Textilbündnis und SAC fördern Harmonisierung unternehmerischer Sorgfaltspflichten in der Textil-Lieferkette

Die Sustainable Apparel Coalition (SAC) und das Bündnis für nachhaltige Textilien verkündeten heute eine strategische Kooperation. Das Ziel: gemeinsam einen Beitrag für mehr Umweltschutz und verbesserte Arbeitsbedingungen in globalen Textil-Lieferketten leisten. Dafür haben die Kooperationspartner eine Absichtserklärung zur stärkeren Annäherung ihrer Nachhaltigkeitsanforderungen, -instrumente und Prüfverfahren unterzeichnet. Zudem können Mitgliedsunternehmen beider Initiativen zukünftig von gemeinsamen Aktivitäten und vom Wissensaustausch profitieren.

„Die Zusammenarbeit mit einer der führenden globalen Nachhaltigkeitsinitiativen in der Textilbranche ist ein wichtiger Schritt für das Textilbündnis“, sagt Dr. Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats. „Die strategische Kooperation zwischen unseren Organisationen trägt zur Harmonisierung der Nachhaltigkeitsanforderungen sowie zu fairen Wettbewerbsbedingungen über Ländergrenzen hinweg bei.“

Grundlage für die Zusammenarbeit in den nächsten vier Jahren ist der Ansatz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht, der in den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechten der Vereinten Nationen verankert ist und von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für den Textil- und Schuhsektor präzisiert wurde. SAC und das Textilbündnis wollen ihre Prüf- und Berichterstattungsverfahren weiter angleichen. Außerdem sollen gemeinsame methodische Ansätze zum Thema Wirkungsmessung eruiert werden.

„Wir glauben fest daran, dass nationale und globale Partnerschaften notwendig sind, um den enormen Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu begegnen“, erklärt Baptiste Carrière-Pradal, Vice President of Transparency bei SAC. „Mit dieser strategischen Kooperation gleichen wir unsere Initiativen weiter an, gehen den notwendigen Schritt zu effizienteren Verfahren und erzielen somit eine größere Wirkung entlang von Lieferketten.“

Die strategische Kooperation wird Unternehmen in Europa entsprechende Werkzeuge sowie eine abgestimmte Anleitung zur erfolgreichen Umsetzung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsmaßnahmen an die Hand geben. Mitglieder beider Initiativen sollen zudem von einem reduzierten administrativen Berichtsaufwand profitieren.

„Wir sind überzeugt, dass diese Kooperation Synergien für Mitgliedsunternehmen bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten schafft“, so Jeffrey Hogue, C&A Global Chief Sustainability Officer und Vorstandsmitglied der C&A Foundation. „Es ist wichtig, dass Modemarken und Einzelhändler zusammenarbeiten, um branchenweite Nachhaltigkeitsthemen gemeinsam anzugehen. Wir begrüßen das große Engagement beider Initiativen im Rahmen dieser strategischen Kooperation.“

Weitere Stimmen zur strategischen Kooperation:

Hendrik Heuermann, Sustainability Manager bei H&M Deutschland: „Wir setzen uns seit langem dafür ein, in der Textilindustrie auf lokaler und globaler Ebene mit anderen Akteuren zusammenzuarbeiten. Wir sehen die strategische Zusammenarbeit als einen logischen nächsten Schritt, um Ressourcen zu bündeln und die Hebelwirkung für eine nachhaltigere Textilindustrie zu erhöhen.“

Dr. Bernhard Felmberg, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Moderator des Steuerungskreises des Textilbündnisses, begrüßt die Kooperation: „Das Bündnis für nachhaltige Textilien und die Sustainable Apparel Coalition arbeiten beispielhaft daran, Nachhaltigkeit in Textil-Lieferketten zu verankern und Unternehmen dabei zu begleiten, unternehmerische Sorgfalt praktisch umzusetzen. Dies ist eine große Aufgabe, die einer breiten, internationalen Anstrengung bedarf. Diese Zusammenarbeit ist aus meiner Sicht wegweisend.“

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Einzelhandelsverbandes (HDE) und Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien, zeichnet das Gesamtbild: „Vorteile ergeben sich nicht nur für die Doppelmitglieder beider Initiativen. Diese Kooperation sorgt langfristig für ein globales Level-playing-field. Die jetzt angeschobene Internationalisierung des Bündnisses ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Unternehmen keinen Wettbewerbsnachteilen durch ihr Engagement begegnen.“

Kontakt:
Bündnis für nachhaltige Textilien                                                 
+49 228 4460-3560
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 Sustainable Apparel Coalition
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Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs Partnerschaft aus Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der Bundesregierung. Die Akteure haben sich 2014 zusammengeschlossen, um gemeinsam Verbesserungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette durchzusetzen. Hierzu haben sie ambitionierte soziale und ökologische Ziele vereinbart. Mit Hilfe von individuellen Maßnahmen der Mitglieder und gemeinsamen Bündnisinitiativen in den Produktionsländern verfolgen die Akteure diese Ziele in der Praxis.

