Textilbündnis-Mitglieder beziehen über die Hälfte der weltweit verfügbaren Bio-Baumwolle

Aktuelles
12.09.2019

Textilbündnis-Mitglieder beziehen über die Hälfte der weltweit verfügbaren Bio-Baumwolle

Die Unternehmen im Textilbündnis allein beziehen mehr als die Hälfte der weltweit verfügbaren Bio-Baumwolle. Das zeigen die 86 kürzlich veröffentlichten Fortschrittsberichte. Die Mitglieder beschafften 2018 laut eigener Aussage rund 800.000 Tonnen Baumwolle, wovon 83.000 Tonnen auf Bio-Baumwolle entfielen. 2016/17 wurden weltweit rund 118.000 Tonnen Bio-Baumwolle angebaut. Da zu dem Zeitpunkt bereits Anbauflächen im Übergang zum Bio-Anbau waren, dürfte die Gesamtmenge an Bio-Baumwolle 2018 bereits höher gewesen sein.

Bündnisübergreifendes Ziel für Baumwolle

Seit 2018 ist jedes baumwollbeschaffende Bündnismitglied dazu verpflichtet, sich jährlich ein individuelles Steigerungsziel zu nachhaltiger Baumwolle zu setzen. Die Erreichung des Ziels muss im darauffolgenden Jahr im Fort­schrittsbericht dargelegt werden. Das Ziel bezieht sich auf die Steigerung des Anteils von Bio-Baumwolle und anderweitig nachhaltiger Baumwolle (siehe Standardsysteme für nachhaltige Baumwolle). Damit tragen die Mitglieder zur Erreichung des übergeordneten Bündnisziels für Baumwolle bei:

Bis 2020 wollen die Bündnismitglieder den Anteil nachhaltiger Baumwolle auf 35 Prozent steigern, davon sollen mindestens 10 Prozent aus biologischem Anbau oder Umstellung auf biologischen Anbau stammen. Bis 2025 soll dieser Anteil verdoppelt werden, das heißt auf 70 Prozent nachhaltige Baumwolle, davon 20 Prozent Bio-Baumwolle oder Baumwolle in Umstellung.

Aus den Fortschrittsberichten geht hervor: Von den knapp 800.000 Tonnen Baumwolle, die die Bündnismitglieder 2018 beschafften, stammten bereits rund 10,5 Prozent aus Bio-Anbau und 21,7 Prozent aus anderen als nachhaltig anerkannten Quellen.

Wie viel Bio-Baumwolle gibt es weltweit?

In seinem Market Report 2018 gibt Textile Exchange an, dass 2016/17 von 22.000.000 Tonnen weltweit angebauter Baumwolle rund 118.000 Tonnen Bio-Baumwolle waren – also gerade einmal 0,5 Prozent.

Textile Exchange ist ein globaler gemeinnütziger Verein, der eine führende Position in der nachhaltigen Faser- und Materialindustrie einnimmt. Durch eine strategische Kooperation zwischen Textile Exchange und dem Textilbündnis sollen die internationale Harmonisierung faserbezogener Nachhaltigkeitsanforderungen und -standards vorangetrieben und der Einsatz nachhaltiger Materialen gefördert werden.

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Dachverband FairWertung e.V. ist neues Bündnismitglied

Aktuelles
26.08.2019

Dachverband FairWertung e.V. ist neues Bündnismitglied

Mit dem Dachverband FairWertung e.V. hat das Bündnis für nachhaltige Textilien ein neues Mitglied in der Akteursgruppe Nichtregierungsorganisationen gewonnen.

Der Dachverband FairWertung wurde 1994 gegründet und ist ein bundesweites Netzwerk von gemeinnützigen Organisationen, die sich für Transparenz und Nachhaltigkeit beim Textilrecycling einsetzen. 130 gemeinnützige Organisationen arbeiten bundesweit nach den Richtlinien von FairWertung, darunter kirchliche Einrichtungen, gemeinnützige Vereine sowie Beschäftigungsgesellschaften. Viele betreiben eigene Secondhand-Läden. Darüber hinaus informiert FairWertung Verbraucher*innen über Hintergründe und Zusammenhänge des Alttextilmarktes und des Textilrecyclings.

„Wir freuen uns darauf, zukünftig unsere Expertise am Ende der textilen Kette in das Bündnis einbringen zu können“, so Thomas Ahlmann von FairWertung.

