Bericht aus dem Steuerungskreis

Die gelernte Tierärztin Dr. Maria Flachsbarth ist seit März 2018 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

„Klarheit über den Grünen Knopf“ will Dr. Maria Flachsbarth schaffen. Sie ist seit März Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ und unter anderem zuständig für das Textilbündnis. Frau Dr. Flasbarth war zur 19. Sitzung des Steuerungskreises in Berlin gekommen, auch um Stellung zum geplanten staatlichen Metasiegel zu nehmen. Mit dem Grünen Knopf wolle das Ministerium ein erkennbares und plakatives Erkennungszeichen für Verbraucherinnen und Verbraucher schaffen und auf diesem Wege die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Textilien steigern. So würden die Anbieter, die keine Nachweise über nachhaltiges Wirtschaften erbringen, unter Veränderungsdruck gesetzt. „Der Grüne Knopf kommt“, erklärte auch Minister Müller im Steuerungskreis, „und ich lade Sie ausdrücklich ein, an der Ausgestaltung mitzuarbeiten.“

 

Damit ein Produkt den Grünen Knopf bekommt, müsse über glaubwürdige Siegel nachgewiesen werden, dass sowohl ökologische als auch soziale Mindestanforderungen der Bundesregierung erfüllt sind. Grundlage für diese Bewertung sei das Portal Siegelklarheit, erklärte Flachsbarth. „Gänzlich nachhaltige Textilien – vom Baumwollfeld bis zum Kleiderbügel – das ist unser eigentliches Ziel. Es ist uns aber auch klar, dass dieser Anspruch momentan noch nicht erfüllbar ist.“ Im ersten Schritt soll deshalb nur die Textilproduktion, genauer die Konfektionierung, fokussiert werden. Die Anforderungen an den Grünen Knopf werden schrittweise steigen und nach und nach weitere Stufen der Lieferkette einbeziehen.

 

Zusatzanforderungen: Nachweise für unternehmerische Sorgfalt

Zusätzlich zu den Anforderungen an das Produkt, fordert das Ministerium von den Unternehmen einen Nachweis zur Einhaltung unternehmerischer Sorgfaltspflichten. Textilbündnismitglieder seien hier im Vorteil, da sie mit Erfüllung der Anforderungen des Review-Prozesses diese Zugangsvoraussetzung bereits erfüllten. Darüber hinaus solle es jedoch auch weitere Nachweismöglichkeiten geben.

Diskutiert wurden auch die unterschiedlichen Ansätze von Textilbündnis und Grünem Knopf. Frau Dr. Flachsbarth stellte klar, dass es sich um zwei komplementäre Herangehensweisen handele, die keine zwingende Verbindung miteinander haben. Während das Textilbündnis systemisch an der Umsetzung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht arbeite, sei der Grüne Knopf ein Metasiegel am Produkt, das Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Einkauf Orientierung geben soll.

Diese Unterscheidung unterstrich der Steuerungskreis mit seiner verabschiedeten Formulierung für die Kommunikation zum Verhältnis Grüner Knopf und Textilbündnis: „Ungeachtet der identischen Zielsetzung, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette zu erreichen, gibt es keine direkte und unmittelbare Verbindung zwischen dem Textilbündnis und dem angestrebten Grünen Knopf. Dies liegt vor allen in der unterschiedlichen Verfasstheit und systemischen Ansätzen dieser beiden Initiativen.“

 

Herzlich Willkommen im Bündnis

Als neues Mitglied im Textilbündnis begrüßen wir den Berliner Kinderkleidungshersteller Charle. Dahinter steht ein kleines Team aus Familienangehörigen, jungen Modedesignerinnen und engen Partnern, die sich zeitloser Kindermode aus Naturtextilien verschrieben haben. Charle verarbeitet nur ökologisch und fair produzierte Naturfasern, die dem Global Organic Textil Standard (GOTS) entsprechen.

 

Lesen Sie auch weitere Artikel zu folgenden Themen:

Bericht zum Review-Prozess

Neuigkeiten und Termine

Unterstützungsangebote

Berichte aus Initiativen und Projekten

Bericht von strategischen Kooperationen