Die Sustainable Apparel Coalition (SAC) ist ein Zusammenschluss aus über 200 führenden Marken- und Handelsunternehmen sowie Produktionsbetrieben der Schuh- und Kleidungsindustrie, die gemeinsam mit Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen daran arbeiten, schädliche Auswirkungen ihrer Produkte weltweit zu reduzieren. SAC hat mit dem Higg-Index ein Instrument entwickelt, das entlang der gesamten Lieferkette die Nachhaltigkeitsleistung von Produkten misst, bewertet sowie prioritäre Handlungsfelder und Chancen identifiziert.

 

 

Deutsch-Niederländische Kooperation treibt Nachhaltigkeit im Textilsektor voran

Das Bündnis für nachhaltige Textilien und das niederländische Agreement on Sustainable Garments and Textiles (AGT) haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Um Unternehmen bei der Umsetzung unternehmerischer Sorgfalt noch besser zu unterstützen, sollen die Nachhaltigkeitsanforderungen der Initiativen künftig stärker aufeinander abgestimmt werden. Darüber hinaus werden Mitgliedsunternehmen an gemeinsamen Projekten in Produktionsländern arbeiten sowie vom Wissensaustausch untereinander und von der Unterstützung beider Initiativen profitieren. Dabei spielt auch die Zusammenarbeit mit Produzenten und lokalen Akteuren eine wesentliche Rolle.

Die Bekanntgabe der strategischen Kooperation auf dem OECD-Forum in Paris zeigt, wie wichtig der Ansatz zur Umsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflichten (Due Diligence) der Vereinten Nationen und der OECD für beide Initiativen ist. Die Maßnahmen und Instrumente von AGT und Textilbündnis orientieren sich bereits an der OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains in the Garment and Footwear Sector. Die weitere inhaltliche Angleichung zielt darauf, über den größeren Markteinfluss die Wirkung in den Produktionsländern zu erhöhen.

Assoziierte Mitgliedschaft

Das Herzstück der Kooperation ist das Angebot zur assoziierten Mitgliedschaft: Mitgliedsunternehmen einer Initiative können künftig unter vereinfachten Bedingungen von der Mitgliedschaft und insbesondere den Unterstützungsangeboten der anderen Initiative profitieren, wenn sie den jeweils geforderten Veröffentlichungspflichten nachkommen. Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien müssen beispielsweise dem niederländischen Sekretariat eine Liste ihrer Produktionsstandorte zur Verfügung stellen. Damit unterliegen sie automatisch dem Beschwerdemechanismus des AGT. Für eine assoziierte Mitgliedschaft in der deutschen Initiative müssen Mitglieder der niederländischen Initiative ihre Aktionspläne und Fortschrittsberichte auf der Homepage des Textilbündnisses veröffentlichen.

Dr. Jürgen Janssen, Leiter des Sekretariats des Bündnisses für nachhaltige Textilien, betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit: „Mit Blick auf die weltweiten Herausforderungen in Textil-Lieferketten, ist die Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen AGT und Textilbündnis eine richtige und wichtige Entscheidung, um dauerhaft systemische Veränderungen zu ermöglichen. Auf dem Weg zu europaweitem und letztlich internationalem gemeinsamen Vorgehen ist die Angleichung der Nachhaltigkeitsanforderungen und der entsprechenden Umsetzungsinstrumente dabei ein zentraler Meilenstein.“

Pierre Hupperts, Vorsitzender des niederländischen Agreement on Sustainable Garments and Textiles, ergänzt: „Die Zusammenarbeit der beiden einzigen nationalen Multi-Stakeholder-Initiativen im Textilsektor in Europa ist ein wichtiger Schritt, um unsere Wirkung weiter zu stärken. Es bringt uns, zumindest auf europäischer Ebene, näher an ein level-playing field – ein sehr wichtiger Aspekt, damit die Umsetzung von Sorgfaltspflichten durch Unternehmen nicht zum Wettbewerbsnachteil, sondern zum gemeinsamen Nenner wird.“

Gemeinsame Veranstaltung bei der OECD

Die beiden Initiativen verkündeten die offizielle Zusammenarbeit im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung bei der OECD in Paris. Unter dem Titel „Putting OECD guidance into practice – Implementing due diligence in the framework of government-backed multi-stakeholder initiatives in The Netherlands and Germany“ wurden bestehende Schnittmengen sowie die nächsten gemeinsamen Schritte diskutiert. Mitglieder beider Initiativen berichteten von ihren Erfahrungen und betonten die Vorteile der Mitgliedschaft im jeweiligen Bündnis.

