Bündnis für nachhaltige Textilien
Statements Bio-Baumwolle

ALDI Süd

Weshalb hat sich Ihr Unternehmen entschieden, Biobaumwolle zu kaufen?

Mit unserer Baumwoll-Einkaufspolitik stellen wir uns der Verantwortung, die wir als großes Handelsunternehmen in den globalen Lieferketten und für die Ressourcen tragen. Über den Einsatz nachhaltiger Baumwolle haben wir die Möglichkeit in der Produktion des für unsere Textilien wichtigsten Rohstoffes positive Wirkung zu erzielen.

Welche Biobaumwollziele haben Sie sich gesetzt?

Im Rahmen unserer Baumwoll-Einkaufspolitik und als Bündnisziel hat sich ALDI SÜD Deutschland das Ziel gesetzt, den Anteil nachhaltiger Baumwolle von ca. 18% in 2017 auf 30% in 2018 zu erhöhen. Das Bio-Baumwoll-Ziel von 15 % in 2018 konnte ALDI bereits erfüllen. Mit unserem Bio-Baumwollvolumen wurden wir im 2018 Textile Exchange Preferred Fibre & Materials Benchmark als sechstgrößter Nachfrager weltweit eingestuft. Daher freut uns die positive Entwicklung umso mehr!!

Welche ersten Schritte empfehlen Sie Unternehmen, die Bio-Baumwolle einkaufen wollen?

Die Basis für eine konsequente Umstellung auf nachhaltige Fasern, also auch Bio-Baumwolle, ist die Erfassung der entsprechenden Rohstoffmengen. Es hilft Unternehmen vor allem auch, sich der ökonomischen Entscheidung bewusst zu werden. Darüber hinaus ist es wichtig, gute Partnerschaften mit seiner Lieferkette aufzubauen und zu pflegen, um die Umsetzung gewährleisten zu können

Ergaben sich durch den Einkauf von nachhaltiger Baumwolle neue Partnerschaften?

Ja, tatsächlich. In Zentralasien wird nicht-genmanipuliertes Baumwoll-Saatgut knapp. Daher fördern wir gemeinsam mit Fairtrade und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) lokale Kooperativen durch Trainingsmaßnahmen zur Saatgut-Multiplizierung. Ein Teil der kooperativen baut auch Bio-Baumwolle an. Aber auch die Massenbilanzierungsstandards Cotton made in Africa und BCI sorgen dafür, dass die Textillieferkette näher zusammenrückt und zusammenarbeitet.

Welches waren die wichtigsten Schritte, um Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette herzustellen?

Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Lieferkette: Erwartungen und Ziele sollten Lieferanten und Partnern eindeutig formuliert werden und durch einen stetigen Austausch an gemeinsamen Ansätzen gearbeitet werden. Als Unternehmen ist man auch besonders auf die Systeme und Hilfestellungen der Standardgeber-Organisationen angewiesen. Wir schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr und haben im Rahmen von Netzwerken wie Textile Exchange auch Möglichkeiten, uns mit anderen Unternehmen und der Community fachlich auszutauschen.

Welche Tools und Wege nutzen Sie um das Thema auch den Kunden näher zu bringen?

Um auch dem Kunden mehr Transparenz unserer Lieferketten anzubieten, haben wir seit 2017 das Programm „TEXTIL-HERKUNFT“. Mittels eines QR-Codes auf dem Produkt können unsere Kunden über unsere Rückverfolgbarkeitsplattform sämtliche Produktionsstufen zertifizierter Artikel bis hin zum Land des Bio-Baumwollanbaus einsehen.

Klaas Gerd Nuttbohm, Manager Corporate Responsibility International, ALDI Süd.
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