Bundesregierung Deutschland (vertreten durch das BMZ, BMAS und BMUB)

Bundesregierung
Mitglied seit:
10/2014
Adresse:
Stresemannstraße 94
10963 Berlin

www.bundesregierung.de
www.bmz.de
www.bmas.de
www.bmub.bund.de

Weitere Mitgliedschaften:
UN Global Compact,Vereinte Nationen, insbesondere ILO; Weltbank, insbesondere IFC; EU; OECD; G20 und G7 u.a. relevante Initiativen.
Mitarbeiterzahl (Berichtszeitraum):   100
Profil / Selbstdarstellung:
Nachhaltige Entwicklung ist Maßstab des politischen Handelns der BReg. Als Initiatorin & Mitglied des Textilbündnisses leistet sie konkrete Schritte zur Verbesserung von Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten im nationalen wie internationalen Kontext. Im Rahmen der deutschen G7 und G20-Präsidentschaften wurde das Thema sichtbar international verankert.
Anfang 2017 beschloss das Bundeskabinett die jüngste Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie mit messbaren nationalen Zielformulierungen. Sie dient der Umsetzung der im September 2015 von allen 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (VN) beschlossenen Agenda 2030 und ihrer 17 Nachhaltigkeitsziele.
Das Bundeskabinett hat im Dezember 2016 den Nationalen Aktionsplan "Wirtschaft und Menschenrechte" zur Umsetzung der VN-Leitprinzipien sowie das Gesetz zur Umsetzung der EU CSR-RL verabschiedet.
Die deutsche Entwicklungspolitik trägt mit Maßnahmen vor Ort entscheidend zur nachhaltigen Entwicklung in Partnerländern bei.
CSR-Profil:
Die Bundesregierung setzt sich für nachweisbare strukturelle Verbesserungen der Sozial- und Umweltbedingungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette ein. Dabei agiert sie auf drei Interventionsebenen: 1. Durch die Stärkung politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen im nationalen und internationalen Kontext sowie vor Ort in Produktionsländern. 2. Durch den Ausbau und die Fokussierung ihrer Entwicklungszusammenarbeit mit Textil-Produktionsländern. 3. Durch die nachhaltigere Gestaltung ihrer eigenen Beschaffung. Durch flankierende Verbraucherkommunikation schafft und verstärkt sie zudem das Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung für das Thema. Überdies bringt sie sich über ihre diversen Mitgliedschaften in internationalen Foren und Organisationen für eine stärkere Transparenz in der Textil-Lieferkette ein.

Unser Engagement im Bündnis für nachhaltige Textilien:

Beteiligung an Gremien:
AG Chemikalien und Umweltmanagement, AG Sozialstandards und existenzsichernde Löhne, AG Umsetzung und Internationalisierung, AG Naturfasern, AG Kommunikation, AG Review-Prozess, Steuerungskreis
Beteiligung an Initiativen des Bündnisses:
Beteiligung an den vier bislang in Vorbereitung befindlichen Bündnisinitiativen: „Systemische Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Tamil Nadu“ (IND), „Chemikalien- und Umweltmanagement“ (BGD/CHN), „Nachhaltiges Wassermanagement“ (PAK), „Existenzsichernde Löhne“ (VNM). Vorbereitung weiterer BI.
Sonstiges Engagement:
Die Bundesregierung beteiligt sich an der Umsetzung der Bündnisinitiativen im Textilbündnis in finanzieller wie auch politischer Hinsicht. Durch eigene Maßnahmen trägt die Bundesregierung nachweisbar zu strukturellen Verbesserungen in Partnerländern bei. Die Schaffung von Synergien mit anderen Initiativen im Bereich nachhaltiger globaler Lieferketten sowie mit bestehenden Politik-Ansätzen ist Aufgabe der Bundesregierung. Die Internationalisierung der Anliegen des Textilbündnisses und seiner Mitgliedschaft wird so vorangetrieben. Über das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit adressiert die Bundesregierung u.a. Themen und Prozesse mit direktem Textilbezug und flankiert diese auf der politischen Ebene. Die Bundesregierung sieht es als ihre Aufgabe an, in schwierigen Fällen zwischen den Parteien zu vermitteln. Bei den Entschädigungsverhandlungen für die Opfer des Ali Enterprises Unglückes 2012 in Pakistan wurde bspw. erreicht, dass über fünf Millionen Dollar zusätzlich als Entschädigung an die Betroffenen ausgezahlt werden. In Kambodscha erfolgte eine Anhebung des Mindestlohns für Textilbeschäftigte, dies war u.a. durch den Beitrag der Bundesregierung zur ILO möglich. Des Weiteren wird landesweit der Aufbau eines Inspektionssystems in Textilfabriken unterstützt. Mit über 40 Unternehmen und Verbänden wurde in China die Verbesserung der Rahmenbedingungen diskutiert, vor allem höhere Umweltstandards, mit dem Erfolg, dass eine Veranstaltungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit initiiert wurde. Die Ergebnisse fließen in die Jahrestagung des chinesischen Textilverbandes mit 1.000 Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Einkäufern, Produzenten und Nichtregierungsorganisationen ein. In Bangladesch hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt- und Sozialstandards in insgesamt 800 Fabriken geleistet. Es wurden über 300 Arbeitsinspektoren ausgebildet sowie Servicestellen und Telefonberatungen eingerichtet, bei den sich die Beschäftigten beraten lassen oder beschweren können. Die Beförderung von Arbeitnehmervertretungen in Textilfabriken ist ein wesentlicher Baustein zur Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen. Die Gründung einer staatlichen Unfallversicherung wurde mit Hilfe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf den Weg gebracht. Unternehmen werden in Bezug auf Brandschutz und Gebäudesicherheit beraten. Durch die Unterstützung des Baus von Kläranlagen wurde ermöglicht, dass 200 Produktionsunternehmen das Abwasser nun gemäß den staatlichen Richtlinien klären. Die Kooperation mit afrikanischen Partnerländern beinhaltet auch Ansätze zur Verbesserung der ökologischen und sozialen Bedingungen im Textilbereich, u.a. der Baumwollproduktion, z.B. durch Ausbildungsprogramme in Äthiopien. Fabrikmanager werden zur Umsetzung von Umwelt- und Sozialstandards beraten. Auch hier erfolgt die Ausbildung von Arbeits- und Umweltinspektoren zur besseren Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstandards.