foundation gegründet wurde. Zudem hat C&A als weltweit erster Textileinzelhändler T-Shirts und Jeans mit der Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung auf den Markt gebracht. Der Produktstandard Cradle to Cradle CertifiedTM, vom Cradle to Cradle Products Innovation Institute entwickelt, ist weltweit der einzige Standard, der sich zum Ziel gesetzt hat, ganzheitlich die Kreislauffähigkeit eines Produktes zu bewerten. Dabei werden alle Aspekte der Produktherstellung berücksichtigt – von der Beschaffung der Rohstoffe über den Einsatz von Chemikalien, Wasser oder Energie bei der Herstellung bis zu den sozialen Bedingungen in der Wertschöpfungskette.

2017 haben C&A und Fashion for Good zunächst zwei in Indien ansässige Bekleidungshersteller bei der Entwicklung und Produktion von zwei T-Shirts mit Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung begleitet. 2018 folgten in enger Zusammenarbeit mit einem Hersteller in Bangladesch die Entwicklung und Produktion eines komplexeren Produkts – einer Denim-Jeans.

Ein Ansatz, der sich auszahlt

Bis Ende 2018 hat C&A mehr als zwei Millionen Kleidungsstücke mit Cradle to Cradle CertifiedTM Zertifizierung einer breiten Produktpalette in den Verkauf gebracht. Dies hat in der Branche Anreize zur Nachahmung gesetzt.

Das Projekt kommt gut an – nicht nur bei den C&A-Mitarbeiter*innen. Auch von NGOs, Universitäten und Medien gibt es positive Resonanz zur Cradle to Cradle CertifiedTM Zertifizierung. Dass die C&A-Kund*innen es zu schätzen wissen, spiegelt sich im Erfolg der nachhaltigeren #WearTheChange-Kollektion von C&A wider.

Der Ansatz lässt sich damit auch gut für die Nachhaltigkeitskommunikation nutzen. Die begleitende Medienkampagne positioniert C&A als innovatives Unternehmen mit hoher Verantwortung für Mensch und Umwelt.

„Unser Ansatz basiert auf der Idee, dass wir unsere Branche von einem Modell des ,Herstellens, Tragens und Entsorgens‘ zu einem Modell führen müssen, in dem jedes Bekleidungsprodukt für sein nächstes Leben konzipiert ist. Wir rufen die Modebranche auf, sich uns anzuschließen und die Art und Weise, wie wir Jeans herstellen, zu verändern. Folgen Sie unserem Beispiel und nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse.“

Jeffrey Hogue, Chief Sustainability Officer, C&A

Erfahrungen und Empfehlungen

  • Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung der Jeans mit Cradle to Cradle CertifiedTM Gold-Zertifizierung war die Komplexität des Lieferantennetzwerks. C&A musste jeden einzelnen Lieferanten von dem Vorhaben überzeugen.
  • Das Vorhaben stellte einige Anforderungen an die beteiligten Lieferanten. Grundsätzlich sollten sie Interesse an Nachhaltigkeit haben und eine gute Erfolgsbilanz im Sozial- und Umweltmanagement vorweisen können. Wichtig sind auch eine innovative Denkweise und die Bereitschaft, selbst Ressourcen in das Projekt zu investieren.
  • Aufwendig war auch die Analyse der zahlreichen Chemikalien, die bei der Produktion eingesetzt werden. Einzelne Bestandteile wie etwa biologisches Nähgarn mussten speziell optimiert werden.
  • Eine weitere Voraussetzung für den Projekterfolg besteht darin, ganzheitlich aktiv zu werden. In der Cradle-to-Cradle-Philosophie wird dies in den sogenannten „Five Goods“ zusammengefasst: gute Materialien, gute Wirtschaft, gute Energie, gutes Wasser und gutes Leben.
  • C&A möchte andere Unternehmen motivieren, kreislauffähige Produkte auf den Markt zu bringen. Darum haben C&A und Fashion for Good einen „Werkzeugkasten“ veröffentlicht. Dieses Toolkit enthält zum einen den weltweit ersten Leitfaden zur Herstellung einer Cradle-to-Cradle-zertifizierten Denim-Jeans. Zum anderen spezifiziert ein „Almanach“ alle Materialien und Inhaltsstoffe, die derzeit Cradle-to-Cradle-zertifiziert und auf dem Markt verfügbar sind. Beide Dokumente sind auf der Webseite des Bündnisses für nachhaltige Textilien auf der Fallbeispielseite von C&A als Download verfügbar.