Weitere Stimmen zur strategischen Kooperation

Dr. Bernhard Felmberg, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Dieser Zusammenschluss trägt dazu bei, unternehmerische Sorgfaltspflichten entlang der OECD-Leitsätze europaweit umzusetzen und knüpft nahtlos an die vertrauensvolle Zusammenarbeit an, die zwischen der deutschen und der niederländischen Regierung zum Thema seit Jahren besteht.“

Sigrid Kaag, niederländische Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit: „Europäische Textilunternehmen drängen auf eine Angleichung der nationalen Textilinitiativen innerhalb der EU. Die niederländisch-deutsche Kooperation wird dazu beitragen, klare Orientierung für Unternehmen zu geben und damit Arbeitsbedingungen und das Leben von Millionen von Menschen in der Bekleidungsindustrie verbessern.“

Aleix Busquets Gonzalez, Global Head of External Stakeholder Engagement, C&A: „Als Mitglied beider Initiativen sind wir überzeugt, dass die Partnerschaft zwischen beiden Initiativen weitere Synergien für Unternehmen schafft, Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette umzusetzen. Es ist zentral, dass Marken- und Handelsunternehmen zusammenarbeiten um Nachhaltigkeitsherausforderungen im Sektor gemeinsam zu adressieren. Wir freuen uns deshalb sehr über das starke Bekenntnis beider Initiativen zu der Partnerschaft.“

 

Kontakt

Bündnis für nachhaltige Textilien    Dutch Agreement on Sustainable Garments and Textiles

T +49 228 4460-3560                       Marieke Ruijgrok: T +31 (0)6 29230262

E presse@textilbuendnis.com           E m.ruijgrok@ser.nl

I www.textilbuendnis.com               I www.internationalrbc.org/garments-textile

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs Partnerschaft aus Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der Bundesregierung. Die Akteure haben sich 2014 zusammengeschlossen, um gemeinsam Verbesserungen entlang der gesamten Textil- Lieferkette durchzusetzen. Hierzu haben sie ambitionierte soziale und ökologische Ziele vereinbart. Mit Hilfe von individuellen Maßnahmen der Mitglieder und gemeinsamen Bündnisinitiativen in den Produktionsländern verfolgen die Akteure diese Ziele in der Praxis.

Das Agreement on Sustainable Garments and Textiles ist ein Abkommen zum verantwortlichen unternehmerischen Handeln im Textilsektor, das von einer breiten Koalition niederländischer Unternehmen und anderer Organisationen unterschrieben wurde. Ziel ist die Verbesserung von Arbeitsbedingungen, die Vermeidung von Umweltverschmutzung und der Einsatz für verbessertes Tierwohl in Produktionsländern. Das Agreement on Sustainable Garments and Textiles ist ein neues Instrument, um die weltweite Produktion und Lieferketten nachhaltiger und verantwortlicher zu gestalten.

OECD Leitlinien in die Praxis umsetzen

In Deutschland und den Niederlanden haben sich Unternehmen, Wirtschaftsverbände, die Regierung, Nichtregierungsorganisationen, Standartorganisationen und Gewerkschaften zu nationalen Multistakeholder-Initiativen zusammengeschlossen, um die sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen entlang der textilen Lieferkette zu verbessern.

Wie sind diese zwei Initiativen aufgestellt und wie unterstützen sie ihre Mitglieder in der Umsetzung? Wie hängt ihre Arbeit mit den OECD Leitlinien für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten im Bekleidungs- und Schuhsektor zusammen? Welche Richtung wird die Vereinigung der beiden Initiativen einschlagen?

Um diese und weitere Fragen anzusprechen, organisiert das Sekretariat des Bündnisses für nachhaltige Textilien und das Dutch Agreement on Sustainable Garments and Textiles eine gemeinsame Sitzung. Beide Initiativen präsentieren die Schwerpunkte und jüngsten Ergebnisse ihrer Arbeit und diskutieren kritische Fragen. Zusätzlich werden Mitglieder beider Initiativen verdeutlichen, wie die Umsetzung in die Praxis aussieht.

 

Joint Side-Event auf dem OECD Forum für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht im Bekleidung- und Schuhsektor

Datum:  Dienstag, 30. Januar

Ort:  OECD, Paris, Zimmer TBC

Zeitplan:  11:00-13:00 Uhr

Registrierung:  Hier

Um Teilzunehmen bitte bis zum 19. Januar 2018 hier registrieren.Bitte beachten Sie, dass eine Registrierung beim OECD Forum notwendig ist, um Einlass in das Gebäude zu bekommen. Bitte registrieren Sie sich hier für das OECD Forum.

