Einträge von Melina Bauer

Fünf neue Mitglieder im Textilbündnis

Aktuelles

30.10.2019

Fünf neue Mitglieder im Textilbündnis

Wir begrüßen fünf neue Mitglieder im Textilbündnis. Als Unternehmen sind Ceres Ltd., Sutura Einsatzkleidung GmbH und die Teamdress Holding GmbH neu dabei. Mit dem Deutschen Textilreinigungs-Verband ist nun auch wieder dieser wichtige und wachsende Teil des Textil- und Bekleidungssektors auf Verbandsebene im Bündnis vertreten und mit dem WWF Deutschland kann die zivilgesellschaftliche Kompetenz im Bereich Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz weiter gestärkt werden.

Ceres

Ceres Diş Ticaret Tekstil Ltd. Şti. ist ein internationaler Zulieferer von Modefirmen und -händlern mit Sitz in Istanbul. Mit seiner aktiven Rolle in Textil-Lieferketten möchte Ceres zu den Bündniszielen beitragen, indem der ökologische Fußabdruck in der eigenen Geschäftstätigkeit reduziert wird, ethische Standards verbessert und höchste operative Standards angestrebt werden.

Der Deutsche Textilreinigungs-Verband e.V. (DTV) ist ein Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband mit rund 800 Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetrieben. Der Verband ist u.a. Mitglied im UN Global Compact und möchte sich im Bündnis insbesondere in den Bereichen Energie- und Ressourceneffizienz sowie Umweltschutz einsetzen.

Sutura

Die SUTURA Einsatzbekleidung GmbH ist ein Hersteller für nach ISO-Normen zertifizierte Einsatzbekleidung für den Rettungs- und Notarztdienst. Die Bekleidung wird ausschließlich in Deutschland im mittelfränkischen Schnaittach entwickelt und produziert. ÖkoTex100 ist der Mindeststandard bei allen Artikeln. Integration ist ein zentrales Element der Personalpolitik.

teamdress

Teamdress Holding GmbH entwickelt, produziert und vertreibt ISO-zertifizierte Berufs- und Schutzkleidung. Das mittelständische Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg beliefert als Konfektionär Textilservice-Unternehmen, Wäschereien, den technischen Handel sowie führende Unternehmen aus Industrie, Handel, Gastronomie und Pflege.

WWF Deutschland: Die Umweltstiftung mit Sitz in Berlin wurde 1963 gegründet und ist Teil des in über 100 Ländern operierenden WWF-Netzwerks (World Wide Fund For Nature). Die Organisation setzt sich u.a. für die Einhaltung von Nachhaltigkeitsanforderungen bei der Produktion von Agrarrohstoffen und der Gewinnung von Holz ein, die auch in der Textilindustrie Verwendung finden. So ist der WWF Deutschland z.B. im Kuratorium und Beirat unseres Mitglieds Cotton Made in Africa vertreten. Darüber hinaus sind Klima- und Meeresschutz, Biodiversität und Ressourcenschonung zentrale Arbeitsfelder des WWF.

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Dachverband FairWertung e.V. ist neues Bündnismitglied

Aktuelles

26.08.2019

Dachverband FairWertung e.V. ist neues Bündnismitglied

Mit dem Dachverband FairWertung e.V. hat das Bündnis für nachhaltige Textilien ein neues Mitglied in der Akteursgruppe Nichtregierungsorganisationen gewonnen.

Der Dachverband FairWertung wurde 1994 gegründet und ist ein bundesweites Netzwerk von gemeinnützigen Organisationen, die sich für Transparenz und Nachhaltigkeit beim Textilrecycling einsetzen. 130 gemeinnützige Organisationen arbeiten bundesweit nach den Richtlinien von FairWertung, darunter kirchliche Einrichtungen, gemeinnützige Vereine sowie Beschäftigungsgesellschaften. Viele betreiben eigene Secondhand-Läden. Darüber hinaus informiert FairWertung Verbraucher*innen über Hintergründe und Zusammenhänge des Alttextilmarktes und des Textilrecyclings.