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Existenzsichernde Löhne im Fokus

Praxis - Projekte unserer Mitglieder

Existenzsichernde Löhne im Fokus

Überblick

Handlungsfeld

Projektpartner

 

 


Region

Projektlaufzeit

Sozialstandards & existenzsichernde Löhne

Brands Fashion
Melawear
3Freunde
Fairtrade
Sechs Textilfabriken

Indien (Nordindien & Tamil Nadu)

Herbst 2016 bis Februar 2020

Hintergrund

Mit dem neuen Fairtrade Textilstandard sollen die Arbeitsbedingungen und Löhne in der gesamten Verarbeitungskette der Textilbranche verbessert werden. Ziel ist es, lieferkettenweit existenzsichernde Löhne zu gewährleisten und an alle Zulieferer dieselben Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Sozialanforderungen zu stellen. Im Rahmen des Programms „Piloting the Fairtrade Textile Standard“ arbeiten die Unternehmen Brands Fashion, Melawear und 3Freunde seit August 2017 in Indien daran, dieses Ziel zu erreichen: Sie wollen nicht nur ihre Konfektionierungsbetriebe, sondern auch deren Vorlieferanten (wie Entkörnungsbetriebe, Spinnereien, Webereien und Färbereien) nach dem Fairtrade-Textilstandard zertifizieren lassen. Die besondere Herausforderung: Als erster Standard überhaupt definiert der Textilstandard einen festen Zeitrahmen von sechs Jahren, innerhalb dessen ein existenzsichernder Lohn erreicht werden muss. Finanziell gefördert wird das Projekt im Rahmen des develoPPP.de-Programms durch die GIZ. 

Vom Wissen zum Handeln - wie der Fairtrade-Textilstandard Arbeiter*innen unterstützt

Interview mit Rabea Schafrick und Henning Siedentopp

Welche Erfahrungen haben die beteiligten Unternehmen im ersten Jahr gemacht? Vor welchen Herausforderungen stehen sie? Diese Fragen haben wir zwei Projektpartnern gestellt:

Rabea Schafrick ist Nachhaltigkeitsmanagerin bei Brands Fashion. Das Unternehmen entwickelt und produziert qualitativ hochwertige und modische Arbeitskleidung sowie Fashion Kollektionen. Ziel ist es, möglichst alle Kollektionen aus nachhaltigen Materialien, wie biologischer Baumwolle herzustellen.

Henning Siedentopp ist Geschäftsführer von Melawear. Melawear steht für fair und ökologisch in Indien produzierte Shirts, Hoodies, Rucksäcke und Sneakers.

Was ist das Ziel des Pilotprogramms?

Henning Siedentopp (Melawear): „Bestehende Zertifizierungen wie Fairtrade Cotton und GOTS decken das Thema ‚existenzsichernde Löhne‘ nicht ausreichend ab. Mit dem Fairtrade Textilstandard wollen wir diese Lücke schließen – und gemeinsam mit unseren Lieferanten und ihren Subunternehmen in Indien tragfähige Lösungsansätze für einen strukturellen Wandel erarbeiten.“

Rabea Schafrick (Brands Fashion): „Dabei legen wir einen zentralen Fokus auf die Stärkung der Arbeitnehmer*innenrechte. Wir wollen dabei unterstützen, in den Fabriken demokratisch gewählte Arbeitskomitees zu etablieren. Denn diese können sich für Lohnerhöhungen einsetzen. Beide Themen sind eng miteinander verzahnt.“

Existenzsichernde Löhne werden viel diskutiert. Wie sieht Ihr Ansatz aus?

Henning Siedentopp: „Grundsätzlich befinden wir uns in einer laufenden Diskussion zwischen Politik und Zivilgesellschaft, was eigentlich einen existenzsichernden Lohn ausmacht – auch in Indien wird diese Diskussion geführt. Hier docken wir an: Fairtrade ermittelt anhand vorliegender, mit den lokalen Gewerkschaften verhandelter Tarife einen sektoralen existenzsichernden Lohn. Bei nicht vorhandenen Tarifvorgaben werden regionale Benchmarks ermittelt. Wir haben den Anspruch, die Löhne in einem nicht unerheblichen Maß zu erhöhen – und zwar freiwillig, ohne gesetzliche Vorgaben.“

Wie gehen Sie dabei konkret vor?