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Textilbranche legt Fortschritte bei der Nachhaltigkeit offen

Aktuelles
12.08.2019

Textilbranche legt Fortschritte bei der Nachhaltigkeit offen

Fortschrittsberichte und Roadmaps veröffentlicht

In ihren Fortschrittsberichten legen erstmals alle berichtspflichtigen Mitglieder im Textilbündnis offen, was sie tatsächlich im Jahr 2018 erreicht haben, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und faire Löhne in ihrer Lieferkette durchzusetzen. Zudem haben alle Mitglieder Maßnahmenpläne (Roadmaps) für 2019 vorgelegt, in denen sie neue Aktivitäten zur Umsetzung der Bündnisziele beschreiben. Bisher haben 86 Fortschrittsberichte und 89 Roadmaps die externe Prüfung erfolgreich durchlaufen und sind hier zu finden. Die übrigen folgen bis September.

Rund 80 Prozent der Ziele wurden erreicht
In den Fortschrittsberichten ist dokumentiert, dass die Bündnismitglieder gemeinsam 1.100 Vorhaben realisiert haben, die sie sich in ihren Roadmaps 2018 vorgenommen haben. Damit wurden rund 80 Prozent der für 2018 gesetzten Ziele erreicht. In den Maßnahmenplänen (Roadmaps) für 2019 definieren die Mitglieder über 1.000 weitere konkrete Maßnahmen auf dem Weg zu den Bündniszielen.

Unabhängige externe Expert*innen haben die Maßnahmenpläne und Fortschrittsberichte auf Plausibilität und den Grad der Zielerreichung überprüft. Alle bisher überprüften Berichte entsprechen den aktuellen Anforderungen des Bündnisses und sind hier veröffentlicht.

Das Ziel sind existenzsichernde Löhne
Im Jahr 2019 müssen Unternehmen im Bündnis erstmals verbindlich Maßnahmen ergreifen, die darauf abzielen, dass Arbeiter*innen existenzsichernde Löhne gezahlt werden können. Auf die Lohngestaltung in den Lieferketten haben die Marken- und Handelsunternehmen jedoch häufig nur indirekt Einfluss, da die Arbeiter*innen bei eigenständigen Produktionsunternehmen angestellt sind. Somit können die Bündnismitglieder im ersten Schritt auf die Löhne einwirken, indem sie ihr Einkaufsverhalten anpassen. Dazu gehören vor allem die eigene Preispolitik, die Planung der Auftragsvolumina sowie die Vorgaben für Produktionszeiten.

Vor diesem Hintergrund haben 34 Unternehmen für das Jahr 2019 geplant, ihre Einkaufspraktiken zu analysieren und zu verbessern. Weitere Mitgliedsunternehmen unterstützen Initiativen, die Gewerkschaften in Produktionsländern und deren Position in Tarifverhandlungen stärken. Andere kooperieren mit Nicht-Regierungsorganisationen, die sich für die Zahlung höherer Löhne einsetzen.

Der Sportartikelhersteller Ortovox realisiert zum Beispiel ein Pilotprojekt mit einem Lieferanten aus Osteuropa, um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen voranzutreiben. Und Takko Fashion erhebt in Kooperation mit einem seiner Produzenten in Indien regionale Lebenshaltungskosten, um daraus eine Grundlage für die Kalkulation existenzsichernde Löhne abzuleiten.

Weiter auf dem Weg – sozial und ökologisch
Von den über 1.000 in den aktuellen Roadmaps festgelegten Maßnahmen beziehen sich fast 200 auf die schrittweise Verbannung von 160 gefährlichen Chemikalien aus der Produktion, einen sicheren und guten Umgang mit Chemikalien sowie die einheitliche Verpflichtung auf einen Abwasserstandard.

Die REWE Group hat sich zum Beispiel das Ziel gesetzt, Trainings zum Chemikalienmanagement in zehn Produktionsstätten in Indien, Pakistan und der Türkei durchzuführen. EDEKA will 25 Produktionsstätten den Zugang zu einer Plattform mit praktischen Hilfestellungen finanzieren, um so den innerbetrieblichen Umweltschutz in der Produktion zu verbessern.

In 2019 müssen Unternehmen auch vorweisen, wie sie den Zugang zu Abhilfe- und Beschwerdemechanismen in ihren Lieferketten fördern. Darüber hinaus verpflichten sich die Mitglieder, die eigenen Aktivitäten zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette kontinuierlich zu überwachen, Lieferanten nach Nachhaltigkeitskriterien auszuwählen und Korruption zu bekämpfen.