„Wir freuen uns darauf, zukünftig unsere Expertise am Ende der textilen Kette in das Bündnis einbringen zu können“, so Thomas Ahlmann von FairWertung.

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Organic Cotton Guide veröffentlicht

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Den Organic Cotton Guide finden Sie hier zum Download.

Bio-Baumwolle – Statements einiger unserer Mitglieder:

Statements Bio-Baumwolle

(www.textilbuendnis.com/bio-baumwolle/)

VAUDE Sport GmbH & Co. KG

Statements Bio-Baumwolle

VAUDE Sport GmbH & Co. KG

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„VAUDE versucht bei der Auswahl seiner Materialien den bestmöglichen ökologischen Weg zu gehen. Wenn man bedenkt, dass der Anteil aller weltweit verwendeten Insektizide für die Baumwollproduktion bei 25% und bei Pestiziden bei 16% liegt, ist es offensichtlich, dass wir eine Lösung dafür brauchen. Zudem liegt der weltweite Anteil von GMO-Baumwollsaat bei 80%.

Von daher ist die Verwendung von Biobaumwolle die einzig mögliche Konsequenz.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Unser Ziel liegt bei der 100%igen Verwendung von Biobaumwolle. Wir verwenden derzeit lediglich in 2 Ausnahmefällen teilweise konventionelle Baumwolle, da wir deutlich höhere Produktionsmengen erzielen müssten, um eine Umstellung zu Biobaumwolle bei den Lieferanten ermöglichen zu können. Wir arbeiten daran.“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Wir verwenden Biobaumwolle, die nach GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert ist. Nur so können wir aufgrund der strengen Auflagen sicherstellen, dass keine chemischen Düngemittel, Pestizide verwendet werden und ein geringerer Wasserverbrauch als bei herkömmlichen Anbau-Methoden ermöglicht wird. Zudem kommt noch die soziale Komponente, welcher durch GOTS überwacht wird. Gentechnik ist ebenfalls tabu.“

René Bethmann, Innovationsmanager – Materialien und Fertigungstechnologien, VAUDE Sport GmbH & Co. KG.

Triaz Group / Waschbär

Statements Bio-Baumwolle

Triaz Group / Waschbär

„Waschbär war einer der ersten Anbieter von Naturtextilien in den 90er-Jahren. Als Öko-Pionier hatten wir stets ein klares Ziel vor Augen: Die komplette Umstellung auf Bio-Baumwolle. Diese Umstellung hat einige Zeit in Anspruch genommen. Wir mussten dafür nicht nur viel Pionierarbeit leisten, sondern auch erst einmal die Lieferanten finden, mit denen das überhaupt möglich war. 2015 war es dann endlich soweit: Wir konnten auch die letzten Artikel umstellen.
Seitdem lassen wir für unsere reinen Baumwolltextilien ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau verarbeiten. Das betrifft sowohl unsere gesamte Naturmode als auch alle unsere Heimtextilien. Bio-Baumwolle ist heute fest in der Qualitätsstrategie von Waschbär verankert. Unsere Lieferanten sind nicht nur verpflichtet, ausschließlich kontrolliert biologische Baumwolle einzusetzen, sondern müssen zum Nachweis auch bereit sein, ihre Quellen offenzulegen.
Da wir im Vergleich zu den großen Marken des konventionellen Marktes relativ kleine Mengen an Bio-Baumwolle benötigen, konnten wir die Umstellung ohne eigenes Anbau-Projekt bewerkstelligen. Trotzdem können auch wir nicht außer Acht lassen, dass nach wie vor nur sehr geringe Mengen an Bio-Baumwolle zur Verfügung stehen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Die Konzentration auf Bio-Baumwolle kann eine eingeschränkte Einkaufsflexibilität nach sich ziehen. Eine Nachproduktion ist, da sie schon bei der ersten Stufe — der Rohfaserbeschaffung — ansetzt, oftmals nicht ohne weiteres möglich. So kann es unter Umständen auch zu Lieferengpässen kommen.
Eine unserer zentralen Erfahrungen bei der Bio-Umstellung war, dass man keine Scheu haben muss, erst mal nur mit Teilen der Kollektion zu beginnen. Der Rest der Kollektion erfährt dadurch keine Abwertung. Ganz im Gegenteil — der Verbraucher honoriert jeden Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, solange man für die notwendige Transparenz sorgt!“

Barbara Engel, Leitung Nachhaltigkeit, Triaz Group / Waschbär.