Rabea Schafrick: „In sogenannten ‚Pre-Assessments‘ ermitteln Fairtrade und deren lokale Partner zunächst den Status quo. In Workshops und Trainings werden dann gemeinsam mit Arbeiter*innen und Management konkrete Fragen bearbeitet. Etwa: Welche Wünsche haben die Beschäftigten an das Management? Was macht eine gute Arbeitssituation aus? Es geht darum, ein Bewusstsein für gerechte Löhne zu schaffen und die Arbeiter*innen zu sensibilisieren und aufzuklären.“

Henning Siedentopp: „Dabei geben wir unseren indischen Partnern die Höhe der Löhne nicht vor. Wir zeigen ihnen die Differenz zwischen Mindestlohn und existenzsicherndem Gehalt auf – diese Differenz ist übrigens auf den einzelnen Wertschöpfungsstufen unterschiedlich groß. Fairtrade und seine Partner schulen die Arbeiterkomitees und geben ihnen Hilfestellung, wie sie ihre monatlichen Fixkosten, zum Beispiel für Miete, Nahrung, Sozialabgaben, berechnen und Ersparnisse für Ausnahmesituationen anlegen können. Bei den Lohnverhandlungen mit dem Management ist Fairtrade aber nicht dabei, denn es geht darum, die Selbstständigkeit und Eigenständigkeit der Arbeitskomitees zu fördern.“

Arbeiter*innen bei einem Training in einem Konfektionsbetrieb (Mai 2018)
Arbeiter*innen bei einem Einführungstraining des Faitrade-Textilprogramms

Wie reagieren die Zulieferer?

Rabea Schafrick: „Viele Lieferanten sind zunächst skeptisch. Eine der ersten Fabriken im Projekt war eine Färberei, deren Kunden bis dato meist nur wenig Anforderungen an die Einhaltung von Sozialstandards stellte. Dementsprechend hatten sie dort wenig Erfahrung mit dem Thema. Zu Beginn des Projektes haben sie die Forderung aus Deutschland gar nicht richtig ernst genommen. Da mussten wir ganz schön viel Überzeugungsarbeit leisten, was das Projekt zu einer echten Pionieraufgabe für uns macht.

Generell stellen wir fest: In der Konfektionierung, der letzten Wertschöpfungsstufe, gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Lieferanten noch relativ einfach, da wir hier eine enge und langfristige Kooperation pflegen. Je tiefer man aber in die Lieferkette geht, desto kleiner ist unser Anteil am Produktionsvolumen. Umso schwieriger ist es für uns folglich, die Lieferanten zu überzeugen. Wenn eine Färberei beispielsweise nur zehn Prozent ihrer Aufträge von uns bekommt, ist die Skepsis natürlich höher als in einer Konfektionierung, die viel enger mit uns zusammenarbeitet.

Gerade diese Lieferanten befürchten häufig auch, andere Kunden zu verschrecken – also die Auftraggeber zu verlieren, die keinen Wert auf existenzsichernde Löhne bei ihren Zulieferern legen. Daher hoffen wir darauf, dass sich weitere Textilunternehmen unserem Weg anschließen, denn: Je mehr mitmachen, desto schneller werden wir zu fairen Löhnen kommen.“

Das klingt nach einer anspruchsvollen Aufgabe. Welche Erfolge können Sie bisher verzeichnen?

Rabea Schafrick: „2018 werden sich insgesamt zwei Konfektionierer zertifizieren lassen. Damit haben wir ein Teilziel erreicht. Bis zum Ende der Projektlaufzeit sollen vier weitere Fabriken in Lieferketten der drei Projektpartner dazu kommen. Und wir bekommen heute schon die Rückmeldung, dass der gewünschte Bewusstseinswandel tatsächlich nach und nach in den Fabriken passiert. Es findet ein intensiverer Dialog zwischen Beschäftigten und Management statt, die Arbeiter*innen wissen mehr über die eigenen Rechte – und nicht zuletzt hat dies oft auch positive Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. In den Trainings, bei denen wir anwesend waren, konnten wir beobachten, wie die Teilnehmer zunehmend selbstbewusster wurden und eigene Anregungen und Ideen anbrachten. Zugegeben, das sind bisher weiche Faktoren, aber die Zertifizierung wird letztlich den Fortschritt messen.

Klar ist auch: Das ist eine große Aufgabe, der wir uns gestellt haben und die viele personelle Ressourcen bindet. Ohne die finanzielle Förderung durch die GIZ wäre es für einen Mittelständler wie uns schwer geworden, das zu realisieren.“

Welchen Mehrwert haben Sie als Unternehmen von diesem Engagement?