Mengenziel für 2020 zu nachhaltiger Baumwolle fast erreicht
Ein wichtiger Erfolg wurde bei der nachhaltigen Baumwolle erzielt: Von der gesamten Baumwollmenge, die Mitglieder verarbeiten, stammen mittlerweile rund 10 Prozent aus Bio-Anbau und 22 Prozent aus anderen als nachhaltig anerkannten Quellen. Damit ist das Ziel beinahe erreicht, gemeinsam bis zum Jahr 2020 mindestens 35 Prozent nachhaltige und Bio-Baumwolle einzusetzen.

„Wenn alle Bündnismitglieder – immerhin die Hälfte des deutschen Textilmarktes – verbindliche Ziele anstreben, können wir viel erreichen, zum Beispiel bei Löhnen und Arbeitnehmerrechten, bei der Substitution von Chemikalien, beim Umwelt- und Ressourcenschutz sowie bei der Förderung nachhaltiger Fasern“, sagt Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats: „So leisten die Mitglieder einen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung für Wirtschaft und Menschenrechte und machen ihr Handeln gegenüber Gesellschaft und Politik transparent.“

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Das Textilbündnis begrüßt drei neue assoziierte Mitglieder

Aktuelles
09.09.2019

Das Textilbündnis begrüßt drei neue assoziierte Mitglieder

Bei seiner letzten Sitzung hat der Steuerungskreis beschlossen, Essenza Home, Kings of Indigo sowie Rademakers Fur and Fashion als assoziierte Mitglieder im Textilbündnis aufzunehmen. Assoziierte Mitglieder können Unternehmen werden, die das Dutch Agreement on Sustainable Garments and Textile (AGT) gezeichnet haben.

Essenza Home produziert seit über 60 Jahren Heimtextilien, vor allem Bett- und Badartikel. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Amerongen (Niederlande) und sein Zentrallager befindet sich in Borken (Deutschland). ESSENZA HOME ist es wichtig, langjährige Beziehungen zu seinen Lieferanten zu pflegen und nachhaltige Materialien einzusetzen.

Kings of Indigo ist ein holländisches Jeans-Label mit Hauptsitz in Amsterdam. Das Unternehmen stellt nachhaltige Materialien und die Langlebigkeit seiner Jeans in den Mittelpunkt. So verwendet Kings of Indigo zu 98 Prozent Bio-Baumwolle und setzt sich als Mitglied der Fair Wear Foundation für faire Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette ein.

Rademakers Fur & Fashion verwendet ausschließlich natürliche Materialien, vor allem Leder und Felle, um daraus Leder- und Winterjacken herzustellen. Das Unternehmen produziert 95% seiner Kollektion in Europa, davon 42% in der eigenen Fabrik am Hauptsitz in Sittard (NL). Rademakers Fur & Fashion setzt sich für Tierschutz und Umweltschutz entlang seiner Lieferkette ein.

Die Kooperation zwischen dem deutschen und niederländischen Textilbündnis besteht seit Januar 2018. Das Herzstück der Kooperation ist das Angebot zur assoziierten Mitgliedschaft: Mitgliedsunternehmen einer Initiative können unter vereinfachten Bedingungen von der Mitgliedschaft und insbesondere den Unterstützungsangeboten der anderen Initiative profitieren, wenn sie den jeweils geforderten Veröffentlichungspflichten nachkommen. Somit wird der Einsatz für unternehmerische Sorgfalt nach Maßgabe der OECD (due diligence) auch vom jeweils anderen Bündnis anerkannt und Doppelarbeit vermieden. Mit seinem Beitritt zum Textilbündnis im Juli 2018 war Alsico NV das erste assoziierte Mitglied.

„Es war für mich keine Überraschung, dass die drei Unternehmen gerade jetzt eine assoziierte Mitgliedschaft beim deutschen Textilbündnis beantragt haben“, sagt Pierre Hupperts, Vorstand des AGT: „Bei AGT müssen Unternehmen im dritten Jahr ihrer Mitgliedschaft öffentlich berichten, was sie zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen leisten. Da AGT im Juli 2016 gegründet wurde, mussten nun rund 50 Unternehmen ihre Berichte veröffentlichen. Diese können sie auch anderen interessierten Stakeholdern und Konsumenten zur Verfügung stellen, unter anderem im für niederländische Modeunternehmen wichtigen Markt Deutschland. Ich bin sehr zufrieden mit den Vorteilen, die Unternehmen aus der Kooperation von AGT und dem deutschen Textilbündnis ziehen. Die Kooperation ermöglicht gemeinsame Aktionen, die negative Auswirkungen in Textil-Lieferketten vorbeugen, reduzieren und ausgleichen.“

