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Berufsbekleidung: mehr Transparenz in der Lieferkette

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Projektlaufzeit

Lieferkettentransparenz

GREIFF
Hersteller in der Lieferkette

Produktionsstandorte in der Lieferkette in:
Bosnien
Deutschland
Marokko
Mazedonien
Moldawien
Pakistan
Rumänien
Ukraine
Vietnam
Ungarn
Türkei

Seit 2015

Hintergrund

Immer mehr Unternehmen achten bei der Berufsbekleidung, mit der sie ihre Mitarbeiter*innen ausstatten, nicht nur auf qualitative und funktionale Aspekte. Zunehmend legen sie auch Wert auf eine nachhaltige Produktion. Wo und unter welchen Bedingungen die Textilien hergestellt wurden, lässt sich meistens jedoch nur schwierig nachvollziehen. Das mittelständische, inhabergeführte Unternehmen GREIFF Mode, ein führender Anbieter von Berufsbekleidung, möchte seinen Kund*innen diese Transparenz ermöglichen. Dazu hat es 2015 den sogenannten „myGREIFF-Code“ entwickelt. Der Code ist auf den Etiketten aller dauerhaft verfügbaren Artikel zu finden. Geben Kund*innen den Code am Rechner oder per App ein, können sie den Herstellungsprozess des Produktes bis zum Ursprung der Fasern zurückverfolgen. Hierfür wurde eine eigene umfangreiche Datenbank entwickelt, die mithilfe einer Softwarelösung in das bestehende Warenwirtschaftssystem integriert wurde. Von der Transparenz profitiert nicht nur die Kundschaft – auch GREIFF selbst hat einen lückenlosen Überblick über die gesamte Lieferkette erhalten.

Wachsender Informationsbedarf in komplexen Lieferketten

Berufsbekleidung muss hohe Ansprüche erfüllen: Sie soll besonders praktisch, komfortabel und strapazierfähig sein. Immer mehr Unternehmen legen zudem Wert darauf, ihre Mitarbeiter*innen mit Berufsbekleidung auszustatten, die nachhaltig produziert wurde. Doch oft ist es schwierig nachzuvollziehen, wer die Textilien hergestellt hat – und unter welchen Bedingungen. Das mittelständische, inhabergeführte Unternehmen GREIFF Mode zählt zu den führenden Herstellern von Berufsbekleidung. Von seinen Lieferanten erwartet das Unternehmen nicht nur hohe Qualität, sondern auch, dass sie faire, sichere und wertschätzende Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter*innen garantieren und mit Energie und Rohstoffen sorgsam umgehen. Auch die Kund*innen von GREIFF sollen nachvollziehen können, welche Anforderungen die Produzenten in den verschiedenen Fertigungsstufen erfüllen.

Umfassende Informationen auf einen Klick

2015 hat GREIFF den sogenannten „myGREIFF-Code“ entwickelt. Der Code ist auf den Etiketten aller dauerhaft verfügbaren Artikel zu finden. Geben Kund*innen den Code am Rechner oder per App ein, können sie den Herstellungsprozess des Produktes nachverfolgen: von der Faser bis zum Fertigteil. Dabei sehen die Kund*innen, aus welchem Land die Rohware kommt und wo sie weiterverarbeitet wurde. Teilweise können sie auch einsehen, über welche Zertifikate der Konfektionsbetrieb verfügt. Hierfür wurde eine eigene umfangreiche Datenbank entwickelt, die mithilfe einer Softwarelösung in das bestehende Warenwirtschaftssystem integriert wurde. Beim Aufbau der Datenbank wurden alle Produktionsstufen erfasst. Damit sie aktuell bleiben, werden die Informationen regelmäßig bei den Lieferanten abgefragt und jede Änderung beim Lieferanten selbst oder in den Vorstufen der Lieferkette erfasst. GREIFF arbeitet kontinuierlich an einer Verbesserung der Datenbank. Zukünftig sollen den Kund*innen bei Abfrage des myGREIFF-Codes noch weitere Informationen zur Verfügung stehen – unter anderem zu durchgeführten Audits oder Schulungen in den Konfektionsbetrieben.

myGREIFF-Code auf dem Etikett eines Kleidungsstücks. ©GREIFF Mode GmbH & Co. KG.

Mehr Transparenz für Kund*innen und Unternehmen

Die Anforderungen von Unternehmen an die Berufsbekleidung ihrer Beschäftigten steigen – und damit auch Anfragen zu den einzelnen Produktionsschritten. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen in Deutschland und anderen EU-Ländern ist eine nachhaltige Herstellung ein immer wichtigeres Kriterium. Mit dem myGREIFF-Code kann das Unternehmen entsprechende Kundenanfragen beantworten und das steigende Informationsbedürfnis erfüllen. Der Code stößt bei den Kund*innen daher auf durchweg positive Resonanz. Darüber hinaus hat GREIFF selbst dank der Datenbank erstmals einen vollständigen und lückenlosen Überblick über die gesamte Lieferkette und alle Vorstufen erhalten. Mögliche Nachhaltigkeitsrisiken bei Lieferanten können so schneller erkannt und adressiert werden.

GREIFF-App, über die sich der myGREIFF-Code eingegeben lässt. ©GREIFF Mode GmbH & Co. KG.

Durch den myGREIFF-Code können wir unseren Kunden offen gegenübertreten. Die Herkunft und Entstehung unserer Produkte können jederzeit online nachvollzogen werden.“

Nicole Wagner, Corporate Responsibility bei GREIFF

Erfahrungen und Empfehlungen

  • Wer Transparenz gegenüber seinen Kund*innen schaffen will, muss zunächst einmal für Transparenz im Geschäftsverhältnis mit den eigenen Lieferanten sorgen. Diese Transparenz braucht Vertrauen auf beiden Seiten – und lässt sich daher besonders gut umsetzen, wenn Unternehmen über langjährige und dauerhafte Geschäftsbeziehungen mit ihren Zulieferern verfügen. Als traditionsreiches, inhabergeführtes Unternehmen legt GREIFF darauf seit jeher großen Wert. Dies kam dem Unternehmen bei der Einführung des Transparenzcodes zugute.
  • Bei der Entwicklung einer eigenen Datenbank ist zudem wichtig, deren Integration in das Warenwirtschaftssystem sicherzustellen. Andernfalls ist der Aufwand für die Pflege der Daten zu hoch. Auch die spätere kontinuierliche Datenpflege muss bereits bei Entwicklung der Datenbank mitgedacht werden.

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