Henning Siedentopp: „Zum einen stärken wir die Beziehung zu unseren Produzenten, da wir aktiv an der Verbesserung der Lebensqualität der Angestellten in Indien mitwirken. Zum anderen schärfen wir auch hier in Europa das Bewusstsein, dass Kleidung einen Preis hat, der über die aktuellen Produktpreise am Markt hinausgeht – und fördern damit auch die Akzeptanz beim Kunden.“

Rabea Schafrick: „Wir verstehen nun besser was es braucht, um Sozialstandards in der kompletten Wertschöpfungskette umzusetzen. Die Lieferanten geben uns Einblicke in ihre Einkaufspreise, ihr internes Lohnabrechnungssystem und die lokale Sozialversicherungspolitik, was ein großes Maß an Vertrauen und Zugänglichkeit verlangt. Außerdem erhalten wir viel positive Resonanz: Unsere Kunden nehmen unser Engagement ganz klar wahr.“

Was sind Ihre Empfehlungen an die Mitglieder des Textilbündnisses?

Rabea Schafrick: „In den aktiven Dialog mit seinen Lieferanten zu treten. Transparenz schaffen über Lieferketten und Preise. Gemeinsam konkret kalkulieren, wie existenzsichernde Löhne erreicht werden können und welchen preislichen Unterschied es am Ende wirklich macht.“

Bitte vervollständigen Sie zum Schluss einen dieser Sätze:

2030 sind existenzsichernde Löhne in der textilen Wertkette …

Rabea Schafrick: nicht weltweit, aber in vielen Ländern Realität.“

2030 sagen Kunden über konventionelle Textilien …

Henning Siedentopp: „…dass diese eine Zumutung sind.“

2030 erzählen Sie Ihren Kindern …

Henning Siedentopp: „…dass wir die ersten waren, die gehandelt haben und aktiv ihren Produzenten mehr Geld für die Textilien gezahlt haben.“

Rabea Schafrick: „…dass der Anfang schwer war, es sich aber gelohnt hat, das Thema existenzsichernde Löhne voranzutreiben.“

Der Fairtrade Textilstandard bietet eine gute Grundlage dafür, dass Arbeiter*innen in den Textilbetrieben befähigt werden, selbst ihre Löhne verhandeln zu können und zu wissen, was ihre Arbeit wert ist. Dies zu erreichen bedarf gemeinsamer Anstrengung.

Rapha Breyer, Business Development Textilien,
Fairtrade Deutschland

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Verantwortung auch für die frühkindliche Bildung

Praxis - Projekte unserer Mitglieder

Verantwortung auch für die frühkindliche Bildung

ALDI SÜD und ALDI Nord engagieren sich in Textilfabriken in Bangladesch

Überblick

Handlungsfeld

Projektpartner

 

 

Region

Projektlaufzeit

Sorgfaltspflicht im Bereich Frauen- und Kinderrechte

ALDI SÜD
ALDI Nord
Phulki (NGO für Kinderbetreuung & frühkindliche Bildung)
Sieben Textilfabriken

Bangladesch

Februar 2018 bis Juli 2019

Hintergrund

Mütter und Kinder sind in der Arbeitswelt besonders schutzbedürftig. In fast allen Ländern der Welt gibt es gesetzliche Vorschriften, zum Beispiel bezahlten Mutterschutz und die Bereitstellung von Kinderbetreuungseinrichtungen am Arbeitsplatz. Auch für bangladeschische Textilfabriken ist dies der Fall, jedoch sind diese mit der Umsetzung oft überfordert. Daher vertrauen Eltern dort selten der Betreuungsqualität, dem Raum- oder Spielangebot. Arbeitende Mütter stellt dies vor enorme Schwierigkeiten und dies bedeutet eine zusätzliche Belastung. Darum setzen sich ALDI SÜD und ALDI Nord dafür ein, die Qualität der Kinderbetreuung zu erhöhen und langfristig die Bildungs- und Wohlstandschancen der Kinder von Fabrikarbeiterinnen zu verbessern.

Mit der Einrichtung von Childcare Center Management Committees und professionellen Trainings für Erzieher*innen, Kranken- und Pflegepersonal werden sieben Pilotfabriken des Landes dabei unterstützt, ihre Einrichtungen zu verbessern, und zu einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung befähigt.

Bildung, Sicherheit und Gesundheit in der Kinderbetreuung

Weitere Informationen

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