Arbeitstreffen 2018

Fragen, Ergebnisse, Diskussionen

Rund 160 Mitglieder des Textilbündnisses arbeiteten in acht Workshops zu den zentralen Themen des Bündnisses

Im „Bauwerk“, einem umfunktionierten Industriebau in Köln Kalk, trafen sich am 11. und 12. Juli rund 160 Mitglieder des Textilbündnisses, um miteinander zu arbeiten. Konzentriert überlegten und diskutierten die Teilnehmenden in acht Workshops und stellten damit Weichen für die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung des Textilbündnisses.

 

Innovationen für mehr Transparenz

Open-Air-Workshop im Stehen: eine Kleingruppe aus dem Workshop „Chemiefasern“

So zeigten zum Beispiel im Workshop „Lieferkettentransparenz“ Berichte von Blockchain-Lösungen zur Weitergabe von Informationen in der Lieferkette oder von Barcodes, die Informationen zur Herkunft eines Produktes direkt auf das Smartphone liefern, die Möglichkeiten digitaler Innovationen für die Nachhaltigkeit.

Daneben stand das Jahresthema 2018 „Existenzsichernde Löhne“ ebenso auf der Agenda wie „Chemiefasern“ und „Chemiekalien- und Umweltmanagment“.

Um die „Korruptionsprävention“ zukünftig noch stärker zu berücksichtigen, erarbeitete die zuständige Expertengruppe einen Vorschlag, wie die Kriterien in das Frageraster des Bündnisses eingearbeitet werden können. Auch im Workshop zu „Wirkungsmessung“ ging es um Indikatoren. Hier berieten die Mitglieder darüber, wie wir die Wirkung unserer Projekte vor Ort messen können. Ein konkreter Vorschlag für die Messung von Aktivitäten zu „existenzsichernden Löhnen“ und „Chemikalien- und Umweltmanagement“ soll noch in diesem Jahr konzipiert werden.

Eher strukturelle Fragen trieben die Teilnehmer/innen der Workshops „Internationalisierung“ und „Kommunikation“ um: Wie kann sich das Bündnis in Zukunft stärker international ausrichten und welche Argumente überzeugen am meisten, um neue Mitglieder für das Textilbündnis zu gewinnen?

Auch nach Feierabend: das Textilbündnis beim Powerplay

Die Workshops boten noch genug Gesprächsstoff für das anschließende Get-together, bei dem die letzten Gäste erst gegen Mitternacht die Tür abschlossen.

Alle Präsentationen, Protokolle und Fotos vom Arbeitstreffen können Sie hier herunterladen.

 

 

 

 

Synergien heben. Existenzsichernde Löhne

Am zweiten Tag des Arbeitstreffens hatten viele Mitglieder die Gelegenheit, in einem offenen Workshop über Ursachen und Lösungsansätze für geringe Löhne zu diskutieren. Mark Starmanns (BSD Consulting) führte die Teilnehmer/innen in die Thematik ein und leitete die Diskussion. Im zweiten Teil des Workshops stellten die beiden strategischen Kooperationspartner des Bündnisses ACT (Action, Collaboration, Transformation), vertreten durch Lary Brown (Esprit) und Achim Lohrie (Tchibo) und die Fair Wear Foundation, vertreten durch Vera Köppen ihre Arbeit im Bereich, existenzsichernde Löhne vor. In der anschließenden Diskussion wurde der Wunsch geäußert, Synergien zwischen den Partnern und dem Bündnis herauszuarbeiten und in die Gestaltung einer Bündnisinitiative einzubeziehen. Die Expertengruppe „Existenzsichernde Löhne“ wird diese Fragen in ihren nächsten Sitzungen aufgreifen. Bei allen Fragen rund um das Thema können sich Mitglieder an saskia.anders@giz.de und martin.linden@giz.de wenden.

 

Gruppe Lieferkettentransparenz legt los

Im Rahmen des Arbeitstreffens fand der offene Auftaktworkshop für das Thema Lieferkettentransparenz in englischer Sprache statt. Über 50 Teilnehmer/innen, darunter auch die Expertengruppe, dachten darüber nach, wie das Textilbündnis Lieferkettentransparenz in Zukunft weiterentwickeln soll.

Nach einer fachlichen Einführung ging es um praktische Beispiele von Mitgliedern des Bündnisses: Aggregierte Daten aus dem Review-Prozess 2018 sowie kurze Präsentationen von Vertreter/innen von Aldi Nord, Gerry Weber, Lebenskleidung, FEMNET und Hugo Boss zeigten, dass Lieferkettentransparenz fast alle beschäftigt. Jedoch geht sie jeder anders an. Der Chef der niederländischen Initiative AGT Jef Wintermans legte dem Bündnis nahe, Lieferkettentransparenz als wichtige Voraussetzung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht weiterhin sehr ernst zu nehmen und mit Energie weiterzutreiben.