 

Strategische Kooperation mit ACT geschlossen – Bündnisinitiative zum Chemikalienmangement startet

(15.12.2017, Bonn/Berlin) Auf seinem Weg, die Bedingungen in globalen Textillieferketten zu verbessern, hat das Bündnis für nachhaltige Textilien nun entscheidende Schritte in Richtung Internationalisierung gemacht: Eine strategische Kooperation mit der Initiative „Action Collaboration Transformation“ (ACT) soll Synergien nutzen, um existenzsichernde Löhne in der Textil- und Bekleidungsindustrie voranzutreiben. Dazu wollen Mitglieder beider Initiativen künftig Erfahrungen zum Thema Einkaufspraktiken austauschen und bei der Umsetzung in Produktionsländern kooperieren. Auch bei der Bündnisinitiative zum Chemikalienmanagement in Asien geht es um gemeinsames Engagement und um die konkrete Umsetzung in den Produktionsländern: 16 Bündnismitglieder haben nun vertraglich die Zusammenarbeit besiegelt.

Bereits im November fiel im Bündnis für nachhaltige Textilien die Entscheidung, das Thema existenzsichernde Löhne künftig noch stärker ins Zentrum der Arbeit zu stellen. Dieser Entschluss wird nun durch die neue Kooperation mit ACT untermauert. Beide Partner unterzeichneten gestern eine gemeinsame Erklärung, in der u.a. das Ziel festgeschrieben wurde, die Zahlung existenzsichernder Löhne in Produktionsländern der Textil- und Bekleidungsindustrie über industrieweite Tarifverträge und Anpassungen der Einkaufspraktiken zu fördern. Beide Parteien verbindet der Standpunkt, dass die Lösung der bestehenden Herausforderungen im Sektor einen systematischen Ansatz benötigt.

Dr. Jürgen Janssen, Leiter des Sekretariats des Bündnisses für nachhaltige Textilien betont die Relevanz des neuen Schwerpunktthemas im Bündnis: „Existenzsichernde Löhne sind insbesondere in der Textilindustrie bisher eher die Ausnahme als die Regel. Für eine erfolgreiche, flächendeckende Umsetzung müssen viele Akteure zusammenkommen und systemische Veränderungen möglich machen. Deswegen ist unsere Kooperation mit der Initiative ACT so ein wichtiger Hebel.“

Die Initiative ACT besteht aus 17 Marken- und Handelsunternehmen und dem internationalen Gewerkschaftsverband IndustriALL. Ihr Geschäftsführer Dr. Frank Hoffer stellt die Wichtigkeit von branchenweiten Tarifverhandlungen in Verbindung mit Anpassungen der Einkaufspraktiken heraus: „Löhne müssen landesweit unter gleichen Bedingungen ausgehandelt werden können – unabhängig davon, um welche Fabrik es geht und für wen produziert wird. Ermöglichen sollen dies auch entsprechende Vertragsbedingungen mit globalen Marken und Einzelhändlern.“ Dazu brauche es ein breites Bündnis, so Hoffer weiter. „Wir freuen uns deshalb, mit dem deutschen Textilbündnis einen so engagierten und ambitionierten Partner gefunden zu haben.“

Die jetzt geschlossene Kooperation ist ein zentraler Baustein für die Bearbeitung des Themas im Bündnis und gleichzeitig ein Auftakt für die weitere internationale Ausrichtung des Bündnisses.

Mit der nun vertraglich besiegelten Bündnisinitiative zum Chemikalien- und Umweltmanagement soll außerdem der Einsatz von problematischen Chemikalien in Nassprozessen in der Textilproduktion deutlich verringert werden. Die Bündnisinitiative startet in den Schwerpunktländern China und Bangladesch. Weitere Regionen sollen folgen: Mit Myanmar, Äthiopien und Pakistan gibt es bereits Gespräche. Am Mittwoch hatten 16 Bündnismitglieder eine Absichtserklärung unterschrieben. Damit haben ALDI Nord, ALDI SÜD, BEPI, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BSI, Brands Fashion, EDEKA-Verbund, Deuter, Hej Support, KiK, Otto Group, Rewe Group, Sympatex, Tchibo, das Umweltbundesamt und ZDHC ihre Mitarbeit und finanzielle Unterstützung für ein breit angelegtes Qualifizierungsprogramm zugesagt. Bis Ende 2019 werden Workshops, Trainings und Dialogveranstaltungen nicht nur das Bewusstsein für ein nachhaltiges Chemikalien- und Umweltmanagement in Produktionsstätten schärfen, unterstützt durch umfangreiche Schulungsmaterialien werden Trainings in Fabriken mit Nassprozessen zu einem deutlichen Wissenszuwachs sowie einer schrittweisen Substitution von schädlichen Chemikalien führen. Der zusätzliche Aufbau von Kooperationsstrukturen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Chemieindustrie sorgen für die weitere Verstetigung der Prozesse und eine Breitenwirkung.

Mit der vertraglichen Vereinbarung geht die Bündnisinitiative nun aus dem Planungsstadium in die Umsetzungsphase. Weitere Bündnisinitiativen werden im kommenden Jahr folgen und so systematisch und konkret für weitere Verbesserungen in den Produktionsländern sorgen.