„Die assoziierte Mitgliedschaft für AGT-Mitglieder, die auch im deutschen Markt aktiv sind, ist ein wichtiger und sichtbarer Schritt zu einer stärkeren Angleichung der beiden Initiativen. Auf Grundlage der OECD Due Diligence Guidance möchten wir die Aktivitäten von Textilbündnis und AGT abstimmen, um gemeinsam die unternehmerische Sorgfalt von Marken und Handel in Europa auszubauen. Nur so lassen sich nachhaltige Verbesserungen in Produktionsländern des Textil- und Bekleidungssektors erreichen – sowohl für die Arbeiterinnen und Arbeiter als auch für die Umwelt“, erläutert Dr. Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats im Bündnis für nachhaltige Textilien.

Neues aus Tamil Nadu: Video und Website

Aktuelles
05.07.2019

Neues aus Tamil Nadu: Video und Website

Wie sieht die Arbeit von Bündnisinitiativen eigentlich aus? Mit wem arbeiten wir vor Ort zusammen? In 3:30 Minuten liefert ein neues Video Einblicke und Eindrücke der Arbeit in Tamil Nadu 

Die Bündnisinitiative hat zum Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie im südindischen Tamil Nadu systemisch zu verbessern. Insbesondere die Situation von Frauen und Mädchen in Spinnereien soll sozialverträglicher werden. 

Es herrscht meist geringe Transparenz und es ergeben sich oft große Herausforderungen im Hinblick auf Sozialstandards und Arbeitsbedingungen: Ausbeutung über Pauschalverträge, Löhne unterhalb des offiziellen Mindestlohns, exzessive Überstunden, Unterdrückung von Gewerkschaften, mangelnde Vereinigungsfreiheit und geschlechtsspezifische Gewalt 

All das stellt für die Mitarbeiter*innen vor Ort eine Gefahr dar. Deswegen sollen in 300 Fabriken umfangreiche Trainingsprogramme durchgeführt werden. Im Zuge derer werden, neben dem Informieren von Management und Arbeiter*innen über Beschwerdemechanismen, Arbeitsrechte und -standards insbesondere gesetzlich vorgeschriebene Beschwerde- und Schlichtungsgremien in den Fabriken errichtet und besetzt. 

Im Video kommt mit Visalini S. eine von über 150 Trainer*innen zu Wort: “Meine Aufgabe ist es, mit den Spinnereimitarbeiter*innen zu sprechen und sie über ihre Rechte und Pflichten zu informieren und welche Anreize sie bekommen müssen, um in einem korrekten und organisierten Arbeitsverhältnis zu stehen.“ 

Darüber hinaus sprechen Vertreter*innen der lokalen Umsetzungsorganisation Multi-Stakeholder-Initiative Tamil Nadu (MSI-TN) über ihre Ziele und Aktivitäten. 

Im offenen Dialog tauschen sich lokale Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und weitere Stakeholder darüber aus, wie sie gemeinsam positive Entwicklungen anstoßen können. Neben den kürzlich gestarteten Dialogforen auf Distrikt- und Bundesstaat-Ebene (siehe Beitrag von Ende März) diente auch die erste Jahreskonferenz im März dem lösungsorientierten Austausch. Mit einer Delegation war auch das Textilbündnis bei der Konferenz dabei.

Detailliertere Informationen auf der neuen Website

Die Multi-Stakeholder-Initiative Tamil Nadu (MSI-TN) präsentierte kürzlich ihre überarbeitete Website, auf der nun detailliertere Informationen zu finden sind. So lässt sich etwa anhand einer Liste nachvollziehen, in welchen Fabriken Trainings durchgeführt werden. Darüber hinaus informiert die MSI-TN über die Dialogforen auf Distriktebene und stellt Trainingsmaterialien (auf Tamil) zur Verfügung. Der Newsletter der MSI-TN gibt regelmäßig Updates zu den Aktivitäten und Projekten vor Ort. Interesse geweckt? Hier geht es zur Website.  

