Bündnis für nachhaltige Textilien
Statements Bio-Baumwolle

Brands Fashion GmbH

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„Der Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle sind besonders wasserintensiv. Auch wenn die Zahlen von Statistik zu Statistik schwanken, besteht kein Zweifel, dass diese für die Bekleidungsbranche so wichtige Faser während des Produktionsprozesses Unmengen von Wasser benötigt. Ein Grund für uns, den Einsatz von Biobaumwolle zu fördern und in unseren Kollektionen zu erhöhen. Denn beim Anbau von Biobaumwolle wird nach Möglichkeit natürlich, also mit Regenwasser, bewässert. Außerdem wird auf Pestizide und chemische Dünger verzichtet, die nicht nur eine Belastung des Bodens und Grundwassers, sondern auch ein Gesundheitsrisiko für die Farmer darstellen.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Angesichts des eindeutigen Mehrwerts für Mensch und Umwelt ist das Ziel klar: Wir wollen möglichst viel Fairtrade-zertifizierte Baumwolle aus biologischem Anbau verwenden. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, den Anteil der eingesetzten Menge an Biobaumwolle insgesamt auf 80% zu steigern. Um dies zu erreichen, arbeiten wir derzeit besonders daran, den Einsatz von Biobaumwolle bei der Berufsbekleidung zu steigern.“

Was änderte sich in der Beschaffungs- und Marketingabteilung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen?

„Durch kontinuierliche Überzeugungsarbeit und ein neues Marketingkonzept möchten wir mehr und mehr unserer Kunden dafür begeistern, GOTS- und/oder Fairtrade-zertifizierte Artikel von uns zu beziehen.
Wir konnten bereits zahlreiche Kunden und Lieferanten vom Einsatz von Fairtrade-oder GOTS-zertifizierter Baumwolle für ihre Arbeits-oder Merchandisebekleidung überzeugen. Das Vertriebsteam klärt über die Notwendigkeit von biologischen Fasern im Hinblick auf schwindende Ressourcen und zunehmende Umweltbelastung in der Textilindustrie auf und motiviert zum Umdenken.“

Ergaben sich durch den Einkauf von Biobaumwolle neue Handelspartnerschaften?

„Wir haben neue Partnerschaften zu Lieferanten aufgebaut, mit welchen wir nun viel enger als zuvor arbeiten. Außerdem stellt die Produktion aus Biobaumwolle einen Wettbewerbsvorteil dar, der uns oftmals dazu verhilft, neue Kunden zu gewinnen. So stieg der Anteil unserer Kunden, die von uns GOTS-Artikel beziehen, von 6% in 2015 auf 27% in 2017. Im selben Jahr wurde bereits ein Drittel unseres gesamten Sortiments aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle hergestellt.“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Wir sehen die Basis der Lieferkettentransparenz im engen Austausch und einem vertrauensvollen Verhältnis mit Lieferanten. Systematische Prüfung und Aktualisierung relevanter Dokumente sowie ihre Abbildung und kontinuierliches Nachhalten in unserem Warenwirtschaftsystem geben uns zudem die notwendige Sicherheit.
Zertifizierungssysteme wie GOTS und Fairtrade helfen uns dabei, weil sie die Warenflüsse zwischen den Lieferanten verfolgen und eine genaue Dokumentation verlangen. Je mehr GOTS-und Fairtrade-zertifizierte Artikel wir also vertreiben, umso höher ist die von uns und von immer mehr Kunden verlangte Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg.
Wir arbeiten bereits an vielen neuen, spannenden Projekten rund um die Förderung von Bio- und Fairtrade-Baumwolle, an der Einführung des neuen Fairtrade-Textilstandards entlang der gesamten Produktion sowie daran, Transparenz über unsere Lieferketten für unsere Kunden erlebbar zu machen.“

Welche Tools oder Wege nutzen Sie, um die richtigen Mengen und Qualitäten an Biobaumwolle zu erhalten? Welche Empfehlungen können Sie diesbezüglich abgeben?

„Langfristige Beziehungen und enger Austausch mit unseren Lieferanten aber auch Besuche Vorort ermöglichen uns eine möglichst langfristige Planung sowie Gewissheit hinsichtlich der Baumwollqualität. Um bei hohem Bedarf neue Lieferanten für Bio- und Fairtrade-Baumwolle zu finden, erkundigen wir uns bei Zertifizierern.“

Anna Johannsen, Sustainability Manager, Brands Fashion GmbH.
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