 

Beschluss über verbindliche Zeit- und Mengenziele

Wie bereits in der Pressemitteilung vom 24. November 2017 kommuniziert hat sich der Steuerungskreis des Bündnisses in seiner 16. Sitzung auf konkrete verbindliche Zeitziele für alle Mitglieder verständigt. Zusammen mit empfohlenen Zielen stellen sie die Anforderungen für den kommenden Review-Prozess dar.

Demnach unterscheidet das Textilbündnis ab 2018 zwischen

  • verbindlichen Zielen, die von allen Mitgliedern zu einem vorgegebenen Zeitpunkt verfolgt werden müssen
  • empfohlenen Ziele, die von allen Mitgliedern verfolgt werden sollten und
  • frei zu setzenden Ziele, die sich an den Inhalten und der Struktur des Frageraster orientieren, darüber hinaus aber weitestgehend frei von den Mitgliedern ausgestaltet werden können.

Im Sinne der kontinuierlichen Zielverfolgen wurden spezifische Ziele für die Jahre 2018, 2019 und 2020 festgelegt und diese individuell auf die Akteursgruppen zugeschnitten. Alle Mitglieder leisten so einen Beitrag zur gemeinsamen Vision, die textile Lieferkette sozial und ökologisch nachhaltig zu machen.

Hier finden Sie eine Übersicht der beschlossenen Zeit- und Mengenziele für die Jahre 2018 bis 2020.

 

VOM FRAGERASTER ZUM INDIVIDUELLEN MAßNAHMENPLAN

Im Rahmen der Erarbeitung eines Maßnahmenplans und des resultierenden Reviewprozesses stellen sich die Mitglieder ausgewählten Fragen zu Themen wie u.a. Geschäftspraktiken und Lieferkettenmanagement, Risikoanalysen aber auch die Beschwerdemechanismen und Kommunikation im Unternehmen.

Im Folgenden bieten wir Ihnen die vollständigen Frageraster – sortiert nach den sieben Akteursgruppen im Textilbündnis – zum Download an.

Marken/Handel          Hersteller          Bundesregierung         Gewerkschaften

Standardorganisationen          Nichtregierungsorganisationen          Verbände

 

 

 

 

 

Bündnis für nachhaltige Textilien tritt 2018 in neue Phase: Verbindliche Ziele für alle Mitglieder und stärkere Internationalisierung

Decision in the Textiles Partnership: Implementation of Partnership Goals Starts in 2017

(24.11.2017, Bonn/Berlin) Auf seinem Weg in Richtung besserer Arbeitsbedingungen, mehr Umweltschutz und fairen Löhnen in Textil-Lieferketten, geht das Bündnis für nachhaltige Textilien in die nächste Phase: Die ambitionierten Bündnisziele werden von konkreten individuellen Zielvorgaben für alle Mitglieder für den Zeitraum 2018 bis 2020 untermauert. Darüber hinaus wird sich das Bündnis noch stärker international ausrichten und dazu die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern intensivieren.

Der Steuerungskreis des Bündnisses für nachhaltige Textilien hat auf seiner Sitzung am 22. und 23. November 2017 erstmals verbindliche Zeitziele für alle Mitglieder beschlossen. Diese bauen auf den individuellen Maßnahmenplänen auf und gelten für den Zeitraum von 2018 bis 2020. So müssen Mitglieder z.B. eine Risikoanalyse erstellen, Geschäftspartner und Produzenten systematisch erfassen, konkret darauf hinwirken, dass ihre Zulieferer keine giftigen Chemikalien einsetzen und Prozesse etablieren, die Kinder- und Zwangsarbeit verhindern. Weitere Ziele gibt es zu existenzsichernden Löhnen. Das Thema soll im kommenden Jahr ein Schwerpunkt im Bündnis sein.

Neben den individuellen Anforderungen, wurden auch gemeinsame Bündnisziele konkretisiert: Hierzu gehört beispielsweise das gemeinsame Ziel, bis 2020 mindestens 35% nachhaltige Baumwolle einzusetzen. Dabei müssen 10% der Gesamtmenge Bio-Baumwolle sein. Bis 2025 soll der Gesamtanteil nachhaltiger Baumwolle dann auf insgesamt 70% steigen, der von Biobaumwolle auf 20%.

„Die Mitglieder haben sich auf konkrete Zeit- und Mengenziele geeinigt. Das ist ein weitreichender Schritt für das Textilbündnis und ein großer Hebel für echte Verbesserungen in den Produktionsländern,“ sagt Dr. Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats.

Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen, Politik, Gewerkschaften und Standardorganisationen wollen die Ziele durch die Wahrnehmung ihrer individuellen Verantwortung, durch gemeinsames Engagement in Produktionsländern und gegenseitige Unterstützung umsetzen.