Die MSI-TN ist neben der Nichtregierungsorganisation SAVE (Social Awareness and Voluntary Education) eine der Haupt-Implementierungspartnerinnen unserer Bündnisinitiative Tamil Nadu in Südindien. Weitere Partner der Bündnisinitiative sind FEMNET e.V., das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), HUGO BOSS, KiK, OTTO GROUP und Tchibo sowie die assoziierten Partner Brands Fashion und Transfair e.V.

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Zehn Nachhaltigkeitsziele auf der Agenda

Aktuelles
17.06.2019

Zehn Nachhaltigkeitsziele auf der Agenda

Der Beitrag des Textilbündnisses zu den SDG

2015 beschlossen die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). Sie berücksichtigen erstmals gleichermaßen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Von Armutsbekämpfung über Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge bis zu übergreifender Kooperation decken die SDG sämtliche Lebens- und Arbeitskontexte ab. Regierungen, Wirtschaftsunternehmen und Zivilgesellschaft sollen sich dafür einsetzen, Armut zu beseitigen und allen Menschen ein würdevolles und chancenreiches Leben zu ermöglichen. Angestrebt wird eine Umsetzung bis 2030, daher die Bezeichnung „Agenda 2030“.

Auch die Aktivitäten des Bündnisses für nachhaltige Textilien zahlen auf zehn der 17 SDG ein. Sie greifen an vielen Stellen der globalen Textil-Wertschöpfungskette. Das Bündnis setzt sich etwa dafür ein, dass Arbeiter*innen existenzsichernde Löhne erhalten und dass damit Armut verringert wird. Weniger giftige Chemikalien beim Bleichen oder Färben von Stoffen kommen der Gesundheit der Arbeiter*innen in Textilfabriken zugute und schützen die umliegenden Flüsse und Böden. In den Roadmaps bekennen sich die Mitglieder des Textilbündnisses jährlich zu ihrer unternehmerischen Verantwortung und zu verbindlichen Bündniszielen. Individuell und gemeinsam leisten sie so einen Beitrag zur Agenda 2030. Wie das genau aussieht, zeigt das SDG-Mapping.

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Erste Dialogforen in Tamil Nadu (Indien)

Aktuelles
27.05.2019

Erste Dialogforen in Tamil Nadu (Indien)

Konferenz gibt Startschuss für Dialogforen

Die Multi-Stakeholder-Initiative Tamil Nadu (MSI-TN) hat ein klares Ziel: Verbesserungen für die Arbeiter*innen in der Textilindustrie Südindiens zu erreichen. Um gemeinsam Lösungen zu finden, werden nun Dialogforen durchgeführt. Die Jahreskonferenz in Coimbatore im März gab den Startschuss für das neue Austauschformat. Bis Februar 2020 sind 36 Treffen auf Distriktebene und sechs weitere auf Bundesstaat-Ebene geplant.

Die Koordinatorin des Dialogprozesses, Rohini Chandrasekaran, ist hoffnungsvoll: „Eine glücklichere und gesündere Belegschaft, die für die Textilindustrie in Tamil Nadu arbeitet – das ist, was ich mir von den nächsten zehn Jahren erhoffe.“

Seit Projektstart im Sommer 2018 unterstützt die Bündnisinitiative Tamil Nadu die in Indien ansässige MSI-TN dabei, Dialogforen auf Bundesstaat-Ebene und in den vier Distrikten Tirupur, Coimbatore, Erode und Dindigul aufzubauen und durchzuführen. Regelmäßig kommen dabei zahlreiche relevante Stakeholder der Textilindustrie zusammen. Gemeinsam diskutieren sie, wie sich die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie systemisch verbessern lassen. Bei den bisherigen Treffen befassten sich die Teilnehmenden etwa mit den Rechten von Frauen am Arbeitsplatz oder mit Sozialleistungen.

Anfang März machte sich eine Delegation des Textilbündnisses auf den Weg in das rund 7.500 km entfernte Tamil Nadu in Südindien. Vor Ort tauschte sie sich persönlich mit den Umsetzungspartner*innen und Stakeholdern aus. Mit dabei waren Vertreter*innen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von Brands Fashion, FEMNET und HUGO BOSS, begleitet vom Bündnissekretariat.

Hauptanlass der Reise war die erste Jahreskonferenz der MSI-TN in Coimbatore. Dort trafen sich Vertreter*innen von Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um die Bedingungen in der Textil-Lieferkette in Tamil Nadu zu verbessern und zukünftig in den Dialogforen zusammenzuarbeiten.