Tchibo GmbH

Statements Bio-Baumwolle

Tchibo GmbH

„Als Hamburger Familienunternehmen ist die Tchibo GmbH den Kaufmannstugenden Fairness und Ehrlichkeit verpflichtet. Auf dieser Basis sind wir seit 2006 auf dem Weg zu einer 100% nachhaltigen Geschäftstätigkeit. Ein Schwerpunkt unseres Nachhaltigkeitsengagements liegt auf den Textilien aus Baumwolle. So werden beim Anbau von Bio-Baumwolle Biodiversität, Böden und Farmer durch den Verzicht auf künstliche Pflanzenschutz- und Düngemittel geschont. Der aktuelle Anteil an Bio-Baumwolle von gut 75% macht uns zum drittgrößten Abnehmer von Bio-Baumwolle weltweit. Dass dies wirklich einen Unterschied macht, zeigt sich in vielen Bereichen. So konnten alleine 2017 nach Berechnungen von Textile Exchange im Baumwoll-Sortiment bis zu 19 Milliarden Liter Wasser eingespart werden.
Wir setzen dabei auf unterschiedliche Standards, wie GOTS oder den Organic Content Standard, um möglichst viele Nachhaltigkeitskriterien abdecken zu können. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Standards und Zertifizierungen ihre Grenzen haben und durch Projekte ergänzt werden müssen, die darüber hinausgehen. Das Potential, Veränderungen zu bewirken, können einzelne Unternehmen nur gemeinsam mit anderen Marktakteuren voll ausschöpfen. Dazu kooperieren wir sowohl mit unseren langjährigen Geschäftspartnern in den Lieferketten als auch mit internationalen Organisationen wie Textile Exchange oder dem Organic Cotton Accelerator, um den Anbau von Bio-Baumwolle weltweit weiter voranzubringen.“

Nanda Bergstein, Director Corporate Responsibility, Tchibo GmbH.

Remei AG

Statements Bio-Baumwolle

Remei AG

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„Bei uns hat sich der entscheidende Impuls ausschliesslich auf Biobaumwolle zu setzen, schon 1995 aus der Anfrage eines großen Retail-Kunden ergeben, dem wir aus unserer Lieferkette Biobaumwollverfügbarkeiten für eine umfangreiche Kollektion garantieren konnten.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Remei produziert bereits seit 2008 ausschließlich mit Biobaumwolle. Es war damals eine unternehmerische Entscheidung, basierend auf dem unternehmerischen Willen, das Geschäft mit konventioneller Baumwolle zu beenden, und ausschließlich auf bioRe® Sustainable Cotton zu setzen.“

Was änderte sich in der Beschaffungs- und Marketingabteilung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen?

„Mit dem Wechsel von einem preisgetriebenen und intransparenten Baumwollmarkt in einen nachhaltig und qualitätsgetriebenen Nischenmarkt für Biobaumwollkleidung veränderte sich unsere Kundenstruktur maßgebend. Nunmehr handelten wir mit Komplizen in der Sache Nachhaltigkeit, für welche, wie für uns, neben einem vernünftigen Preis, der zuverlässige Ursprung des Rohstoffes und die transparente Lieferkette der Textilien ausschlaggebend ist.
Unseren Kunden setzen auf bioRe® Sustainable Textiles-Produkte und bieten damit auch ihren Kunden, den Endkonsumenten, eine Chance für einen «Style Upgrade».“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Der Schlüssel zur Nachverfolgbarkeit liegt im systematischen Aufbau einer nachhaltigen Lieferkette mit Partnern, die die gleichen Werte teilen. Die komplette Rückverfolgbarkeit unserer Produkte ist das Resultat und die logische Konsequenz unseres kontrollierten Input- und Supply Chain-Management-Prozesses, sowie der Vorfinanzierungen der Biobaumwolle und Halbfabrikate durch Remei AG.“