Darüber hinaus hat der Steuerungskreis beschlossen, die internationalen Kooperationen des Textilbündnisses mit strategischen Partnern weiter auszubauen, um eine noch größere Breitenwirkung zu erzielen, die Vorgehensweisen abzustimmen und Anforderungen international anzugleichen.

Mitgliederversammlung 2017 – Ein Blick zurück und Blick nach vorn

Anlässlich der dritten Mitgliederversammlung des Bündnisses für nachhaltige Textilien kamen am 11. Oktober über 150 Bündnismitglieder und Gäste im Quadriga Forum in Berlin zusammen. Neben Beiträgen von Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, und BMZ-Textilbotschafterin Barbara Meier gab es Gesprächsrunden mit internationalen Experten, parallele Workshops sowie viel Gelegenheit zur Diskussion und zum Austausch.

Das Bündnissekretariat präsentierte den Jahresbericht  2016 / 2017 und blickte auf Ergebnisse, Erfolge und Lernerfahrungen. Im Zentrum standen Erkenntnisse aus den Maßnahmenplänen, die jedes Mitglied in diesem Jahr erstmalig erstellen musste. Für die Erstellung dieser sogenannten Roadmaps hatte Staatssekretär Silberhorn viel Anerkennung im Gepäck. Er dankte den Mitgliedern für ihr Engagement und forderte dazu auf, diesen Weg konsequent weiter zu verfolgen.

In Arbeitsgruppen zu Themen wie Sorgfaltspflichten von Unternehmen (Due Diligence), Transparenz in der Lieferkette, Korruptionsprävention aber auch berufliche Qualifizierung in der Textilindustrie tauschten die Mitglieder Erfahrungen aus und erörterten gemeinsam Lösungen für die drängendsten Herausforderungen im Textilsektor. So wurden beispielsweise Best Practices für mehr Transparenz in der Lieferkette und Ideen zur Verbesserung der beruflichen Qualifizierung in den Textilfabriken vorgestellt.

Zur Frage „Einfach mehr zahlen? Auf dem Weg zu existenzsichernden Löhnen“ diskutierten Christa Luginbühl (Public Eye), Frank Hoffer (ACT), Henning Seidentopp (Melawear), Lary Brown (Esprit), Martin Curley (Fair Wear Foundation) und Mark Starmanns (BSD Consulting). Die Diskussion zeigte : Die Problematik kann nicht von einem Akteur alleine bewältigt werden – gerade in dieser Frage sind neue Formen der Zusammenarbeit erfolgsentscheidend. Das Bündnis möchte sich im kommenden Jahr dieser Herausforderung stellen und mit einer Bündnisinitiative  einen gezielten Beitrag leisten.

Am Abend verteilte Model und Textilbotschafterin Barbara Meier in einem Interview Lob für die Bündnismitglieder, zeigte wie man richtig über einen Laufsteg schreitet und verriet ihre Strategie, die ihr zu einem „nachhaltigen Kleiderschrank“ verhelfen soll.

 

Vorstellung des Steuerungskreises 2017

Podiumsdiskussion zum Thema „Einfach mehr zahlen? Auf dem Weg zu existenzsichernden Löhnen“

 

Wie nachhaltig ist ihr Kleiderschrank, Frau Meier?

Barbara Meier, BMZ-Botschafterin für nachhaltige Textilien, Model und Schauspielerin

Vom Mathestudium über den Laufsteg zur Textilbotschafterin: Barbara Meier gewann vor zehn Jahren den TV-Wettbewerb Germanys Next Topmodel. Seitdem ist die ehemalige Mathestudentin als Model und Schauspielerin erfolgreich, seit diesem Jahr ist sie im Auftrag der Bundesregierung als Textilbotschafterin unterwegs, um eine Lanze für nachhaltige Kleidung zu brechen.

 

Barbara Meier: Sagen wir mal so: Ich bin auf dem Weg. Ich mache es eigentlich so wie die Mitglieder im Textilbündnis. Ich habe mir ein Ziel gesetzt und zwar eins, das ich erreichen kann. Ich weiß, dass nicht alle meine Kleider von heute auf morgen nachhaltig sein werden. Bei meinem Job nimmt mir das auch niemand ab. Aber ich habe ein Ziel und das lautet 20%. Ich schaue jetzt bewusster hin und kaufe mal hier ein fair produziertes Top, mal da einen zertifizierten Pullover aus Bio-Baumwolle. So wird mein Kleiderschrank Stück für Stück nachhaltiger. Meine Erfahrung ist, dass 100%-Ziele oder Verbote eher abschrecken als motivieren. Dann erscheint die Aufgabe so riesengroß, dass man scheitern muss und gar nicht erst anfängt. Aber 20% das ist machbar, das kann jeder schaffen.