Im Gespräch mit den Partnern vor Ort wurden auch Interviews geführt und O-Töne eingefangen. Während das finale Video noch geschnitten wird, können Sie hier bereits vorab einen Eindruck der Arbeit der Bündnisinitiative und der Umsetzungspartner*innen bekommen.

Der Dialogprozess ist ein Modul der Bündnisinitiative, mehr Informationen über die Aktivitäten und Module sind im Factsheet zu finden.

Partner der BI Tamil Nadu sind:

Assoziierte Partner:

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Organic Cotton Guide veröffentlicht

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Bio-Baumwolle – Statements einiger unserer Mitglieder:

Statements Bio-Baumwolle (www.textilbuendnis.com/bio-baumwolle/)

Textilbündnis trifft sich zum gemeinsamen Arbeiten und Lernen

Aktuelles
15.04.2019

Textilbündnis trifft sich zum gemeinsamen Arbeiten und Lernen

Post-AT1

Über 100 Mitglieder des Textilbündnisses trafen sich am 11. April in Köln zum Arbeitstreffen des Textilbündnisses. In 14 Break-Out Sessions wurden laufende und neue Projekte im Bündnis diskutiert. Im Zentrum standen die Projekte zu existenzsichernden Löhnen und Beschwerdemechanismen sowie zur Anwendung von Block-Chain Technologien in der Lieferkette. Weitere Themen waren die Förderung von Biobaumwolle, nachhaltige Chemiefasern, Chemikalien- und Umweltmanagement sowie Abwasserstandards, die Bekämpfung von Kinderarbeit und Ansätze zur Reduktion von Klimagasen in der Textilindustrie. Damit wurde beim Arbeitstreffen fast das gesamte Themenspektrum im Bündnis mit dem Ziel bearbeitet, sowohl individuell als auch gemeinsam im Rahmen von Bündnisinitiativen echte Verbesserungen in Textil-Lieferketten zu erreichen.

Das nächste Arbeitstreffen findet am 18. September 2019 in Hamburg statt.

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Pilotierung des Basic Trainings Chemikalienmanagement abgeschlossen

Aktuelles
17.04.2019

Pilotierung des Basic Trainings Chemikalienmanagement abgeschlossen

Die Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement zielt darauf ab, ein nachhaltiges und innovatives Chemikalien- und Umweltmanagements in den Produktionsstätten einzuführen. Unbedenkliche Chemikalien sollen schädliche Chemikalien in Nassprozessen ersetzen, sodass der Arbeitsschutz verbessert und die Umwelt geschützt wird. Außerdem soll vermittelt werden, wie Chemikalien sicher gelagert und gehandhabt werden, um so das Unfallrisiko in den Produktionsstätten zu verringern.

Um Textilproduzenten für das Thema Chemikalienmanagement zu sensibilisieren und den Einstieg zu erleichtern, hat die Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement ein Basic Training entwickelt. Dieses setzt sich aus sieben Modulen zusammen und richtet sich primär an Geschäftsführer*innen und das mittlere Management von Fabriken, die Nassprozesse umsetzen und keine oder nur geringe Vorerfahrungen in dem Bereich haben. Ziel ist es, grundlegendes Wissen zum Chemikalienmanagement bei Nassprozessen in der Textilproduktion zu vermitteln. Das Basic Training dauert einen Tag und besteht sowohl aus Vorträgen als auch aus praktischen Beispielen und Aufgaben.

Nach der ersten Pilotierung in Lahore, Pakistan, im Dezember 2018 hat nun die zweite Pilotierung des Basic Trainings in Guangzhou, China, stattgefunden. In Kooperation mit dem TÜV Rheinland konnten Ende März 33 Teilnehmer*innen geschult werden, darunter Zulieferer von Aldi Nord, Aldi Süd, Brands Fashion, Deuter, KiK, Orsay, S.oliver und Takko. Sie setzten sich mit den folgenden Themen auseinander:

  1. Chemicals in Textiles – Why you should be aware
  2. Chemical Management
  3. Good Housekeeping
  4. Wastewater and Sludge Treatment
  5. Health Protection and Occupational Safety
  6. Risk Analysis and Action Planning
  7. Evaluation and Possible Next Steps

Um das Basic Training auch auf lange Sicht für interessierte Brands anbieten zu können, erarbeitet die Bündnisinitiative Chemikalien- und Umweltmanagement momentan eine langfristige Verankerungsstruktur für alle Bündnistrainings.

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