Welche Tools oder Wege nutzen Sie, um die richtigen Mengen und Qualitäten an Biobaumwolle zu erhalten? Welche Empfehlungen können Sie diesbezüglich abgeben?

„Die Remei gibt den Unternehmen bioRe® Indien und bioRe® Tansania eine Abnahmegarantie, die diese damit wiederum den Biobaumwoll-Bauern geben können. In dieser Rolle tragen wir auch die Risiken und Pflichten mit, die der nachhaltige Biobaumwollanbau mit sich bringt. Dies erfolgt zum Beispiel durch den Aufbau langfristiger, vertrauensvoller Partnerschaften und den damit verbundenen Sicherheiten für die Biobaumwollbauern durch Abnahmegarantien, sowie Prämienzahlungen zusätzlich zum Marktpreis. Es beinhaltet eine große Verantwortungsübernahme. Um dieser gerecht werden zu können, setzt Remei auf langfristige und starke Partnerschaften mit B2B Kunden im Retail.“

Marion Röttges, Co-CEO Apparel and Communication, Remei AG.

KiK Textilien und Nonfood GmbH

Statements Bio-Baumwolle

KiK Textilien- und Nonfood GmbH

„Die Nachhaltigkeitsarbeit der KiK Textilien und Nonfood GmbH hat zum Ziel, die Produktion der angebotenen Sortimente unter umweltbezogenen, sozialen und ökonomischen Aspekten zu optimieren und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten spürbar zu verbessern.
Das Thema Bio-Baumwolle hilft uns, diese Ziele an diversen Stellen der Wertschöpfungskette umzusetzen. Aus Kundenbefragungen wissen wir, dass insbesondere im Baby- und Kleinkindbereich auf Kleidung mit Bio-Baumwolle wert gelegt wird. Aus diesem Grund erhöhen wir den Anteil an Naturfasern in Bio-Qualität vor allem in diesem Segment. Durch Verwendung von Bio-Baumwolle, verringern sich die Schadstoff- und Umweltbelastungen im Anbauprozess erheblich.
Dies sind viele gute Gründe, sich für den Einsatz von Bio-Baumwolle stark zu machen. Für uns heißt das für das Jahr 2018: Eine Erhöhung von 150.000 Stück auf 2 Millionen Teile. Für 2019 ist die Verdopplung geplant. Um diese Steigerungen transparent und messbar zu machen, hat KiK in die Entwicklung einer Softwarelösung investiert.
Um unsere Steigerungsziele zu erreichen, arbeiten wir eng mit unseren Bestandslieferanten zusammen. Sie sind für uns der wichtigste Ansprechpartner, um unsere Anforderungen in den vorgelagerten Stufen der Lieferkette durchzusetzen. Nur wenn unsere Partner sich mit uns gemeinsam weiterentwickeln und in der Lage sind, entsprechend zertifizierte Baumwolle in der gewünschten und notwendigen Menge und Qualität einzukaufen, können wir unseren Kunden diese ökologischen Vorteile zum vergleichbar günstigsten Preis anbieten und damit der Nachhaltigkeit im Massenmarkt zum Durchsatz verhelfen.
Um unseren Anspruch von 100 % Bioqualität des Baumwollanteils für den Kunden sicherzustellen, führen wir eine aufwendige Dokumentenprüfung durch. Unser Lieferant muss ein Zertifikat nach OCS (Organic Content Standard), GOTS (Global Organic Textile Standard) oder IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) vorweisen und Originalrechnungen für die Rohware vorlegen. Vorteil der Zertifikate: In allen Fällen wird eine Warenflusskontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette gefordert und damit die lückenlose Nachvollziehbarkeit des Bio-Naturfasereinsatzes gesichert.
Waren, die diese Kriterien erfüllen, erhalten ein KiK-eigenes Siegel. Dieses wird für den Kunden gut sichtbar direkt am Produkt angebracht: 100% Organic Cotton!“

Lydia Kölker, Bereichsleitung Qualitätsmanagement, KiK Textilien und Nonfood GmbH.