In zwei Workshop-Sessions systematisierten die Teilnehmer/innen die Herausforderungen, Erwartungen, Ideen und leiteten Handlungsempfehlungen für die Expertengruppe ab.

Die Expertengruppe trifft sich Anfang August zum ersten Mal. Dann wird sie unter Berücksichtigung der Rückmeldungen von Mitgliedern die Lieferkettentransparenz für das Bündnis definieren und die Konsequenzen für den Review-Prozess diskutieren. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an marie.schaaf@giz.de oder franzisca.markschlaeger@giz.de.

 

Praktikabilität gefragt. Chemikalien- und Umweltmanagement

Die Teilnehmer/innen des Workshops „Chemikalien und Umweltmanagement“ diskutierten konstruktiv und legten Schwerpunkte für die weitere Arbeit fest.

Abwasserstandards

Die Diskussion hat gezeigt, dass die Expertengruppe die Zielsetzung nachschärfen sollte. Die Gruppe soll klären, was „verbindlich“ in Bezug auf die Lieferkette heißt: Ist hier nur Tier 1 gemeint? Oder welche Fertigungsstufen sollen berücksichtigt werden?

Neben der realistischen Zielsetzung wurde als größere Herausforderung die Umsetzung in der Lieferkette gesehen. Die Teilnehmer/innen sprachen sich für ein gemeinsames Engagement aus, insbesondere zum Aufbau technischen Wissens in den Produktionsländern.

RSL-Verschlankung

RSL (Restricted Substances List) sind Werkzeuge, die Unternehmen dabei helfen sollen, die Mengen eingeschränkt nutzbarer Substanzen über die gesamte Lieferkette zu kontrollieren. Im Workshop wurde einhellig festgestellt, dass die zurzeit eingesetzten Listen in der Praxis problematisch sind. Sie müssten verschlankt und aktualisiert werden. Das Bündnis wird die Diskussion in der Fach-Community anstoßen.

Online-Monitoring Tool von Lidl

Lidl präsentierte ein Tool zum Monitoring von Chemikalien, das den Fortschritt einzelner Fabriken misst. Ein solches Tool könnte perspektivisch auch für andere Mitglieder des Textilbündnisses interessant sein.

Kooperation mit Forschungsinstitutionen Das Forschungskuratorium Textil (FKT) stellte vor, welche Optionen es für eine gemeinsame Forschung gibt. Die Bündnisinitiative „Chemikalien- und Umweltmanagement“ wird die Mitglieder regelmäßig über aktuelle Forschungsprojekte informieren und sie zu gemeinsamen Projekten zusammenbringen.

Bei Fragen stehen Ihnen rahel.lemke@giz.de und gundolf.klaehn@giz.de zur Verfügung.

 

Auftakt zum Projekt „Chemiefasern“

Im Zuge des Arbeitstreffens fand auch der Auftakt für das Projekt „Chemiefasern“ statt. Mehr als 40 Bündnismitglieder, darunter Teilnehmer/innen der künftigen Expertengruppe und weitere Interessierte, beschäftigten sich mit den drei Themenpaketen Regeneratfasern, synthetische Chemiefasern und biobasierte Kunststoffe. Dabei wurden Herausforderungen für den Einsatz von sozial und ökologisch verträglicheren Chemiefasern analysiert, erste Lösungsansätze diskutiert und Akteure identifiziert, die am Projekt mitarbeiten.

Wie werden nachhaltigere Chemiefasern gefunden?

Die Expertengruppe wird Mindestanforderungen, unter anderem an Rohmaterialien und Produktionsprozesse, formulieren. Wenn Instrumente, Initiativen oder Praktiken diese Mindestanforderungen erfüllen, erkennt das Bündnis sie an. So können sie zur Beschaffung von nachhaltigeren Chemiefasern genutzt werden. Da verschiedene internationale Organisationen an diesem Thema arbeiten, gleicht sich die Expertengruppe regelmäßig mit diesen ab.

Wie wird der Einsatz nachhaltigerer Chemiefasern durch das Bündnis unterstützt?

Die Expertengruppe wird sich über Informationsangebote, Trainings und Webinare austauschen, die den Mitglieder dabei helfen, künftig mehr nachhaltigere Chemiefasern einzusetzen. Demnächst wird es zusätzlich einen monatlichen Newsletter zu weiteren Faserinnovationen geben, den Sie nutzen können, um sich über Lösungsansätze zu informieren. Haben Sie Ideen für weitere Unterstützungsangebote? Dann zögern Sie nicht, uns diese mitzuteilen (mandy.piepke@giz.de).

 

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