 

Von Germanys Next Topmodel zur Botschafterin für nachhaltige Textilien – wie passt das zusammen?

Barbara Meier: Das passt wunderbar zusammen. Mich kennen viele Menschen und ich durfte mir über viele Jahre in der Branche eine gewisse Glaubwürdigkeit in Modefragen aufbauen. Diesen Einfluss möchte ich nutzen, damit Menschen ihre Kleidung wertschätzen und sich immer öfter für das nachhaltige T-Shirt oder die fair produzierte Variante des Anzugs entscheiden.

Besuch einer Textilfabrik in Äthiopien

Anfang des Jahres durfte ich den Minister auf eine lehrreiche Reise nach Pakistan, Indien und Äthiopien begleiten. Ich habe dort Produktionsbetriebe gesehen und mit Näherinnen gesprochen. Da wurde das ganze Thema für mich mit einem Mal sehr anschaulich. Es gibt Menschen, die diese schönen neuen Outfits für uns produzieren und denen es dabei nicht immer gut geht. Ich möchte dazu beitragen, dass sich ihre Situation bessert. Und das mache ich, indem ich mich an die Menschen in Deutschland wende, die sich gerne modisch kleiden. Wenn sie anfangen, sich dafür zu interessieren, wo ihre Kleidung herkommt und wie sie hergestellt wurde und wenn sie anfangen ihre Kleiderschränke Stück für Stück umstellen, dann ist schon eine Menge erreicht. Wir sollten nie unterschätzen, welche Macht wir als Konsumenten haben. Am Ende des Tages richtet sich eine ganze Branche auch nach unseren Wünschen und Bedürfnissen.

 

Welche Botschaft haben Sie für die Mitglieder des Textilbündnisses?

Barbara Meier: Seit ich mich noch intensiver mit umweltfreundlichen und fair produzierten Textilien befasse, merke ich, was für eine Pionierarbeit im Bündnis für nachhaltige Textilien geleistet wird. Sie arbeiten intensiv daran, die Strukturen grundlegend umzukrempeln. So wendet sich in zahlreichen kleinen und großen Schritten an vielen unterschiedlichen Stellen etwas zum Besseren. Bis irgendwann das ganze System verändert ist. So dass man sich irgendwann nachhaltig kleiden kann – ohne sich erst groß in die Thematik einzuarbeiten oder Siegel studiert zu haben.

Besuch einer Textilfabrik in Äthiopien

Ich bin mir sicher, dass ein Engagement im Bündnis eine lohnende Investition in die Zukunft ist. Das Thema verschwindet ja nicht. Ich sehe das auch an den Reaktionen meiner Follower, zum Beispiel auf Instagram: Die finden das gut. Mein Engagement trifft durchweg auf positive Resonanz. Und ganz persönlich würde ich mich freuen, wenn ich irgendwann sagen kann, mein Kleiderschrank ist nicht nur zu 20%, sondern zu 30, 40, 50 oder 80% nachhaltig. Das schaffe ich natürlich nur, wenn das Angebot stimmt. Also, liebe Bündnis-Mitglieder: Machen Sie weiter so. Zusammen sind wir auf dem richtigen Weg!

 

 

 

Als erfolgreiche Influencerin postet Barbara Meier auf ihrem Instagramprofil über Nachhaltigkeitsthemen und faire Mode. Auch ihren Besuch auf der jährlichen Mitgliederversammlung des Textilbündnisses teilte sie mit ihren Followern.

 

Das Interview mit Barbara Meier finden Sie auch auf Umweltdialog.de.

 

 

 

Mitglieder veröffentlichen ihre individuellen Maßnahmenpläne

Members publish their individual action plans | ©GIZ Anne KathrinMohr extern (Auftraggeber-GIZ)

Eine Vielzahl von Mitgliedern hat der Veröffentlichung ihres Maßnahmenplans für 2017 zugestimmt. Noch ist die Offenlegung der individuellen Zielsetzungen freiwillig. Ab 2018 ist die jährliche Veröffentlichung verpflichtend.

Für Fairness und Umweltschutz in der Textilproduktion – Die Mitglieder des Bündnisses für nachhaltige Textilien setzen ab 2017 konkrete soziale und ökologische Verbesserungen um

For Fairness and Environmental Protection – commencing in 2017, the Members of the Partnership for Sustainable Textiles are Implementing Concrete Social and Ecological Improvements | © GIZ

(28.07.2017, Berlin) Auf dem Weg zu besseren Arbeitsbedingungen, mehr Umweltschutz und fairen Löhnen sind die Mitglieder des Textilbündnisses einen entscheidenden Schritt vorangekommen: 129 Mitglieder haben konkrete Maßnahmenpläne für 2017 eingereicht, darunter 87 Mitglieder aus der deutschen Textilwirtschaft. Damit bekennen sich 50 Prozent des deutschen Textileinzelhandels nachweisbar zu besseren Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Externe Experten überprüfen die Fortschritte jährlich.