Esprit Europe Services GmbH

Statements Bio-Baumwolle

Esprit Europe Services GmbH

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Bio-Baumwolle zu kaufen?

„Herkömmliche Baumwollanbaumethoden erfordern oft große Mengen an Pestiziden, Herbiziden und Düngemitteln. Diese können negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Bio-Baumwolle hingegen wird ohne Pestizide oder synthetische Düngemittel und nach strengen Standards angebaut. Deshalb erweitern wir unser Sortiment an Bio-Baumwolle in unseren Kollektionen stetig.“

Welche Bio-Baumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Wir möchten bis Juli 2021 ausschließlich nachhaltig produzierte Baumwolle beziehen. Als nachhaltig produzierte Baumwolle bezeichnen wir Better Cotton, Bio-Baumwolle und recycelte Baumwolle. Ein wesentlicher Anteil unserer Baumwolle soll bis 2021 aus Bio-Anbau oder aus recycelten Altkleidern und Produktionsabfall kommen.“

Was änderte sich im Einkauf und Produktentwicklung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen? Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Je früher der Einsatz von Bio-Baumwolle in der Produktenwicklung berücksichtigt wird, desto besser. So können Lieferanten Kapazitäten einplanen und haben genügend Zeit, Biobaumwolle zu beschaffen.
Esprit-Produkte, die 20% oder mehr Bio-Baumwolle im Oberstoff enthalten, werden mit einem entsprechenden „Organic“-Infotag versehen. Deshalb legen wir großen Wert auf die Einhaltung der sogenannten „Chain of Custody“ (Beweismittelkette). Sie stellt sicher, dass alle Betriebe in unserer Lieferkette mit dem Organic Content Standard (OCS) oder Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert sind. Hier haben wir zu Beginn die Erfahrung gemacht, dass zwar viele unserer nominierten Stofflieferanten eine Zertifizierung vorweisen konnten, die Konfektionäre jedoch nicht. Bei der Auswahl mussten wir strategisch vorgehen und haben uns für Lieferanten entschieden, bei denen wir größere Mengen produzieren lassen können, sodass die Zertifizierungskosten und der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis stehen.
Zudem hat es im Austausch mit unseren Lieferanten geholfen, dass wir seit 2017 selbst mit dem Organic Content Standard zertifiziert sind und somit glaubwürdig unsere Strategie untermauern konnten.
Um die Chain of Custody auf Produktebene einzuhalten, müssen unsere Konfektionäre unserem Einkauf zu jedem Produkt ein Transaktionszertifikat nachweisen. Das Transaktionszertifikat wird von einer externen, unabhängigen Zertifizierungsstelle ausgestellt und garantiert die Menge der Bio-Baumwolle im Produkt. Ein Transaktionszertifikat kann nur ausgestellt werden, wenn alle Stakeholder in der Lieferkette eines Kleidungsstückes mit Bio-Baumwolle ein Transaktionszertifikat an ihren jeweiligen Kunden ausgestellt haben. Die Einholung und Kontrolle der Transaktionszertifikate ist im Gegensatz zu Better Cotton ein höherer Aufwand, schafft aber auch die Möglichkeit, Bio-Baumwolle direkt am Produkt ausweisen zu können.“

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Schritte zum Einsatz von Biobaumwolle?