Für das Jahr 2017 haben sich Bündnismitglieder mehr als 1.500 Maßnahmen vorgenommen, die im Rahmen der vom Bündnis vorgegebenen Ziele zu konkreten Verbesserungen führen werden. Sie beziehen sich auf Themen wie existenzsichernde Löhne, die Bekämpfung von Kinderarbeit, die Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien oder auch die nachhaltige Wassernutzung im Baumwollanbau.

„129 verbindliche Maßnahmenpläne für mehr Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit – damit geht das Bündnis für nachhaltige Textilien einen ganz neuen Weg,“ hieß es gestern aus dem Steuerungskreis des Bündnisses.

„Alle Mitglieder, die sich an diesem Erfolg beteiligt haben, wissen wie herausfordernd die vergangenen Wochen und Monate intensiver Arbeit waren. Das vorliegende Ergebnis zeigt: das Textilbündnis bewirkt ganz konkrete Verbesserungen in der Textil-Lieferkette,“ hebt der Moderator des Steuerungskreises, Dr. Bernhard Felmberg vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hervor.

Das Bündnis folgt dem Prinzip der prozesshaften Verbindlichkeit: Der Beitritt zum Textilbündnis ist freiwillig – die Einreichung von Maßnahmenplänen verbindlich. Gut 40 Mitglieder haben das Bündnis deshalb seit Ende 2016 verlassen oder wurden ausgeschlossen, weil sie keinen Maßnahmenplan eingereicht haben.

Aktuell hat das Bündnis 148 Mitglieder: hierzu zählen auch beratende Mitglieder, die als solche keine Maßnahmenpläne erstellen müssen sowie Neumitglieder, die der Umsetzungspflicht erst im kommenden Jahr unterliegen. Die individuellen Maßnahmen orientieren sich an Schlüsselfragen in den Bereichen „Chemikalien- und Umweltmanagement“, „Sozialstandards und existenzsichernde Löhne“ sowie „Nachhaltige Naturfasern“, die im vergangenen Jahr von den verschiedenen Akteursgruppen gemeinsam erarbeitet wurden. Die Formulierung und Umsetzung von Maßnahmen in allen drei Bereichen ist für die Mitglieder verbindlich.

Über 80 Prozent der Mitglieder haben diese Anforderungen auf Anhieb erfüllt. Rund 20 Prozent der abgegebenen Maßnahmenpläne erfüllen dies nicht vollumfänglich – zum Beispiel, weil spezielle Geschäftsmodelle innerhalb der bestehenden Systematik noch nicht vollständig abgebildet werden können. Es handelt sich aber auch um Maßnahmenpläne solcher Mitglieder, die in einigen Bereichen der Nachhaltigkeit bereits sehr fortschrittlich sind, sodass die Anforderung, ambitionierte Ziele zu formulieren, nicht erfüllt werden konnte. Für den Leiter des Bündnissekretariates, Dr. Jürgen Janssen, zeigt dies erwartungsgemäße Überarbeitungsbedarfe: „Die von den unterschiedlichen Akteursgruppen gemeinsam erarbeiteten Anforderungen wurden 2017 zum ersten Mal auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Das Textilbündnis ist daher ein lernendes System. Im Auftrag des Steuerungskreises haben die Facharbeitsgruppen im Bündnis daher bereits mit der Weiterentwicklung der Anforderungen begonnen.“

Der Fortschritt bei der Umsetzung der Ziele wird jährlich von externen Experten überprüft. „Damit erzeugen die Mitglieder des Textilbündnisses einen Schneeballeffekt: Jedes Jahr werden die Ziele ambitionierter und jedes Jahr setzen die Mitglieder über die gesamte Breite der Lieferkette eine Vielzahl von Verbesserungen um“, erläutert Jürgen Janssen den Prozess.

Ab 2018 ist die Veröffentlichung der Maßnahmenpläne Pflicht. In diesem Jahr haben sich bereits über 30 Mitglieder einer freiwilligen Veröffentlichung zugestimmt. Die Veröffentlichungen stehen ab der kommenden Woche auf der neu gestalteten Webseite des Bündnisses unter: www.textilbuendnis.com zur Verfügung.

Kontakt:

Bündnis für nachhaltige Textilien
Pressekontakt
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Das Bündnis für nachhaltige Textilien:

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs Partnerschaft aus Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der Bundesregierung. Die Akteure haben sich 2014 zusammengeschlossen, um gemeinsam Verbesserungen entlang der gesamten Textil- Lieferkette durchzusetzen. Hierzu haben sie ambitionierte soziale und ökologische Ziele vereinbart. Mit Hilfe von individuellen Maßnahmen der Mitglieder und gemeinsamen Bündnisinitiativen in den Produktionsländern verfolgen die Akteure diese Ziele in der Praxis