„Der erste Schritt ist, sich mit den Standards vertraut zu machen, die genauen Vorgaben und Unterschiede zu kennen. Diese Infos sind öffentlich auf den Webseiten der Standards zugänglich.
Im nächsten Schritt gilt es gemeinsam mit dem Design und Einkauf zu überlegen, welche Produkte aus Bio-Baumwolle hergestellt werden sollen. Produkte mit einer längeren Lieferzeit oder „NOOS“ (Never Out of Stock)-Artikel bieten sich hier besonders an. Die Wahl des Lieferanten ist eng an das Produkt gekoppelt, idealerweise hat der Konfektionär bereits eine Zertifizierung mit einem Bio-Baumwollstandard.
Sollte noch keiner der Konfektionäre zertifiziert sein, gilt es in Schritt drei, dem Lieferanten die Infos über die jeweiligen Standards gut verständlich zur Verfügung zu stellen und bei der Auswahl einer externen Zertifizierungsstelle zu helfen. Auch diese sind auf den Webseiten der Standards veröffentlicht. Ein enger Austausch mit dem Lieferanten während der Zertifizierungsphase ist wichtig, um Hilfestellung und Unterstützung zu leisten.
Zu den oben genannten Schritten ist es zudem wichtig, die Kollegen in der Beschaffung, im Design und der Produktentwicklung ausreichend über Bio-Baumwolle, Standards und Prozesse zu informieren, sodass die an die Lieferanten übermittelten Informationen konsistent sind. Bei Esprit führen wir deshalb regelmäßig Trainings zu nachhaltigeren Materialien durch.“

Kristina Seidler-Lynders, Environmental Sustainability Manager, Esprit Europe Services GmbH.

Dibella b.v.

Statements Bio-Baumwolle

Dibella b.v.

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

„Der konventionelle Baumwollanbau mit gentechnisch verändertem Saatgut, unprofessioneller künstlicher Bewässerung und übermäßigem Pestizid- und Kunstdüngereinsatz verursacht heute oftmals große Schäden an Mensch und Umwelt und ist gleichzeitig doch unverzichtbare Lebensgrundlage von Millionen von Familien. Der Einsatz von Bio-Baumwolle ist ein Ansatz diese Schäden zu minimieren.“

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

„Bis 2020 streben wir 20% Bio-Baumwollanteil gemessen an der Gesamtbeschaffung an. Wir hoffen allerdings, dass unsere Kunden noch mehr des Bio- Sortiments kaufen werden. Der Preisdruck am Markt ist halt das größte Hindernis des Bio-Baumwoll-Wachstums.“

Was änderte sich in der Beschaffungs- und Marketingabteilung durch die Entscheidung Biobaumwolle einzukaufen?

„Kurz gesagt: Alles!“

Ergaben sich durch den Einkauf von Biobaumwolle neue Handelspartnerschaften?

„Ja. Sowohl von Kunden als auch Lieferanten wird die Marke Dibella heute ganz anders wahrgenommen. Wir sind kein „einfacher“ Textillieferant mehr, sondern ein gefragter Partner und Berater der vorangeht und nicht hinterherläuft. Das öffnet uns viele Türen die vorher verschlossen waren. Neben Bio-Baumwolle setzt sich Dibella auch für weitere Lösungsansätze wie z.B. Fairtrade, Made In Green, CmiA, recyceltes Polyester oder Tencel ein. Das macht in diesem Umfang sicherlich kein anderer Anbieter in unserem Objekttextilmarkt.“

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

„Unsere Kooperation mit Chetna Organic Indien. Dibella kauft heute die Bio-Baumwolle quasi direkt vom Feld und finanziert sogar das Bio-Saatgut den Bauern vor.“

Welche Tools oder Wege nutzen Sie, um die richtigen Mengen und Qualitäten an Biobaumwolle zu erhalten? Welche Empfehlungen können Sie diesbezüglich abgeben?

„Gute Partner vor Ort im Baumwollanbaugebiet und in der Weiterverarbeitung und eine vorrausschauende langfristige Planung beim Baumwollsourcing.“

Simon Bartholomes, Leitung Einkauf, Dibella b.v.